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Vermehrung, Merkmale und Lebensweise der Süßgräser (2)

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Die Autor*innen
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Roland Hesse
Vermehrung, Merkmale und Lebensweise der Süßgräser (2)
lernst du in der 9. Klasse - 10. Klasse

Grundlagen zum Thema Vermehrung, Merkmale und Lebensweise der Süßgräser (2)

Inhalt

Süßgräser – Biologie

Heute geht es um eine der größten Familien innerhalb der Blütenpflanzen – die Süßgräser. Sie sind weltweit verbreitet. Du hast sie bestimmt schon auf Wiesen und Weiden entdecken können – aber auch in anderen Teilen der Welt, in Steppen und Savannen, an Dünen und Ufern oder in der Prärie, findet man Süßgräser.
Außerdem gehören einige Süßgräser zu den wichtigsten Nutzpflanzen und finden sich oft auf unseren Tellern oder als Futter für Tiere wieder. Heute erarbeiten wir uns einen kleinen Steckbrief zu den Süßgräsern.

Definition von Süßgräsern

Süßgräser, lateinisch als Poaceae bezeichnet, sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Grasartigen. Sie gehören zu den Blütenpflanzen und finden sich weltweit in allen Klimazonen. Typische Süßgräser in Deutschland sind beispielsweise Weizen, Mais, Weidelgras und Ziergräser wie das Pampasgras. Weitere Beispiele für Süßgräser sind unter anderem Bambus, Reis und Hirse.

Evolution von Süßgräsern

Die Entstehung der Grasarten vor über 8 bis 10 Millionen Jahren hängt eng mit der Entwicklung der Pflanzenfresser, insbesondere die der Huftiere, zusammen. In den letzten Jahrtausenden nahm auch der Mensch durch Züchtungen und Umweltveränderungen vermehrt Einfluss auf die Entwicklung von Graspflanzen.

Arten von Süßgräsern

Innerhalb der Pflanzenfamilie der Süßgräser gibt es mehr als 12 000 Arten. Alle gehören zu den einkeimblättrigen Pflanzen und den Bedecktsamern. Was genau das bedeutet, erfährst du gleich.

Aufbau von Süßgräsern

Süßgräser kann man anhand einiger typischer Merkmale bestimmen.

Die Samen

Ein typischer Gräsersamen hat eine Samenschale und eine Fruchtschale, die miteinander verwachsen sind. Dies wird Karyopse genannt. Darunter befindet sich die Aleuronschicht, in der Eiweiß gespeichert wird. Im Inneren liegt der umhüllte Embryo, der die Knospe, die Sprossanlage und die Wurzelanlage beinhaltet. Der Rest des Samens ist mit einem stärkehaltigen Nährgewebe, dem Endosperm, ausgefüllt. Zwischen Endosperm und Embryo liegt das Schildchen (Scutellum) zur Versorgung des Embryos.

Die Blätter

Die Leitbündel der Blätter von Süßgräsern verlaufen parallel. Dies ist ein typisches Merkmal einkeimblättriger Pflanzen. Einige Gräser, die an trockene Standorte angepasst sind, haben sogenannte Rollblätter. Ist genug Feuchtigkeit vorhanden, sind die Blätter entfaltet, bei Trockenheit sind sie zusammengerollt. Dadurch wird die Transpiration minimiert und Wasser wird gespart. Solch eingerollte Blätter kannst du manchmal an trockenen Sommertagen bei Maispflanzen beobachten.

Die Blütenstände

Die Blütenstände können verschiedenartig aussehen, meistens bilden sie Ähren, Rispen oder Trauben. Die Blüten von Gräsern sind unscheinbar, ohne Duft und Nektar. Daran kann man erkennen, dass die meisten Gräser nicht auf die Bestäubung durch Insekten oder Tiere angewiesen sind – vielmehr sind sie an die Windbestäubung angepasst.

Die Wurzeln

Da die Wurzeln von Süßgräsern der Sprossachse entspringen, werden sie als sprossbürtige Wurzeln bezeichnet. Sie bilden ein intensives Wurzelgeflecht.

Lebensweise von Süßgräsern

Einige Süßgräser können Erdsprossen oder oberirdische Ausläufer bilden, aus denen neue Pflanzen wachsen. Die dadurch entstehenden Tochterpflanzen sind identisch zu den Mutterpflanzen (Klone). Dies wird vegetative (ungeschlechtliche) Fortpflanzung genannt. Doch auch eine generative (geschlechtliche) Fortpflanzung von Süßgräsern ist möglich.

Keimt der Samen, wird die Wurzelanlage zur Keim- oder Hauptwurzel und der Spross wächst nach oben aus. Später bilden sich sprossbürtige Wurzeln und die Hauptwurzel stirbt ab. An den Wurzelspitzen bilden sich feine Härchen, die Wurzelhaarzellen, um eine bessere Aufnahme von Wasser und den darin gelösten Nährsalzen zu ermöglichen. Die Außenschicht des Sprosses wird zur Keimscheide, aus der sich die Laubblätter entfalten. Anfangs ist nur ein Keimblatt vorhanden, weshalb die Süßgräser den einkeimblättrigen Pflanzen zugeordnet werden. Außerdem sind sie Bedecktsamer. Das sind alle Pflanzen, deren Samenanlage vom Fruchtblatt bedeckt und geschützt wird.

Streckungswachstum

Im Inneren des Sprosses sind die Blätter bereits angelegt. Aus den Knoten des Stängel entspringen die Blattscheiden, die übereinander gelagert einen Hohlraum umschließen. Darin befinden sich der Halm und die Blütenanlage. Wenn der Halm anfängt, zu wachsen und sich zu strecken, schieben sich die Stängelglieder teleskopartig mit dem Blatt nach oben. Zuletzt erscheinen die arttypischen Blütenstände. Die Stängel werden hohl und die Markzellen liefern faserige Zellulose, um den Halm von innen zu verstärken.

In der Abbildung siehst du den im Text beschriebenen Aufbau eines Samens auf der linken Seite und den Aufbau eines ausgewachsenen Süßgrases auf der rechten Seite.

Aufbau eines Süßgrases

Nachdem Gräser abgemäht oder von Tieren abgefressen wurden, wachsen sie wieder aus und bilden erneut Stängel, Blätter und Blütenstände, weil ihre Wachstumszonen kurz über dem Wurzelansatz liegen und nicht in der Sprossspitze. Außerdem sind sie trittfest und können sich durch Erdsprosse, Ausläufer oder ihr intensives Wurzelsystem gut gegen andere Pflanzen durchsetzen. Deshalb eignen sie sich hervorragend für die Beweidung für Tiere oder als Rasen.

Dieses Video

Was sind Süßgräser? In diesem Video lernst du, was Süßgräser sind und welche Vertreter es gibt. Außerdem erfährst du vieles über den Aufbau und die Vermehrung von Süßgräsern. Abschließend kannst du mit unseren Übungsaufgaben und Arbeitsblättern dein Wissen festigen.

Transkript Vermehrung, Merkmale und Lebensweise der Süßgräser (2)

Willkommen zum zweiten Teil „Die Geheimnisse der Süßgräser“. Gräser sind weltweit verbreitet. Auf Wiesen, Weiden, Steppen und Savannen. In der Prärie, der Pampas und auf der Alm. In Dünen und an Ufern. Ja, sogar in kalten, polarnahen Zonen und natürlich in unsere Städten und Dörfern finden wir Gräser. Die weite Verbreitung der Gräser und die Entstehung der Graslandschaften hat mehrere Gründe. Auf jeden Fall ist die Entstehung der Grasarten vor über acht bis zehn Millionen Jahren mit der Entwicklung der Pflanzenfresser, besonders der Huftiere, verbunden gewesen. In den letzten Jahrtausenden nimmt der Mensch, durch Züchtungen und Umweltveränderungen vermehrten Einfluss auf Graspflanzen. Hier ist eine Zuchtform des Weidelgrases, dass der Bauer auf dem Feld als Futter oder Saatgut angebaut hat, zu sehen. Rechts daneben ein Weizenfeld. Es ist von einem Wildwechsel des Rotwildes durchzogen. Der Mais und der verholzende Bambus gehören ebenso zur Familie der Süßgräser. Wissenschaftlich „Poaceae“ genannt. Gräser wachsen nach Beweidung wieder aus, weil ihre Wachstumszonen kurz über dem Wurzelansatz liegen und nicht an der Sprossspitze. Der Verlust von Stängel und Blatt macht ihm demnach nicht so viel aus. Sie wachsen einfach nach und bilden erneut Blätter und Blütenstände. Außerdem sind sie trittfest und sie können sich mit Erdsprossen und ihrem intensiven Wurzelsystem sehr gut gegenüber anderen Pflanzenarten behaupten. Hier sieht man den Erdspross der Quecke. Aus ihm wächst eine neue Pflanze. So gehen aus der Mutterpflanze die Tochterpflanzen hervor. Sie führt immer zu genetisch identischen Lebewesen, die Klone sind. Dieser Ort der Vermehrung nennt man vegetative Fortpflanzung. Das rote Straußgras, hier die Einzelpflanze und da der blühende Bestand, hat in einem lockeren, jungen Eichenkiefernmischwald, der vom Wind durchweht wird, Fuß gefasst. Es überzieht den Waldboden mit seinem rötlich, violetten Schleier während der Blütezeit und der Zeit der Samenbildung. Die Windblütigkeit des Straußgrases ist eine vorteilhafte Anpassung an die Luftbewegungen im lockeren Waldbestand. Das trifft natürlich auch für die Gräser der Wiesen, Steppen und anderer freier Landschaften zu, über die der Wind hinwegstreichen kann. Gezeigt wird ein Rispenteil des kleinen Chinaschilfs. Auf dem Foto sind die fedrigen Narben der Fruchtblätter, die wie Staubfänger ausgebreitet sind und die nach der Pollenentleerung geschrumpften Staubblätter zu sehen. Die Blüten von Gräsern sind unscheinbar und ohne Duft und Nektar. Die Samen der Gräser sind klein. Wie es die Samensorten eines Schattenrasens beweisen, die sortiert vor uns liegen. Mit dem bloßen Auge sind sie kaum zu unterscheiden. Nun sehen wir den Längsschnitt eines Grassamens mit Keimling. Die Samenschale und Fruchtschale des Samens sind miteinander verwachsen. Eine Frucht mit dieser Verwachsung, es ist eine botanische Besonderheit, heißt „Karyopse“. Weiterhin ist die eiweißspeichernde Aleuronenschicht ausfindig zu machen. Der umhüllte Keimling birgt in sich die Knospe, den Stängel oder Spross genannt, die Wurzelanlage, auch Würzelchen genannt und das Schildchen. Das Würzelchen wird zur Keim- oder Hauptwurzel. Der Spross wächst nach oben aus und nach kurzer Zeit setzt er seitlich Wurzeln an. Die wir nach ihrem Ursprung als sprossbürtige Wurzeln bezeichnen. An deren Spitzen, den sogenannten Wurzelhaarzonen, bildet sich ein Saum feinster Härchen, die Wurzelhaarzellen, welche der Versorgung mit Wasser und den darin gelösten Nährsalzen dienen. Die Keim- oder Hauptwurzel stirbt später ab. Das Schildchen dient der Versorgung des Keimlings. Das weich gewordene Nährgewebe, auch Endosperm genannt, wird dabei aufgezehrt. Die Außenschicht des Sprosses wird zur Keimscheide, aus der sich die Laubblätter entfalten. Da zuerst nur ein Keimblatt sichtbar angelegt ist, werden die Gräser als einkeimblättrige Pflanzen den Bedecktsamern im Pflanzenreich zugeordnet. Alle Pflanzen, deren Samenanlagen geschützt vom Fruchtblatt bedeckt und umhüllt wurde, bezeichnen die Botaniker als Bedecktsamer. Schauen wir einmal in den Spross hinein. Im Frühjahr schießen die Stängel des Grases schnell empor. Denn im Inneren sind die jungen Blätter bereits alle angelegt. Die Blattscheiden entspringen Knoten des Stängels. Sie greifen fest ineinander und umschließen einen Hohlraum. In diesem ist der Halm und die Blütenanlage. Während des Wachstums, also wenn der Halm sich streckt, schieben sich die Stängelglieder eines nach dem anderen, teleskopartig mit dem Blatt nach oben. Zuletzt erscheinen die arttypischen Blütenstände. Die Ähre, Ährenrispe oder eine Rispe. Zum Schluss werden die Stängel noch hohl. Die Markzellen liefern faserige Zellulose zur innenseitigen Verstärkung des Halmes. Ich habe versucht die Halmstreckung zu veranschaulichen und skizziert, wie man sich es vorstellen könnte. Es muss aber nicht 100 prozentig so ablaufen. Die parallel verlaufenden Leitbündel der linearischen Blätter, vereinfacht spricht man von der Blattnervatur, sind ein weiteres, typisches Merkmal einkeimblättriger Pflanzen. Gräser, die an trockenen Standorten wachsen, weisen spezialisierte Blätter auf, die Rollblätter. Bei feuchtem Wetter sind sie entfaltet, bei trockenem Wetter zusammengerollt. Die oberseits liegenden Spaltöffnungen verdunsten das Wasser in die entstandene Blattröhre und es geht kaum etwas davon verloren. Das Gras kann weiterhin photosynthetisch aktiv sein und trotzt so extremer Trockenheit. Die Wurzeln entspringen der Sprossachse. Sie werden daher als sprossbürtig bezeichnet. Außerdem bilden sie ein intensives Wurzelgeflecht, das die Erde festhält und jegliches Wasser optimal nutzt. Inzwischen ist der Zeitpunkt für eine Zusammenfassung herangerückt. Zuerst erfuhren wir, dass Süßgräser eine äußerst erfolgreiche Pflanzenfamilie sind, denn sie sind weltweit verbreitet. Dann erfuhren wir, dass sie an die Windbestäubung angepasst sind. Weiterhin lernten wir kennen, dass Süßgräser sehr konkurrenzstark und widerstandsfähige Arten sind. Sie vermehren sich zum Teil vegetativ und sie haben Rollblätter und sie sind schnellwüchsig und regenerationsfähig. Süßgräser bilden Karyopsen mit einem Mehlkörper, dem Endosperm, aus. Und sie werden als Bedecktsamer den einkeimblättrigen Pflanzen zugeordnet. Typisch für Einkeimblättrige sind parallele Blattnerven und sprossbürtige Wurzeln und natürlich ein einziges Keimblatt. So, das war´s für heute. Es wird Zeit sich zu verabschieden. Tschüss sagt Octavus.

5 Kommentare

5 Kommentare
  1. Ich meine, ihre stimme klingt bisschen langweilig, sonst ist alles gut.

    Von Gertrude A., vor mehr als einem Jahr
  2. Sehr gut nur ein kleiner Tipp: Es klingt ein bisschen von der Stimme her langweilig sonst alles gut. XD

    Von Patrick Egi04, vor mehr als 5 Jahren
  3. Sehr gut erklärt Dankeschön!

    Von Sarah Weispfennig, vor etwa 6 Jahren
  4. Vielen Dank.

    Von Roland Hesse, vor etwa 8 Jahren
  5. super, interresant, verständlich.

    Von Markus Koch, vor etwa 8 Jahren
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