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Kalter Krieg und Wiedervereinigung

Der Kalte Krieg und der systemisch-ideologische Konflikt zwischen der USA und der Sowjetunion hatten großen Einfluss auf das geteilte Deutschland. Bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990 stellten sich die Lebensrealitäten in den beiden deutschen Staaten sehr unterschiedlich dar.

Inhaltsverzeichnis zum Thema

Deutschland und die historische Entwicklung nach Kriegsende

Der 8. Mai 1945 markiert mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Auf der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 02. August 1945 einigten sich die Siegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich auf folgende politische Grundsätze für Deutschland:

  • Demilitarisierung (Abbau der Armee, Beseitigung des Waffenarsenals)
  • Entnazifizierung („Säuberung” von allen Einflüssen des Nationalsozialismus, Auflösung der NSDAP)
  • Demokratisierung (endgültige Umgestaltung des deutschen politischen Lebens auf demokratischer Grundlage)
  • Dezentralisierung (Stärkung der lokalen Selbstverwaltung)

Außerdem teilten die Alliierten Deutschland in vier Besatzungszonen ein.

Deutschland in 4 Besatzungszonen

Der Kalte Krieg

Alle, die jetzt auf eine Zeit der Entspannung gehofft hatten, wurden schnell enttäuscht. Zu groß war der Gegensatz der beiden neuen Kontrahenten, die bereits begonnen hatten, ihre Netzwerke über die gesamte Welt zu spannen: der demokratisch kapitalistische „Westen“ und der sozialistisch bzw. kommunistische „Osten“. Die USA und seine westlichen Alliierten auf Seite des Westens, die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten auf Seite des Ostens. Dabei versuchten die beiden Supermächte ihre Interessensphären mit allen Mitteln zu verteidigen und zu erweitern, und dies überall auf der Welt. Der Kalte Krieg war geboren.

Deutschland als Front des Kalten Kriegs: DDR und BRD

Doch was geschah in Deutschland? Die unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Interessen der beiden Großmächte führten dazu, dass Deutschland in einen Westblock der Alliierten und einen Ostblock der Sowjetunion geteilt wurde. Mit der Währungsreform der Westalliierten und der Berlin-Blockade der Sowjetunion spitzte sich der Ost-West-Konflikt immer weiter zu. Schließlich wurde Deutschland 1949 in zwei separate Staaten geteilt: die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Der sogenannte Eiserne Vorhang entstand, für den die innerdeutsche Grenze und die 1961 gebaute Berliner Mauer symbolisch wurde.

Berlin-Blockade - 1948

Deutsche Wiedervereinigung

Das Leben im geteilten Deutschland konnte unterschiedlicher kaum sein. Während der Westen prosperierte und Wirtschaftsprogramme wie der Marshallplan die Wirtschaft wieder in die Weltspitze führten, war der sozialistische Osten weitgehend vom Welthandel abgeschnitten und durch Plan- und Mangelwirtschaft bald am Boden. Am 9. November 1989 fiel dann die Berliner Mauer, das SED-Regime in der DDR war beendet und das sowjetische Imperium brach zusammen. Am 3. Oktober 1990 schließlich vollzog sich mit dem Beitritt der DDR zur BRD die deutsche Einheit.

Der Kalte Krieg wurde formell beigelegt. Dennoch schwelten die Konflikte weiter. Die NATO beispielsweise hat sich im Gegensatz zum Warschauer Pakt nie aufgelöst und ist immer noch global im Einsatz. Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ist der Konflikt zwischen Russland und der NATO wieder brandaktuell geworden.