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Der Vogelzug – Überwintern im Süden

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Team Digital
Der Vogelzug – Überwintern im Süden
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Grundlagen zum Thema Der Vogelzug – Überwintern im Süden

Inhalt

Der Vogelzug – Biologie

„Alle Vögel sind schon da …“ Sicherlich kennst du dieses Lied, in dem der Frühling besungen wird. Aber wo sind die Vögel im Winter? Im Frühjahr und im Herbst kannst du große Vogelschwärme am Himmel beobachten. Wo kommen diese Tiere her bzw. wo fliegen sie hin? Was ist ein Vogelzug und was löst diesen aus? Antworten auf diese und weitere Fragen erfährst du in diesem Text.

Was ist ein Zugvogel? – Definition

Ein Zugvogel ist ein Vogel, der im Sommer bei uns anzutreffen ist, im Winter aber nicht. In wenigen Fällen ist es auch umgekehrt. Im Spätsommer oder Herbst verlassen die Zugvögel ihre Brutgebiete und fliegen in den Süden. Im darauffolgenden Frühjahr kommen die Zugvögel zurück. Vögel, die bei uns brüten und überwintern, werden Standvögel oder Jahresvögel genannt. Sie haben kein Interesse an einem Winterurlaub. Zu den Standvögeln zählen zum Beispiel Spatzen oder Meisen.

Formationsflug Merkmale Zugvogel für Kinder einfach erklärt

Die Bezeichnungen Standvögel und Zugvögel sind jedoch für viele Arten nur regional gültig. Das heisst, Vogelarten, welche in Mittel- und Südeuropa Standvögel sind, können gleichzeitig in Nordeuropa als Zugvögel gelten. Sie entfliehen den dort kälteren Wintern. Solche Arten sind dann zum Beispiel auch bei uns im Winter anzutreffen. Oft ist es schwer zu unterscheiden, ob im Winter beobachtete Vögel tatsächlich hier beheimatet sind oder ob es sich um Zugvögel aus dem Norden handelt.

Welche Arten von Zugvögeln gibt es?

Die Unterscheidung eines Vogels in Kurzstrecken- und Langstreckenzieher erfolgt anhand der zurückzulegenden Flugstrecke zwischen Brut- und Winterstätte. Kurzstreckenzieher legen nur einige Hundert Kilometer Strecke zurück. Der Langstreckenzieher überwindet einen Flug von mehreren Tausend Kilometern.

Zugvogel Distanz Sommer- und Winterquartier Beispiele
Langstreckenzieher in der Regel mehr als 4 000 Kilometer Nachtigall, Storch, Zilpzalp, Mehlschwalbe
Kurzstreckenzieher weniger als 2 000 Kilometer Star, Kiebitz, Rotkehlchen, Kranich
Standvogel kein Vogelzug Spatzen, Meisen, Buntspecht, Zaunkönig

Welche Vögel gehören zu den Zugvögeln?

Die bekanntesten Zugvögel in Deutschland sind die Schwalben, Kraniche, Wildgänse und Störche. Diese Vögel sind Langstreckenzieher und ziehen in der Regel in den Süden bis nach Afrika.

Die meisten unserer Singvögel wie der Star, der Buchfink und der Kibitz zählen zu den Kurzstreckenziehern. Sie bleiben innerhalb Europas.

Weitere Vögel, die im Winter in den Süden fliegen, sind Zilpzalps, Ringdrosseln, Mauersegler, Nachtigallen, Kuckucke, Teichrohrsänger.

Zu den Beispielen der Zugvögel, die bei uns in Deutschland überwintern, zählen auch die Sing- und Zwergschwäne, die in Skandinavien und Sibirien brüten. Die Nonnengänse besitzen ihre Brutstätten in Russland und überwintern an der Nordsee im Wattenmeer. Auf den Salzwiesen und Getreidefeldern finden sie dabei einen reich gedeckten Tisch. Die Ringelgans, aus dem hohen Norden, gesellt sich häufig mit dazu und genießt die Aussicht auf die Nordsee. Der Silberreiher brütet in Südosteuropa und überwintert bei uns im Norden Deutschlands.

Flugformationen beim Vogelzug

Die meisten Schwärme bestehen aus mehreren Tausend Tieren. Aber wie fliegen die Zugvögel, damit es nicht zu Kollisionen kommt? Sie bilden bestimmte Formationen, in denen jeder Vogel seinen eigenen Platz hat. Die häufigsten Flugformationen können folgender Abbildung entnommen werden:

Vogelzug Formation

Das Verhalten der Zugvögel – Erklärung

Wird es draußen zu kalt, fliegen Zugvögel aus den kälteren Regionen in wärmere Gebiete, da sie die kalten Temperaturen nicht überleben würden. Auch die Nahrungssuche im Winter gestaltet sich für viele Vogelarten, vor allem für Insektenfresser, schwierig. Diese Nahrungsknappheit ist ein weiterer Grund für die Zugvögel, in den Süden zu ziehen.
Neben diesen ökologischen Ursachen des Vogelzugs geben auch physiologische und genetische Ursachen das Startsignal für den Vogelzug.

Die früher einsetzende Dunkelheit und die fallenden Temperaturen im Herbst führen zu hormonellen Veränderungen im Körper der Vögel und lösen eine sogenannte Zugunruhe aus. Dieses Programm ist angeboren, Zugvögel verfügen also über eine Art innere Uhr, die ihnen mitteilt, wann sie fliegen müssen. So ist sichergestellt, dass auch in den Wintermonaten das Nahrungsangebot ausreichend ist und die Vögel überleben können. Diese Ursache ist ausschlaggebend dafür, dass sich der Vogelzug im Laufe der Stammesgeschichte durchsetzen konnte.

Der Zeitpunkt des Vogelzugs muss richtig abgestimmt sein, da eine zu frühe Rückkehr mit Erfrieren oder Verhungern enden kann. Ebenso ist ein verspäteter Abflug gefährlich, da es zu einem verfrühten Wintereinbruch oder zur Entkräftung auf der Flugstrecke kommen kann.

Wann die Vögel in den Süden ziehen, ist je nach Art und Jahr unterschiedlich. Der Beginn der Wanderung ist meist im Herbst, wobei einzelne Vogelarten bereits im August oder September in die wärmeren Länder ziehen. Fliegen die Vögel zur Überwinterung weg, wird dies als Wegzug bezeichnet. Beim Rückflug zur Brutstätte im Frühling sprechen wir vom Heimzug.

Route des Vogelzugs

Die Flugrouten der europäischen Zugvögel führen in den Süden. Dabei legen sie Tausende Kilometer zurück und fliegen in Höhen von bis zu 10 000 Metern. Wie lange der Flug dauert, hängt vom genauen Ziel ab. Einige überwintern in der Mittelmeerregion, andere Zugvögel fliegen bis nach Afrika und überwintern dort. Die Reise der Zugvögel ist kein gemütlicher Ausflug, sondern ein schneller Flug. Einige Arten erreichen eine Reisegeschwindigkeit von bis zu $\pu{160 km/h}$.

Woher wissen wir, wohin die Zugvögel ziehen?

Eine Methode, um die Zugstrecken von Vögeln herauszufinden, ist die Beringung. Dabei werden die Zugvögel eingefangen und mit einem Aluring beringt. Diese Methode ist schmerzfrei. Auf diesem Ring befindet sich die Nummer, unter der der Vogel registriert ist, das Land, in dem der Vogel beringt wurde, und die Vogelwarte.

Zusätzlich werden Daten über den Vogel erfasst. Wie groß er ist und wie alt, welches Geschlecht er hat und wie sein medizinischer Zustand ist. Bisher wurden über 200 Millionen Vögel beringt. Durch Rückmeldungen aus der Bevölkerung und aus Forschungseinrichtungen können über den Ring die Aufenthaltsorte ermittelt werden. Eine weitere Methode der Vogelzugbeobachtung ist das Radar. Die Vögel werden mit Peilsendern ausgestattet und die Flugrouten werden durch Satellitenüberwachung nachvollzogen.

Orientierung beim Vogelzug

Woher wissen die Vögel, in welche Richtung und welche Strecke sie fliegen müssen? Zugvögel haben verschiedene Orientierungsmöglichkeiten entwickelt, die in der folgenden Tabelle zusammengefasst sind:

Sonnenstand Er ermöglicht den Zugvögeln die Orientierung am Tag.
Sternenhimmel Er ermöglicht den Zugvögeln das Fliegen in der Nacht.
Geografische Anhaltspunkte Das können z. B. große Flüsse oder Gebirge sein.
Erdmagnetfeld Zugvögel verfügen über einen inneren Kompass.

Vogelzug und Stoffwechsel

Die Reise der Zugvögel ist sehr anstrengend. Dabei müssen sie auch immer wieder lange Strecken ohne Unterbrechung zurücklegen, z. B. wenn sie über das Meer fliegen. Wie überleben sie dieses Abenteuer? Zur Energiegewinnung greifen sie auf im Sommer angelegte Fettvorräte zurück und bauen die in den inneren Organen gespeicherten Proteine ab. An bestimmten Orten legen Zugvögel eine Rast ein, um sich zu erholen und Nahrung aufzunehmen. Dafür ist beispielsweise bei uns das Wattenmeer bekannt. Zum Schlafen brauchen die Zugvögel keine Rast. Während des Fluges können Vögel schlafen, allerdings nur mit einer Gehirnhälfte. Die andere Gehirnhälfte wird zur Orientierung benötigt.

Der Vogelzug – Zusammenfassung

Hier werden nochmals die wichtigsten Informationen zum Vogelzug zusammengefasst:

  • Man unterscheidet zwischen Zug- und Standvögeln.
  • Zugvögel ziehen vor Einbruch des Winters in wärmere Gegenden und kehren im Frühjahr zurück.
  • Standvögel bleiben während des ganzen Jahres in der Nähe ihres Nistplatzes.
  • Bei den Zugvögeln unterscheidet man zwischen Lang- und Kurzsteckenziehern.
  • Gründe für den Vogelzug sind die Nahrungsknappheit und die Kälte.
  • Durch Beringung oder mithilfe von Peilsendern kann die Flugroute der Zugvögel untersucht werden.
  • Zugvögel orientieren sich am Stand der Sonne, am Sternenhimmel, an geografischen Anhaltspunkten und am Erdmagnetfeld.
  • Es gibt verschiedene Flugformationen wie zum Beispiel das Fliegen im Schwarm, in Keilform oder in einer Reihe.

Nach dem Betrachten des Videos hast du die Möglichkeit, Übungen und Arbeitsblätter zum Thema Vogelzug zu bearbeiten. Viel Spaß!

Häufige Fragen zum Thema Vogelzug und Zugvögel

Welche Zugvögel fliegen hintereinander?
Wie können wir feststellen, zwischen welchen Gebieten die Zugvögel hin- und herwandern?

Transkript Der Vogelzug – Überwintern im Süden

Mila träumt davon, den Winter im Süden zu verbringen. Mit ihrer Familie nach Südafrika fliegen, in der Sonne abhängen – das wär was. Ein Zugvogel müsste man sein – n' Storch oder so. Aber Moment mal, woher wissen die eigentlich, wo Süden ist? Die bringt ja schließlich kein Flugzeug dahin. Wie die Vögel das anstellen, mit dem „Vogelzug“. Um eins vorab festzuhalten: Zugvögel sind, wie du dir sicher schon gedacht hast, Vögel, die zwischen Sommer- und Winterquartier wechseln. Sie ziehen regelmäßig aus ihren Brutgebieten, zum Beispiel aus Deutschland, in wärmere Gebiete, um dort zu überwintern. Vögel, die in ihrem Brutgebiet bleiben und ihr Quartier somit auch im Winter nicht verlassen, werden als Standvögel bezeichnet. Aber warum ziehen manche Vögel und andere nicht? Ein Grund ist die Nahrungsknappheit, dazu ein Beispiel: Störche fressen Insekten, Würmer, Frösche und so weiter. Im Winter ist diese Nahrung sehr rar, da sich die Umweltbedingungen verändern – Böden sind zum Beispiel gefroren. Im Süden ist hingegen genug Nahrung vorhanden. Sie ziehen und sichern somit ihr Überleben. Manchen Vögeln geht es da anders: Vögel, die sich von Samen, Nüssen und Beeren ernähren, finden mitunter auch im Winter genug Nahrung bei uns oder legen bereits im Sommer und Herbst einen Vorrat an. Neben den ökologische, also die Umweltbedingungen betreffenden Gründen für den Vogelzug gibt es auch physiologische, also körperliche Gründe. Die Vögel verfügen sozusagen über eine innere Uhr. Wenn die Tage bei uns kürzer werden, setzt durch hormonelle Veränderungen die sogenannte Zugunruhe ein und die Zugvögel brechen langsam auf. So weit so gut und wohin ziehen sie dann genau? Zugvögel suchen nicht alle dieselben Winterquartiere auf, sie starten ja auch nicht alle am selben Ort. Grundsätzlich wird zwischen Lang- und Kurzstreckenziehern unterschieden. Die Unterscheidung erfolgt, wie es der Name verrät, nach der Länge der zurückgelegten Strecke. Während Kurzstreckenzieher nur einige hundert Kilometer zurücklegen, fliegen Langstreckenzieher teilweise in Gebiete, die zehntausende Kilometer weit entfernt liegen. Den Weltrekord hält bisher die Küstenseeschwalbe: sie legt im Jahr eine Flugstrecke von bis zu achtzigtausend Kilometern zurück – einmal vom Nord- zum Südpol und retour. Wir schauen uns gleich noch ein paar weitere Beispiele von Zugvogelrouten an. Du denkst jetzt bestimmt: und welcher Hannes ist bei der Küstenseeschwalbe mitgeflogen, um diese Strecke zu messen? Natürlich niemand. Es gibt zum Glück eine Reihe von Methoden, um den Vogelzug zu erforschen. Eine Möglichkeit besteht in der Beringung. Dabei werden kleine Aluminiumringe am Fuß des Vogels befestigt. Darauf sind wiederum der Name der Vogelwarte, in der der Vogel unter anderem vermessen wurde, sowie eine individuelle Nummer eingraviert. Die Daten verraten also, wann und wo der Vogel einmal beringt wurde und wo man den Ring hinsenden kann, wenn man ihn zum Beispiel an einem toten Vogel findet. Eine weitaus modernere Methode ist die Satellitenüberwachung. Vögel werden mit kleinen Peilsendern ausgestattet und können somit täglich geortet werden. Hier ein paar Beispiele von Zugrouten. Zielgebiete und Aufenthaltsdauer sind von Vogelart zu Vogelart verschieden. Manche Störche fliegen zum Beispiel von Mecklenburg-Vorpommern bis in den Süden Afrikas. Die Singdrossel fliegt als Kurzstreckenzieher hingegen nur bis nach Südeuropa oder Nordafrika. Der Kuckuck überwintert meist in Zentralafrika. Auf ihrer Reise fliegen die Zugvögel in verschiedenen Formationen. Der Kuckuck tritt die Reise ganz alleine an, wohingegen Schwalben in Schwärmen fliegen. Wildgänse bilden eine Keilform, Enten eine Reihen. Schwäne fliegen in Staffeln oder versetzten Reihen in den Süden und Austernfischer bevorzugen die Kettenformation. Die Reise der Zugvögel ist sehr anstrengend. Bevor sie sich auf den sogenannten Wegzug und Heimzug machen, müssen sie sich daher ein ordentliches Fettpolster anfuttern, um genügend Energie zu haben. An bestimmten Orten legen Zugvögel dann auch mal eine Rast ein, ein bekannter Ort dafür ist das Wattenmeer. Eine Frage bleibt da noch: wie finden die Zugvögel eigentlich den Weg? Während des Tages ziehende Vögel – sogenannte Tagzieher – orientieren sich am Sonnenstand und an Landmarken wie Flüssen oder Gebirgsketten. Nachtzieher orientieren sich am Sternenhimmel. Einige Zugvögel, wie das Rotkehlchen, orientieren sich darüber hinaus am Erdmagnetfeld. Wie das genau funktioniert, wissen wir heute noch nicht. Fest steht: sie verfügen über eine Art inneren Kompass. Fassen wir noch einmal zusammen, was wir alles spannendes über den Vogelzug gelernt haben. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Zug- und Standvögeln. Es gibt ökologische und physiologische Gründe, aus welchen Zugvögel ziehen. Manche von ihnen ziehen bei Tag, andere bei Nacht. Sie orientieren sich demnach am Sonnenstand und Landmarken oder am Sternenhimmel. Manchen Zugvögeln ist es zudem möglich, sich am Erdmagnetfeld zu orientieren. Je nach Vogelart ziehen sie auf ihrem Wegzug in verschiedenen Formationen in ganz unterschiedliche Winterquartiere und begeben sich im nächsten Jahr meist wieder auf den Heimzug. Dabei legen Langstreckenzieher äußerst weite Strecken zurück, Kurzstreckenzieher überwintern häufig in Südeuropa. Mithilfe von Beringung oder Satellitenüberwachung können wir diese spannenden Daten zum Vogelzug sammeln. Während Mila dieses Video sieht und sich überlegt, wie unglaublich anstrengend diese ständigen Reisen sein müssen, fällt ihr auf, dass man es sich auch im Winter Zuhause ziemlich gemütlich machen kann. Besser für unsere Umwelt ist das ohnehin!

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Der Vogelzug – Überwintern im Süden Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Der Vogelzug – Überwintern im Süden kannst du es wiederholen und üben.
  • Nenne Gründe, warum manche Vögel im Winter in wärmere Gebiete ziehen.

    Tipps

    Zwei der Antworten sind richtig.

    Im Winter gibt es weniger Insekten als im Sommer.

    In Südeuropa ist es in der Regel wärmer als in Nordeuropa.

    Zugvögel besitzen eine innere Uhr.

    Lösung

    Die wichtigsten Gründe für den Zug der Vögel in den Süden sind die Kälte und die Nahrungsknappheit.

    Viele Vögel ernähren sich von Insekten. Da viele Insektenarten sich im Winter in Verstecken verkriechen und in eine Kältestarre verfallen, gibt es weniger Nahrung für Vögel. Manche Vögel ernähren sich auch von Würmern oder anderen Tieren im Boden. Wenn dieser im Winter gefriert, kommen die Vögel nicht mehr an die Nahrung heran.

    Wenn die Tage kürzer werden, sorgen hormonelle Veränderungen dafür, dass bei Zugvögeln die Zugunruhe einsetzt und sie sich für ihre Reise bereit machen.

  • Beschreibe den Unterschied zwischen Kurz- und Langstreckenfliegern.

    Tipps

    Langstreckenzieher legen größere Distanzen zurück als Kurzstreckenzieher.

    Vögel, die sowohl im Sommer als auch im Winter in unseren Gärten und Parks zu finden sind, heißen Standvögel.

    Lösung

    Manche Vögel verlassen ihr Brutgebiet das ganze Jahr über nicht, so zum Beispiel die Kohlmeise. Sie gehört damit zu den Standvögeln.

    Andere Vögel ziehen jedoch im Herbst in wärmere Gebiete, um dort den Winter zu verbringen. Das sind die Zugvögel. Man unterscheidet dabei zwischen Kurzstreckenziehern und Langstreckenziehern, je nachdem wie weit die Vogelart fliegt.

    Die Küstenseeschwalbe hält den Rekord und legt bis zu 80 000 Kilometer zurück, wenn sie in den Süden zieht. Sie ist also ein Langstreckenzieher.

    Die Singdrossel dagegen legt nur wenige Hundert Kilometer zurück und zählt daher zu den Kurzstreckenziehern.

  • Beschreibe Methoden zur Erforschung des Vogelzugs.

    Tipps

    Eine Vogelwarte ist eine Einrichtung zum Schutz von Wildvögeln.

    Peilsender sind Ortungsgeräte.

    Lösung

    Der Vogelzug war lange Zeit ein großes Geheimnis. Erst durch Zufall stieß man darauf, dass die Vögel überhaupt im Winter in den Süden ziehen. Vorher ging man davon aus, dass sich die Vögel im Winter in Höhlen oder andere Verstecke zurückziehen.

    Die Methode des Beringens ist vergleichsweise alt, dafür aber sehr effektiv, da die jeweiligen Fundorte eines Vogels verfolgt werden können. Um die Nummer auf dem Ring abzulesen, brauchen die Vögel heutzutage sogar nicht mehr unbedingt gefangen werden. Die Technik von Kameras ist so gut, dass geübte Fotografinnen und Fotografen die Ringnummer des Vogels auf große Entfernung abfotografieren können. Neben der Nummer steht auch der Name der Vogelwarte auf dem Ring, an der der Vogel ursprünglich beringt wurde. Diese Daten sowie der Fundort können dann an die zuständige Vogelwarte übermittelt werden, um nachzuvollziehen, wohin der Vogel geflogen ist.

    Das Verfolgen des Vogelzugs mithilfe der Satellitenüberwachung ist eine modernere und auch genauere Methode. Hier werden kleine Peilsender an den Vögeln angebracht, die regelmäßig Signale über den Aufenthaltsort des Vogels senden. So kann die Route des Vogels ziemlich genau nachvollzogen werden.

  • Gib an, wie Zugvögel sich auf ihrer Reise orientieren.

    Tipps

    Tagzieher ziehen bei Tag, Nachtzieher ziehen bei Nacht. Überlege einmal, welche Dinge zu den unterschiedlichen Zeiten gut zu sehen sind.

    Wolken verdecken tagsüber die Sonne und nachts die Sterne.

    Das Magnetfeld der Erde ist sowohl nachts als auch bei Tag vorhanden.

    Lösung

    Tagzieher orientieren sich vor allem an der Sonne und Landmarken, beispielsweise Bergketten oder Flüssen.
    Nachtzieher haben diese Orientierungshilfen nicht zur Verfügung. Sie orientieren sich daher häufig am Sternenhimmel.
    Bei bedecktem Himmel sind manchmal sowohl Sonne als auch Sterne schlecht zu sehen. Das ist auch bei Vögeln so. Dadurch wird sowohl Tag- als auch Nachtziehern die Orientierung erschwert.
    Eine Methode zu Orientierung, die davon unbeeinflusst ist, ist die Orientierung am Erdmagnetfeld. Diese ist von uns Menschen noch nicht vollständig verstanden. Sie wird von Tagziehern und Nachtziehern verwendet.

  • Benenne die Flugordnungen der Zugvögel.

    Tipps

    Den Begriff Vogelschwarm hört man häufig. Streng genommen beschreibt er aber nur eine mögliche Flugformation der Vögel, die durchaus Ähnlichkeit mit einem Fischschwarm besitzt.

    Die Staffel sieht aus wie ein halber Keil.

    Lösung

    Auf dem Bild kannst du die unterschiedlichen Formationen von Zugvögeln sehen.

    • Ein Schwarm zeichnet sich dadurch aus, dass es erst einmal so aussieht, als würden alle Vögel durcheinanderfliegen. Aber auch in einem Schwarm gibt es Kommunikation und die Vögel achten aufeinander.
    • In einem Keil fliegen zum Beispiel Wildgänse. Die Formation sieht aus wie die Spitze eines Pfeils.
    • Eine Staffel sieht aus wie ein halber Keil.
    • Fliegen die Vögel in einer Kette, dann fliegen alle Vögel waagerecht nebeneinander.
    • Bei einer Reihe fliegt immer ein Vogel genau hinter einem anderen.
  • Erkläre, was passieren würde, wenn die Zugvögel im Sommer nicht zu uns zurückkehren würden.

    Tipps

    Viele Vögel fressen Früchte. Durch ihre Ausscheidung verbreiten sie den Samen der Pflanze.

    Würden die Vögel nicht zurückkehren, wäre es in den Sommerquartieren ziemlich überfüllt.

    Lösung

    • Im Sommerquartier:
    Viele Zugvögel verbringen bei uns in Europa den Frühling und den Sommer. Sie brüten hier und ziehen ihre Jungen auf. Dabei fressen sie eine Menge Insekten, Samen und manche sogar kleine Säugetiere.
    In unserem Beispiel besteht die Hauptnahrung aus Mücken und Holunderbeeren. Da ein wichtiger Fressfeind für die Mücken im Sommerquartier fehlt, könnte es zu einer Mückenplage kommen.
    Die Samen in den Holunderbeeren scheiden die Vögel normalerweise aus, wenn sie die Früchte fressen. Dabei verteilen sie die Samen in der Landschaft. Geschieht dies nicht mehr, werden die Holunderkerne nicht mehr richtig verteilt und die Holunderbestände gehen zurück.

    • Im Winterquartier:
    Die Winterquartiere der Vögel sind häufig in Afrika oder Südeuropa. Allerdings leben dort auch andere Vögel. Würden unsere Zugvögel im Sommer dort bleiben, würde es in den Sommerquartieren ziemlich voll werden. Die Zugvögel würden mit den heimischen Arten um Nahrung und Brutplätze konkurrieren.
    Da unsere Vogelart besonders viele Mücken frisst, könnten auch die Mückenpopulationen deutlich zurückgehen. Holunderbeeren hingegen würden durch die Vogelart besonders viel gefressen und ihre Samen verteilt. Das könnte dazu führen, dass die Holunderbüsche sich weiter ausbreiten.

    Die genauen Folgen, die solche Veränderungen für ein Ökosystem haben, sind niemals klar. Es ist also sehr gut so, dass die Zugvögel auch weiterhin zwischen Sommer- und Winterquartier wechseln.

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