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Tiere und Pflanzen auf der Wiese 06:01 min

Textversion des Videos

Transkript Tiere und Pflanzen auf der Wiese

Hallo! Das ist ein Video zum Thema „Lebensraum Wiese“. Du kennst sie bestimmt: Die herrlich bunten Sommerwiesen, mit ihren unzähligen verschiedenen Pflanzen und Gräsern und mit ihren vielen kleinen und winzigkleinen Bewohnern! Aber hast Du gewusst, dass die allermeisten Wiesen erst durch Menschenhand entstanden sind und ohne den Menschen auch schnell wieder verschwinden würden? In diesem Video wollen wir der Sache mit der „Wiese“ gründlich auf den Grund gehen! In unseren Breiten gab es vor tausenden Jahren so gut wie keine Wiesen. Weite Teile von Europa waren mit dichten Wäldern bedeckt. Erst als die Menschen sesshaft wurden und Häuser und Siedlungen bauten, entstanden die Wiesen. Die Menschen fingen nämlich an, sich Tiere zu halten. Diese Tiere wurden in die Wälder geschickt, um Nahrung zu finden. Sie fraßen Jungbäume und Sträucher und frisch aufkeimende Bäumchen. Die beweideten Wälder lichteten sich also nach und nach. Dadurch, dass mehr Sonnenlicht auf den Boden fallen konnte, entwickelten sich Gräser und Kräuter. Nach und nach verwandelten sich also Baumflächen in Wiesen wie wir sie heute kennen. Warum werden aus diesen Wiesen nicht wieder Wälder? Die Antwort liegt in der Nutzung von Wiesen. Wiesen werden als Nahrung für Weidevieh verwendet. Entweder man lässt das Vieh auf die Wiesen, die sie dann nach und nach abgrasen, oder man mäht die Wiesen, um mit dem gewonnen Heu das Vieh durch den Winter zu bringen. Auf jeden Fall wird die Wiese immer wieder gestutzt: Entweder durch das Vieh oder durch die Mähmaschine. Das ist der Grund, warum Wiesen bleiben. Denn Sträucher und Bäume wachsen sehr langsam und haben keine Chance, sich zu entwickeln. Das heißt aber auch: Ohne Menschen und deren Vieh, würden aus Wiesen nach und nach wieder Sträucher und Wälder. Die Sträucher und Bäume würden immer mehr verhindern, dass Licht auf den Boden fallen kann, und somit hätten Gräser und Kräuter keine Chance mehr zu wachsen. Die Wiesen in unserer Gegend sind also Kulturlandschaften. Das heißt, sie sind durch den Menschen ermöglicht und brauchen ihn, um weiter bestehen zu können. Jetzt liegt die Frage nahe, ob es nicht auch „natürliche Wiesen“ gibt. Die Antwort ist ja. Nämlich überall dort, wo die Gräser und Kräuter nicht Sträucher und Bäume als Konkurrenten haben. Zum Beispiel in den Alpen. Über der Baumgrenze, wo keine Bäume mehr wachsen können, befinden sich natürliche Wiesen. Dort kann kein Baum den Gräsern das Licht wegnehmen. Oder in anderen Gegenden der Welt, wo es zum Beispiel zu trocken ist, als dass Bäume wachsen könnten. Gräser und Kräuter haben weniger Wasserbedarf - das Ergebnis sind Prärien und Grassteppen. Aber jetzt zurück zu unseren Wiesen.
In unseren Breiten unterscheidet man verschiedene Arten von Wiesen - je nachdem, wie sie genutzt werden. Es gibt zum Beispiel die Streuwiese. Sie wird nur einmal im Jahr, am Ende des Sommers, gemäht. Das Heu wird als Streu für die Ställe verwendet. Deshalb: Streuwiesen. Weil sie nur ein Mal im Jahr gemäht werden, ist ihr Artenreichtum hoch: Sehr viele verschiedene Gräser- und Tierarten tummeln sich dort. Die so genannte Futterwiese wird mehrmals pro Jahr gemäht. Oft wird diese auch gedüngt, damit sie schneller wieder nachwächst. Die geschnittenen Gräser werden an das Vieh verfüttern, deshalb Futterwiesen. Ihr Artenreichtum ist nicht so groß wie bei Streuwiesen. Futterwiesen werden auch Fettwiesen genannt. Und dann gibt es noch die Standweide. Das sind jene Wiesen, die nicht von der Mähmaschine gemäht werden, sondern vom Vieh selber abgefressen werden. Das Vieh steht auf den Wiesen und frisst - deshalb Standwiese. Die Frage, wozu wir Wiesen brauchen, kannst du jetzt schon selber beantworten. Wir brauchen Wiesen, damit unser Vieh genügend Futter bekommt. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt: Die Wiesen sind Lebensraum für unzählige kleine und winzigkleine Tiere! Wir werfen mal einen Blick in eine Wiese! Ganz unten ist die Bodenschicht. Im Boden leben unzählige Regenwürmer, die den Boden immer schön auflockern und so gesund halten. In einem Erdwürfel von einem Meter Kantenlänge können bis zu 800 Regenwürmer hausen! Auch Maulwürfe und Wühlmäuse leben in der Bodenschicht. Maulwürfe haben Käferlarven, die ebenfalls im Boden leben, zum Fressen gerne! Auch Ameisen bevölkern die Bodenschicht. Dann gibt es die Streuschicht - die Schicht knapp über dem Boden. Dort leben zum Beispiel Laufkäfer, Tausendfüßler, Asseln, Schnecken und Grillen. Aber auch Vögel leben dort - nämlich die, die am Boden brühten, die so genannten Bodenbrüter. Das sind etwa Braunkehlchen und Uferschnepfe. Die nächst höhere Schicht ist die Blatt- und Stängelschicht. Dort leben z.B. Spinnen, Heuschrecken, Schmetterlingsraupen und Blattkäfer. Ganz oben ist die Blütenschicht. Dort tummeln sich z.B. Wildbienen, Hummeln, Wespen, Vögel und Schwebefliegen. Sie alle werden vom Nektar der Blüten angezogen. Kurz zusammengefasst: In unseren Breiten sind Wiesen Teil der Kulturlandschaft. Der Mensch hat den Wiesen die Möglichkeiten gegeben, zu entstehen. Ohne den Menschen würden die Wiesen in unserer Gegend wieder zu Wildnis mit Sträuchern und Wäldern werden. Stell dir vor, du wärst so ein kleines Tierchen, irgendwo am Boden einer Wiese! Dann wäre die Wiese wie ein echter Dschungel für dich! Damit die kleinen Lebewesen nicht ihren Dschungel verlieren, müssen wir die Wiesen erhalten. Dazu brauchen wir die Bauern mit ihrem Vieh. Tauche selber mal in den Dschungel einer Wiese ein! Lege dich mitten hinein und beobachte das geschäftige Treiben in einer Wiese - du wirst staunen, was es da alles zu sehen und zu hören gibt!

Tiere und Pflanzen auf der Wiese Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Tiere und Pflanzen auf der Wiese kannst du es wiederholen und üben.

  • Welche Tiere kannst du auf einer Wiese entdecken?

    Tipps

    Die Tiere leben entweder im Boden oder in den Gräsern.

    Vor allem Insekten kannst du in der Wiese entdecken.

    Lösung

    Die Wiese besteht aus vier Schichten. In ihr befinden sich viele verschiedene Lebewesen.

    • Bodenschicht: Regenwürmer und Ameisen fühlen sich in dieser Schicht wohl.
    • Streuschicht: Hier findest du Schnecken und Asseln.
    • Blatt- und Stängelschicht: In dieser Schicht kannst du Spinnen und Heuschrecken entdecken.
    • Blütenschicht: Hier leben zum Beispiel Wildbienen und Vögel.

  • Warum gibt es natürliche Wiesen eher selten?

    Tipps

    Pflanzen brauchen Licht und Wasser zum Wachsen.

    Lösung

    Wiesen sind häufig Kulturlandschaften. Das bedeutet, dass sie vom Menschen erschaffen wurden und den Menschen auch brauchen, um weiter zu bestehen.

    Der Mensch sorgt für das Bestehen von Wiesen, da er seine Tiere darauf weiden lässt. Die Tiere fressen die kleine Bäume und Sträucher dann ab, so dass sie nicht größer werden können. Gäbe es den Menschen mit seinen Tieren nicht, dann würden die Bäume und Sträucher schnell hoch wachsen. Diese großen Bäume und Sträucher lassen dann kaum noch Licht durch bis zum Boden. Die Pflanzen der Wiese bekommen also kein Licht und können nicht wachsen.

  • Wofür können Wiesen verwendet werden?

    Tipps

    Viele Tiere fressen Gras.

    Die Pflanzen auf der Wiese können im Winter nicht so gut wachsen.

    Lösung

    Die Wiese dient als Nahrung für viele Tiere. Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen werden daher oft zum Grasen auf die Wiesen gestellt.

    Im Winter wachsen die Pflanzen auf der Wiese nicht so gut. Daher mäht der Bauer bereits im Sommer viel Gras und macht Heu daraus. Das Heu können die Tiere dann im Winter fressen.

  • Wie kann man eine Blumenwiese erhalten?

    Tipps

    Die Blumen auf einer Wiese sind nicht mal halb so hoch wie du.

    Lösung

    Wiesen sind Kulturlandschaften. Das bedeutet, dass Wiesen meist nur entstehen, wenn der Mensch Landwirtschaft betreibt. Wenn eine Wiese nicht regelmäßig gemäht wird, dann wachsen auch Bäume und Sträucher auf ihr. Diese werden viel höher als die Pflanzen der Wiese. Wenn die Bäume höher sind als die Pflanzen der Wiese, dann nehmen sie der Wiese das Licht weg. Das Licht der Sonne kann dann nicht mehr die bodennahen Pflanzen erreichen. Damit kann die Wiese nicht mehr überleben.

  • Welche Tiere leben in der Blatt- und Stängelschicht und welche in der Blütenschicht auf einer Wiese?

    Tipps

    Tiere in der Blütenschicht ernähren sich vom Blütennektar.

    Der Marienkäfer ernährt sich von Blattläusen an den Blattstängeln.

    Lösung

    Es gibt vier verschiedene Schichten in einer Wiese.

    • In der Bodenschicht leben vor allem Würmer und Larven. Aber auch Tiere, die sich von Larven und Würmern ernähren, findest du in dieser Schicht.
    • In der Streuschicht leben zum Beispiel Grillen und Asseln.
    • In der Blatt- und Stängelschicht leben kleine Käfer und Raupen, die sich von den Blättern ernähren oder von den Blattläusen.
    • In der oberen Blütenschicht findest du viele Insekten, die fliegen können und sich vom Blütennektar ernähren, so wie Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und Wespen.

  • Welche Pflanzen kannst du auf einer Wiese entdecken?

    Tipps

    Auf einer Wiese wachsen Gräser und Kräuter.

    Lösung

    Auf einer Wiese wachsen viele verschiedene Gräser und Kräuter. Wiesen entstehen nur dort, wo es keine Konkurrenten, wie Bäume oder Sträucher, gibt. Diese würden den kleinen Pflanzen der Wiese das Licht wegnehmen und sie könnten nicht mehr wachsen. Einige Pflanzen auf einer Wiese kennst du ja vielleicht schon:

    • Gänseblümchen
    • Klatschmohn
    • Brennnessel
    • Gras
    Palmen und Kakteen gehören nicht zu den Pflanzen der Wiese.