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Windbestäubung 08:50 min

Textversion des Videos

Transkript Windbestäubung

Hallo. Ich begrüße Dich zum neuen Kurzfilm. Es ist gut, wenn Du als Vorwissen die Videos "Von der Blüte zur Frucht" und zu den "Bestäubungstricks der Pflanzen und Tiere" gesehen hast. Dann weißt Du, dass die Bestäubung die Übertragung des Pollens auf die Narbe des Stempels, also des Fruchtblattes, ist. Du kennst die Insekten-, die Fremd- und die Selbstbestäubung und Du weißt, dass die Bestäubung Voraussetzung für eine Befruchtung ist. Hier siehst Du einen Zierkirschenzweig und eine Kuhschelle in voller Blüte. Beide Pflanzen sind zwittrig. Das bedeutet, sie tragen in einer Blüte männliche und weibliche Blütenbestandteile, nämlich die Staubblätter und die Fruchtblätter. Sie sind auf Insekten als Bestäuber angewiesen. Ohne Insekten oder andere Pollenüberträger kommen sie nicht aus und sie könnten keine Früchte mit Samen bilden. Das ist aber nicht immer so. Ein Fünftel der heimischen Pflanzenarten ist nicht auf die Tierbestäubung angewiesen. Es sind die „Windblütler”. Sie nutzen als Transporteur den Wind und damit ist das Thema für heute genannt: Die Windblütler und die Windbestäubung. Meine Ziele beschränken sich auf zwei Punkte: Erstens zeige ich Dir Windblütler am Beispiel von Gehölzen, die ich in zwei Gruppen einteile. Und zweitens werde ich die wichtigsten Erkenntnisse als Merksätze aufschreiben. Für Allergiker sind die aktuellen Pollenflugvorhersagen wichtig. Im Februar und März blüht bereits die Haselnuss. Wir können die auffälligen Kätzchen und die winzigen weiblichen Blüten am Zweig sehen. Hier sind sie vergrößert. Erlenbäume, hier links oben, blühen fast zur gleichen Zeit, meist etwas später. Mittig sehen wir einen Zweig mit männlichen Kätzchen. Und die weiblichen Blütenstände als Verdickungen am Zweigende. Die angelegten Zapfen sind schon gut zu sehen. Vergrößert man die Kätzchen, stellt man fest, dass sie fast nur aus kurz gestielten Staubbeuteln bestehen. Hier sind sie rotbraun abgebildet, einige winzige gelbe Pollen haften an. Nach dem Abblühen, das heißt der Entleerung der Staubblätter schrumpfen sie und werden unansehnlich dunkel. Da sieht man den Pollen bei 400-facher Vergrößerung. Hier ist nochmals ein Erlenzweig zu betrachten. Aus den keulenförmigen Endverdickungen am Zweig gehen nach der Befruchtung die Zapfen mit Samen hervor. Das zweite Bild zeigt uns am Zweig die geöffneten Zapfen des letzten Jahres, die ihre kleinen Samen ausgestreut haben und bald abfallen werden. Die Blütezeit der Birken erstreckt sich auf das Frühjahr. Männliche und weibliche Blütenanlagen sind nicht gleich zu unterscheiden. Die männlichen Kätzchen hängen am Zweig. Und der weibliche Blütenstand sitzt endständig an der Spitze des Zweiges. Er ist nach oben gerichtet. Nach der Befruchtung und Samenbildung wird er schwerer und hängt auch herab. Bei der Kiefer, hier links zwei rötliche weibliche Blütenstände und rechts die auffälligen männlichen Staubbeutelansammlungen, sind auch beide Geschlechter auf einem Baum zu finden. Ebenso verhält es sich bei der Lärche, wie man sehen kann. Nur sind die Größenverhältnisse umgekehrt. Die Eibe hat dunkelgrüne Blattnadeln und sie bildet keine Zapfen aus. Hier ist ein Zweig der männlichen Pflanze von unten zu sehen und daneben der Zeig einer weiblichen Pflanze, die im April eine kleine Frucht angesetzt hat. Ahornbäume sind ebenfalls getrenntgeschlechtlich. Vom Eschen-Ahorn sehen wir links den männlichen und in der Mitte den kleinen weiblichen Blütenstand. Sobald die Fruchtblätter vergrößert werden, kann man die langen, herausragenden Narben der Blüten sehen. Sie treten weit hervor, damit sie den vorbeistreifenden Pollen erhaschen können. Weiden haben auch zwei Geschlechter. Zuerst sind die weiblichen Blüten und dann die männlichen abgebildet. Pappeln, wir sehen eine reifende und hier zwei nahezu verblühte männliche Blüten, bilden Bäume verschiedener Geschlechter. Wir vergrößern eine männliche Blüte. Unter dem Mikroskop entdecken wir fast das Gleiche wie bei den Erlen. Die Staubbeutel hängen an dünnen Staubfäden. Sie sehen ähnlich aus. Auch nach dem Abwelken. Hier blüht gerade eine Esche auf. Das dritte Bild zeigt uns die beflügelten Samen des letzten Jahres, die erst im Mai abgeworfen werden. Eschenbäume haben eine Besonderheit. Sie machen quasi eine Ausnahme. Auf einem Baum können rein weibliche Blüten und auf anderen Bäumen rein männliche Blüten vorkommen. Viele Bäume tragen aber auch Zwitterblüten. Demnach sind sie einhäusig. Also zwei plus eins macht drei, man sagt die Eschen sind „dreihäusig”. Wir klären in der Zusammenfassung, was Häusigkeit ist: Häusigkeit ist die Verteilung der Geschlechter. Einhäusige Pflanzen tragen männliche und weibliche Blüten auf einem Pflanzenexemplar. Demnach sind die Pflanzen zwittrig und haben aber getrennte Blütenstände. Zweihäusige Pflanzen tragen männliche und weibliche Blütenstände auf verschiedenen Exemplaren. Eine Pflanze hat also immer nur männliche oder weibliche Blüten. Es sind zwei Pflanzenexemplare notwendig, um Früchte bilden zu können. Einhäusig sind Haselnuss, Erle, Birke, Kiefer und Lärche. Und als zweihäusige Vertreter lernten wir die Eibe, die Ahorne, Weiden, Pappeln und Eschen kennen. Befassen wir uns mit den Anpassungen der Windblütler. Die weiblichen Blüten sind oft sehr unscheinbar und sie haben keine störenden Blütenhüllblätter, die den Pollen abhalten würden. Ihre Narben sind oberflächlich vergrößert. Windblütler haben sehr kleine Pollen. Sie sind im Durchschnitt nur 25 Mikrometer groß. Damit ist die Sinkgeschwindigkeit der Pollen sehr klein. Außerdem haben sie eine meist glatte Oberfläche. Allerdings müssen die Pollen massenhaft erzeugt werden, damit die Befruchtungswahrscheinlichkeit recht groß ist, denn die Pollen werden ungerichtet vom Wind weggetragen. Erwähnen möchte ich noch, dass die Pollenkörner einzeln entlassen werden. Es gibt keinen Pollenkitt. So, das wars für heute und das war die Zusammenfassung. Ich sage Euch Tschüss. Bis zum nächsten Mal!

7 Kommentare
  1. Hallo Lena, das Video ist sehr gut strukturiert und weist auf notwendiges Vorwissen hin. Es fehlt nur ein Foto einer nahezu unsichtbare "Pollenwolke", von deren Symptomen Heuschnupfen-oder Pollen-Allergiker "erzählen" können. Leider wird heutzutage die Vermittlung von Pflanzenkenntnissen in der Schule vernachlässigt, sodass dein Kommentar verständlich ist. Wie du siehst, wird das Video sehr unterschiedlich bewertet, eben genauso unterschiedlich wie die Betrachter und deren Lebenserfahrungen sind. Stell dir vor, es gibt genügend Pflanzen, die kein Insekt anfliegt und dennoch bilden sie Früchte, wie beispielsweise das Getreide. We ist das möglich? Die Frage muss man sich schon stellen, sonst gelangt man nicht zu Antworten. LG

    Von Roland Hesse, vor fast 2 Jahren
  2. Schlecht,ich hab nichts verstanden

    Von Lena Rathjens, vor fast 2 Jahren
  3. Danke für die die umfangreichen Viedios

    Von Jakob H., vor mehr als 2 Jahren
  4. Nice Video

    Von Gruber Melanie, vor mehr als 2 Jahren
  5. cool

    Von Max The Best, vor mehr als 4 Jahren
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Windbestäubung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Windbestäubung kannst du es wiederholen und üben.

  • Vervollständige den Text über die Windbestäubung.

    Tipps

    Drei der Begriffe bleiben übrig.

    Lösung

    Die Windbestäubung stellt die ursprüngliche Form der Bestäubung von Pflanzen dar.
    Pflanzenarten, die sich durch Windbestäubung erhalten, sind leicht zu erkennen: Ihre Fortpflanzungsorgane, ihre Blüten, sind unscheinbar, denn sie dienen nicht als Lockmittel für Tiere.

    Etwa 20 % der heimischen Pflanzen werden windbestäubt. Ihre Arterhaltung ist vom Wind und dem Zufall abhängig, dass ein Pollenkorn eine Blüte mit Samenanlage erreicht. Daher müssen die Pflanzen viel Pollen herstellen. Darunter leiden Menschen, die allergisch auf Pollen reagieren. Dies bezeichnet man auch als Heuschnupfen.

  • Beschreibe, was man unter den Begriffen einhäusig und zweihäusig versteht.

    Tipps

    Einhäusig kann man sich leicht merken, indem man sich vorstellt, dass die weiblichen und männlichen Fortpflanzungsorgane in einem Haus zusammenleben.

    Lösung

    Bei einigen Pflanzenarten sind die Blüten nicht zwittrig angelegt, sondern es existieren männliche und weibliche Blüten. Diese Blüten werden als eingeschlechtlich bezeichnet.

    Kommen männliche und weibliche Blüten auf ein und derselben Pflanze vor, spricht man von Einhäusigkeit. Dies ist zum Beispiel bei der Kiefer und der Lärche der Fall.

    Gibt es reine männliche und reine weibliche Pflanzen, spricht man von Zweihäusigkeit. Dies ist bei der Weide oder der Eibe der Fall.

  • Beurteile, welche Blüteneigenschaften zu einer Wind- oder Tierbestäubung passen.

    Tipps

    Wie lassen sich Tiere zur Blüte locken?

    Haften Pollenkörner an einem Tier besser, wenn sie trocken sind oder wenn sie klebrig sind?

    Lösung

    Bei einer Tierbestäubung müssen die Tiere erst einmal dazu gebracht werden, zu der Blüte zu kommen. Daher zeigt die Blüte mit einer auffälligen Form oder Farbe sowie manchmal auch intensivem Duft, dass es sich für die Tiere lohnen kann, die Blüte zu besuchen. Ein Beispiel ist die Mohnblüte, deren große, rote Blütenblätter gut sichtbar sind. Die Belohnung ist meist Nektar und auch nahrhafter Pollen. Für den Transport zur nächsten Blüte ist es sinnvoll, dass der Pollen klebrig ist, um am Tier haften zu bleiben. Es muss nicht so viel Pollen bereitgestellt werden, wie das bei der Windbestäubung notwendig ist. Denn der Transport erfolgt relativ zielgerichtet.

    Dagegen muss die Blütenpflanze, die vom Wind bestäubt wird, nicht viel Energie in die Bereitstellung von auffälligen, duftenden oder viel Nektar enthaltenden Blüten investieren. Stattdessen muss der Pollen trocken und damit leicht sein, damit er gut durch die Luft fliegen kann. Und da dieser Transport nicht gerade zielgerichtet erfolgt, muss die Pflanze besonders viel Pollen herstellen. Damit wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Pollen auch bei den passenden Blüten ankommt.

  • Leite die Art der Bestäubung der einzelnen Pflanzen aus dem Bau ihrer Blüten her.

    Tipps

    Der Wind wird nicht durch farbenfrohe Schönheit angelockt, Tiere dagegen schon.

    Hier siehst du die Blüten einer Hortensie.

    Zu den Süßgräsern gehören alle Getreide wie Roggen, Weizen, Gerste und Hafer.

    Beiden Bestäubungsarten müssen jeweils vier Pflanzen zugeordnet werden.

    Lösung

    Die Pflanzen lassen sich rein über ihr Aussehen den Bestäubungsarten zuordnen:

    • Rosen, Lilien, Hortensien und Glockenblumen verfügen über große, bunte Blätter und duften zudem teilweise sehr stark. Auf diese Art und Weise locken sie Insekten an, die den Pollen von Blüte zu Blüte übertragen.
    • Windbestäubte Pflanzen verzichten auf auffällige Blüten und Duftstoffe, da sie keine Insekten für ihre Fortpflanzung anlocken müssen. Zu dieser Bestäubungsart gehören die Süßgräser wie Roggen und Weizen, aber auch manche Bäume wie die Birke, die Esche oder die Kiefer.

  • Prüfe die Aussagen zur Bestäubung der Hasel auf ihre Richtigkeit.

    Tipps

    Zwei Antwortmöglichkeiten sind richtig.

    Lösung

    Die Hasel muss viel Pollen produzieren, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass auch Pollen auf der Narbe landet und sich eine Haselnuss entwickeln kann. Denn der Pollen kann durch den Wind auch ganz woanders landen oder vom Regen weggewaschen werden. Zusätzlich ist die Zugänglichkeit des Pollens wichtig, damit der Wind die Pollenkörner auch wegtragen kann. Deshalb ist es entscheidend, dass sich noch keine störenden Laubblätter entwickelt haben.

    Die beiden Antworten, in der eine Auswirkung auf die Bienen behauptet wird, sind nicht richtig, da wie im Eingangstext erwähnt wurde, die Hasel vom Wind bestäubt wird. Bienen haben bei der Windbestäubung keine Funktion.
    Allerdings schätzen die Bienen die Hasel als frühen Lieferanten von Pollen als Nahrungsquelle.

  • Prüfe die folgenden Aussagen zur Häusigkeit auf ihre Richtigkeit.

    Tipps

    Drei Aussagen sind richtig.

    Nur Pflanzen mit zwittrigen Blüten können sich durch Selbstbestäubung fortpflanzen. Denn Selbstbestäubung bedeutet, dass die Blüte von ihrem eigenen Pollen bestäubt wird.

    Bei der Kiefer kommen männliche und weibliche Blüten auf ein und derselben Pflanze vor.

    Lösung

    Bei vielen Samenpflanzen wie der Rose befinden sich die Fortpflanzungsorgane beider Geschlechter auf einer Blüte. Diese Blüten sind zwittrig.

    Es gibt aber auch Pflanzenarten, in deren Blüten nur die Fortpflanzungsorgane eines Geschlechts funktionsfähig sind. Diese Blüten sind eingeschlechtlich.
    Kommen männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze vor, so ist die Pflanze einhäusig. Beide Geschlechter sind sozusagen „in einem Haus“ vertreten. Die Pflanze selbst ist daher zwittrig. Das ist zum Beispiel bei der Kiefer der Fall.

    Zudem gibt es Pflanzenarten, die Blüten nur mit männlichen oder nur mit weiblichen Geschlechtsorganen auf einer Pflanze aufweisen. Diese Pflanzen nennt man getrenntgeschlechtlich oder auch zweihäusig. Das ist zum Beispiel bei der Pappel der Fall.
    Um einen höheren Samenertrag von zweihäusigen Pflanzen zu bekommen, ist es ratsam, männliche und weibliche Pflanzen nebeneinander zu kultivieren.

    Nur Pflanzen mit zwittrigen Blüten können sich durch Selbstbestäubung fortpflanzen. Denn Selbstbestäubung bedeutet, dass die Blüte von ihrem eigenen Pollen bestäubt wird.
    Einhäusige und zweihäusige Pflanzen weisen jedoch eingeschlechtliche Blüten auf und werden daher immer fremdbestäubt.

    Wenn zwittrige, männliche und weibliche Blüten auf drei Pflanzen derselben Art vorkommen, spricht man von Dreihäusigkeit. Das ist zum Beispiel bei der Esche der Fall.