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Konjugieren im Präsens

Lateinische Verben setzen sich aus dem Wortstamm, dem Modus- und Tempuszeichen und der Personalendung zusammen.

Zusammensetzung lateinischer Verben

Welche Informationen enthält ein lateinisches Verb?

Im Lateinischen enthält meist eine einzige Verbform 5 verschiedene Informationen:

  • wer oder was handelt oder an wem oder was etwas geschieht (Person)
  • ob es sich dabei um eine (Sg.) oder mehrere Personen (Pl.) handelt (der sogenannte Numerus)
  • wann es geschieht (Tempus)
  • ob es tatsächlich geschieht (Indikativ) oder nur gewünscht bzw. vorgestellt (Konjunktiv) oder ein Befehl ist (Imperativ) - das nennt man Modus
  • Das Genus Verbi (Aktiv oder Passiv)

Und all diese Informationen verstecken sich im Tempus- bzw. Moduszeichen und der Personalendung.

Schau dir vielleicht gleich zu Beginn das Video Konjugieren von Verben - Einführung an. Das erklärt die Grundlagen des Konjugierens.

Konjugieren von lateinischen Verben - Einführung

Die Formel für das Bilden lateinischer Verben

Eine lateinsche Verbform ist also wie ein Puzzle, bei dem sich die Verbform aus Wortstamm + Tempus-/ Moduszeichen + Personalendung nach strikten Regeln zusammensetzt und entsprechend entschlüsselt werden will.

In diesem Text wirst du viel über das Konjugieren im Präsens lernen. Die anderen Zeiten werden hier also zunächst vernachlässigt und wir schauen uns nur an, worauf du bei den verschiedenen Konjugationen achten musst und wie sich der Indikativ vom Konjunktiv und das Aktiv vom Passiv unterscheidet.

Personalendungen und Moduskennzeichen

Zunächst solltest du vielleicht wissen, dass die Personalendungen, also die Endungen des Wortes, die anzeigen, um welche Person es geht (ich, du, er/ sie/ es etc.) im Präsens für alle fünf Konjugationen gleich sind. Die 5 Konjugationen heißen a-Konjugation, e-Konjugation, i- oder lang-i-Konjugation, konsonantische Konjugation und kurz-i- oder Mischkonjugation. Aber das lernst du weiter unten noch genauer.

An den Personlendungen kannst du also erkennen, wer sich in der Verbform versteckt. römische_Kinder.jpg

Die Personalendungen lauten sie für das Aktiv:

  • -o bzw. -m - ich
  • -s - du
  • -t - er, sie, es
  • -mus - wir
  • -tis - ihr
  • -nt - sie

Und für das Passiv:

  • -or - ich
  • -ris - du
  • -tur - er, sie, es
  • -mur - wir
  • -mini - ihr
  • -ntur - sie

Das ist doch schon einmal gar nicht so schwer!

So heißt z.B. amo (ich liebe), amor (ich werde geliebt) oder mittitis (ihr schickt) oder mittimini (ihr werdet geschickt).

Diese Endungen sind sogar die gleichen, egal, ob die Form im Indikativ steht (also, die Form, die etwas Reales ausdrückt) oder im Konjunktiv (also die Form, die ausdrückt, dass es sich um einen Wunsch oder eine Vorstellung handelt):

Du siehst bei den Konjunktiv Präsensformen amem - ich soll lieben - oder mittamini - wir mögen geschickt werden - sehen die Personalendungen jeweils aus wie in dem Beispiel davor. Der Konjunktiv in dem Fall wird dadurch angezeigt, dass sich der Vokal vor der Personalendung ändert.

Die Formenbildung der Konjugationen

Die fünf Konjugationen

Im Lateinischen gibt es fünf Konjugationen, das heißt, wenn du weißt, wie du je ein Verb pro Konjugation beugst, kannst du fast alle Verben im Lateinischen konjugieren!

Einen Überblick darüber, wie du im Indikativ Präsens Aktiv konjugierst, erhältst du hier: Indikativ Präsens - Überblick

Die fünf Konjugationen heißen:

  • a-Konjugation (du erkennst sie am Stammauslaut -a- z.B. bei laudare (loben))
  • e-Konjugation (du erkennst sie am Stammauslaut -e- z.B. bei monere (ermahnen))
  • i-Konjugation (du erkennst sie am Stammauslaut -i- z.B. bei audire (hören))

Diese drei haben also jeweils einen langen Vokal im Stammauslaut, der beim Konjugieren erhalten bleibt. Die Endungen werden also einfach an diesen Stamm angehängt. Dann gibt es noch die:

  • konsonantische Konjugation (z.B. mittere (schicken); hierbei ist das -e- kurz; du musst die 2. Stammform mitlernen: mittere, mitto)
  • Kurz-i-Konjugation (z.B. capere (fangen); auch hier ist das -e- kurz; du musst die 2. Stammform mitlernen: capere, capio) Manchmal wird sie auch Mischkonjugation genannt, weil sie eine Mischung aus der konsonantischen und der i-Konjugation ist.

Mit Hilfe des Videos Welche Konjugationen gibt es und wie finde ich heraus, welches Verb zu welcher Konjugation gehört kannst du dein bisheriges Wissen über die Konjugationen noch vertiefen.

Besonderheiten der Konjugationen bei der Formenbildung

Die Formel Wortstamm + Moduszeichen + Personalendung ist in fast allen Fällen problemlos anzuwenden, es gibt allerdings ein paar Ausnahmen:

a-Konjugation

In der 1. Person Sg. der a-Konjugation fällt der Stammauslaut -a vor -o weg: aus amao wird amo und entsprechend im Passiv aus amaor amor.

Wie die a-Konjugation im Indikativ Präsens Aktiv gebildet wird, kannst du dir auch noch einmal hier anschauen: a-Konjugation Indikativ Präsens Aktiv.

i-Konjugation, konsonantische Konjugation und kurz-i-Konjugation

Bei diesen drei Konjugationen werden im Indikativ Aktiv und Passiv häufig die Bindevokale -i-, -e- oder -u- eingeschoben, die die Aussprache des Wortes erleichtern. Der Ind. Präs. lautet daher:

PRÄSENS-Kons._etc_Tempus-Moduszeichen_Sofatutor_Tabelle.jpg

In den folgenden drei Videos werden dir die konsonantische Konjugation, die lang-i- und kurz-i-Konjugation ausführlich vorgestellt:

konsonantische Konjugation Indikativ Präsens Aktiv, i-Konjugation Ind. Präs. Akt. und kurz-i-Konjugation Ind. Präs. Akt.

Der Konjunktiv Präsens

Den Konjunktiv erkennst du bei der e-, i-, kurz-i und konsonantischen Konjugation daran, dass ein -a- vor der Personalendung eingeschoben wird. Bei der a-Konjugation fällt das -a-, das zum Stamm gehört, weg und wird durch ein -e- ersetzt. Das macht die folgende Tabelle deutlich:

Konjugieren_im_Präsens_Sofatutor_Tabelle_.jpg

In dieser Tabelle siehst du nur monere als Beispiel durchkonjugiert. Die Endungen sind für die konsonantische Konjugation, die i-Konjugation und die kurz-i-Konjugation die gleichen. Aber denke daran, dass bei diesen drei Konjugationen im Indikativ jeweils die Bindevokale -i- bzw. -u- eingeschoben werden!

Der Imperativ

Den Imperativ-, also die Befehlsform, gibt es im Singular und im Plural, denn ich kann ja z.B. einem meiner Freunde sagen, er soll herauskommen zum Spielen oder mehrere Freunde ansprechen.

Rufender_Römer.jpg

Bei den Konjugationen, bei denen der Stamm auf einem langen Vokal endet, also der a-, e- und i-Konjugation sieht der Imperativ Singular genau so aus wie der Stamm:

lauda! (lobe!) mone! (ermahne!) audi (höre!)

Für den Plural hängst du jeweils ein -te an den Stamm:

laudate! (lobt!) monete! (ermahnt!) audite! (hört!)

Bei der konsonantischen und der kurz-i-Konjugation endet der Imperativ Sg. auf -e, der Imperativ Plural auf -ite:

mittere, mitto → mitte! (schick!) / mittite! (schickt!) capere, capio → cape! (fang!)/ capite! (fangt!)

Jetzt hast du also einen Überblick darüber, wie Verben im Präsens konjugiert werden. Präge dir die Personalendungen bzw. Moduskennzeichen gut ein, dann kann da eigentlich nichts schiefgehen. Viel Spaß beim Üben!