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Satzformen – Satzreihen 11:19 min

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Transkript Satzformen – Satzreihen

Hallo, ich bin Ronald und wir sprechen heute über das Thema Satzreihe. Satz, Satzgefüge Satzreihe. Weißt du, was dies im Einzelnen bedeutet? Das Satzgefüge beschreibt ja einen Matrixsatz oder einen komplexen Satz, der mindestens aus einem Hauptsatz und Nebensatz besteht. Die Satzreihe einen Matrixsatz oder einen komplexen Satz, der mindestens aus zwei Hauptsätzen besteht. Verwirrt? Keine Sorge! Ich helfe dir, das Themenfeld zu verstehen. Dazu solltest du aber zumindest wissen, was einen Satz auszeichnet. Wir gehen Schritt für Schritt vor, schauen uns an, was ein Satz ist, was einen Hauptsatz ausmacht, wiederholen noch einmal das topologische Satzmodell zum deutschen Satz und schauen uns dann Beispiele von Satzreihen an, bevor du in einer kleinen Übung dein Wissen anwendest. Viel Spaß! Was ist nun eigentlich ein Satz? Ein Linguist, also ein Sprachwissenschaftler, würden antworten, dass man es nicht so genau weiß. John Ries fand um 1900 bereits 141 unterschiedliche Definitionen, die sein Kollege, der Linguist Eugen Seidler, 1935 um 83 weitere ergänzte. Grenzen wir also die Frage ein: Was kennzeichnet einen deutschen Satz hinsichtlich seiner Syntax? Die Syntax beschreibt die Stellung und die Notwendigkeit der Satzglieder. Wir hätten sonst auch fragen können, welche Satzzeichen einen chinesischen Satz beispielsweise ausmachen und würden zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. Gut, bleiben wir also bei unserer Ausgangsfrage. Wir benötigen mindestens zwei Satzglieder: ein Subjekt und ein Prädikat. Peter schläft. Das ist nicht nur ein Satz, sondern sogar ein Hauptsatz. Woran erkennen wir diesen? Richtig, an der Stellung des finiten Verbs. Die Verbzweitstellung kennzeichnet den Hauptsatz. "Das neue Buch liegt auf dem Tisch", wie sieht es nun damit aus? Auch dies ist ein Hauptsatz, da unser Subjekt, na wie lautet es hier? Richtig! "Das neue Buch". Da unser Subjekt an der ersten Position steht. Wenn du dir nicht sicher bist, dann wende einfach die Verschiebeprobe an. "Auf dem Tisch liegt das neue Buch". "Auf dem liegt das neue Buch Tisch", ergibt keinen Sinn. Wir müssen Satzglieder immer komplett verschieben. Daran erkennen wir, was ein Satzglied ist. Was fällt uns noch an diesem Satz auf? zum Beispiel, dass das finite Verb an zweiter Stelle steht. Die Verbzweitstellung im Aussagesatz erscheint dir vielleicht selbstverständlich. In anderen europäischen Sprachen ist es jedoch nicht so. Wie du vielleicht weißt, haben wir analytische und synthetische Sprachen. In den analytischen Sprachen ist die Syntax, also die Reihenfolge der Satzglieder festgelegt. Im englischen zum Beispiel S P O, Subjekt, Prädikat, Objekt. Das kann nicht getauscht werden. In den synthetischen Sprachen, wie z.B. im Russischen, steht es uns frei, wie wir die Satzglieder positionieren. Das Deutsche steht irgendwo dazwischen. Denn hier ist die Stellung des Verbs klar definiert. Gerade dieser Punkt stellt für viele nicht deutsche Muttersprachler eine große Schwierigkeit beim Erlernen des Deutschen dar. Ein wenig hilft das topologische Satzmodell. Es ist sehr übersichtlich, schau her. Wir haben das Vorfeld, die linke Satzklammer, das Mittelfeld, die rechte Satzklammer und das Nachfeld. In den Klammern stehen nur Elemente, die aus Verben gebildet werden. Also finite und infinite Verben. Schauen wir uns Beispiele an. "Ich spielte Fußball". Im Vorfeld steht das Subjekt "Ich". In der linken Satzklammer unser finites Verb und "Fußball" im Mittelfeld. Die rechte Satzklammer und das Nachfeld sind nicht besetzt. "Ich habe Fußball gespielt". Das Subjekt bleibt gleich, das finite Verb "habe“ steht in der linken Satzklammer, "Fußball" erneut im Mittelfeld und jetzt ist die rechte Satzklammer belegt. Hier steht das infinite Verb, nämlich das Partizip II "gespielt". "Fußball habe ich gespielt". Wir tauschen also die Satzglieder, zumindest die, bei denen es funktioniert. Denn "habe" und "gespielt" sind klar definiert, das finite Verb in der linken Satzklammer, das nicht finite, das infinite Verb in der rechten Satzklammer. Andere Möglichkeiten sind mit diesem Satz nicht machbar. halten wir fest, lediglich der Inhalt der linken und rechten Satzklammer ist im deutschen Satz klar definiert. So. Damit haben wir uns die Grundlage für die Betrachtung der Satzreihe erarbeitet. Schauen wir uns nun dazu folgende Beispiele an: "Paul isst ein Brot und Nadeschda trinkt Milch". "Duc liest ein Buch, seine Freundin macht nichts". "Das Konzert begann, die Band kam auf die Bühne und spielte freezing moon". Dies alles sind unterschiedliche Formen der Satzreihe, deren Fachterminus übrigens Parataxe heißt. Im ersten Satz trennt eine Konjunktion die beiden Hauptsätze, nämlich "und". Man spricht von einer syndetischen Satzverbindung. Natürlich ist auch eine asyndetische Parataxe möglich. Hierbei werden die Hauptsätze durch Satzzeichen getrennt, nämlich durch ein Komma oder durch ein Semikolon. Schauen wir uns dazu die Übersicht an. Eine Parataxe kann demzufolge syndetisch oder asyndetisch sein. Bei der syndetischen Verbindung sind Konnektoren im Spiel, vorwiegend handelt es sich um Konjunktionen, aber auch Adverbien wären möglich. Bei der asyndetischen Verbindung geschieht diese durch Satzzeichen. "Wozu bilde ich eigentlich eine Parataxe?" lautet eine völlig berechtigte Frage. Oft hört man, weil es schöner klinge. Na, das ist nicht falsch, auch ästhetische Gründe spielen bei der Art, wie wir sprechen, eine Rolle. Es gibt aber auch klare Funktionen. Schauen wir uns diese an. "Tabea malt ein Bild und Karla schmiedet ein Schwert". Hier haben wir eine gleichwertige Verbindung. "Tabea beschäftigt sich mit Kunst, aber Karla heckt wieder etwas aus". Hier sprechen wir von einer adversativen Verbindung. Das heißt, einer entgegengesetzten, die die Konjunktion "aber" kennzeichnet. "Tabea malt schon seit Stunden, daher ruft Karla andere Freundinnen an". Dies ist eine konsekutive Verbindung, das heißt, der zweite Hauptsatz stellt eine Folge des ersten dar. So, jetzt bist du dran. Kommen wir zu einer kleinen Übung. Bei welchem Fall handelt es sich um eine Parataxe? Erstens: "Weil Toni zu schnell fuhr, wurde ihm der Führerschein entzogen". Zweitens: "Toni fuhr zu schnell und ihm wurde der Führerschein entzogen". Drittens: "Toni, der zu schnell fuhr, hat keinen Führerschein mehr". Halte das Video kurz an und überlege. Wenn du zu einem Schluss gekommen bist, drücke weiter. Die richtige Lösung lautet: Zwei. Der erste Satz ist ein Satzgefüge, also ein Nebensatz, gefolgt von einem Hauptsatz. Der dritte Satz stellt einen Matrixsatz mit einem eingebetteten Relativsatz dar. Relativsatz ist ebenfalls ein Nebensatz. machen wir noch eine weitere Übung. Erstens: "Vater schnarcht, aber die Mutter kann trotzdem schlafen". Zweitens: "Immer wenn Vater schnarcht, schläft Mutter trotzdem bestens". Drittens: "Schläft die Mutter, wenn Vater schnarcht?" Halte wiederum kurz an und überlege. Die richtige Antwort lautet Satz 1. Fassen wir zusammen, was wir heute gelernt haben: Bei der Parataxe handelt es sich um eine Satzverbindung, respektive um eine Satzreihe, die mindestens aus zweien oder aus mehreren Hauptsätzen besteht. Die Verknüpfung kann entweder syndetisch oder asyndetisch sein. Falls es eine Konjunktion gibt, sind folgende Varianten möglich: kopulativ, das heißt gleichwertig oder zwei entgegengesetzte Hauptsätze, das nennt sich adversativ. Häufig durch die Konjunktion "aber" initiiert. Oder konsekutiv, das heißt, der zweite Hauptsatz ist die Folge des ersten. Ich hoffe, ich konnte dir beim Thema Satzreihe, Parataxe helfen. Und beim nächsten Mal beschäftigen wir uns mit dem Satzgefüge. Hab bis dahin eine schöne Zeit, Tschüss.

47 Kommentare
  1. Das hat mir richtig gut geholfen ,

    Von Cosanno, vor 4 Monaten
  2. Das hat mir viel Geholfen, Danke

    Von B Piller, vor 6 Monaten
  3. Hallo Robbe,
    Parataxe sind nebeneinander bzw. aneinandergereihte gleichberechtigte Sätze. Beispiele sind „Anne kochte am Mittag. Am Nachmittag machte sie Hausaufgaben. Und dann war es schon abends. Sie duschte noch. Und ging dann ins Bett.“
    Das Gegenteil ist die Hypotaxe, also ein Satz, der viele Nebensätze enthält: „Nachdem sich Anne ein Mittagessen gekochte hatte, machte sie noch kurz Hausaufgaben, was ihr aber keinen Spaß machte, deshalb las sie lieber noch eine Stunde in ihrem neuen Buch.“
    Ich hoffe, das hilft dir weiter.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 6 Monaten
  4. Hallo,
    Ich wollte fragen was eigentlich eine "Parataxe" ist.

    Von Robbe Marymi, vor 6 Monaten
  5. Hallo Chikaria,
    ja das stimmt, in diesem Video kommen sehr viele komplizierte Begriffe vor. Schau doch mal auf diese Übersichtsseite: https://www.sofatutor.com/deutsch/sprache-untersuchen-grammatik/satzanalyse/satzarten-bestimmen. Hier gibt es noch mehr Videos zu diesem Thema, vielleicht findest du ein Video, mit dem du besser lernen kannst.
    Liebe Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor etwa einem Jahr
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Satzformen – Satzreihen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Satzformen – Satzreihen kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme, was eine Satzreihe ist.

    Tipps

    Beim folgenden Satz handelt es sich um einen vollständigen Hauptsatz:

    Das Mädchen weint.

    Als finite Verbform wird die Personalform des Verbs, also das konjugierte Verb im Satz, bezeichnet.

    Lösung

    Um zu verstehen, was eine Satzreihe ist, musst du zunächst wissen, wann ein Satz vollständig ist. Auch wenn wir oft sehr lange Sätze schreiben oder sprechen, besteht ein vollständiger Satz schon, wenn er die folgenden zwei Satzglieder enthält: Subjekt und Prädikat. Das finite Verb steht in einem Hauptsatz immer an der zweiten Stelle im Satz. An der Stellung der finiten Verbform kannst du den Hauptsatz gut von einem Nebensatz unterscheiden.

    Von einer Satzreihe spricht man, wenn mehrere, aber mindestens zwei Sätze zu einem zusammengesetzten Satz verbunden sind. Diese werden entweder von einem Komma voneinander getrennt oder durch nebenordnende Konjunktionen miteinander verbunden.

  • Zeige die Reihenfolge der Felder im topologischen Modell des deutschen Satzes auf.

    Tipps

    Wenn in einem Hauptsatz das Prädikat neben dem finiten Verb auch infinite Teile hat, spricht man von einer Satzklammer.

    Folgender Satz hat eine Satzklammer:

    Ich habe in der großen Pause Fußball gespielt.

    Im folgenden Satz steht das Pronomen ich im Vorfeld, in der großen Pause Fußball im Mittelfeld, ein Nachfeld gibt es nicht.

    Ich habe in der großen Pause Fußball gespielt.

    Lösung

    Wenn du die Satzklammer in einem Hauptsatz erkennst, sind die restlichen Satzfelder des topologischen Modells einfach zuzuordnen. Folgendes Beispiel soll das verdeutlichen:

    Ich habe in der großen Pause Fußball gespielt.

    Das Prädikat des folgenden Satzes lautet habe gespielt. Es ist ein zweiteiliges Prädikat. Das finite Verb, also die konjugierte Verbform habe, bildet die linke Satzklammer. Das Verb gespielt, das im Partizip II steht, bildet die rechte Satzklammer. Das Pronomen ich steht im Vorfeld, in der großen Pause Fußball im Mittelfeld, ein Nachfeld gibt es nicht.

  • Entscheide, bei welchen Sätzen es sich um eine Satzreihe handelt.

    Tipps

    Eine Satzreihe ist eine Verbindung von zwei oder mehreren selbstständigen, gleichrangigen Hauptsätzen.

    Achte auf das finite Verb. Wenn es an zweiter Stelle steht, ist es in der Regel ein Hauptsatz.

    Nebenordnende Konjunktionen können Hauptsätze miteinander verbinden. Hierzu zählen die Konjunktionen oder, denn und aber.

    Lösung

    Um eine Satzreihe zu erkennen, musst du dir zunächst die (Teil-)sätze genau anschauen. Eine Satzreihe ist eine Aneinanderreihung von Hauptsätzen, die durch Konjunktionen, Kommata oder Semikolons verbunden sind.

    Eine Möglichkeit, einen Hauptsatz zu erkennen, ist die Verbzweitstellung des finiten Verbs. Es gibt aber auch weitere Anzeichen, die dir beim Bestimmen des Satzes helfen können. Betrachte dafür die Konjunktionen, die die Sätze einleiten. Handelt es sich um nebenordnende oder um unterordnende Konjunktionen? Nebenordnende Konjunktionen verbinden gleichwertige Sätze miteinander und stehen somit zwischen zwei Hauptsätzen. Unterordnende Konjunktionen leiten Nebensätze ein, die dem Hauptsatz untergeordnet sind.

  • Ermittle die finiten Verben.

    Tipps

    Bei der finiten Verbform handelt es sich um das konjungierte Verb. Das bedeutet, dass das Verb eine Personalendung besitzt.

    In einem vollständigen Satz muss ein Prädikat enthalten sein. Wenn es sich bei dem Prädikat um ein einteiliges Verb handelt, ist dieses das finite Verb.

    Wenn es sich bei dem Prädikat um ein zweiteiliges Verb handelt, ist nur eines davon konjugiert. Dabei handelt es sich dann um das finite Verb.

    Verben mit Infinitiv mit zu sind keine finiten Verben. Zum Beispiel:

    Ich habe Schwierigkeiten, die finiten Verben zu finden.

    Das finite Verb ist hier habe.

    Auch jeder Nebensatz hat eine finite Verbform:

    Wenn ich noch mehr trainiere, werde ich bald genauso schnell wie du rennen.

    Lösung

    Die finite Verbform zeigt an, um welche Person es sich handelt und was diese Person macht. Das erkennst du an der Konjugation des Verbs. Zum anderen verrät das finite Verb auch, um welchen Satztyp es sich handelt. Steht das finite Verb an erster oder zweiter Stelle, handelt es sich um einen Hauptsatz - im ersten Fall um eine Frage und im zweiten Fall um einen Aussagesatz. Steht es hingegen am Ende des Satzes, handelt es sich um einen Nebensatz.

    Wenn du dir die möglichen Positionen der finiten Verbform merkst, wirst du sie immer schnell im Satz orten können. Aber auch so erkennst du das finite Verb daran, dass es konjugiert ist. Wenn du die Person im Satz veränderst, musst du das Verb ebenfalls konjugieren.

  • Beschreibe die Verbzweitstellung im Hauptsatz.

    Tipps

    Die Verbzweitstellung wird in der Regel in Aussagesätzen und in Fragesätzen mit einem Fragewort verwendet.

    Außerdem steht das finite Verb nur in Hauptsätzen an zweiter Stelle. In Fragesätzen ohne Fragewort steht das finite Verb an erster Position.

    Lösung

    Bei der Verbzweitstellung handelt es sich um ein Wortstellungsmuster. Es gibt auch die Muster Verberststellung und Verbletztstellung. Diese Wortstellungsmuster bezeichnen in der Linguistik die Position des finiten Verbs, das entweder an erster, an zweiter oder an letzter Position steht.

    Die Position des finiten Verbs folgt bestimmten Regeln: So steht es in Hauptsätzen wie auch in Aussagesätzen oder Fragesätzen mit einem Fragewort an zweiter Stelle. In Fragesätzen ohne Fragewort rückt das finite Verb an die erste Position.

    In Nebensätzen steht das finite Verb an letzter Position. In der Umgangssprache wird der Nebensatz oft wie ein Hauptsatz gebildet. Dann rückt das finite Verb von der letzten Stelle an die zweite Position.

  • Untersuche die Funktion der Konjunktionen.

    Tipps

    Achte darauf, welche Information der zweite Teilsatz gibt.

    Ein Beispielsatz mit einer Konjunktion, die eine Ursache anzeigt, ist:

    Omar geht nicht zum Sport, weil er sich letzte Woche verletzt hat.

    Ein Satz mit finaler Konjunktion, der einen Zweck ausdrückt, ist:

    Man benötigt ein Visum, um nach China zu reisen.

    Lösung

    Einige Konjunktionen verbinden Satzteile und Wortgruppen miteinander, andere leiten Nebensätze ein. Alle Konjunktionen beinhalten jedoch bestimmte Informationen.

    Je nach der Art des Verhältnisses, das sie bezeichnen, werden Konjunktionen in verschiedene Gruppen eingeteilt. So gibt es kopulative, disjunktive, adversative, finale, kausale, konditionale, konsekutive, konzessive, modale und temporale Konjuntionen. Einige davon hast du in dieser Übung kennengelernt.