Entdeckung der DNA - Watson und Crick 03:31 min

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Transkript Entdeckung der DNA - Watson und Crick

In den frühen 1950er-Jahren wurde die Suche nach dem Geheimnis der DNA-Struktur zu einem Wettlauf, der von Rivalität und gescheiterten Partnerschaften geprägt war. Zu diesem Wettlauf traten zwei Mannschaften an: Francis Crick und James Watson, ein Physiker und ein Genetiker von der Universität Cambridge, sowie Maurice Wilkins und Rosalind Franklin, ein ehemaliger Kernphysiker und eine Biophysikerin vom Kings College, London. Sie bildeten sehr unterschiedliche Partnerschaften. Watson und Crick hatten sich zusammengetan, weil sie die DNA leidenschaftlich interessierte. Für Franklin war das einfach nur ein Problem, das sie lösen sollte. Wilkins und Franklin wussten, dass das DNA-Molekül zu klein war, um es zu sehen. Deshalb verwendeten sie Röntgenstrahlen, um Hinweise über seine Form zu erhalten.Der Plan war, dass Franklin einzelne DNA-Stränge sorgfältig fotografieren sollte, damit Wilkins diese Bilder nutzen konnte, um die Struktur des Moleküls zu entschlüsseln. Franklin glaubte jedoch, dass sie beauftragt wurde, das DNA-Problem im Alleingang zu lösen und alle Hoffnungen auf eine Zusammenarbeit waren verloren. Es ist ziemlich klar, dass, wenn man das Entschlüsseln der DNA-Struktur als einen Wettlauf betrachtet, wir diesen Wettlauf schon sehr früh verloren haben, da wir eine Zusammenarbeit für unmöglich hielten. Franklin führte ihre Forschung allein fort und produzierte Dutzende von DNA-Bildern, einschließlich „Foto 51“ – das ein X in der Mitte des DNA-Moleküls zeigte; ein Muster, das auf eine helikale Struktur hinwies. Franklin hatte nicht bemerkt, wie nah sie ganz allein schon der Lösung des Rätsels gekommen war. Während dessen begegnete an der Universität Cambridge das gegnerische Team von Crick und Watson der Herausforderung dadurch, dass es Modelle dazu entwickelte, wie es sich DNA vorstellte – vielleicht wie ein Kreuz oder eine Helix. Sie versuchten Modelle zu erstellen, die Sinn ergaben, weil sie wussten oder wenigstens die tiefe Einsicht hatten, dass, wenn sie die Struktur kannten, ihnen diese erzählen konnte, wie das genetische Material funktioniert. Wir missachteten hier alle Regeln, indem wir uns kaum um die Beweise scherten. Wir wollten einfach versuchen, eine schöne Struktur zu entwickeln, die gleichzeitig chemischen Regeln gehorchte. Aber dieses Rätsel konnte nicht allein durch Vermutungen gelöst werden und ohne irgendwelche konkreten Daten begannen auch ihre Pläne auseinanderzufallen. Während eines Besuchs in London zeigte Wilkins Watson dann einige der Forschungsarbeiten, die Wissenschaftler am King`s College produziert hatten, darunter Franklins „Foto 51“. Es war eine perfekte Helix! Es war ein kreuzähnliches Muster – das bedeutete, dass es eine Helix gab und ich sagte: ‚Maurice, du musst Modelle bauen!‘ Durch das Scheitern Wilkins Partnerschaft mit Franklin fiel es deshalb Crick und Watson zu, das Geheimnis zu lösen. Am 23. Februar 1953 enthüllten Crick und Watson die Doppelhelix: den Schlüssel zur Struktur unserer Gene. Neun Jahre später, 1962, teilten sich Francis Crick und James Watson den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin zusammen mit Maurice Wilkins. Rosalind Franklin starb 1985 an Krebs. Für ihre Rolle beim Fotografieren der DNA-Struktur wurde sie nie offiziell geehrt. Dennoch sind es diese vier Wissenschaftler, denen heute die Lösung eines der wichtigsten biologischen Rätsel aller Zeiten zugeschrieben wird, des der DNA-Doppelhelix.

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