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Ökologische Nische (Vertiefungswissen) 06:27 min

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Transkript Ökologische Nische (Vertiefungswissen)

Hallo! Sicher weißt du, dass in einem bestimmten Ökosystem immer mehrere Tiere und Pflanzen gemeinsam leben können, ohne dass eine Tier- bzw. Pflanzenart die andere behindert. Aber warum funktioniert das eigentlich? Das liegt daran, dass jede Tier- bzw. Pflanzenart ihre eigene ökologische Nische bildet. Und wie das genau funktioniert, lernst du in diesem Video!

Definition "ökologische Nische"

Beginnen wir mit dem Begriff der ökologische Nische. Das ist einfach die Gesamtheit aller biotischen und abiotischen Umweltfaktoren, die eine bestimmte Art zum Überleben benötigt. Damit ist das System von Wechselbeziehungen zwischen einem Lebewesen und seiner Umwelt gemeint. Man kann auch sagen, dass eine ökologische Nische quasi den Beruf oder die Rolle eines Lebewesens in einem Ökosystem darstellt.

Zu den beeinflussenden Umweltfaktoren gehören zum Beispiel die Temperatur, das Licht, die Luftfeuchtigkeit und die Nahrungsquelle. Aber auch spezifische Eigenschaften einer Art wie Aktivitätszeiten oder die Fortpflanzungs- und Brutzeiten. Da jede Art unterschiedliche Ansprüche an ihre Umwelt hat, können ganz verschiedene Tier- und Pflanzenarten in einem Lebensraum leben, ohne sich gegenseitig zu behindern.

Unterschied zwischen Lebensraum und ökologischer Nische

Aber Achtung! Verwechsele die ökologische Nische nicht mit dem Lebensraum eines Lebenwesens, sie beschreibt viel mehr. Der Lebensraum bezeichnet nämlich nur das Habitat, also einen geographischen Ort.

Bei der ökologischen Nische handelt es sich dagegen um die Gesamtheit der Umweltfaktoren, die eine Art zum Überleben benötigt. Gut merken kannst du dir das vielleicht mit Hilfe unseres Beispiels: Wenn die ökologische Nische den Beruf oder die Rolle einer Art in einem Ökosystem darstellt, dann ist das Habitat quasi die Adresse oder das Gebäude in dem gearbeitet wird.

Ökologische Nische am Beispiel von Vögeln

Damit du dir das alles besser vorstellen kannst, sehen wir uns jetzt mal ein Beispiel an. Besonders gut kann man eine ökologische Nische verdeutlichen, wenn man sich die Nahrung zum Beispiel von Vögeln anschaut.

Vögel verschiedener Arten können in einem Lebensraum gemeinsam leben, obwohl sie vielleicht die gleichen Brutzeiten, Aktivitätszeiten und Temperaturansprüche haben. Das geht deshalb, weil sich die Vögel zum Beispiel auf unterschiedliche Nahrung spezialisiert haben. Man kann schön am Schnabel eines Vogels sehen, welche Nahrung er bevorzugt zu sich nimmt.

Insektenfresser haben schmale und spitze Schnäbel, Körnerfresser haben kegelförmige und harte Schnäbel und Greifvögel haben einen gebogenen Hakenschnabel. Und sicher kennst du noch viele andere Schnabelformen.

Verschiedene Vogelarten können nur im gleichen Lebensraum leben, wenn sie zum Beispiel unterschiedliche Nahrung bevorzugen oder sich in mindestens einer anderen Eigenschaft unterscheiden. Sie müssen unterschiedliche ökologische Nischen bilden, um in einem Lebensraum gemeinsam zu leben. Und du hast bestimmt noch viele weitere Ideen für solche Anpassungen an verschiedene Umweltfaktoren, oder?

Menge an ökologischen Nischen

Was meinst du, gibt es in jedem Lebensraum die gleiche Menge an ökologischen Nischen?

Wenn du z.B. sehr extreme Lebensräume wie die Antarktis oder Wüsten mit tropischen Regenwäldern vergleichst, siehst du, dass die Menge an ökologischen Nischen sehr stark sozusagen von der Bewohnbarkeit eines Lebensraumes und den dort herrschenden klimatischen Bedingungen abhängt. Extreme Lebensräume wie Wüsten bieten daher viel weniger ökologische Nischen als andere Lebensräume wie die tropischen Regenwälder.

Einschleppung und Verdrängung von Arten

Dann werde wir uns zum Schluss noch einem wichtigen Problem widmen: Wenn eine Art z.B. aus einem fernen Kontinent eingeschleppt wird und die selbe ökologischen Nische besetzt wie eine heimische Art, dann konkurrieren diese beiden Arten miteinander. Meinst du, dass dann beide Arten auf Dauer innerhalb eines Ökosystems existieren können?

Das ist kaum möglich, da sich die besser angepasste Art oft durchsetzt und die andere Art entweder ausstirbt oder eine andere ökologische Nische besetzt. Oftmals zeigt sich bei den eingeschleppten Arten eine rasche Vermehrung, so dass heimische Arten mit der gleichen ökologischen Nische verdrängt werden.

Ein Beispiel für eine solche Verdrängung von heimischen Arten ist der Signalkrebs in Europa. Dieser große Flusskrebs stammt eigentlich aus Amerika und wurde vom Menschen nach Europa gebracht. Er vermehrt sich hier prächtig und verdrängt die etwas kleineren heimischen Flusskrebse fast vollständig.

Zusammenfassung

Du weißt jetzt, warum in einem bestimmten Ökosystem mehrere Tiere und Pflanzen gemeinsam leben können, ohne dass eine Tier- bzw. Pflanzenart die andere behindert. Das ist darauf zurückzuführen, dass jede Tier- bzw. Pflanzenart ihre eigene ökologische Nische bildet. Verschiedene Arten, die exakt die gleiche ökologische Nische bilden, können nicht in einem Ökosystem existieren. In diesem Fall kann sich nur die besser angepasste Art durchsetzen. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

10 Kommentare
  1. Inhaltlich, sprachlich und visuell erstklassig.
    Innerhalb weniger Minuten Wichtiges klug und verständlich erklärt. Schule wäre schön, wenn alle Lehrer für Ihren Beruf diese Begabungen mitbringen würden. Großes Kompliment.

    Von Leinauer1, vor 2 Monaten
  2. Echt super erklärt und tolles Video 👍 Mir haben schon viele versucht dieses Thema zu erklären, aber ich hab es einfach nicht verstanden. Dank diesem Video hab ich es endlich verstanden :)

    Von Linam68, vor mehr als einem Jahr
  3. Super Video!

    Von Sophia H., vor etwa 4 Jahren
  4. einfach geil erklärt!

    Von Madina , vor etwa 5 Jahren
  5. Hallo :)
    Die Aktivitätszeiten und Brutzeiten der Organismen oder der Art zählen zu den biotischen Faktoren.

    Von Marcel Schenke, vor etwa 5 Jahren
  1. Tolles Video :D Würden Aktivitätszeiten und Brutzeiten etc unter biotische, oder unter abiotische Faktoren fallen ?

    Von Alexandra Hartmann95, vor etwa 5 Jahren
  2. Spitze !

    Von Furkan A., vor etwa 5 Jahren
  3. Sehr gut erklärt!

    Von Bilal Baroud, vor mehr als 5 Jahren
  4. toll

    Von Zimtschnecke, vor mehr als 5 Jahren
  5. Tolles Video! :)

    Von Theresa Leich, vor mehr als 5 Jahren
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Ökologische Nische (Vertiefungswissen) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Ökologische Nische (Vertiefungswissen) kannst du es wiederholen und üben.

  • Nenne biotische und abiotische Faktoren.

    Tipps

    Abiotische Faktoren beschreiben Faktoren der unbelebten Umwelt.

    Biotische Faktoren beschreiben Faktoren der belebten Umwelt.

    Lösung

    Biotische und abiotische Faktoren sind Standortfaktoren. Ein Standortfaktor ist die Summe der Umweltbedingungen, die auf einen Organismus einwirken. Zu den biotischen Faktoren gehören die innerartliche Konkurrenz, Krankheitserreger, Parasiten, Fressfeinde und das Nahrungsangebot. Zu den abiotischen Faktoren gehören die Temperatur, der pH-Wert, Licht und die Menge an Niederschlag.

  • Erkläre, was man unter einer ökologischen Nische versteht.

    Tipps

    Verdeutliche dir, was Nische im landläufigen Sinn bedeutet. Versuche dir dann vorzustellen, wie du die Begriffe „Adresse“ und „Beruf“ auf die Ökologie beziehen kannst und was diese im Zusammenhang mit dem Begriff der „ökologischen Nische“ zu tun haben.

    Lösung

    Die Gesamtheit der Beziehungen zwischen einer Art und ihrer Umwelt nennt man ökologische Nische. Dieser Begriff bezeichnet dabei keinen Lebensraum, sondern beschreibt die angepasste Lebensweise auf abiotische und biotische Faktoren. Man könnte sie auch als „Rolle“ oder „Beruf“ einer Art bezeichnen. Da die Beziehungen zwischen den Lebewesen untereinander und mit ihrer Umwelt so komplex sind, kann man selbst für bekannte Tier- und Pflanzenarten kein vollständiges „Berufsbild“ erstellen, also die ökologische Nische nicht vollständig erfassen. Oft beschränkt man sich deshalb auf die Betrachtung einer einzelnen Dimension, z.B. der Nahrungsnische.

  • Deute die Ergebnisse der Versuche zum Konkurrenzverhalten beim Pantoffeltierchen.

    Tipps

    Die Konkurrenz um das Nahrungsangebot reguliert die Artenzahl der Populationen der Paramecium-Arten in den Kulturen.

    Lösung

    Nach dem Konkurrenzausschlussprinzip können Arten, die die gleichen ökologischen Ansprüche stellen, nicht koexistieren. Die Umweltansprüche von P. aurelia und P. bursaria sind nicht gleich. Bei der gemeinsamen Haltung in einer Kultur bewohnt eine Art den oberen Rand des Mediums, während die andere eher in tieferen Bereichen anzutreffen ist. Werden beide Arten allerdings einzeln gehalten, besiedeln sie das Medium gleichartig. Durch den unterschiedlichen „Aufenthaltsraum“ ist der Lebensraum der beiden Arten aufgeteilt. Somit wird Konkurrenz vermieden und beide Arten können im gleichen Medium nebeneinander existieren. P. aurelia und P. caudatum besiedeln den gleichen Bereich des Mediums, was dazu führt, dass P. caudatum verdrängt wird. Beide bilden die gleiche ökologische Nische bezüglich ihres Aufenthaltsortes.

  • Bestimme die Nahrung der abgebildeten Vogelarten.

    Tipps

    Schließe von dem Bau und der Länge der Schnäbel der Vögel auf die Beschaffenheit ihrer Nahrung.

    Lösung

    Unübersehbar sind die Anpassungen der Vögel, betrachtet man die Schnabelform. Durch diese Anpassung nutzt jede Vogelart die Nahrung in ihrem Lebensraum auf ihre Weise. Deshalb ist die ökologische Nische ein Charakteristikum jeder Art.

    • Das Rotkehlchen frisst Insekten, was an seinem spitzen Schnabel zu erkennen ist.
    • Die Finken haben einen kegelförmigen, sehr harten Schnabel, mit dem sie Körner und Samen optimal aufbrechen können.
    • Greifvögel fressen kleinere Säugetiere, wie zum Beispiel Mäuse.
    • Die Ente ist ein Pflanzenfresser. Mit ihrem breiten Schnabel kann sie Wasserpflanzen optimal aufnehmen.
    So ist es möglich, dass all diese Arten in einem Lebensraum leben können, ohne dass eine Art verdrängt wird.

  • Definiere das Konkurrenzausschlussprinzip.

    Tipps

    Was wird passieren, wenn zwei Arten die gleiche ökologische Nische besetzen?

    Lösung

    Das Konkurrenzausschlussprinzip besagt, dass zwei Arten nicht dauerhaft die gleiche ökologische Nische besetzen können. Sie werden sich dadurch in einem Konkurrenzverhältnis befinden, was dazu führen wird, dass sich die konkurrenzstärkere Art durchsetzen und die andere Art vertreiben wird. Für die konkurrenzschwächere Art bedeutet dies, dass sie ausweichen muss oder ausstirbt.

  • Erkläre, warum der Ausdruck „eine ökologische Nische besetzen“ irreführend ist.

    Tipps

    Eine ökologische Nische existiert nicht von vornherein, sondern muss gebildet werden.

    Eine Besetzung ist auf einen bestimmten Ort beschränkt.

    Lösung

    Die ökologische Nische bezeichnet kein einzelnes Habitat, sondern vielmehr einen Lebensraum, in dem es die unterschiedlichsten Wechselwirkungen zwischen den Organismen gibt. Solche Wechselwirkungen können nur gebildet und weiterentwickelt, nicht aber besetzt werden.