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Point Alpha

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Team Wissenswelt
Point Alpha
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Grundlagen zum Thema Point Alpha

Die innerdeutsche Grenze wurde oftmals bei Fluchtversuchen überbrückt. Dies hatte jedoch relativ wenig Auswirkungen auf die außenpolitische Bedeutung der Grenze: Vielen war klar dass, sollte der Kalte Krieg plötzlich entflammen, er an ganz bestimmten Orten loslegen würde. Einer dieser Orte war Point Alpha - Ein Grenzübergang in der Nähe Fuldas, an dem aus genau diesem Grund spezielle Grenzschutzmaßnahmen auf beiden Seiten getroffen wurden. Welche Maßnahmen das waren, wie genau man auf diesen Punkt kommt, wenn es um die Kriegsfrage geht und wie man mit den Verwandten auf der anderen Seite der Mauer umging, erfährst du in diesem Video.

Transkript Point Alpha

An der fast 1.400 Kilometer langen Grenze zwischen BRD und DDR gab es einen Ort, der von manchen als der heißeste Punkt der innerdeutschen Grenze und damit Europas bezeichnet wurde. Point Alpha. Das Camp war das Zentrum der Fulda Gap, der Fulda-Lücke, die als Ausgangspunkt eines möglichen Streites zwischen Ost und West um den Zugriff auf das Rhein-Main-Gebiet galt. Dort wurde der vorgeschobene Beobachtungsposten der amerikanischen Armee eingerichtet. Das Camp lag in der innerdeutschen Grenze zwischen Rasdorf und Geisa, etwa 35 Kilometer östlich von Fulda. Hier blickten sich die Verteidiger der kommunistischen und der westlichen politischen Sphäre durch die Objektive der Grenzbeamten tagtäglich in die Augen. Bei jeder Krise zwischen den politischen Blöcken war man in Point Alpha besonders aufmerksam, denn man vermutete immer, dass der Beginn einer Auseinandersetzung zwischen Ost und West hier stattfinden würde. Die Besatzung von Point Alpha wurde regelmäßig durchgewechselt. Steven Steininger war in den letzten beiden Jahren vor der Wiedervereinigung mehrmals einige Wochen Kommandant einer Abteilung, die in Point Alpha stationiert war. Sie gehörte zum Regiment Black Horse, einer Elitetruppe, die auch schon in Vietnam aktiv gewesen war. “Die Aufgabe hier war, dieses Grenzgebiet zu beobachten. Das war damals zwei Teile Deutschland. Hier direkt gegenüber war die ehemalige DDR. Und das mit mittendrin im Kalten Krieg. Und wir waren hier als quasi Beobachter oder erste Kämpfer eingesetzt. Wir waren vorbereitet für alle was möglich war. Wir haben unsere Patrouillen hier durchgeführt, entweder zu Fuß, Luftpatrouillen. Auch mit Fahrzeugen, ab und zu mit Kettenfahrzeugen.” Die Verbindungswege zwischen Ost und West wurden außerdem mit Sprengschächten versehen. In den Straßen, aber auch in Brücken. “Man hatte vor, mit diesen Sprengschächten die Nachschubverbindungen der eingerückten Armee des Ostens zu unterbrechen. Man würde den Einmarsch durchlassen, die Schere schließen und dann absolute Nachschub unterbrechen. Sie waren füllbar mit einer Tonne TNT Sprengstoff. Sie können sich dann mal vorstellen, was im Ernstfall das für eine Lücke in das Gelände gerissen hat. Zu einer Gesamtbatterie gehören in der Regel drei Stück und in diesem Bereich ist dann keinerlei Fahrmöglichkeiten oder Durchkommen noch gewährleistet.” “Ja, es war uns klar. Das haben wir nicht gerne gehört und gerne gewusst, weil für den Fall, dass es doch Krieg geben werden hier, hätten wir gewusst, für uns war wahrscheinlich die Überlebenschance sehr gering. Deswegen. Mit Atomwaffen auch dazu. Haben gehofft, dass es wird nicht so weit kommen. Und Gott sei Dank ist nicht gelungen.” “Man hat immer Sorge, denn als Oberbürgermeister ist man Amtsperson und als Amtsperson auch in gewissen Umfang Geheimnisträger. Und nicht alles, was wir wussten, durfte man sagen. Schon gar nicht in der Öffentlichkeit. Insofern war der Zwiespalt zwischen Wissen um bestimmte Dinge und der Not, es aber nicht vorsorglich irgendwelchen Leuten sagen zu können, schon immer da und groß.” Je dichter die Grenze gestaltet wurde, desto stärker wurde die Angst davor, dass sich daran so bald nichts mehr ändern würde. Jeder Bürger in Ost und West änderte damit auch seine Hoffnungen und seine Einstellungen zu dieser Situation. “So bin ich groß geworden. Mit der immer wieder formulierten Angst: Pass bloß auf was du tust oder was du sagst. Die bringen uns-. Mir klingt das heute noch im Ohr. Die bringen uns von Haus und Hof.” “Wenn die in Jalta was anderes beschlossen hätten, hätte der Strich auch anders gezogen werden können. Ist ja nicht unser Verdienst, dass wir das hatten und ab 1945 in Frieden und Freiheit leben und einen, je nach eigenen Entfaltungskräften, auch Wohlstand entwickeln konnten. Das ist ein unglaublicher Vorteil gewesen, den die Menschen im Westen hatten. Und das alles entbehrten die anderen. Und wenn man das nun über Jahrzehnte hinweg sich entwickeln lässt, dann ist es doch ganz normal, dass da zwei völlig verschiedene Gesellschaften entstehen. Und das wird eine Generation dauern, bis das überwunden ist.” Die Distanz zwischen Verwandten und Bekannten vergrößerte sich. Nach mehreren Jahrzehnten waren die Deutschen jenseits der Grenze gefühlsmäßig weiter weg, als wenn sie auf einem anderen Kontinent ausgewandert wären.

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