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Charlotte Brontë 04:24 min

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Transkript Charlotte Brontë

Im Oktober 1847 erscheint der Roman Jane Eyre der englischen Schriftstellerin Charlotte Brontë. Die Geschichte des Waisenmädchens Jane Eyre, die als Gouvernante in das Haus des reichen Mr. Rochester kommt und sich in ihn verliebt, wird ein großer Erfolg. Die Autorin Charlotte Brontë ist im April 1816 in Thornton in Yorkshire geboren und die älteste der drei Schwestern Brontë, die als Dichterinnen berühmt geworden sind. Ihr Temperament ist romantisch und zugleich leidenschaftlich immer im Widerspruch zu der viktorianischen Gesellschaft, in der sie lebt, nimmt Charlotte als Beispiel einer energischen Frau einen besonderen Platz in der englischen Literatur ein. Die tragische Geschichte der Brontë selbst ist der Hintergrund ihrer Erzählungen, in denen sich das wirkliche und fantastische Leben vermengen. Diese Nähe der Wirklichkeit ist einer der Gründe, warum ihr Werk so großen Erfolg hat. Charlotte ist die Tochter eines anglikanischen Pfarrers irischer Abstammung. Als sie fünf Jahre alt ist stirbt die Mutter und sie bleibt mit vier Schwestern und einem Bruder zurück. Alle Kinder werden der Erziehung einer despotischen und autoritären Tante anvertraut. Nach einem kurzen Aufenthalt im Internat und nach dem vorzeitigen Tod zweier Schwestern beschließt Charlotte, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen und nimmt 1841 einen Posten als Gouvernante an. Die Tätigkeit ist aber konträr zu ihrem Charakter, der Einsamkeit und Unabhängigkeit liebt. Es dauert nicht lange, bis sie sich dessen bewusst wird. Charlotte kündigt und geht im Jahr darauf nach Brüssel, um ihre Französischkenntnisse zu verbessern. Sie arbeitet dort in einem Internat und es erwacht in ihr eine tiefe, leidenschaftliche Liebe zum Leiter des Internats. Diese wird das Thema ihres ersten Romans „Der Professor“. Kein Verlag nimmt das Werk an und es erscheint erst posthum. Im Jahre 1844 kehrt Charlotte Brontë nach England zurück, um sich dort ihres Bruders Branwell anzunehmen, der sich in den Klauen des Opiums und des Alkohols befindet. Die Heimat erscheint ihr ruhig und einsam, fast wie eine Gruft. In dieser abgeschiedenen Gegend verbringt Charlotte Monate der intellektuellen Freiheit. Sie benützt die Zeit, um ihre ersten Verse zu schreiben und die ersten Komödien zu verfassen. Das Befinden des Bruders verschlechtert sich immer mehr, ein Umstand, der die gesamte Familie in Verzweiflung stürzt. Charlotte lässt sich aber nicht entmutigen und publiziert zusammen mit ihren Schwestern unter einem Pseudonym die erste Sammlung von Versen. Von dem Werk werden leider nur zwei Exemplare verkauft und die Familie Brontë erlangt weder Geld, noch Ruhm. Charlotte wird klar, dass ihr Talent nicht auf dem Gebiet der Lyrik liegt und sie entscheidet sich, einen Roman zu schreiben. Im Jahr 1847 erscheint Jane Eyre, ihr großes Meisterwerk. Die Intensität und Wahrhaftigkeit der Gefühle und die ungewöhnliche Offenheit der Sprache erregen großes Aufsehen. Bald darauf sterben der Bruder und die beiden jüngeren Schwestern. Charlotte bleibt mit dem Vater allein, sie publiziert ihr drittes Buch, Cherley. Eine Geschichte, die in Yorkshire zur Zeit sozialer Unruhen spielt. Ihre Einsamkeit wird durch Besuche bei Freundinnen und gelegentliche Reisen nach London gelindert. Im Jahr 1853 erscheint der letzte Roman von Charlotte Brontë, Villette. Ein Jahr später erschließt sie sich, nach einigem Zögern, den Assistenten ihres Vaters zu heiraten, Pastor Nickels. Neun Monate lang leben die drei zusammen im Pfarrhaus, dann stirbt Charlotte, deren zarte Konstitution eine Schwangerschaft nicht erträgt, noch vor der Geburt ihres Kindes. Sie ist erst 38 Jahre alt.