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Geschichte - vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Hier erhältst du einen Überblick über die jüngste Geschichte einiger lateinamerikanischer Länder.

Geschichte - vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Simón Bolívar - sagt dir der Name etwas? Dieser große Freiheitsheld Südamerikas führte die südamerikanische Unabhängigkeitsbewegung gegen die spanischen Kolonialherren an. Das Land Bolivien wurde nach ihm benannt. Tauche in die spannende Welt spanischsprachiger Geschichte ein und erfahre mehr über ihre Helden, Diktatoren und Revolutionäre.

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Der Peronismus in Argentinien

Als Peronismus bezeichnet man eine politische und gesellschaftliche Bewegung in Argentinien, die seit den 1940er Jahren besteht. Der Anführer dieser Bewegung war der General und Politiker Juan Perón, der von 1946 bis 1955 als Präsident Argentinien regierte. Als Peronisten bezeichnet man seine Anhänger. Perón setzte sich für die Bauern und Arbeiter ein und sicherte ihnen eine arbeiterfreundliche Sozialpolitik zu. In den Jahrzehnten vor der Regierungsübernahme Peróns führten Veränderungen in der argentinischen Wirtschaft zu einem Wandel der Gesellschaft. Zuvor basierte Argentiniens Wohlstand hauptsächlich auf dem Export von Rohstoffen, der aufgrund der Wirtschaftskrise im Jahre 1929 zusammenbrach. Seit 1916 herrschte Demokratie in Argentinien, doch verlor die Regierung durch die Krise das Vertrauen der Bevölkerung und wurde durch eine neue Regierung abgelöst. In den nächsten Jahren wurde die Wirtschaft reformiert und die Exportabhängigkeit reduziert. Immer mehr Menschen wurden außerhalb der Landwirtschaft tätig und zogen in die großen Städte. In den späten 1930er Jahren fanden nationalistische Gruppen unter den städtischen Arbeitern starken Anklang. Die damalige Regierung wurde gestürzt und eine autoritäre Militärdiktatur unter Perón errichtet. Durch den Aufbau eines wohlfahrtsstaatlichen Systems und die Vergabe von Sozialleistungen machte Perón sich die Schicht der Arbeiter gefügig.

Der Falklandkrieg von 1982

Bestimmt hast du schon mal etwas von den Falkland-Inseln (las Islas Malvinas) gehört. Im Jahre 1982 provozierte die argentinische Militärführung einen Krieg mit Großbritannien. Der Grund dafür waren die Falkland-Inseln, eine Inselgruppe vor Argentiniens Südküste. In diesem von April bis Juni 1982 andauernden Krieg erwies sich Großbritannien schließlich als militärisch überlegen und die Inseln blieben in britischer Hand, was dem Wunsch der Inselbewohner entsprach. In Argentinien führte der Ausgang des Krieges zum Sturz der Militärdiktatur und zur Wiederherstellung der Demokratie. Bis heute erkennt Argentinien die Inselgruppe nicht als britisches Überseegebiet an.

Die Diktatur in Argentinien (1976 bis 1983)

Von 1976 bis 1983 wurde Argentinien von einer Militärjunta regiert, die ersten Jahren angeführt von dem General Jorge Rafael Videla. Während dieser Militärdiktatur kam es zu massivem staatlichem Terror und Menschenrechtsverletzungen: Oppositionelle (oder auch nur als politische Gegner verdächtigte Personen) wurden systematisch entführt und in inoffiziellen Folterlagern ohne Anklage und Prozess festgehalten, oft monatelang gefoltert und schließlich größtenteils ermordet. Etwa 30.000 Opfer fielen diesem „Schmutzigen Krieg“ zum Opfer. Da die Hinterbliebenen meist nichts vom Verblieb ihrer vermissten Angehörigen erfuhren und die staatlichen Institutionen jegliche Beteiligung leugneten, spricht man von „Desaparecidos“ („Verschwundene“).

Las Abuelas de Plaza de Mayo

Während der argentinischen Militärdiktatur wurden auch hunderte schwangere Frauen verschleppt und nach der Entbindung ermordet. Ihre in Haft geborenen Babys wurden in unzähligen Fällen an kinderlose Offiziersfamilien weitergegeben, die diese inoffizielle Adoption vertuschten. Die Asociación Civil Abuelas de Plaza de Mayo („Bürgerliche Vereinigung der Großmütter der Plaza de Mayo“) wurde 1977 von verzweifelten Großmüttern verschwundener Babys mit dem Ziel gegründet, die Kinder aufzufinden und zu ihren Ursprungsfamilien zurückzuführen. Bis heute demonstrieren sie jeden Donnerstag vor dem Regierungssitz in Buenos Aires und kämpfen weiterhin für die Aufklärung der Verbrechen an ihren Töchtern und Enkeln, für Frieden und Gerechtigkeit. Im Frühjahr 2019 konnte, 42 Jahre nach der Entführung ihrer Mutter, das 129. verschwundene Enkelkind identifiziert werden.

Las Abuelas de Plaza de Mayo

Die Diktatur in Chile (1973 -1990)

Auch in Argentiniens Nachbarland Chile herrschte, unter Diktator Augusto Pinochet, eine lange, blutige Militärdiktatur. Wie kam es dazu? Die chilenischen Präsidentschaftswahlen von 1970 gewann der Sozialist Salvador Allende. Er verstaatlichte daraufhin die wichtigsten Wirtschaftszweige wie das Bankwesen und Industrien. Den USA war die sozialistische Regierung ein Dorn im Auge. Schließlich kam es am 11. September 1973 zu einem Militärputsch: Der Präsidentenpalast wurde bombardiert und gestürmt, woraufhin sich Allende das Leben nahm. Das Militär besetzte sämtliche staatlichen Einrichtungen und die Macht wurde von General Augusto Pinochet ergriffen. Es kam zu massiven Verletzungen der Menschenrechte, die Anhänger Allendes wurden verfolgt, verhaftet, zu Tode gefoltert. Aus diesem Grund wanderten viele Chilenen aus. Die USA leisteten Wirtschaftshilfe, um das Land wieder aufzubauen, wobei die Verstaatlichungen wieder rückgängig gemacht wurden.

Gewaltsame Diktaturen machten seit der Unabhängigkeit der Länder zu Beginn des 19. Jahrhunderts die vorherrschende Regierungsform in Lateinamerika aus. Friedliche Wahlen waren die Ausnahme. Kein Wunder, dass Putsche, Revolutionen und erbarmungslose (Bürger-)Kriege bis in die 1980er Jahre die Geschichte der meisten Länder Lateinamerikas prägten. Schau dir auch an, was es mit der nicaraguanischen Revolution oder dem bewaffneten Konflikt in Peru auf sich hat! Und wusstest du, dass in Kolumbien etwa 50 Jahre lang ein grausamer Bürgerkrieg (La Violencia) getobt hat, der erst in den letzten Jahren langsam in Frieden zu münden scheint?

Mexiko

Grenzkonflikt Mexiko-USA

Mexiko teilt eine 3000 Kilometer lange Grenze mit den USA. Das entspricht einer Distanz von Oslo bis nach Italien! Kannst du dir das vorstellen? Die Zahl der Migranten, die illegal über die mexikanische Grenze in die USA einreisen, steigt von Jahr zu Jahr. Die vor Hunger, Gewalt und Armut fliehenden Menschen stammen nicht nur aus Mexiko, sondern ebenso aus zentralamerikanischen Ländern wie El Salvador, Guatemala oder Honduras sowie aus Südamerika. Anfangs versuchten vor allem Männer illegal über die mexikanische Grenze in die USA einzuwandern. In den letzten Jahren sind auch viele Familien mit Kindern und auch unbegleitete Minderjährige an der Grenze entdeckt worden. Die US-Regierung verschärft zunehmend die Asylregeln und den Grenzschutz. Migranten, die unerlaubt die Grenze überqueren, sollen nun zurück nach Mexiko geschickt werden und dort auf die Entscheidung der amerikanischen Behörden über ihre Asylanträge warten. Dies kann bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen. Viele Auswanderer vertrauen sich sogenannten Coyotes (Schleppern) an, die sie für viel Geld über die Grenze bringen sollen. Bei dem riskanten Versuch sind mehr als 2.000 Menschen in den letzten 20 Jahren ums Leben gekommen.

Bis heute ist in vielen Ländern Lateinamerikas kein stabiler Frieden eingekehrt – hoffentlich lässt er nicht mehr allzu lange auf sich warten. ¡Paz y esperanza!

Kuba