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Der Schriftsteller Friedrich Schiller

Wusstest du, dass Friedrich Schiller eigentlich Arzt war? Zum Glück hat er sich dann doch für seine Leidenschaft, die Literatur, entschieden! So wurde er neben Goethe zu einem der bekanntesten und bedeutendsten deutschen Schriftstellern, dessen Werke auch heute noch (weltweit!) gelesen werden. Geboren am 10. November 1759 in Marbach im heutigen Baden-Württemberg verstarb er leider schon am 9. Mai 1805. Da war er gerade mal 45 Jahre alt! Doch trotz des frühen Todes - schuld war eine Lungenentzündung - konnte Schiller auf ein ereignis- und schaffensreiches Leben zurückblicken.

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Schillers literarisches Schaffen

Sturm und Drang

Sein erstes Drama „Die Räuber“, das 1781 zunächst anonym veröffentlicht wurde, macht Schiller schlagartig berühmt. Die Geschichte um die zwei Brüder und Rivalen Karl und Franz Moor trifft den Geist der damaligen Zeit, stehen doch im Sturm und Drang (ca. 1767-1785) die Gefühle und Empfindungen des Individuums im Vordergrund. Auch Schillers Stück „Kabale und Liebe“ (Uraufführung 1784) zählt zu den Schlüsselwerken dieser literarischen Strömung.

Weimarer Klassik

Doch mit fortschreitendem Alter entfernt sich Schiller von den Vorstellungen und Ideen des Sturm und Drang. Oder einfacher ausgedrückt: Schiller wird erwachsen. So sollte es nicht lange dauern, bis er mit seinem engen Freund Johann Wolfgang von Goethe die Weimarer Klassik (ca. 1786-1805) begründet. Vernunft und Gefühl - im Sturm und Drang noch zwei gegensätzliche Begriffe - sollen von nun an ein harmonisches Gleichgewicht bilden. In dieser Zeit entstehen berühmte literarische Werke wie „Die Jungfrau von Orléans“ und „Wilhelm Tell“, aber auch philosophische Schriften wie „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“.

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Schillers Leben

Werdegang

Für Schiller, der mit Drill und Gehorsam nichts anfangen konnte, muss die Zeit vor seiner Karriere als Schriftsteller eine Qual gewesen sein: Er soll auf eine Militärschule des Herzogs Carl Eugen gehen, an der er dann auch Medizin studieren wird; später tritt er sogar eine Stelle als Regimentsarzt an. Der strenge militärische Alltag ist eine schwere Belastung für den jungen Mann, die Literatur bietet sich ihm als Zufluchtsort. Heimlich beschäftigt sich er mit der Lektüre großer Dichter und Denker wie Voltaire, Rousseau, Goethe und Shakespeare. Spätestens aber nach Veröffentlichung von „Die Räuber“ muss er vor den Repressalien des Herzogs fliehen. Zunächst wohnt Schiller in Mannheim, wo er zeitweise als Theaterdichter arbeitet. Nach mehreren Zwischenstationen, u.a. in Frankfurt und Dresden, fasst er 1787 schließlich in Thüringen Fuß. In dieser turbulenten Zeit entstehen Werke wie „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“, „Kabale und Liebe“ und „Don Karlos“. In Thüringen lernt Schiller Charlotte von Lengefeld kennen, die er 1790 in Jena heiratet. An der dortigen Universität ist er seit 1789 Professor und Lehrstuhlinhaber für Geschichte. Schiller war also nicht nur Arzt, Dichter und Philosoph, sondern auch Historiker! Schiller beschäftigt sich zum Beispiel mit dem 30-Jährigen Krieg, der dann sogar die historische Grundlage für seine „Wallenstein“-Trilogie wird.

Schiller und Goethe

Freundschaftsbund mit Goethe

Am 7. November 1788 begegnen sich in Rudolstadt nahe Weimar zum ersten Mal die zwei Männer, deren Freundschaft in die Geschichte eingehen wird: Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe. Allerdings: Liebe auf den ersten Blick war das nicht. Es müssen erst sechs Jahre vergehen, ehe sich die beiden wiedersehen und sich die produktivste Freundschaft der deutschen Literaturgeschichte entwickelt. Goethe, immerhin 10 Jahre älter als Schiller, ist zunächst skeptisch gegenüber diesem jungen Freigeist. Doch seine Vorbehalte wird Goethe bald ablegen. Die beiden ergänzen sich perfekt: Goethe bremst Schillers Tendenz zu philosophischen Spekulationen und seinen Hang zum Extremen; Schiller wiederum bringt Goethe von seinen naturwissenschaftlichen Studien zurück zur dichterischen Kunst. Wie sehr die beiden sich respektierten und auch inspirierten, davon zeugt der über 1000 Seiten umfassende Briefwechsel der beiden zwischen 1794 und 1804. Außerdem arbeiteten sie an gemeinsamen Projekten wie z.B. der Literaturzeitschrift Die Horen. Ihr mit Abstand größtes Vermächtnis ist jedoch die Begründung der Weimarer Klassik. Es entstehen u.a. Schillers Werke „Maria Stuart“, „Die Braut von Messina“ und „Wilhelm Tell“.

Bedeutende Werke

Kabale und Liebe

In Schillers bürgerlichem Trauerspiel Kabale und Liebe von 1784 wird eine tragische Geschichte erzählt: Die Liebesbeziehung zwischen dem adligen Ferdinand von Walter und der bürgerlichen Luise Miller ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Eine Reihe von Intrigen - Kabale bedeutet nämlich nichts anderes - führt schließlich dazu, dass die beiden Liebenden am Ende sogar Selbstmord begehen. Eine nicht standesgemäße Liebe, ein aufmüpfiger, gefühlsbetonter, junger Mann, die Kritik an gesellschaftlichen Zwängen: so etwas konnte nur ein echter Stürmer und Dränger - wie der junge Schiller eben - schreiben.

Maria Stuart

Das Drama Maria Stuart, das im Jahre 1587 spielt, zeigt, mit welcher Leidenschaft Schiller auch historische Stoffe in seiner Literatur verarbeitete. Erzählt werden die letzten Tage der schottischen Königin Maria Stuart bis zu ihrer Hinrichtung in England. Dieses Spätwerk von dem viel zu früh verstorbenen Schriftsteller wurde 1800 in Weimar uraufgeführt. Es geht Schiller in diesem Stück keineswegs um eine Nacherzählung der tatsächlichen historischen Ereignisse, sondern vielmehr möchte er am Schicksal der Königin sein klassisches Ideal von Freiheit, Würde und Schönheit aufzeigen.