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Verbreitung von Früchten und Samen 11:19 min

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Transkript Verbreitung von Früchten und Samen

Hallo! Wie du weißt, sind die meisten Pflanzen standortgebunden. Wandern und sich ausbreiten können Pflanzen nur, wenn sie Samen bilden. Wunderst du dich nicht, wenn du dir das Bild anschaust? Wie kommt die Birke auf das Mauerwerk? Dieser und anderer Fragen wollen wir im Video „Verbreitung von Samen und Früchten“ nachgehen. Beginnen wir im Frühjahr. Der Huflattich blüht bevor sich die Blätter zeigen. Mit seinem Fruchtstand erinnert er uns an die Pusteblume. Die beigefarbigen 3 bis 5 mm langen Samen verfügen über einen weißen Pappus. So nennt man die sich radial abspreizenden Härchen, die einen kleinen Fallschirm bilden, der sie bei Windbewegungen hinweg trägt. Ähnlich sehen die Flugfrüchte der Saudistel aus, die, wie der Huflattich, ein Korbblütengewächs ist. Nur die Samen sind extrem klein und leicht. Schon allein wenn man ausatmet, fliegen sie fort. Die Kuhschelle hingegen setzt auf Nah- und Fernverbreitung. Die Samen sind kleine Nüsschen, die einen Schweif mit feinen Härchen tragen. Alles zusammen ist die Frucht. Im trockenen Zustand ist der Schweif rechtwinklig abgewinkelt und er windet sich auf. Bei feuchtem Wetter streckt er sich und der Federschweif wird dabei entwunden. So kriecht er voran. Zentimeter um Zentimeter entfernt er sich von der Mutterpflanze. Eigentlich sind die Früchte Wasserhafter. Sie haften bei feuchter Witterung am Fell von Tieren an und werden verschleppt, bis sie letztlich abfallen und einen neuen Standort erobern, sofern der Boden kalkhaltig ist. Die Fruchtstände des Löwenzahns, auch Kuhblume genannt, warten regelrecht auf trockenes Wetter mit leichtem Seitenwind. Das hast du aber auch schon selbst ausprobiert. Sie seitlich anzupusten, um zu sehen wie die Früchte wegfliegen. Hat der kleine Fallschirm seine Aufgabe erfüllt, wird er einfach abgeworfen. Ebenso auf die Windverbreitung setzt der Schilfrohr. Im Dezember werden die Fruchtährchen reif und sie glitzern am Ende des Winters regelrecht in der Sonne. Im zweiten Foto sind die Fruchtährchen vergrößert zu sehen. Geht man näher heran sieht man winzige, glitzernde Härchen, die den Samen zu einem Haarflieger machen. Fallen sie auf das Wasser, gehen sie nicht unter, sie schwimmen einfach weiter. Ähnlich verhält es sich beim Rohrkolben. Im Frühjahr beginnen die Kolben zu zerfallen und die wolligen Samen schweben davon. Passiv vom Wind getragen kommen die watteartigen Pappelsamen voran. Bestimmt hast du im Juni schon die Pappelwatte auf den Straßen oder anderswo erlebt. Manche Leute sprechen vom Sommerschnee, wenn die weißen Wollflocken mit winzigsten Samen daherschweben. Kaum zu glauben, dass aus fast unsichtbaren Samen ein riesiger Baum wird. Die Schwarzerle entlässt ihre sehr leichten und luftgepolsterten, beflügelten Samen zu jeder Jahreszeit außer dem Sommer aus den kleinen verholzten Zapfen. Zwar sind sie flugfähig, in erster Linie können sie jedoch lange keimfähig über's Wasser schwimmen bis sie anlanden. Birken-, Ulmen- und Hainbuchensamen sind mit oberflächlich vergrößerten Anhängen, die wie Flügel aussehen, gute Flieger und Gleiter, zumal die Samen winzig und klein und sehr leicht sind. Nun kannst du auch verstehen, dass der Wind die Birken zu einem neuen Standort führte. Ihre Samen konnten taumelnd, schwebend im Wind zum verfallenden Bauberg in eine feuchte Mauerfuge gelangen und dort auskeimen. Kurzstreckenflieger sind Lindenfrüchte. Sie landen unweit des Baumes. Eschen- und Ahornsamen legen im Wind ebenfalls nur kürzere Strecken zurück. Eschensamen werden bei kräftigem Wind abgelöst. Sie drehen sie um ihre eigene Achse. Die Ahornsamen sind ausgezeichnete Propellerflieger. Ihre Anhängsel sind so ausgeformt, dass sie sich schraubenartig durch die Luft bewegen bis sie landen. Auf die gleiche Weise entfernen sich Kiefern-, Fichten- und Tannensamen von den Mutterpflanzen. Kastanien und Eicheln haben schwere Samen. Mit ihrer rundlichen Form setzen sie auf den Kullereffekt. Außerdem enthalten sie reichlich Nährgewebe, was Wildschweine anlockt, die den Boden aufwühlen und umwerfen. Dabei gelangen einige Samen in die Erde und die Ausbreitung der Eicheln wird gesichert. Sicherlich kennst du diese beiden Wirbeltiere: Der Eichelhäher und das Eichhörnchen legen sich einen Wintervorrat an, in dem sie vor allem Nussfrüchte und Bucheckern verstecken. Nur vergisst der Eichelhäher von seinen zirka zehntausend Verstecken einige oder er braucht den Vorrat nicht. Das passiert dem Eichhörnchen auch. So werden Nussbäume und Sträucher so wie Buchen verbreitet. Holunder, Eibe, Pfaffenhütchen und Walderdbeere bieten Kleinvögeln wie Amseln, Drosseln und anderen Vögeln lebhaft gefärbte Früchte an. Beim Verzehr nehmen die Vögel die unverdaulichen Samen auf und geben sie an anderer Stelle mit ihrem Kot wieder ab. Ganz schön praktisch, eine solche Verdauungsverbreitung, ohne die der Eibensamen zum Beispiel gar nicht keimfähig wäre. Für diese Form der Ausbreitung möchte ich noch den Weißdorn aufführen. Er bietet wie die Vogelbeere, die Eberesche, schmackhafte Früchte für unsere heimischen Vögel an. Und die Rosenfrüchte, die Hagebutten, wollen wir hier nicht vergessen. Die große Klette kennst du sicherlich. Kletten haben Früchte mit Widerhaken, die gut am Fell und an der Kleidung haften. So kommen vor allem Tiere und auch der Mensch für die Klettverbreitung in Frage. Wenn ich versuche die Klettfrüchte zu entfernen, reißen die Widerhaken ab und die Samen fallen aus. Ganz schön clever, wie das geht. Die Springkräuter heißen im Volksmund „Rührmichnichtan“. Das Kleinblütige und das Drüsige Springkraut hast du bestimmt schon berührt und du hast einen kleinen Schreck bekommen, weil mit einem leisen Knall die schotenartigen Kapseln aufplatzten und die Samen bis zu zwei Meter weit weggeschleudert wurden. Kein Weltrekord, aber immerhin sind sie doch ein Stück vorangekommen. Der Reiherschnabel ist ein Storchschnabelgewächs. Hier siehst du die Früchte, die der Pflanze den Namen gaben. Sie reißen auf und der borstige Samen mit der Grane wird weggeschleudert. Die Grane streckt sich oder sie windet sich spiralig auf. Findet die Grane einen Halt, kann der Samen in die Erde gebohrt werden. Die Glockenblume kennst du bestimmt auch. Es handelt sich um eine niedrige Form einer Glockenblume. Rechts daneben die Früchte einer großblütigen Glockenblume. Die Kapseln reißen oben zackig auf und die feinen Samen werden aufgrund ihrer Trägheit bei Bewegungen der Halme ausgestreut. Das funktioniert bei Mohnkapseln in ähnlicher Weise, nur ist diese Grüne noch nicht ausgereift. Dann hebt sich nämlich der Deckel an den Rändern und es werden wie bei einem Salzstreuer die feinen Samen entlassen. Hier siehst du die Mohnkapsel in einer älteren Bleistiftzeichnung von mir. Natürlich vergrößert. Die Kapseln des giftigen Stechapfels sind zusätzlich mit Stacheln besetzt. Wenn da jemand hängen bleibt, schnellt der Zweig zurück und verstreut gleich viele Samen. Zum Abschluss der Bildserien zeige ich dir eine Orchidee und Heidekrautsorten. Sie haben eines gemeinsam. Sie bilden staubfeine Samen, klein wie ein Staubkörnchen. Man bezeichnet sie als Körnchenflieger. Ein Samen wiegt weniger als 1/1000 Gramm. So kann sie der Wind leicht wegtragen. Das waren viele Beispiele. Ich werde das wichtigste zusammenfassen: Wir haben eine Menge an Ausbreitungsmöglichkeiten der Pflanzen kennengelernt. Wir können sie einteilen in die Nah- und in die Fernverbreitung. Unweit von der Mutterpflanze werden die Samen durch Selbstausbreitung entlassen. Aufgrund der Schwerkraft rollen zum Beispiel Eicheln und Kastanien hinweg oder es öffnen sich Kapseln, die ihre Samen ausstreuen können, wie wir es bei der Glockenblume erlebten. Bei der Fernverbreitung wird der Wind als Transporteur benutzt. Der Wind dient der Fernverbreitung. Wenn feine Härchen ausgebildet werden, sprechen wir von Haarfliegern. Das haben wir zum Beispiel bei den Pappelsamen kennengelernt. Die Schirmflieger möchte ich als einen Sonderfall der Haarflieger benennen. Schraubenflieger sind Ahornsamen und Gleitflieger sind zum Beispiel Ulmensamen. Es fehlen nur noch die Körnchenflieger mit ihren ganz winzigen Samen. Mit ihrem Fell und ihren Federn tragen natürlich auch Tiere der Fernverbreitung bei. Etwas genauer habe ich dabei die Klettverbreitung erklärt. Über das Wasser gelangen die Samen der Erlen zu anderen Ufern. Und vergessen wir den Menschen nicht, der durch seine Lebenszähigkeit in vielfältiger Art und Weise der Verbreitung von Samen und Früchten beiträgt. Hiermit möchte ich enden. Tschüss!

15 Kommentare
  1. boah endlich mal gut erklärt super

    Von talha D., vor 10 Monaten
  2. Hat mir geholfen.

    Von Anke Schlickeisen, vor 11 Monaten
  3. Sehr sehrgut erklärt danke

    Von David N., vor mehr als einem Jahr
  4. war ganz nett.

    Von Gudlat, vor mehr als einem Jahr
  5. Schade kein Arbeitsblatt und nur eine kleine Übung

    Von Sorika W., vor mehr als einem Jahr
  1. cool

    Von Junghee Chung Opel, vor fast 2 Jahren
  2. Ich finde das ist supergut gelungen! :-)

    Von Alissa S., vor fast 3 Jahren
  3. bei der Zusammenfassung fehlt die Kotverbreitung

    Von Sarah Weispfennig, vor mehr als 3 Jahren
  4. Bisschen lang...

    Von Ninadc80, vor mehr als 3 Jahren
  5. cool

    Von Cedikeller, vor mehr als 3 Jahren
  6. Hallo, das Video heißt "Die Gemüsebohne".

    Von Roland Hesse, vor fast 5 Jahren
  7. wieso gint es kein video,was wir jetzt grad in der Schule machen ????? :( :( :( Als Thema haben wir jeden Dienstag ein anderes.Im moment haben wir BOHNE als Thema :( :(

    aber sonst suppppppppppper toll gemacht

    Von J Szulc, vor fast 5 Jahren
  8. Cool

    Von Lucy F., vor fast 5 Jahren
  9. Echt

    .........

    .....

    Von Lucy F., vor fast 5 Jahren
  10. Danke hat mir echt geholfen

    Von Freisein, vor fast 5 Jahren
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