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Friedrich Nietzsche 03:43 min

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Transkript Friedrich Nietzsche

Am 25. August 1900 stirbt in Weimar der Philosoph Friedrich Wilhelm Nietzsche. Er ist im Oktober 1844 in Röcken in Sachsen als Sohn des Pastors Karl Ludwig Nietzsche geboren. Als der Vater stirbt, übersiedelt die Mutter mit Friedrich und seiner jüngeren Schwestern nach Naumburg. Das Studium der Theologie und der klassischen Philologie beginnt Nietzsche in Bonn und setzt es in Leipzig fort. Noch vor seiner Promotion zum Doktor wird er als außerordentlicher Professor der Klassischen Philologie nach Basel berufen. Schopenhauers Lehre vom Genie und die Freundschaft zu Richard Wagner erwecken in Nietzsche ein ganz neues Bild der Antike. Aus seiner romantischen Begeisterung entsteht die Vorarbeit zum Werk “Die Geburt der Tragödie”. Es erscheint 1872. Das Verhältnis zu Wagner ist noch so gut, dass ihn dieser von der Arbeit an antiken Themen wegführen kann. Nietzsche verfasst die vier unzeitgemäßen Betrachtungen, deren letzte den Titel “Richard Wagner in Bayreuth” trägt. Doch die Bayreuther Unternehmung und das moderne Theaterwesen sind Nietzsche im Innersten zuwider. Er zweifelt immer stärker an Wagner. Als Nietzsche die ersten Festspiele verlässt, ist der Bruch besiegelt. Eine Nervenkrankheit zwingt ihn, die Professur in Basel aufzugeben. Er hält sich von da an ständig in Oberitalien auf und versucht sich, ein neues Lebensziel zu geben. Nach der Phase der Romantik und der Begeisterung für ideologische Ziele, möchte Nitzsche auch im Geistigen nur mehr das Wirkliche und Echte gelten lassen. Seine neuen Arbeiten unterscheiden sich auch im Schriftbild wesentlich von seinen früheren. Er arbeitet sich mit Aphorismusbänden, die auf systematische Gestaltung verzichten, wieder empor. In dieser zweiten Periode entstehen Werke wie “Menschliches, Allzumenschliches” oder “Die fröhliche Wissenschaft”. Nietzsches dritte Schaffensperiode ist die fruchtbarste und bringt jene Werke hervor, die uns auch heute gut bekannt sind, Allen voran “Also sprach Zarathustra”, das Richard Strauß zur gleichnamigen Komposition inspirierte. 1888 erleidet Nietzsche in Turin einen Nervenzusammenbruch, dem die geistige Umnachtung folgt. Von der Mutter und nach deren Tod von der Schwester gepflegt, stirbt Friedrich Wilhelm Nietzsche am 25. August 1900. Sein Werk lehnt das Christentum, den Sozialismus, den Feminismus und den Nationalismus ab und erstrebt eine auf das Diesseits gerichtete europäische Geisteskultur. Nietzsche fordert dafür eine Moral der geistig Starken und beschreibt das Ideal des Übermenschen. Die Interpretationen durch den Nationalsozialismus sind allerdings nur eine Karikatur seiner Lehre. Die heutige Kritik sieht den Philosophen Nietzsche wieder als einzigartigen Denker, dessen Kritik an vorgegebenen Werten die durch Konfessionen und landläufige Moral unterdrückten menschlichen Fähigkeiten wiedererwecken will.

1 Kommentar
  1. Foto%20am%2015.09.11%20um%2022.38

    Unglaublich gutes Video. Könnt Ihr auch ein Video nur über: "Also sprach Zarathustra" machen?

    Von Mirella C., vor mehr als 5 Jahren

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