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Verschärfung der Grenzsituation

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Team Wissenswelt
Verschärfung der Grenzsituation
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Grundlagen zum Thema Verschärfung der Grenzsituation

Wie verhindert man die Flucht von Staatsbürgern aus dem eigenen Land? Die ostdeutsche Regierung hat vermutlich die gewalttätigste Lösung gefunden: Selbstschussanlagen, Minen, Panzersperren, Wachpersonal mit Lizenz zum Schießen. Die absolute Abschottung war eine der menschenverachtendsten Lösungen, auf die man hätte kommen können. Was für Ideen hatte die DDR noch bei der Grenzsicherung? Wie reagierte das Umland? Wieviele schafften dennoch die Flucht über die Grenze? Das alles erfährst du in diesem Video.

Transkript Verschärfung der Grenzsituation

An der Grenze waren im Schichtdienst insgesamt bis zu 60.000 Soldaten eingesetzt. Einen Großteil bildeten Wehrpflichtige, die unter der Aufsicht von Kollegen, die als politisch zuverlässig eingestuft waren, auf Grenzstreife gingen. Verschärft wurde die Situation durch die Einführung des Schießbefehls. Diese Anweisung erlaubte es den Grenzbeamten nicht nur auf Flüchtlinge zu schießen, sie wurde auch als Anweisung interpretiert. Diese Maßnahme hatte mit der Bewachung einer Demarkationslinie nichts mehr zu tun. Eine besonders menschenverachtende Erneuerung stellten ab den 70er Jahren die Selbstschussanlagen dar. Die SM-70 bestand aus einem Streutrichter, der durch Kontakt mit einem Draht ausgelöst wurde, der vor den Metallgitterzaun gespannt war. Dann wurden die Metallteile in einem kegelförmigen Bereich verstreut. In drei Reihen wurden die Anlagen übereinander am Metallgitterzaun angebracht. Von den Flüchtlingen wurden alle möglichen Vorrichtungen gebaut, um die Grenze zu überwinden. Etwa eintausend DDR-Bürger starben bei den Fluchtversuchen durch Minen, Selbstschussanlagen und unter dem Feuer von Grenzpolizisten. Ab den 60er Jahren wurde die Grenze durch einen Signal- oder Kontrollzaun in einem Abstand von etwa 500 Metern zum Maschengitterzaun ergänzt sowie eine Betonsperre errichtet, um das Durchbrechen von Fahrzeugen unmöglich zu machen. Aus Betonbunkern blickten die DDR-Grenzsoldaten auf die amerikanischen Beobachter. Mit dieser Hightech Grenze kühlten auch die Beziehungen zwischen den Grenzsoldaten von West und Ost weiter ab. “Der Kontakt war in den ersten Jahren nur durch Blickkontakt vorhanden. Ein Gespräch jetzt, dass so wie wir uns unterhalten, war anfänglich nicht oder fast nicht möglich. Das hat sich alles, sage ich mal, dahingehend bezogen, dass wenn man mal einen Tagesgruß rüber gerufen hat, mal vielleicht ein verdeckter Wink kam mit der Hand. Oder wenn es Wehrpflichtige waren, die dann ihr Maßband gezeigt haben. Es gab ja für die Grenztruppen die strikte Anweisung, Kontaktaufnahme mit dem, ich sage jetzt mal, Klassenfeind oder mit dem Gegner, waren verboten.” Die Verstärkung der Grenzabsperrung reduzierte die Anzahl der Flüchtenden ab den 60er Jahren. Manche ließen sich aber trotzdem nicht abhalten, einen Fluchtversuch zu wagen. “Zu der damaligen Zeit in den 60er Jahren, ich bin 1964 über die Grenze gegangen, ganz in der Nähe hier von Point Alpha, da bestand das Minenfeld, der Doppelzaun, zwischen dem die Mienen auslagen. Das ging, wenn man sich, sage ich mal, gut vorbereitet hatte, relativ leicht. Ich brauchte eigentlich nur eine Kneifzange. Ich habe den Schaft der Zange genommen, die Griffe also, und habe vorsichtig im Boden nachgestochert, um möglicherweise eine Miene zu orten. Dass ich damit eine Miene auch hätte auslösen können, auf den Gedanken bin ich nicht gekommen. Ich hatte wohl eine ganze Batterie voll von Schutzengeln bei mir.” Jeder Flüchtling musste sich also bewusst sein, dass ein Versuch lebensgefährlich ist. Darüber hinaus musste man auch bedenken, dass man nicht nur sich selbst in Gefahr brachte, sondern unter Umständen auch sein soziales Umfeld. “Nein, meine Familie wusste nichts von der Flucht. Niemand durfte etwas von meinen Plänen erfahren. Die Stasi hätte dies mit Sicherheit herausbekommen und die Mitwisser hätten das böse und bitter bezahlen müssen. Meine Familie, meine Mutter, mein Vater, die sind natürlich unverzüglich, nachdem sie gemerkt haben, dass ich stiften gegangen bin, verhört worden. Intensiv verhört worden. Genauso, wie meine beiden älteren Brüder, die damals gerade ihren Wehrdienst bei der NVA, der Nationalen Volksarmee der DDR, abgeleistet haben. Die wurden natürlich ganz besonders verhört, um herauszufinden, ob sie was wussten. Da zeigt sich, wie wichtig es war, dass man solche Fluchtpläne für sich behalten musste.” Ab den 70er Jahren wurden die Minenfelder wieder gesprengt, weil die DDR weltweit Probleme hatte, die staatliche Anerkennung zu erreichen, solange sie diese Grenzmaßnahmen aufrechterhielt. Die Selbstschussanlagen wurden in den 80er Jahren wieder demontiert, als man von der Bundesrepublik im Gegenzug Milliardenkredite aus wirtschaftlichen Hilfen erhielt.

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