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Ernest Hemingway 03:31 min

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Transkript Ernest Hemingway

Am sechsten November 1954 wird der Schriftsteller Ernest Hemingway mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Man würdigt damit vor allem seinen zuletzt erschienen Roman Der Alte Mann und das Meer. Das Buch erzählt die Geschichte eines mühevoll errungenen, aber wertlosen Sieges. Die Person des Siegers, der mit seinem Sieg aber nichts gewinnt ist eine Lieblingsfigur Hemingways. Kämpfe faszinieren den Schriftsteller zeit seines Lebens. Vielleicht ist das auch eine Erklärung für seine große Leidenschaft, die Jagd. 1917 findet man den 18-jährigen Hemingway bereits mitten im Kampf. An der französischen Front des ersten Weltkrieges, wo er als freiwilliger Sanitäter Dienst tut. Ebenso wie wenig später bei den Italienern. 1918 wird Hemingway dabei schwer verletzt, seine Impressionen finden in dem Roman In einem Anderen Land ihren Niederschlag. Nach Kriegsende heiratet er und zieht nach Paris, dem damals beliebtesten Sammelplatz der so genannten Verlorenen Generation. James Joyce und Scott Fitzgerald leben dort. Zu Hemingways Clique gehören auch Gertrud Stein und Ezra Pound. Als 1936 der spanische Bürgerkrieg ausbricht zögert der Schriftsteller nicht, an der Seite der franco-Gegner daran Teilzunehmen. Später wird er dazu sagen: "Ein Schriftsteller der keinen Sinn für Gerechtigkeit hat, sollte besser nur Schuljahrbücher verfassen.". Er selbst verarbeitet seine Kriegserlebnisse mit den Republikanern in dem Roman Wem die Stunde schlägt, seinem wahrscheinlich berühmtesten Buch, dass auch in der Verfilmung mit Ingrid Bergmann und Garry Cooper ein großer Erfolg wird. Hemingway vermittelt darin seine Botschaft wo auch immer die Freiheit unterdrückt wird, muss die gesamte Menschheit den Kampf aufnehmen. Das Werk zeichnet auch in einer nicht alltäglichen Sichtweise ein deutliches Bild von den Gräueln des Faschismus. 1964 erscheint der letzte autobiographische Roman Paris, ein Fest fürs Leben. Posthum, denn Ernest Hemingway ist bereits drei Jahre tot. Er hat sich im Sommer 1961 erschossen, wahrscheinlich hat sich die Angst, wegen schleichender Krankheit seine zutiefst männlichen Ideale nicht mehr verwirklichen zu können, in den Tod getrieben. Ständige Mutproben und Bewährung in extremen Situationen gehörten immer zu Hemingways Lebenszielen, deshalb war er auch ein fanatischer Liebhaber des Stierkampfes. In seinem eigenen Leben wurde die Figur des glücklosen Siegers zum Kämpfer ohne Hoffnung.