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E.T.A. Hoffmann – Leben und Werk 07:40 min

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Transkript E.T.A. Hoffmann – Leben und Werk

„Wer wagt, durch das Reich der Träume zu schreiten, gelangt zur Wahrheit.“ Für den romantischen Dichter E.T.A. Hoffmann war das nicht bloß ein schöner Spruch, sondern die Leitlinie seines eigenen Lebens.

Aus Vernunftgründen wählt der Sohn eines Rechtsanwaltes den trockenen Beruf eines Justizbeamten. Die Sehnsucht nach der Kunst war jedoch stets stärker. Er leidet unter dem Zwiespalt seiner Träume und den Widrigkeiten des banalen Alltags.

So frönt Hoffmann teilweise einem ausschweifenden Lebensstil. Doch weder die Liebe, noch der Alkohol, noch die Musik kann ihn erlösen. Erst als endlich der Dichter in ihm durchbricht, findet er seine wahre Bestimmung. Sein großes Thema wird der Einbruch von Fantasie in die Realität.

Nur noch vierzehn Jahre blieben dem Spätromantiker bis zu seinem frühen Tod. Sie sind erfüllt von unglaublicher Produktivität. In kurzer Zeit wird Hoffmann zum einflussreichsten deutschsprachigen Erzähler des Fantastischen. Somit gilt er als Vorläufer des modernen Fantasy-Romans, wie zum Beispiel der Harry Potter-Serie.

E.T.A. Hoffmann wird 1776 in Königsberg als jüngstes von drei Kindern geboren. Eigentlich ist sein dritter Vorname Wilhelm. Er lässt ihn jedoch 1805, aus Bewunderung für Mozart, in Amadeus ändern.

Hoffmanns Kindheit und Jugend stehen unter keinem guten Stern. Seine Eltern trennen sich schon 1778, als er zwei Jahre alt ist. Seine Mutter ist gezwungen mit ihrem Jüngsten in den Haushalt ihrer Eltern zurückzukehren.

Hoffmann erhält eine solide bürgerliche Erziehung. Er gilt als musikalisches Wunderkind, ist aber auch ein begabter Maler und Zeichner.

Rein äußerlich ist er von schmächtiger Gestalt mit geisterhaft großen Augen. Im Grunde wirkt er selbst ein wenig wie eine groteske Figur aus einer seiner eigenen Geschichten.

1792 nimmt Hoffmann das Studium der Rechte auf. Schon drei Jahre später legt er in Königsberg erfolgreich das erste Staatsexamen ab. Nebenbei malt und komponiert er.

Hoffmann glaubt, er könne Neigung und Beruf fein säuberlich trennen, aber der Künstler in ihm und der preußische Beamte haben sich nie richtig vertragen. Trotzdem absolviert er 1798 sein zweites Staatsexamen und zwei Jahre später sein Assessorexamen mit der Note 'vorzüglich'.

In den Jahren seiner Ausbildung durchläuft er die Stationen Glogau, Posen, Plock und Berlin. 1804 lässt er sich nach Warschau versetzen.

Hoffmann verlobt sich zunächst mit seiner Kusine Minna. In Posen lernt er die Polin Maria Thekla Michalina Rohrer - Trzcinska kennen. Daraufhin löst er die Verlobung mit seiner Kusine wieder und heiratet Maria im Jahr 1802.

Im November 1806 marschiert Napoleon in Warschau ein. Der preußische Staat, dessen Beamter Hoffmann gewesen war, existiert nicht mehr. Er beschließt, alles auf eine Karte zu setzen und ein Leben als freier Künstler zu wagen. So schlägt er sich in verschiedenen Städten als Musikkritiker und -lehrer, Kapellmeister und Bühnenbildner durch.

In Berlin wird Hoffmann sein Hang zu den Frauen zum Verhängnis. Bei einer Geliebten steckt er sich mit Syphilis an.

Höhepunkt seiner Künstlerjahre ist seine Zeit in Bamberg. Hoffmann verabscheut das dort vorherrschende bornierte, an Kunst und allem Schönen total desinteressierte Kleinbürgertum.

Der Romantiker in ihm wendet sich vom bürgerlichen Alltag ab und findet Zuflucht in einer magischen Wunderwelt. Dieser Konflikt könnte als Auslöser für Hoffmanns zweite Karriere als Dichter gelten.

1809 erscheint die Erzählung “Ritter Gluck”, 1813 bis 1815 die “Phantasiestücke in Callots Manier”. Das dort enthaltene Künstlermärchen “Der goldene Topf” zählt zu Hoffmanns Meisterwerken. Viele seiner späteren Werke sind im Grunde nur Variationen des dort dargestellten Urgegensatzes zwischen Spießertum und einer besseren Gegenwelt, in der die Kunst und Schönheit zu Hause sind.

Nach dem Sieg Preußens über Napoleon gibt es für Hoffmann 1814 die Möglichkeit nach Berlin in den Staatsdienst zurückzukehren. Für seine Tätigkeit am Kammergericht wird er jedoch anfangs nicht fest entlohnt. So muss er mit den Einkünften aus der Schriftstellerei auskommen.

Mit den “Elixieren des Teufels” möchte er an den Erfolg des “goldenen Topfs” anknüpfen, was aber nicht gelingt. Weitere Werke erscheinen. Insgesamt sind es zwei Romane und über 100 Erzählungen, Märchen, Novellen Skizzen und Singspiele.

Nach dem Sieg über Napoleon hat in Deutschland die politische Restauration eingesetzt. Jede liberale Äußerung wird unterdrückt.

In der Erzählung „Meister Floh“ karikiert Hoffmann den Polizeidirektor Carl Albert von Kamptz. Gegen Hoffmann wird ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Durch seine Syphiliserkrankung im Spätstadium erreicht er jedoch immer wieder, dass der Prozess aufgeschoben wird.

Am 25. Juni 1822 stirbt Hoffmann in Folge seiner Krankheit.

3 Kommentare
  1. Das Video kommt einem vor wie eine Aufzählung der Jahreszahlen, Berufe und Werke, doch kommt man E.T.A. Hoffmann als Persönlichkeit nicht wirklich näher.

    Von Charlotte U., vor fast 6 Jahren
  2. Prima Video, tolle Gestaltung! Danke

    Von Felicitasgassner, vor etwa 6 Jahren
  3. Sehr gutes Video. Danke dafür!

    Von Amelyheyde, vor etwa 7 Jahren

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E.T.A. Hoffmann – Leben und Werk Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video E.T.A. Hoffmann – Leben und Werk kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme die wichtigsten Daten in E. T. A. Hoffmanns Leben.

    Tipps

    1804 geht Hoffmann nach Warschau.

    Zwei Jahre nachdem Hoffmann nach Warschau versetzt wurde, verliert er seine Stelle.

    Lösung

    E. T. A. Hoffmann wird 1776 als jüngstes von drei Kindern geboren. Da seine Eltern sich früh trennen, zieht er mit seiner Mutter zu seinen Großeltern mütterlicherseits. Er bekommt eine solide bürgerliche Ausbildung.

    Früh zeigt sich, dass Hoffmann im künstlerisch-musischen Bereich sehr begabt ist. Aus Vernunftsgründen studiert er Jura, legt erfolgreich sein Examen ab und wird nach Posen versetzt, wo er seine spätere Ehefrau kennenlernt und heiratet.

    1804 geht er nach Warschau. Nachdem Napoleon den preußischen Staat zerschlagen hat, verliert Hoffmann seine Stelle und schlägt sich fortan als freischaffender Künstler durch. Neben der Schriftstellerei arbeitet er auch als Kapellmeister und in verschiedenen anderen Berufen.

    Als Schriftsteller wird er erfolgreich, 1813-1815 erscheinen seine „Fantasiestücke in Callots Manier“. 1814 besteht für Hoffmann die Möglichkeit, wieder in den Staatsdienst zurückzukehren. Allerdings muss er aus finanziellen Gründen weiterhin schreiben.

    Ab 1819 erscheinen „Die Serapionsbrüder“, „Lebensansichten des Katers Murr“ und „Klein Zaches, genannt Zinnober“.

    Mit seinem Werk „Meister Floh“, welches in die Zeit der politischen Restauration fällt, erregt er den Unmut des Ministerialdirektors im Polizeiministerium Karl Albert von Kamptz. Hoffmanns Anklage wird aufgrund seiner fortschreitenden Krankheit allerdings immer wieder verschoben.

    1822 stirbt Hoffmann in Berlin.

  • Nenne die Berufe, die E. T. A. Hoffmann im Laufe seines Lebens ausgeübt hat.

    Tipps

    Als Regisseur hat E. T. A. Hoffmann nicht gearbeitet.

    Lösung

    Nach einem Studium der Rechte arbeitete E. T. A. Hoffmann als Jurist. Er versuchte sich allerdings auch als freier Künstler und arbeitete nebenberuflich als:

    • Schriftsteller,
    • Musiklehrer,
    • Musikkritiker,
    • Bühnenbildner sowie als
    • Kapellmeister.
    Da er auch zeichnerisches Talent hatte, arbeitete er teilweise als Zeichner und Karikaturist.

  • Erläutere E. T. A. Hoffmanns Werdegang als Künstler.

    Tipps

    Hoffmann studierte Jura.

    Lösung

    Trotz einer ausgesprochenen musischen und künstlerischen Begabung studierte Hoffmann Jura. Er galt als musikalisches Wunderkind. Ganz der Familientradition verhaftet und mit dem Gedanken an ein geregeltes Einkommen wurde er jedoch Jurist. Er glaubt, er könne seine Talente und seinen Broterwerb strikt trennen. Vielleicht war der Konflikt zwischen dem bürgerlichen Alltag und einer magischen und fantastischen Wunderwelt der Auslöser für seine Karriere als Dichter. Erst als sein Leben durch politische Ereignisse, die Zerschlagung Preußens, beeinflusst wurde, versuchte Hoffmann eine Karriere als freier Künstler.

  • Ordne den Autor E. T. A. Hoffmann einer literarischen Epoche zu.

    Tipps

    Der Geist der literarischen Epoche des Sturm und Drang wirkt auf alle Romantiker, auch auf Hoffmann. Allerdings gehört er dieser Epoche nicht mehr an. Hoffmanns Werke hatten sich weiterentwickelt.

    Lösung

    E. T. A. Hoffmann ist ein Autor der Romantik. Dies zeigt sich auch in der Wahl seiner Themen:

    • Einbruch von Fantasie in die reale Wirklichkeit
    • Kritik am Spießertum
    • Sehnsucht
    • Fabelwesen
    • Traum
    • Psyche
    • Nacht/Dämmerung
    Viele Werke Hoffmanns, wie beispielsweise „Der Sandmann“, sind der Schwarzen Romantik zuzuordnen. Die Schwarze Romantik ist eine Unterströmung der Romantik, die sich mit dem Bösen, den Abgründen der menschlichen Seele und dem Unheimlichen beschäftigt. Hoffmann war der erste Romantiker, der diese Themen in Angriff nimmt und er wird der einflussreichste deutsche Schriftsteller des Fantastischen seiner Zeit.

  • Beschreibe das Äußere von E. T. A. Hoffmann.

    Tipps

    E. T. A. Hoffmann ist schmächtig.

    Lösung

    E. T. A. Hoffmann ist ein schmächtiger Mann mit geisterhaft großen Augen. Dadurch wirkt er wie eine Figur aus einer seiner Erzählungen.

    Seine Erzählungen, die zum Großteil zur Schwarzen Romantik gehören, enthalten oftmals schauerliche, gruselige und gespenstische Figuren. Die Autoren der Schwarzen Romantik waren insbesondere vom Bösen und den Abgründen der menschlichen Seele fasziniert und dementsprechend gestaltete E. T. A. Hoffmann auch seine Figuren.

  • Untersuche die Rezeption von E. T. A. Hoffmanns Werken anhand der Texte.

    Tipps

    E.T. A. Hoffmann war ein deutscher Autor.

    Wilhelm Grimm war ein deutscher Sprach- und Literaturwissenschaftlicher. Zusammen mit seinem Bruder Jacob (Gebrüder Grimm) sammelte er Märchen und Sagen. Von Hoffmanns literarischer Leistung ist er nicht überzeugt.

    Lösung

    Das Werk E. T. A. Hoffmanns wurde in seinem Heimatland Deutschland zwiespältig aufgenommen. Einige der Zeitgenossen, wie beispielsweise Grimm oder Goethe, mochten seine Werke überhaupt nicht. Andere, wie beispielsweise Heine, bewunderten ihn. Nach seinem Tod wurden Hoffmanns Werke insbesondere in Frankreich schnell zu Klassikern. Der Autor selbst beeinflusste wiederum andere Autoren, wie beispielsweise Victor Hugo, Charles Baudelaire oder Guy de Maupassant. Auch in anderen Ländern übte er großen Einfluss aus, wie an Texten von Alexander Puschkin, Fjodor Dostojewski und Edgar Allan Poe erkennbar ist.

    Quellen: Johann Wolfgang von Goethe über E. T. A. Hoffmann. URL: http://etahoffmann.staatsbibliothek-berlin.de/portfolio-item/goethe-johann-wolfgang-von/ [19.6.17]; Heinrich Heine über E. T. A. Hoffmann. URL: http://www.archive.org/stream/heinrichheinesb00siebgoog/heinrichheinesb00siebgoog_djvu.txt [19.6.17]; Wilhelm Grimm über E. T. A. Hoffmann. Johannes Harnischfeger, Die Hieroglyphen der inneren Welt: Romantikkritik bei E. T. A. Hoffmann, Westdeutscher Verlag 1988, S. 123.