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Konkurrenz - Formen und detailliertes Prinzip 05:43 min

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Transkript Konkurrenz - Formen und detailliertes Prinzip

Hallo! Du kennst ja bestimmt das Revierverhalten von Hunden, wenn sie ihre Duftmarken zur Abgrenzung ihres Reviers benutzen und damit z.B. Nahrungskonkurrenten vertreiben. Konkurrenz gibt es im Tier- und auch im Pflanzenreich. Oftmals geht es beim Konkurrenzverhalten um Nahrung.

Vielleicht hast du die Vorstellung, dass immer der Stärkere den Kampf um Nahrung gewinnt und der Schwächere nicht überleben kann. In diesem Video wirst du sehen, dass es doch Möglichkeiten gibt, dass verschiedene Organismen zusammen leben können, obwohl sie die gleiche Nahrung bevorzugen. Organismen können nämlich der Konkurrenz auch aus dem Weg gehen.

Innerartliche und zwischenartliche Konkurrenz

Konkurrenzverhalten kann zwischen Individuen der gleichen Art herrschen, also z.B. zwischen den einzelnen Stockenten an einem See. Das nennt man dann innerartliche oder intraspezifische Konkurrenz.

Findet das Konkurrenzverhalten zwischen Individuen verschiedener Arten statt, also z.B. zwischen verschiedenen Vogelarten, handelt es sich um zwischenartliche oder interspezifische Konkurrenz.

Beispiel Pantoffeltierchen

Um die Konkurrenz zu erklären wollen wir uns näher mit der zwischenartlichen Konkurrenz von Pantoffeltierchen beschäftigen. Dazu schauen wir uns zunächst ein Experiment an. Man kann diese kleinen Einzeller, die sich von Bakterien ernähren und die man einfach in einer Nährlösung anziehen.

Kultur allein

Wenn man die zwei Pantoffeltierarten Paramecium aurelia und Paramecium caudatum in getrennten Nährlösungen anzieht und dann die Anzahl der Pantoffeltierchen pro Mililiter Nährlösung auszählt, kann man beobachten, dass sich bei beiden Arten nach einigen Tagen eine konstante Anzahl von Individuen einstellt, die sich später auch nicht mehr verändert.

Konkurrenz-Ausschluss-Prinzip

Wenn man beide Arten zusammen in einer Nährlösung anzieht, kann man zunächst beobachten, dass die Anzahl beider Arten ansteigt. Nach etwa zwei Wochen kann man aber nur noch Paramecium aurelia in der Nährlösung finden. Hast du eine Idee, woran das liegt?

Wie du in der Graphik sehen kannst, wächst die Population von P.aurelia schneller als die Population von Paramecium caudatum. Da sich beide Arten von den selben Bakterien ernähren, konkurrieren sie um Nahrung. Paramecium caudatum hat nicht genügend Nahrung und das Wachstum der Population kommt zum Erliegen.

Das Prinzip, das du in diesem Experiment gesehen hast, bezeichnet man als Konkurrenz-Ausschluss-Prinzip. Es sagt aus, dass Arten mit sehr ähnlichen ökologischen Ansprüchen, wie im Beispiel die gleichen Bakterien als Nahrung, nebeneinander nicht existieren können. Dieses Prinzip gilt nicht nur für die Pantoffeltierchen. Auch bei Versuchen mit verschiedenen Tier- und Pflanzenarten ist es bestätigt worden.

Konkurrenzverminderung/-vermeidung

Wenn wir unser Pantoffeltierchen-Experiment noch weiter führen, können wir uns noch ein weiteres Prinzip herleiten. Zieht man nämlich Paramecium aurelia gemeinsam mit einer anderen Pantoffeltierchenart, Paramecium bursaria, an, so kann man nach drei Wochen sehen, dass beide Arten überleben, obwohl sie zueinander in Konkurrenz stehen. Aber wie kann das sein?

Das liegt daran, dass Paramecium aurelia sich im oberen Bereich des Nährmediums aufhält, während Paramecium bursaria sich am Boden des Gefäßes aufhält und sich von absinkenden Bakterien ernährt. Dieses ist das Prinzip der Konkurrenzverminderung oder Konkurrenzvermeidung, da die beiden Pantoffeltierchenarten Konkurrenz vermindern oder vermeiden, indem sie sich in einem unterschiedlichen Bereich der Nährlösung aufhalten.

Beide Arten bilden also unterschiedliche ökologische Nischen und können deshalb überleben. Die beiden Arten aus dem ersten Experiment können nicht in einem Nährmedium gemeinsam leben, da beide Arten die gleichen ökologischen Nischen bilden.

Beispiel Pflanzenwelt - Kultur allein

Und das gleiche gibt es auch bei Pflanzen. Wenn man die Wiesengräser Fuchsschwanz, Glatthafer und Trespe jeweils allein auf einer Versuchsfläche aussät, wachsen alle dort am besten, wo eine mittlere Bodenfeuchte herrscht. Alle drei Gräserarten haben also in diesem Bereich ihr Optimum.

Kultur gemeinsam

Werden die drei Gräser gemeinsam ausgesät, besiedelt der Glatthafer hauptsächlich den Bereich der mittleren Bodenfeuchte. Der Fuchsschwanz findet sich vermehrt im feuchten, während sich die Trespe im trockenen Bereich findet. Diese beiden Bereiche liegen zwar weit entfernt vom Bodenfeuchte-Optimum des Fuchsschwanzes und der Trespe, allerdings können die beiden Gräser sich in diesen Bereichen gegen den Glatthafer durchsetzen. Und so können alle drei Gräserarten koexistieren, obwohl sie zueinander in Konkurrenz stehen.

Zusammenfassung

An diesen beiden Beispielen hast du gesehen, dass es nicht immer so ist, dass die stärkere Art die schwächere auslöscht, indem sie ihr die Nahrung wegnimmt. Dass also eine Konkurrenz nicht immer nach dem Konkurrenzausschlussprinzip endet.

Du hast gelernt, dass verschiedene Arten mit ähnlichen Ansprüchen koexistieren können, wenn sie die Konkurrenz vermeiden, indem sie etwas entfernt von ihrem Optimum bezüglich eines Umweltfaktors leben. Tschüss!

3 Kommentare
  1. Video ist hervorragend!

    Von Cuma B., vor mehr als einem Jahr
  2. Mir gefällt das Video: ) Vielen Dank!

    Von Adrian Sutter, vor mehr als 2 Jahren
  3. Schlecht

    Von Reichert Erna, vor etwa 4 Jahren

Konkurrenz - Formen und detailliertes Prinzip Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Konkurrenz - Formen und detailliertes Prinzip kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe die interspezifische und die intraspezifische Konkurrenz.

    Tipps

    „intra“ ist lateinisch und bedeutet „innerhalb“.

    Lösung

    Die intraspezifische Konkurrenz beschreibt die innerartliche Konkurrenz. Individuen derselben Art konkurrieren um Nahrung, Lebensraum, Weibchen oder andere Faktoren. Die interspezifische Konkurrenz hingegen beschreibt die zwischenartliche Konkurrenz. Individuen verschiedener Arten konkurrieren um Ressourcen, wie z.B. Hyänen und Löwen um Nahrung.

  • Beschreibe die Formen der Konkurrenz.

    Tipps

    „intra“ ist lateinisch und bedeutet „innerhalb“.

    Lösung

    Konkurrenz lässt sich zunächst in innerartliche (intraspezifische) und zwischenartliche (interspezifische) Konkurrenz unterteilen.

    Es kommt also weniger darauf an, um was zwei Individuen konkurrieren, sondern ob sie der gleichen Art angehören oder nicht. Ist die Konkurrenz so stark, dass einer der beiden Parteien verdrängt wird, spricht man vom Konkurrenzauschlussprinzip. Dies muss aber nicht immer zutreffen.

    Wenn die Individuen nicht die gleiche ökologische Nische besetzen, wie z.B. durch das Jagen zu anderen Tageszeiten, dann können sie auch am selben Ort existieren. Man nennt dies Konkurrenzvermeidung.

    Die beiden Fische im oberen Beispiel stehen gar nicht zueinander in Konkurrenz, weil sie sich nicht gegenseitig beeinflussen können.

  • Erkläre das Plankton-Paradoxon und den Widerspruch zum Konkurrenzvermeidungsprinzip.

    Tipps

    Die Gruppen (Algen, Krebstiere, Larven, Bakterien) leben alle auf engsten Raum und lassen sich vom Meer treiben.

    Lösung

    Das Plankton-Paradoxon widerspricht dem Konkurrenzausschlussprinzip tatsächlich. Denn eigentlich dürften so viele verschiedene Algenarten (und Krebstiere, Bakterienarten etc.) nicht nebeneinander existieren, da nachgewiesen wurde, dass sie dieselben Umweltbedingungen benötigen, also dieselbe ökologische Nische besetzen.

    Bis heute konnte man diese Problematik nicht vollständig lösen, obwohl viele Forschungen einige wertvolle Hinweise aufzeigen. So bilden sich wohl doch ökologische Nischen, indem die Algenarten z.B. unterschiedliche Wellenlängen des Lichtes nutzen. Dies ist aber nur eine mögliche Erklärung von vielen, die wohl zum gesamten Plankton-Paradoxon beiträgt.

  • Beschreibe die Koexistenz der Wiesengräser.

    Tipps

    Die Zuordnung über dem Diagramm entspricht der Feuchte, in der sich die jeweilige Pflanze durchsetzen kann.

    Lösung

    Alle drei Pflanzen haben eigentlich ihr Optimum bei mittelfeuchten Boden. Doch der Glatthafer setzt sich dort gegen die anderen beiden Gräser durch und verdrängt sie. Diese können jedoch den Glatthafer auf trockenen bzw. feuchten Boden verdrängen. Somit besetzen alle drei Gräser eine andere ökologische Nische. Da es verschiedene Arten sind, handelt es sich um interspezifische Konkurrenz.

  • Bestimme die interspezifische und intraspezifische Konkurrenz.

    Tipps

    „intra“ ist lateinisch und bedeutet „innerhalb“.

    Lösung

    Egal, wie sich eine Konkurrenz auswirkt; ob aggressiv oder friedlich, ob es eine Koexistenz gibt oder nicht: Für die Einschätzung, ob es sich um eine interspezifische (zwischenartliche) oder eine intraspezifische (innerartliche) Konkurrenzform handelt, ist nur die Art der Konkurrenten bedeutend.

    Auch der Grund der Konkurrenz ist dafür nicht bedeutend. Manchmal ist auch gar nicht so leicht ersichtlich, worum konkurriert wird.

    Die Teichvögel scheinen auf den ersten Blick friedlich zu sein, da sie nicht um dieselbe Nahrung konkurrieren. Dennoch teilen sie sich einen Lebensraum, eine wertvolle Ressource, die es manchmal zu verteidigen gilt.

  • Erläutere das Konkurrenzvermeidungsprinzip.

    Tipps

    Manche Begriffe passen zwar grammatikalisch und inhaltlich in eine Lücke, aber du wirst vielleicht am Ende des Textes merken, dass du doch noch einmal etwas ändern musst.

    Lösung

    Das Konkurrenzvermeidungsprinzip erlaubt es, dass Arten die eigentlich konkurrieren würden, dennoch im selben Lebensraum existieren können. Dafür müssen diese Arten jedoch unterschiedliche ökologische Nischen einnehmen.

    Aber auch innerhalb einer Art kann das Konkurrenzvermeidungsprinzip wirken. So haben Alttiere andere Umweltansprüche als Jungtiere. Außerdem können sich auch Männchen und Weibchen unterschiedlich an die Umwelt angepasst haben.