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Vogelkunde – Schnäbel und Füße verraten sie

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Team Digital
Vogelkunde – Schnäbel und Füße verraten sie
lernst du in der 5. Klasse - 6. Klasse

Grundlagen zum Thema Vogelkunde – Schnäbel und Füße verraten sie

Inhalt

Vogelkunde – Schnäbel und Füße verraten sie – Biologie

Stell dir vor, du sollst einen Baum fällen oder einen Handtuchhalter mit einer Schraube an der Wand befestigen. Für die eine Aufgabe brauchst du eine Säge, für die andere einen Schraubendreher. Austauschen kannst du die beiden Werkzeuge nicht – dann funktioniert nämlich gar nichts.

Das gilt auch in der Vogelwelt, denn die Schnäbel und Füße üben eine Funktion als Werkzeuge aus (Schnabelbiologie). Ein Fischjäger braucht einen langen, spitzen Schnabel zum Aufspießen oder Schnappen der Beute und ein Kirschkernknacker hat einen kurzen, kräftigen, kegelförmigen Schnabel, auf den die Muskeln die nötige Kraft zum Knacken von Kirschkernen bringen.

Welche Funktion hat der Schnabel beim Vogel?

Haben alle Vögel einen Schnabel? Ja, jede der etwa 10 350 Vogelarten unseres Planeten hat einen Schnabel. Der Schnabel einer Vogelart unterscheidet sich mehr oder weniger von den Schnäbeln der anderen Arten. Und was verrät der Schnabel über den Vogel? Ähnliche Schnäbel weisen zumeist auf eine ähnliche Nahrung oder einen ähnlichen Nahrungserwerb der zugehörigen Vögel hin. So gibt es spitze Fischfresserschnäbel, kompakte Körnerfresserschnäbel und schlanke Insektenfresserschnäbel. Ein Allesfresserschnabel ist ein Zwischending zwischen den beiden letztgenannten Schnabelformen.

Du kannst an der Schnabelform von Vögeln erkennen, welche Nahrung die Tiere zu sich nehmen. In der folgenden Abbildung kannst du dir verschiedene Beispiele dazu ansehen.

Schnabelformen der Vögel, Schnabel Aufbau

Arten von Beinen und Füßen am Beispiel verschiedener Vogelarten

Im folgenden Abschnitt schauen wir uns verschiedene Fuß- und Beinformen der Vögel an. Dabei steht deren Funktion wieder im Zentrum.

Die Beine und Füße der Stockente sind orangerot und mit Schwimmhäuten zwischen den drei Zehen überzogen. Enten können ihre Schwimmhäute nach Belieben ausbreiten und zusammenziehen. Dies ermöglicht ihnen eine optimale Fortbewegung im Wasser. Ihre Beine und Füße besitzen aber noch eine weitere faszinierende Eigenschaft: einen natürlichen Wärmetauscher. Das kalte Blut aus den Füßen fließt über Blutgefäße in Richtung Herz. Die Blutgefäße verlaufen im Bein parallel und in engem Kontakt mit den Blutgefäßen, die das warme Blut vom Herz in die Füße leiten. Wenn beide Ströme aneinander vorbeifließen, kühlt das kalte Blut das warme Blut ab und umgekehrt. Auf diese Weise gelangt angewärmtes Blut in den Körper und abgekühltes Blut in die Füße. Dadurch sind die Füße der Enten immer kalt. Dieses Prinzip spart Energie und bewirkt, dass Enten nicht auf dem Eis festfrieren.

Wer am senkrechten Stamm eines Baums nach Nahrung sucht und sich dort halten will, benötigt starke, krallenbewehrte Zehen an kurzen Beinen. Solche besitzt zum Beispiel der Specht. Wenn der Specht mit kurzen Sprüngen den Baumstamm hinaufklettert, geben die gebogenen spitzen Krallen des Kletterfußes dem Vogel Halt in der Rinde. Mithilfe der zwei vorderen Zehen hält er sich in der Rinde fest, während die hinteren zwei Zehen ihn stützen und ein Abrutschen verhindern.

Der Graureiher (ca. $\pu{90-110 cm}$) hat lange, schlanke Beine mit großen, breiten Füßen, damit er in seinem Jagdgebiet, dem Uferschlamm eines Sees, nicht einsinkt. Die drei langen Vorderzehen des Fußes sind am sogenannten Stelzenbein weit auseinander gespreizt. Die langen Beine ermöglichen dem Graureiher still stehend oder langsam schreitend auf Beutefang im Wasser oder an Land zu gehen.

Den vergleichsweise winzigen Eisvogel ($14$ cm) finden wir im selben Lebensraum. Er hat ebenfalls einen spitzen, dolchartigen Schnabel für die Jagd auf Kleinfische und andere Wasserlebewesen. Da der Eisvogel nicht im Wasser watet, hat er völlig andere Beine und Füße. Er läuft seiner Beute nicht hinterher, sondern sitzt auf einem Ast als Ansitz, bis er sich im (Sturz-)Flug auf sein Opfer stürzt. Ihm reichen kurze Beine und kleine Füßchen, die beim Sitzen ausreichend Halt geben.

Anders ist es beim Steinadler. Der Greifvogel braucht sehr kräftige Beine und dolchartige Krallen (Fänge), um seine Beute zu ergreifen, festzuhalten und auch zu töten. Seine Beine sind bis zu den Zehen mit Federn bedeckt. Die Füße der Greifvögel werden auch Fänge genannt.

Zum Fliegen ist der Strauß einfach zu schwer. Dafür hat er extrem stark ausgeprägte Beinmuskeln und erreicht eine beachtliche Geschwindigkeit. Als Anpassung an die hohe Laufgeschwindigkeit besitzt der Fuß des Straußes nur zwei Zehen. Seine starken Beine helfen ihm bei der Flucht vor Raubtieren. Außerdem kann er sich mit kräftigen Fußtritten verteidigen.

Fussformen der Vögel bestimmen

An Schnabel und Fuß kann man einen Vogel erkennen

Kennt ein Ornithologe (Vogelkundler) die Schnabelform eines Vogels, kann er Auskünfte über die Nahrung eines Vogels geben. Mithilfe der Beine und Füße kann er weitere Rückschlüsse auf Lebensraum, Jagdweise und Fortbewegung des Vogels ziehen. Und mit Kenntnis beider Vogelmerkmale kann dann der Fachmann vielleicht sogar die Vogelart, bestimmt aber die Vogelfamilie bestimmen.

Welcher Vogel hat beispielsweise welchen Schnabel und welchen Fuß? Einige Beispiele für Vogelschnäbel und -füße findest du in der folgenden Tabelle:

Schnabel Beine/Füße (mögliche) Vogelart
dolchartig, lang und spitz lange Beine, große Füße Graureiher, Storch
lang und schlank lange Beine, große Füße Brachvogel, Uferschnepfe
schlank mit Haken Schwimmhäute zwischen den Zehen Kormoran, Pelikan
dolchartig, lang und spitz Schwimmhäute zwischen den Zehen Haubentaucher
breiter Lamellenschnabel Schwimmhäute zwischen den Zehen Stockente, Höckerschwan, Graugans
kurzer kegelförmiger Schnabel Beine ohne besondere Auffälligkeiten Buchfink, Kernbeißer

Dieses Video

In diesem Video erfährst du, wie man von den Füßen und Schnäbeln von Vögeln auf ihren Lebensraum, ihre Lebensweise und ihre Ernährung schließen kann. Auch das Erkennen von Familien- oder sogar Artzugehörigkeit ist dadurch möglich.

Im Anschluss an das Video und diesen Text findest du Übungsaufgaben, um dein erlerntes Wissen zu überprüfen. Viel Vergnügen!

Transkript Vogelkunde – Schnäbel und Füße verraten sie

Jasper liebt Rätsel. Da haben wir eins für ihn: er muss etwas über die Lebensweise von Vögeln herausfinden und bekommt dazu nur deren Füße und Schnäbel zu Gesicht. Wie soll das funktionieren? Finden wir es heraus – in diesem Video zur „Vogelkunde – Schnäbel und Füße verraten sie“. Auf die Schnäbel und Füße von Vögeln zu achten, ist immer eine gute Idee, da sie dem jeweiligen Vogel sein charakteristisches Aussehen verleihen. Zudem verraten diese einiges über deren Lebensgewohnheiten – hättest du das gedacht? Ähnlich wie wenn du eine Pinzette benutzt, um einen feinen Span präzise zu greifen und aus der Haut zu ziehen oder eine Säge, um Holz zu zerteilen, fungieren auch Schnäbel und Füße der Vögel als Werkzeuge. Ein paar Beispiele dazu: Sehen wir uns diesen Schnabel an. Er ist lang, schmal und spitz zulaufend. Man spricht von einem Pinzettenschnabel. Damit kann der Vogel prima in der Erde nach Würmern stochern und weiche Nahrung wie Beeren und Insekten aufpicken. Jetzt wissen wir dank der Schnabelform also schon etwas über die Ernährungsweise des Vogels. Was können uns seine Füße und Beine verraten? Die Zehen sind lang und gebogen, schmal und weit spreizbar. Ideal, um sich an dünnen Ästen zu halten und geschickt zu klettern. Damit haben wir viel über die Lebensweise des Vogels herausgefunden, ohne zu wissen, wie der Vogel überhaupt heißt. Es handelt sich um einen Kleiber. Hast du das Prinzip verstanden? Noch ein Beispiel. Wie sieht es mit diesem Schnabel aus? Wozu könnte der gut sein? Er ist kräftig, hakenförmig und verfügt über spitze Kanten. Seine Form deutet auf einen fleischfressenden Vogel hin, er kann tierische Beute mit diesem sogenannten Hakenschnabel zerreißen. Das sind mal kräftige Beine mit dolchartigen Krallen. Mit diesen kann der Vogel Beute greifen und sich mühelos in ihr Fleisch bohren. Es muss sich um einen Greifvogel handeln. Siehe da – ein Steinadler! Und was haben wir hier? Dieser Schnabel ist breit, unten flach und vorne abgerundet. So ein Löffelschnabel ist bestimmt praktisch, wenn der Vogel Pflanzen abrupft und Wasser nach Nahrung filtert. An den kammartigen Schnabelrändern bleibt Schmutz hängen, wie in einem Sieb. Die Füße haben Schwimmhäute zwischen den Zehen. Das ist vorteilhaft für die Fortbewegung unter Wasser, deshalb werden sie auch Schwimmfüße genannt – du kennst das bestimmt auch von anderen Tieren. Na klar – das ist ein Entenvogel. Jasper ist voll in Fahrt, nächstes Beispiel. Dieser Schnabel ist vorne spitz und hinten breit. Er wirkt insgesamt kräftig und kompakt. Damit kann der Vogel bestimmt gut Körner, Samen und Nüsse aufknacken. Seine Füße sind nicht besonders auffällig, aber auch der Grünfink kann sich damit sicher gut an kleinen Ästen festhalten. Okay und gibt es nun wirklich auch einen Schnabel der wie eine Säge aussieht? Tatsächlich! Dieser Schnabel ist länglich, hat an der Spitze einen Haken und an den Rändern kleine Sägezacken. Welche Funktion können wir daraus ableiten? Mit den kleinen Zacken kann schlüpfrige Beute sicher gut festgehalten werden. Sieht doch ganz nach einem Fischfresser aus. Aha, eine Gänsesänger. Ein Beispiel geht noch. Aber diesmal schauen wir uns nur die Beine beziehungsweise Füße an. Ist das überhaupt das Bein eines Vogels? Nun ja, es ist jedenfalls äußerst kräftig und der Fuß besitzt nur zwei Zehen. Das deutet wohl auf eine ausgeprägte Beinmuskulatur hin. Der Vogel erreicht somit hohe Laufgeschwindigkeiten, vielleicht muss er manchmal vor Raubtieren fliehen. Siehe da: es ist ein Strauß! Stimmt, der kann nicht einmal fliegen und seine Beine sind somit die einzige Möglichkeit, seinen Jägern zu entkommen. Da haben wir eine ganze Menge über Lebensweisen von Vögeln erfahren und das, indem wir nur deren Schnäbel und Füße betrachtet haben. Fassen wir noch einmal zusammen. Du hast nun gesehen, wie man allein durch die Betrachtung von Füßen und Schnäbeln auf den Lebensraum, die Lebensweise und die Ernährung von Vögeln schließen kann. Das ist möglich, weil die Körpermerkmale von Lebewesen ideal an die Umgebung angepasst sind, in der sie leben. Na und was haben die für eine Funktion? Fest steht: die gehören einem Dreckspatz!

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