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Adverbiale Bestimmung oder Präpositionalobjekt? 06:35 min

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Transkript Adverbiale Bestimmung oder Präpositionalobjekt?

Deri und Smilla machen wieder einmal den Park unsicher. Deri wartet auf die Zeitung. Smilla wartet auf der Bank. Beide Sätze enthalten die Satzglieder Subjekt und Prädikat. Aber in jedem der zwei Sätze befindet sich noch ein weiteres Satzglied. Auch wenn "auf die Zeitung" und "auf der Bank" ähnlich klingen, sind es doch unterschiedliche Satzglieder. "Auf die Zeitung" ist ein Präpositionalobjekt, also eine Satzergänzung. "Auf der Bank" ist eine adverbiale Bestimmung. Adverbiale Bestimmungen geben zusätzliche Informationen über Ort, Zeit, Grund und Art und Weise. Beide Satzglieder enthalten die Präposition "auf" und sehen sich daher sehr ähnlich. Wie kann man sie trotzdem voneinander unterscheiden? An dieser Stelle helfen dir die Fragen, die man braucht, um die Satzglieder zu bestimmen. "Auf was oder worauf wartet Deri?" "Auf die Zeitung." Man erkennt ein Präpositionalobjekt daran, dass es aus bestimmten Verben gebildet wird, die UNtrennbar mit einer Präposition verbunden sind. Hier ist es zum Beispiel "warten auf". Da Verb und Präposition untrennbar verbunden sind, enthält die Frage nach dem Präpositionalobjekt neben dem Fragewort immer auch die entsprechende Präposition. Sowohl die Frage nach dem Objekt als auch das Präpositionalobjekt selbst enthalten also IMMER eine Präposition. Weitere Verben, die untrennbar mit Präpositionen verbunden sind und oft auf ein Präpositionalobjekt hinweisen, sind folgende: Obwohl in Smillas Satz auch die Präposition "auf" vorkommt, handelt es sich NICHT um ein Präpositionalobjekt. Sondern um eine adverbiale Bestimmung, die in diesem Fall mit "wo" erfragt wird. Wo wartet Smilla? Auf der Bank. Es handelt sich um eine adverbiale Bestimmung des Ortes, auch Lokaladverbiale genannt. Da in diesem Fall das Verb "warten" NICHT mit einer festen Präposition verbunden ist, enthält auch die Frage KEINE Präposition. Während sich bei der adverbialen Bestimmung die Präposition verändern kann, ist das beim Präpositionalobjekt NICHT möglich. Wenn man sich also überlegt, ob das Verb untrennbar mit einer Präposition verbunden ist und sich die Frage DANN daraufhin anschaut, ob sie eine Präposition enthält, kann man unterscheiden, um welches Satzglied es sich handelt. Doch wie geht es bei Smilla und Deri weiter? Deri erzählt von den Abenteuern der Menschen. Smilla erzählt zwischendurch einen Witz. Von was oder wovon erzählt Deri? Von den Abenteuern der Menschen. Auch hier enthalten das Präpositionalobjekt selbst UND die Frage danach dieselbe Präposition, nämlich "von": "Erzählen von" ist wieder ein Verb, das nicht von der Präposition getrennt werden kann. Daran erkennt man, dass es sich um ein Präpositionalobjekt handelt. Deri erzählt "mit den Abenteuern der Menschen" geht zum Beispiel nicht, da "mit" die falsche Präposition ist. Auch wenn in dem Satz mit Smilla ebenfalls das Verb "erzählen" genutzt wird, so handelt es sich doch NICHT um ein Präpositionalobjekt. Denn in diesem Fall ist erzählen NICHT fest mit einer Präposition verbunden. Der Satz enthält stattdessen eine adverbiale Bestimmung, die nähere Informationen angibt. Wann erzählt Smilla einen Witz? Zwischendurch. "Zwischendurch" ist also eine adverbiale Bestimmung der Zeit, eine Temporaladverbiale. Die Frage nach der adverbialen Bestimmung wird OHNE Präposition gestellt. Die Beiden sind aber ganz schön lange draußen unterwegs. Deri denkt an sein Bett. Smilla denkt, dass es hier zu kalt wird. In diesem Satz befindet sich wieder ein Präpositionalobjekt, nämlich "an sein Bett". Gefragt wird danach so: An was oder woran denkt Deri? An sein Bett. So sieht man wieder, dass Verb und Präposition untrennbar verbunden sind und daher die Präposition auch in der Frage vorkommt. In Smillas Satz wird "denken" wieder ohne feste Präposition verwendet. Stattdessen wird mithilfe einer adverbialen Bestimmung eine ergänzende Information geliefert. Wo wird es zu kalt? Hier! Bei "hier" handelt es sich wieder um eine adverbiale Bestimmung des Ortes. Wie zuvor ist in der Frage keine Präposition enthalten. So kann man unterscheiden, ob es sich um ein Präpositionalobjekt oder eine adverbiale Bestimmung handelt. Und Smilla und Deri? Die machen es sich jetzt erstmal gemütlich.

Adverbiale Bestimmung oder Präpositionalobjekt? Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Adverbiale Bestimmung oder Präpositionalobjekt? kannst du es wiederholen und üben.

  • Bestimme die Frage, mit der du das jeweilige Satzglied erfragst.

    Tipps

    Wenn du dir bei den Fragen nach der jeweiligen adverbialen Bestimmung unsicher bist, achte noch einmal genau auf den Hinweis in der Klammer, was diese genauer bestimmt. Wie fragst du nach

    • dem Ort,
    • der Zeit,
    • dem Grund
    • und der Art und Weise?

    In der Frage nach dem Präpositionalobjekt ist immer die Präposition enthalten, mit der das jeweilige Verb untrennbar verbunden ist, z. B.

    Lisa schreibt mit einem Bleistift. → Womit schreibt Lisa?

    Lösung

    Das Präpositionalobjekt (= Satzergänzung) kannst du gut daran erkennen, dass die Frage nach dem Präpositionalobjekt immer auch die entsprechende Präposition enthält, mit der das jeweilige Verb untrennbar verbunden ist, z. B.

    • Mona erzählt von ihrer Geburtstagsfeier.Wovon erzählt Mona?
    Adverbiale Bestimmungen geben zusätzliche Informationen über:
    • den OrtWo ...?, Wohin ...? oder Woher ...?
    • die ZeitWann ...? oder Wie lange ...?
    • den GrundWarum ...?
    • die Art und WeiseWie ..?
  • Zeige auf, wie du nach dem gesuchten Satzglied fragst.

    Tipps

    Es geht darum, das fettgedruckte Satzglied zu erfragen. Suche darin nach Präpositionen, die sich auch in den Antwortmöglichkeiten wiederfinden.

    Wenn ein Verb untrennbar mit einer Präposition verbunden ist (z. B. er lacht über etwas), enthält auch die Frage nach dem Präpositionalobjekt die entsprechende Präposition (Über was lacht er?/Worüber lacht er?).

    Adverbiale Bestimmungen geben genauere Informationen über:

    • den OrtWo ...?, Wohin ...? oder Woher ...?
    • die ZeitWann ...? oder Wie lange ...?
    • den GrundWarum ...?
    • oder die Art und WeiseWie ..?/Auf welche Art und Weise ...?

    Beispiel:
    Nico betritt nervös den Raum.Wie betritt Nico den Raum?

    Lösung

    Vielleicht erscheint es dir noch kompliziert, Präpositionalobjekte und adverbiale Bestimmungen auseinanderzuhalten. Doch mit den geeigneten Fragen wird dir das in Zukunft sicherlich schon viel einfacher fallen.

    Die ersten beiden Beispielsätze enthalten jeweils die Präposition auf.

    Adverbiale Bestimmung:

    • Pablo hält die Zwillinge auf seinen Armen. Du erfragst die adv. Bestimmung (des Ortes) mit der Frage: Wo hält Pablo die Zwillinge?
    Präpositionalobjekt:
    • Pablo wartet auf seine Freundin. Du erfragst das Präpositionalobjekt mit der Frage: Auf wen wartet Pablo?
    Man erkennt ein Präpositionalobjekt daran, dass es aus bestimmten Verben gebildet wird, die untrennbar mit einer Präposition verbunden sind, z. B. warten auf. In diesem Satz würde Pablo wartet über seine Freundin. oder Pablo wartet mit seine Freundin. keinen Sinn ergeben.

  • Ermittle die Sätze mit Präpositionalobjekt.

    Tipps

    Im Satz Max erholt sich von der Schule. erfragst du mit Wovon erholt sich Max? das gefragte Satzglied.

    Die Frage enthält eine Präposition, also handelt es sich um ein ...

    Kannst du die Präposition in dem Satz austauschen?

    Während sich bei der adverbialen Bestimmung die Präposition verändern kann (z. B. neben der Haltestelle/hinter der Haltestelle), ist das beim Präpositionalobjekt nicht möglich.

    Lösung

    Um Präpositionalobjekte und adverbiale Bestimmungen zu unterscheiden, helfen dir folgende Fragen zur Ermittlung eines Präpositionalobjektes:

    • Ist die Präposition austauschbar?
    • Kommt die Präposition im Satzglied und in der Frage danach vor?
    Kannst du beiden Frage mit ja beantworten, handelt es sich um ein Präpositionalobjekt. Die Frage nach einem Präpositionalobjekt bildest du daher wie folgt:

    • Präposition + wen/wem/was ...? (Zum Beispiel Von was/wovon erholt sich Max? Von der Schule.) oder
    • Wo(r) + Präposition (Zum Beispiel: Wovon/von was träumt Familie Blümchen? Von ihrem Ausflug.)
  • Entscheide, ob es sich um ein Präpositionalobjekt oder eine adverbiale Bestimmung handelt.

    Tipps

    Schauen wir uns den ersten Satz gemeinsam an:

    Die Biberkinder sind heute in der Biberschule.

    Wann sind die Biberkinder in der Biberschule? Heute. (adverbiale Bestimmung der Zeit)
    Wo sind die Biberkinder heute? In der Biberschule. (adverbiale Bestimmung des Ortes)

    Adverbiale Bestimmungen geben zusätzliche Informationen über:

    • den Ort
    • die Zeit
    • den Grund
    • die Art und Weise

    Achte auf Verben, die zusammen mit einer Präposition stehen, zum Beispiel sich freuen auf, achten auf, denken an. Das sind einige Verben, die auf ein Präpositionalobjekt hinweisen.

    Handelt es sich um ein Präpositionalobjekt?
    Probe:

    • Ist die Präposition austauschbar?
    • Kommt die Präposition im Satzglied und in der Frage danach vor?

    Lösung

    In dieser Aufgabe musstest du noch einmal auf dein gesamtes Wissen zurückgreifen und es anwenden.

    Du musstest bereits wissen, dass adverbiale Bestimmungen zusätzliche Informationen über die Zeit (Temporaladverbiale: Wann ...? Wie lange ...? Wie oft ...?), den Ort (Lokaladverbiale: Wo ...? Wohin ...? Woher ...?) , den Grund (Kausaladverbiale: Warum ...?) sowie die Art und Weise (Modaladverbiale: Wie ...?) liefern.

    Um herauszufinden, ob es sich stattdessen um ein Präpositionalobjekt handelt, konnte es dir helfen, folgende Fragen anzuwenden:

    • Sind Verb und Präposition untrennbar?
    • Kommt die Präposition im Objekt und in der Frage danach vor?
    Konntest du beides mit ja beantworten, handelt es sich um ein Präpositionalobjekt.

  • Gib die korrekte Präposition an.

    Tipps

    Wenn du dir nicht sicher bist, überlege dir einen Beispielsatz mit dem jeweiligen Verb und überprüfe, ob dieser mit deiner ausgewählten Präposition Sinn ergibt.

    Zum Beispiel:

    Er ekelt sich für einer Spinne.

    Ist diese Präposition richtig? Nein, richtig wäre hier: Er ekelt sich ... einer Spinne.

    Lösung

    Einige Verben sind untrennbar mit einer oder mehreren Präpositionen verbunden. Es ist hilfreich, dir einige davon zu merken, da diese Verben oft auf ein Präpositionalobjekt hinweisen.

    Es gibt viele Verben, die ein Präpositionalobjekt nach sich ziehen:

    • achten auf, zweifeln an, sich fürchten vor, hoffen auf, sich freuen auf, bestehen aus, sich erinnern an, sprechen über, glauben an, bestehen aus, hören auf, handeln von, verlangen nach.

  • Ermittle, ob es sich um ein Präpositionalobjekt oder eine adverbiale Bestimmung handelt.

    Tipps

    Um herauszufinden, ob es sich um ein Präpositionalobjekt oder eine adverbiale Bestimmung handelt, formuliere die dazugehörige Frage.

    Handelt es sich um ein Präpositionalobjekt, kommt die Präposition im Objekt und in der Frage vor.

    Adverbiale Bestimmungen geben genauere Informationen über:

    • den Ort (Wo ...?, Wohin ...?, Woher ...?)
    • die Zeit (Wann ...?, Wie lange ...?, Wie oft ...?)
    • den Grund (Warum ...?)
    • die Art und Weise (Wie ...?/Auf welche Art und Weise ...?)

    Lösung

    1. Annik möchte nach Amsterdam reisen. → Lokalbestimmung (Wohin möchte Annik reisen?)
    2. Sie bespricht ihre Reisepläne mit ihrem Freund. → Präpositionalobjekt (Mit wem ...?)
    3. Dieser plant jedoch, in den Bergen zu zelten. → Lokalbestimmung (Wo ...?)
    4. In der letzten Ferienwoche möchte Erik Knut besuchen. → Temporalbestimmung (Wann ...?)
    5. Knut, Annik und Erik diskutieren über den genauen Zeitpunkt. → Präpositionalobjekt (Worüber ...?)
    6. Sie einigen sich auf das vorletzte Wochenende. → Präpositionalobjekt (Worauf ...?)
    7. Der Umwelt zuliebe möchten sie den Zug nehmen. → Kausalbestimmung (Warum möchten sie den Zug nehmen?)
    8. Knut überlegt, am ersten Ferientag auszuschlafen. → Temporalbestimmung (Wann ...?)
    Auch wenn du hier die Art der adverbialen Bestimmungen nicht genauer zuordnen musstest, merke dir noch einmal die Unterscheidung – es gibt außerdem noch Modalbestimmung, welche dir Art und Weise (Wie ...?) beschreiben.