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Das Krisenjahr 1923

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Numcy
Das Krisenjahr 1923
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Das Krisenjahr 1923 Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Das Krisenjahr 1923 kannst du es wiederholen und üben.
  • Skizziere den Ruhrkampf 1923.

    Tipps

    Alles begann mit Reichskanzler Cuno, der die hohen und überzogenen Reparationszahlungen des Versailler Vertrags ablehnte.

    Sabotage: absichtliche Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit politischer, militärischer oder wirtschaftlicher Einrichtungen durch Widerstand, Störung des Arbeitsablaufs oder Beschädigung und Zerstörung von Anlagen, Maschinen usw. (Duden).

    Lösung

    Der Ruhrkampf entfachte um die Erfüllung der alliierten Reparationsforderungen nach dem Ersten Weltkrieg, die das Deutsche Reich als völlig überzogen ablehnte. Dies setzte einen Ping-Pong-Effekt an Reaktionen in Gang:

    1) Frankreich drohte Bergwerke, Industrieanlagen, usw. als Pfand zu nehmen. Zu diesem Zwecke besetzten französische und belgische Truppen schließlich das Ruhrgebiet.

    2) Das Deutsche Reich setzte die Reparationszahlungen aus und Reichskanzler Cuno rief zu passivem Widerstand auf. Dieser äußerte sich vor allem in Sabotageakten seitens national gesinnter Personen und Organisationen, aber auch durch Streikaktionen.

    3) Frankreich reagierte darauf mit Vergeltungsmaßnahmen. Viele Menschen wurden verhaftet. Einige verloren sogar ihr Leben.

    4) Der neue Reichskanzler Stresemann beendete im Sommer 1923 den Ruhrkampf. Er war aussichtslos und zu teuer geworden, da der Staat die Gehälter von etwa zwei Millionen streikenden Arbeitern übernommen hatte. Die Beendigung war notwendig, um die Inflation in den Griff zu bekommen.

    Der Ruhrkampf machte deutlich, dass das Deutsche Reich sich nicht gegen andere Staaten behaupten konnte. Das empörte insbesondere das nationalistische Lager. Zudem trieb der teure Kampf die Inflation an. Beides trug zur Instabilität und Krisenstimmung im Land bei.

  • Bestimme Ursachen und Folgen der „galoppierenden“ Inflation 1923.

    Tipps

    Inflation: rascher Verfall der Währung

    Territoriale Verlusteweniger Gebiet, auf dem gewirtschaftet werden kann

    Wirtschaftsumstellung → von Kriegs- auf Friedenswirtschaft

    Lösung

    Die „galoppierende“ Inflation erreichte 1923 einen dramatischen Höhepunkt. Sie hatte bereits zu Kriegszeiten begonnen und konnte erst 1923 durch politische Maßnahmen stabilisiert werden.

    Als Ursachen gelten insbesondere der Ruhrkampf, die Umstellung von Kriegs- auf Friedenswirtschaft, Gebietsverluste und die Kosten des Ersten Weltkriegs. Denn: All diese Faktoren trugen zu einer hohen Staatsverschuldung bei, woraufhin die Weimarer Republik immer neues Geld druckte. Die großen Geldmengen, die zirkulierten, ließen allerdings den Wert der Währung immer schneller verfallen.

    Die Folge war, dass man sich mit seinem Geld kaum noch etwas leisten konnte, weil es nichts mehr wert war. Viele Menschen verloren ihre Arbeit, da Unternehmen pleite gingen. Große Armut machte sich breit. Dies ließ die Rufe nach einem „starken Mann“ immer lauter werden, der die Menschen aus der Krise führen sollte. Radikale Organisationen erhielten starken Zulauf, weil sie den Menschen versprachen die Lage zu verbessern und vermeintliche "Sündenböcke" benannten. Dies wiederum trieb die Spaltung der Gesellschaft und die politische Instabilität voran.

  • Zeige, wie die Separatimus-Bestrebungen zur Krise 1923 beitragen.

    Tipps

    Separation: (Gebiets-)Abtrennung

    Autonomiebestrebungen gab es zahlreiche in der Geschichte. In der heutigen Zeit sind vor allem die Bestrebungen in Katalonien oder die der Kurd/-innen bekannt. Es geht dabei darum, sich von einem Staat loszulösen und eigenständig, also autonom zu werden.

    Lösung

    Die Separatismus-Bestrebungen trugen zur Krise 1923 bei, indem sie deutlich machten, dass das Deutsche Reich zersplittern könnte, wenn immer mehr Republiken sich abtrennten. Frankreich mischte sich außerdem von außen in die Angelegenheiten ein. Die Weimarer Republik war also weder innerlich noch äußerlich gefestigt, was die politische Situation weiter destabilisierte.

    Die Rheinische Republik und die Autonome Pfalz bestanden allerdings nur einige Monate. Das lag auch an der Inflation der Weimarer Republik, die verhinderte, dass die kleinen Republiken sich finanziell halten konnten. Sie scheiterten.

    Quelle: Separatisten im Rheinland (Historische Gesellschaft Kyllburg (HGK), Chronik 1200 Jahre Kyllburg). URL: https://schmino.de/separatisten-im-rheinland/. [Abgerufen am 14.04.2020].

  • Arbeite Ziele des Hitlerputschs heraus.

    Tipps

    Für eines der aufgezählten Ziele gibt es keine historischen Anhaltspunkte. Es wäre reine Spekulation und es wird im Video auch nicht behandelt.

    Eines der aufgezählten Ziele lässt sich so nicht aus dem Video ableiten.

    Lösung

    Warum putschten Hitler und seine Verbündeten am 9. November 1923?

    Aus dem Video lässt sich nicht ableiten, dass sie ein autonomes nationales Bayern frei von Jüdinnen und Juden und Kommunist/-innen anstrebten.

    Stattdessen verfolgten sie größere Ziele und planten den Marsch auf Berlin nach Mussolinis Vorbild, der mit dem Marsch auf Rom die Macht in Italien an sich riss. Dabei ging es ihnen um die Abschaffung der Demokratie und die Vertreibung ihrer vermeintlichen Feinde, der Jüdinnen und Juden sowie der Kommunist/-innen.

    Dafür dass Hitler den Putsch schiefgehen lassen wollte, gibt es keine historischen Anhaltspunkte. Nichtsdestotrotz nutzte er die Zeit im Gefängnis um sein politisches Pamphlet „Mein Kampf“ zu verfassen.

  • Nenne Auswirkungen des Krisenjahres 1923.

    Tipps

    Drei der fünf Antwortmöglichkeiten sind richtig.

    Hat die Krise eher zu Stabilität oder Instabilität geführt? Überlege dir davon ausgehend, welche Antworten in Frage kommen.

    Lösung

    Das Jahr 1923 ging als Krisenjahr in die Geschichtsbücher ein. Was wurde in diesem Jahr sichtbar?

    • Die demokratische Basis war geschwächt.
    • Immer mehr Menschen wendeten sich radikalen, anti-demokratischen Parteien und Organisationen zu.
    • Der Ruf nach einem „starken Mann“ wurde immer lauter.
    Durch die vielen Krisen hatten viele Menschen das Gefühl, die Demokratie eigne sich nicht dazu, sie in eine bessere Zukunft zu führen. Sie wünschten sich eine strengere hierarchische Organisation der Macht, wie sie es aus dem Kaiserreich kannten.

    Kurzum: Die Instabilität der jungen Republik wurde sichtbar!

  • Leite aus den Plakataufschriften den historischen Kontext ab.

    Tipps

    Suche nach Schlüsselwörtern in den Plakataufschriften.

    Lösung

    Schauen wir uns die Plakataufschriften noch einmal genauer an. Wie können wir den historischen Kontext herleiten?

    „Nein! Mich zwingt ihr nicht!“

    • Das Plakat ruft zu passivem Widerstand gegen die belgische und französische Besatzung auf.
    Ruhrkampf

    „Verkauf und Reparaturen im Tausch gegen Lebensmittel.“

    • Dieses Schild hatte ein Schuster vor seinen Laden gehängt, da das Geld nichts mehr Wert war.
    • Für seine Dienstleistungen nahm er nun Lebensmittel an.
    Inflation

    „Proklamation. Beginnend am 5. November 1923 in Kaiserslautern und folgend in den Städten […]“

    • Kaiserslautern liegt in der Pfalz.
    • Das Plakat verkündet die Gründung der Pfälzischen Republik.
    Separatismus

    „Proklamation an das Deutsche Volk! Die Regierung der Novemberverbrecher in Berlin ist heute für abgesetzt erklärt worden. […]“

    • Das Plakat verkündet die Absetzung der Reichsregierung.
    Hitler-Putsch

    Quellen:

    • Proklamation der separatistischen Regierung der autonomen Pfalz, November 1923 (Bayerische Staatsbibliothek, Historisches Lexikon Bayerns). URL: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Autonome_Pfalz,_1923/24. [Abgerufen am 26.04.2020].
    • Plakat 'Nein, mich zwingt ihr nicht!' (Landschaftsverband Rheinland, Portal Rheinische Geschichte). URL: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/die-rheinlandbesetzung-1918-1930/DE-2086/lido/57d133f17e43d1.98845861. [Abgerufen am 26.04.2020].
    • Verkauf und Reparaturen im Tausch gegen Lebensmittel, 1923 (Deutschen Historisches Museum, Lebendiges Museum Online). URL: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/inflation-1923.html. [Abgerufen am 26.04.2020].
    • Proklamation an das deutsche Volk!, Hitler-Putsch in München, 8./9. November 1923 (Bayerische Staatsbibliothek, Historisches Lexikon Bayerns). URL: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Hitlerputsch,_8./9._November_1923. [Abgerufen am 26.04.2020].
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