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Kurzgeschichten analysieren 07:25 min

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Transkript Kurzgeschichten analysieren

AAAAAAAH! Puh, typisch Kurzgeschichte, nie ganz so, wie sie zu sein scheint. Schauen wir uns mal an, wie man Kurzgeschichten analysiert. Bevor du mit deiner Analyse startest, solltest du dich erst einmal intensiv mit der Kurzgeschichte auseinandersetzen. Das bedeutet, den Text aufmerksam zu lesen. Dabei kannst du dir Auffälligkeiten herausschreiben oder diese im Text markieren. Anschließend kann es helfen, ein erstes, vorläufiges Textverständnis zu formulieren. Notiere dir dazu Stichpunkte zu folgenden Fragen: Welchen Eindruck hat die Kurzgeschichte bei dir hinterlassen? Was weißt du bereits über die dargestellten Figuren? Gibt es vielleicht Konflikte zwischen Figuren? Was hast du nicht verstanden? Meistens kannst du jetzt bereits sagen, ob dir der Text gefällt oder nicht. Nun musst du die Kurzgeschichte genauer untersuchen. Die offene Form der Kurzgeschichte kannst du mit einem Eisberg vergleichen. So wie der größte Teil eines Eisbergs UNTER der Wasseroberfläche verborgen ist, bleibt auch DAS, was für die Deutung einer Kurzgeschichte bedeutungsvoll ist, meist beim ersten Lesen unsichtbar. Weil vieles im Text nur angedeutet wird, musst du also zwischen den Zeilen lesen. Dieses Vorgehen hilft dir dabei, das vorher formulierte Textverständnis zu untermauern oder zu korrigieren. Gliedere die Geschichte dafür in Abschnitte. So bekommst du einen besseren Überblick und kannst eine Entwicklung erkennen. Dann solltest du folgende Elemente der Kurzgeschichte entschlüsseln: Erzähler bzw. Erzählerin. Handelt es sich um eine Ich-Erzählung oder um eine Er-/Sie-Erzählung? Thema und Motive. Was ist das Thema des Textes und was sind seine zentralen Motive? Figuren. Welche Figuren spielen eine Rolle und in welcher Beziehung stehen sie zueinander? Durch welche Merkmale und Verhaltensweisen werden sie charakterisiert? Welche Gründe kann man für ein bestimmtes Verhalten von Personen erschließen? Welche Absichten verfolgen sie mit ihrem Verhalten? Ort und Zeit. Wo und wann spielt die Handlung? Wie sind Milieu und Atmosphäre der Geschichte gestaltet? Handlung bzw. Ereignisse. Was ist der Handlungsablauf? Welche Ereignisse sind entscheidend? Aufgepasst! Achte besonders auf das Zusammenspiel von äußerer und innerer Handlung. Welche Rolle spielen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen in der inneren Handlung? Aufbau. Gibt es einen unvermittelten Anfang und ein offenes Ende? Zeitgestaltung. Wie ist die Zeitstruktur der Erzählung? Merke! Der Erzähler oder die Erzählerin kann sich streng an die zeitliche Reihenfolge von Ereignissen halten. Das nennt man "chronologisch erzählen". Die Handlung kann aber auch durch Rückblenden zu vergangenen Ereignissen oder durch Vorausdeutungen unterbrochen werden. Perspektive. Wie werden gesprochene Sprache und Gedanken von Personen wiedergegeben? Entdeckst du eher indirekte, statt DIrekte Rede? Wird durch inneren Monolog oder erlebte Rede erzählt? Sprache. Gibt es unterschiedliche Stilebenen, Metaphern, Vergleiche oder Wiederholungen? Fallen dir Schlüsselbegriffe auf? Gibt es vielleicht sogar eine dominierende Wortart? Wie wird die Stimmung der Geschichte dadurch beeinflusst? Wenn du die Kurzgeschichte nach all diesen Elementen untersucht hast, kannst du mit dem Schreiben deiner Analyse beginnen. Wenn man eine zusammenhängende schriftliche Interpretation verfasst, nennt man in der Einleitung den Autor oder die Autorin, den Titel der Kurzgeschichte, das Erscheinungsjahr und das Thema des Textes. Achtung! Das Thema des Textes ist NICHT die Handlung! Klassische Themen sind beispielsweise Heimat, Schuld, Einsamkeit, Krieg oder Beziehungskonflikte. Oft bietet es sich an, von der Problemtik des Textes einen Bezug hin zu einem aktuellen Thema zu formulieren. Hier ein Beispiel einer Einleitung: Die Kurzgeschichte "Das Fenstertheater", die 1949 von Ilse Aichinger verfasst wurde, kritisiert die Schamlosigkeit vieler Menschen, die ihre Schaulust stillen wollen und sich dabei mitleidlos gegenüber Menschen in unangenehmen Situationen verhalten. So werden zum Beispiel täglich Einsatzkräfte bei ihrer Unfallhilfe durch neugierige Zuschauende blockiert. Im Hauptteil deiner Analyse folgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse der Handlung in der zeitlich richtigen Reihenfolge. Beschränke dich dabei auf das Wesentliche. Schreibe sachlich, nüchtern und vermeide ausschmückende Formulierungen. Verwende das Präsens und schreibe in eigenen Worten. Wichtig! Verwende KEINE wörtliche Rede. Besonders wichtige Äußerungen von Figuren kannst du in der indirekten Rede wiedergeben. Im Anschluss an die Inhaltsangabe, stellst du deine Ergebnisse der Textanalyse dar. Wichtig ist, dass du hierbei auf die Aufgabenstellung achtest. Diese kann sich z. B. auf die dargestellten Figuren, die sprachliche Gestaltung oder auf die Textsorte beziehen. Wichtig ist, dass du deine Analyse mit Zitaten belegst. Zur Erinnerung: Zitierte Textstellen enthalten immer Anführungszeichen. Dahinter wird in Klammern die Fundstelle angegeben. Bei Sachtexten oder Erzählungen gibt man die Zeilen an. Geht ein Zitat über eine Zeile hinaus, setzt man die Abkürzung „f” "Punkt". Im Schlussteil solltest du eine Wertung abgeben. Diese kann sich z. B. auf die Position des Autors bzw. der Autorin oder auf die Überzeugungskraft des Textes beziehen. Präge dir den Aufbau zur Textanalyse von Kurzgeschichten gut ein. Du kleine Kurzgeschichte kannst mich nicht erschrecken! Upsi.

1 Kommentar
  1. super

    Von Silas B., vor 6 Tagen