sofatutor 30 Tage kostenlos ausprobieren

Videos & Übungen für alle Fächer & Klassenstufen

Probleme der Windenergieanlagen 04:13 min

Textversion des Videos

Transkript Probleme der Windenergieanlagen

Windkraftanlagen sind immer weithin sichtbare Elemente einer Landschaft. Manche empfinden sie als störend, andere sehen sie als Zeichen des Fortschritts. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben, diese positiver bewerten als Großstadtbewohner. Die geometrische Anordnung der Türme, ihr Anstrich und vor allem die Größe beeinflussen diese Einstellung. So haben zum Beispiel hohe Windkraftanlagen den Vorteil, dass weniger Türme benötigt werden, um die gleiche Energie zu erhalten. Und dass ihre geringere Drehzahl als angenehmer empfunden wird. Windkraftanlagen sind standortabhängig. Ab einer Mindestgeschwindigkeit von circa 3,6 Meter pro Sekunde steigt der Wirkungsgrad einer Anlage bis auf einen Wert von circa 0,44, der bei einer Windgeschwindigkeit von circa neun Meter pro Sekunde erreicht wird. Bei höheren Windgeschwindigkeiten verringert sich der Wirkungsgrad wieder und es muss auf Leistung verzichtet werden. Während der Wind in Höhen ab circa einem Kilometer kaum noch von der Beschaffenheit von der Erdoberfläche abhängt, ist davon die Windgeschwindigkeit in den niedrigeren Luftschichten unserer Atmosphäre stark abhängig. So sind zum Beispiel die Rauheit des Bodens über einer glatten Wasseroberfläche und der Einfluss von Geländekonturen über dem Flachland besonders gering. Als Nachteile von Windkraftanlagen werden häufig genannt: Schallentwicklung, Schattenwurf und Lichtreflexion. Die meisten der anfänglich viel diskutierten Nachteile sind heute technisch gelöst oder zumindest deutlich verringert worden. Wenn der Wind auf Gegenstände oder scharfe Kanten stößt, dann entstehen Geräusche. Besonders im Bereich der Rotorspitzen sind die Strömungsverhältnisse sehr komplex. Die Forschung hat mit Hilfe von Versuchen und Simulationen die Rotorblätter immer leiser gemacht. Bei ausreichender Entfernung zur nächsten Besiedlung, zum Beispiel mindestens sieben Rotordurchmesser oder 300 Meter, ist die Schallentwicklung heute kein großes Thema mehr. Wenn man in der Nähe einer Windkraftanlage wohnt, die Sonne scheint und der Rotor ständig einen flackernden Schatten wirft, kann das sehr unangenehm sein. Im Gegensatz zur Vorhersage der Windverhältnisse lassen sich Form, Ort und Zeit des Schattens, der von einer Windkraftanlage geworfen wird, sehr genau vorher berechnen. Durch rechtzeitige sinnvolle Standortauswahl lässt sich dieses Problem vermeiden. Das Problem von Lichtreflexionen der Sonne auf den Rotorflügeln ist heute weitgehend beseitigt. Der sogenannte Diskoeffekt wird durch das Auftragen matter Lackierungen verhindert. Vögel kollidieren des Öfteren mit Hochspannungsleitungen, Masten und großen Fensterflächen. Der Zusammenprall mit Windkraftanlagen wird stark überschätzt, ist aber dennoch nicht zu vernachlässigen. Fest steht, dass Vögel sich an solche Anlagen gewöhnen. Die Wanderrouten der Vögel werden normalerweise bei der Standortsuche für einen Windpark berücksichtigt. Obwohl sich auch nachweisen lässt, dass Vögel ihre Flugrouten vor Windkraftanlagen ändern und in sicherer Entfernung vorbeifliegen. Trotzdem gibt es Vogelarten, wie den Rotmilan und den Seeadler oder auch Fledermäuse, die durch solche Anlagen gefährdet sind. Ob Windparks in der Nähe von Vogelschutzgebieten errichtet werden können, hängt daher von den dort lebenden Arten ab.