sofatutor 30 Tage kostenlos ausprobieren

Videos & Übungen für alle Fächer & Klassenstufen

Relativsätze 05:57 min

Textversion des Videos

Transkript Relativsätze

Hi, ich bin’s, Tim. Was sind eigentlich Relativsätze? Sie sind eine Form der Gliedsätze, die sich in einem Satzgefüge befinden.

Was aber ist ein Satzgefüge? Ein Satzgefüge besteht immer aus mindestens einem Hauptsatz und einem Gliedsatz, der dem Hauptsatz untergeordnet und nicht eigenständig stehen kann.

Im Gegensatz zum Satzgefüge gibt es auch die Satzreihe, in der mehrere Teilsätze gleichrangig nebeneinander stehen und als einzelne Sätze durch Punkte abgetrennt werden könnten. Wie erkennen wir, ob es sich um eine Satzreihe oder ein Satzgefüge handelt? In Satzreihen ist die Verbstellung immer normal an zweiter Stelle, in Gliedsätzen hingegen steht das Verb oder die Hilfsverbkonstruktion ganz am Ende des Satzes. Ist also der Satz “Ich esse den ganzen Tag und du wunderst dich darüber” eine Satzreihe oder ein Satzgefüge? Richtig, eine Satzreihe, weil man daraus zwei eigenständige Sätze bilden könnte. Aber schauen wir uns jetzt den Relativsatz genauer an, von dem du jetzt schon weißt, dass er immer ein Gliedsatz ist. Was zeichnet einen Relativsatz noch aus? Hauptsatz und Relativsatz sind immer mit einem Relativpronomen verbunden. Die bekanntesten Relativpronomen kennst du vielleicht schon, nämlich “der”, “die”, und “das”. Relativpronomen sind z.B. aber auch “welcher”, “welche”, “welches” und Adverbien wie “wo”, “was”, “wer” “wohin” etc. Sowohl der Satz “Er ist ein Mensch, der sich glücklich nennt” als auch “Das Land, wohin sie ihn brachten, lag weit entfernt” und “Die Route, welche sie wählten, war sehr gefährlich” sind also Relativsätze.

Das Relativpronomen bezieht sich dabei immer auf ein Wort auf den Hauptsatz, das es näher bestimmt. Im Satz “Die Blätter, die in unseren Garten fielen, waren noch grün” leitet das Pronomen “die” einen Relativsatz ein, der die Blätter näher beschreibt. Der Fall oder Kasus des Relativpronomens richtet sich dabei nach dem Satzglied, auf das sich das Relativpronomen bezieht. So z.B. im Satz “Der Mann, dem wir halfen, wurde wieder eingesperrt.” ”Helfen” verlangt den Dativ - “wem halfen wir”? - und darum auch “Wir halfen dem Mann.” Der Artikel aus diesem Satz wird zum Relativpronomen des Relativsatzes. Genauso beim Satz “Der Ring, den ich fand, trug eine Inschrift”. “Ich fand den Ring”. “Den Ring” ist ein Akkusativobjekt. Das Relativpronomen steht daher auch im Akkusativ.

Ein weiteres Merkmal ist, dass vor dem Relativpronomen eine Präposition stehen kann. So z.B. “Die Freundin, auf die ich baute, ließ mich im Stich” oder “Wir staunten über die Länder, durch die wir reisten.” Und wenn wir jetzt alle diese Elemente in einem langen, komplizierten Satz verbinden? Wie wäre es mit “Der Mann, dem wir halfen, bestaunte die Länder, durch die er mit der Freundin, die ihn wegen des Ringes mit der Inschrift, welchen wir unter den Blättern, die in unseren Garten fielen, fanden, im Stich ließ, gereist war.”? Ab einer gewissen Länge machen Relativsätze nur noch wenig Sinn... Fassen wir kurz zusammen: Zusammengesetzte Sätze bestehen aus aneinandergereihten Hauptsätzen, also Satzreihen, oder aus Satzgefügen. Ein Satzgefüge besteht hingegen immer aus Hauptsatz und Gliedsatz. Relativsätze sind eine Art von Gliedsätzen. Den Unterschied zwischen Satzreihen und Satzgefügen erkennt man an der veränderten Stellung des Verbs in Gliedsätzen, wo es am Ende steht. Relativsatz und Hauptsatz sind mit Relativpronomen wie “der” “die” “das” “welcher” “was” etc. verbunden. Es bezieht sich dabei immer auf ein Wort des Hauptsatzes und steht in dem Kasus oder Fall des Satzgliedes aus dem Hauptsatz, auf das es sich bezieht. Außerdem kann vor dem Relativpronomen eine Präposition stehen. Wenn du dir diese Merkmale merken kannst, wirst du Relativsätze problemlos erkennen können. Wusstest du, dass dir Relativsätze sogar bei der Rechtschreibung helfen können? Wenn du dir unsicher bist, ob “dass” mit einem oder zwei /s/ geschrieben wird, kannst du versuchen, es durch das Relativpronomen “welches” zu ersetzen. Zum Beispiel, “Das Geld, das ich verdient hatte, ist schon wieder weg.” Hier kannst du auch sagen “Das Geld, welches ich verdient hatte…” Wenn das funktioniert, schreib man “das” mit einem /s/, weil es ein Relativpronomen ist. Sehr nützlich, oder? Ich sag ciao!

61 Kommentare
  1. Super Video 👍 👍👍

    Von Franz 12, vor 4 Monaten
  2. Hallo Leoni,
    danke für deine Frage. Das Wort 'und' ist eine Konjunktion. Der Relativsatz ist eine besondere Form eines Nebensatzes, der immer mit einem Komma abgetrennt werden muss.
    Liebe Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 4 Monaten
  3. Besteht der Relativsatz aus einem Haupt+Nebensatz

    Von Leoni B., vor 4 Monaten
  4. Ist „und“ auch ein Relativpronomen?❓

    Von Leoni B., vor 4 Monaten
  5. In Aufgabe eins heißt es, dass nach einem Hauptsatz immer ein Komma steht, obwohl man auch ein „und” verwenden kann um einen Hauptsatz mit einem Relativsatz zu verbinden.

    Von Iman Doudouh, vor 4 Monaten
Mehr Kommentare

Relativsätze Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Relativsätze kannst du es wiederholen und üben.

  • Nenne Merkmale von Relativsätzen.

    Tipps

    Der folgende Satz enthält einen Relativsatz:

    Das ist die Serie, die ich am besten finde.

    Wenn du den Satz anschaust, welche Regeln kannst du dir davon ableiten?

    Nur eine Antwort ist falsch.

    Lösung
    • Relativsätze sind keine Hauptsätze, sondern eine Form der Gliedsätze.
    • Das Relativpronomen bezieht sich immer auf ein Wort aus dem Hauptsatz, das es näher bestimmt.
    • Vor dem Relativpronomen kann eine Präposition, aber keine Konjunktion stehen.
  • Nenne die Regeln, gegen die das Fehlerteufelchen Sarastratus in diesem Satz verstoßen hat.

    Tipps

    Der Begriff Kasus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Fall. Im Deutschen unterscheiden wir zwischen vier Fällen: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Der Kasus des Relativpronomens richtet sich immer nach dem Satzglied, auf das sich das Relativpronomen bezieht.

    • Ich habe den Roman gelesen. (Akkusativ)
    • Der Roman, den ich gelesen habe, ist wirklich spannend.

    Als Genus bezeichnet man das grammatische Geschlecht. Im Deutschen gibt es drei Genera, nämlich Maskulinum, Femininum und Neutrum.

    Der Numerus gibt die Anzahl von Personen und Objekten an. Das Deutsche kennt zwei Numeri: Singular (Einzahl) und Plural (Mehrzahl).

    Lösung

    Das Fehlerteufelchen Sarastratus hat in diesem Satz gegen drei Regeln verstoßen:

    1. Im Deutschen steht vor einem Relativpronomen immer ein Komma. Diese Regel gehört übrigens zu den wichtigsten Kommaregeln im Deutschen. Allerdings kann vor dem Relativpronomen noch eine Präposition stehen: Elisabeth kann tolle Witze erzählen, über die wir dann immer lachen.
    2. Der Kasus des Relativpronomens muss sich nach dem Satzglied richten, auf das es sich bezieht. Das Relativpronomen steht hier im Dativ: dem Mädchen. Tatsächlich muss hier aber der Nominativ stehen: Wer oder was wusste als Erstes die Antwort? Das Mädchen.
    3. Außerdem muss sich das Relativpronomen in Genus und Numerus nach dem Bezugswort richten. In diesem Satz ist das Bezugswort Mädchen. Das Genus ist also Neutrum und der Numerus Singular (Einzahl).
    Richtig müsste der Satz also lauten: Die schlaue Elisabeth war das Mädchen, das als Erstes die Antwort wusste.

  • Bestimme die Satzgefüge in der Fabel Das Schilfrohr und der Ölbaum.

    Tipps

    Wenn man Hauptsatz mit Hauptsatz zu einem Satz verbindet, dann nennt man das eine Satzreihe.

    Wenn man einen Hauptsatz mit einem oder mehreren Nebensätzen (Gliedsätzen) verbindet, dann nennt man das ein Satzgefüge.

    Hauptsätze und Nebensätze unterscheiden sich in erster Linie durch die Satzstellung des konjugierten Verbs. In Satzreihen ist die Stellung des Verbs normal immer an zweiter Stelle. In Nebensätzen steht das Verb am Ende des Satzes.

    • Der Olivenbaum hat grüne Blätter.
    • Der Olivenbaum, der grüne Blätter hat, gehört zur Gattung der Ölbäume.
    Lösung

    Es gibt einfache und zusammengesetzte Sätze. Einen einfachen Satz erkennst du daran, dass in ihm nur ein konjugiertes Verb vorkommt:

    • Über Stärke, Festigkeit und Ruhe stritten sich ein Schilfrohr und ein Ölbaum. (einfacher Satz)
    Ein zusammengesetzter Satz ist ein Satz, in dem mehr als ein konjugiertes Verb vorkommt, denn er wird aus mehreren Teilsätzen zusammengesetzt. Bei einer Satzreihe stehen mehrere Teilsätze gleichrangig nebeneinander:
    • Das hin und her geschüttelte Rohr hatte den Windstößen nachgegeben und blieb unbeschädigt. (Satzreihe)
    • Das hin und her geschüttelte Rohr hatte den Windstößen nachgegeben. Es blieb unbeschädigt. (zwei Teilsätze)
    Ein Satzgefüge besteht immer mindestens aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz (Gliedsatz), der dem Hauptsatz untergeordnet ist und nicht eigenständig stehen kann:
    • Das Rohr, welches von dem Ölbaum darob getadelt ward, dass es aller Stärke entbehre und leicht von allen Winden hin und her bewegt werde, schwieg und sagte kein Wort.
    • Der Ölbaum dagegen, welcher sich den Winden entgegengestemmt hatte, wurde durch deren Gewalt gebrochen.
    Sicher hast du schon bemerkt, dass in diesen beiden Satzgefügen zwei Relativsätze vorkommen. Du erkennst sie an den einleitenden Relativpronomen welches und welcher.

    Quelle: URL: http://gutenberg.spiegel.de/buch/aesop-fabeln-1928/23 [Abgerufen am 23.07.2015].

  • Bilde in den folgenden Sätzen aus den Attributen Relativsätze mit der, die, das.

    Tipps

    Attribute sind Beifügungen zu einem Bezugswort, meist zu einem Substantiv. Relativsätze nehmen oft die Stelle eines Attributs ein:

    • Taylor filmt einen riesigen Elefanten.
    • Taylor filmt einen Elefanten, der riesig ist.

    Beachte, dass die Geschichte in der Gegenwartsform (Präsens) verfasst ist.

    Beachte die Kommasetzung.

    • Er sieht den aus dem Gebüsch springenden Löwen.
    • Er sieht den Löwen, der aus dem Gebüsch springt.

    Lösung

    Nebensätze mit Relativpronomen (Relativsätze) nehmen oft die Stelle eines Attributs (Beifügung) ein, besonders dann, wenn ein Attribut sehr umständlich klingt:

    • In letzter Sekunde springt er in seinen auf der gegenüberliegenden Straßenseite neben der verkrüppelten Akazie bereitstehenden Jeep.
    • In letzter Sekunde springt er in seinen Jeep, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite neben der verkrüppelten Akazie bereitsteht.

  • Bestimme die Satzarten der folgenden Sätze.

    Tipps

    In Satzreihen ist die Stellung des konjugierten Verbs immer an zweiter Satzgliedstelle. In Nebensätzen (Gliedsätzen) steht es am Ende des Satzes.

    • Unser Nachbar aus dem ersten Stock wohnt schon seit 20 Jahren hier.
    • Unser Nachbar, der im ersten Stock wohnt, ist Schauspieler.

    Hauptsatz und Relativsatz sind immer mit einem Relativpronomen verbunden: der, die, das, welcher, welche, welches.

    Der Fall (Kasus) des Relativpronomens richtet sich nach dem Satzglied, auf das sich das Relativpronomen bezieht: Der Roman, den ich gelesen habe, ist wirklich beeindruckend.

    Vor dem Relativpronomen kann eine Präposition stehen: Das Flugzeug, mit dem wir fliegen wollten, hatte Verspätung.

    Lösung
    • Es gibt einfache und zusammengesetzte Sätze. Einen einfachen Satz erkennst du daran, dass in ihm nur ein konjugiertes Verb vorkommt: Wir halfen dem Mann.
    • Satzreihen verbinden gleichrangige Teilsätze miteinander. In den Teilsätzen der Satzreihe ist die Stellung des konjugierten Verbs immer an zweiter Satzgliedstelle: Ich esse den ganzen Tag und du wunderst dich darüber. Man könnte auch sagen: Ich esse den ganzen Tag. Du wunderst dich darüber.
    • In Nebensätzen (Gliedsätzen) steht das konjugierte Verb am Ende des Satzes: Der Mann, dem wir halfen, wurde wieder eingesperrt.
  • Entscheide, ob Kevin in seinem Brief an Jens das oder dass schreiben muss.

    Tipps

    Wenn du dir unsicher bist, ob das/dass mit einem oder zwei s geschrieben wird, kannst du versuchen, es durch das Relativpronomen welches zu ersetzen:

    • Das Geld, das ich verdient hatte, ist schon wieder weg.
    • Das Geld, welches ich verdient hatte, ist schon wieder weg.

    Lösung

    Die Unterscheidung des Gebrauchs von das und dass bereitet nicht selten Schwierigkeiten:

    • Das Wort das wird als Artikel oder als Relativpronomen verwendet.
    • Das Wort dass ist eine Konjunktion und leitet einen Nebensatz ein.
    Wenn du dir unsicher bist, ob das/dass mit einem oder zwei s geschrieben wird, kannst du versuchen, es durch das Relativpronomen welches zu ersetzen.
    • Sainte-Maxime ist ein kleines französisches Küstenstädtchen, das nicht weit von Saint-Tropez gelegen ist.
    • Sainte-Maxime ist ein kleines französisches Küstenstädtchen, welches nicht weit von Saint-Tropez gelegen ist.
    Wenn das nicht funktioniert, verwendet man dass. Dass ist eine Konjunktion und kann nicht durch welches ersetzt werden:
    • Ich weiß, dass ich dir vertrauen kann.
    • Ich weiß, welches ich dir vertrauen kann. (falsch)