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Das Hirtentäschel 09:36 min

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Transkript Das Hirtentäschel

Hallo, heute möchte ich euch das Hirtentäschel vorstellen. Es ist eine Pflanze, die sehr oft an Wegrändern, auf Öd- und Brachland, Äckern und im Garten bereits ab Monat März zu finden ist. Sie ist überall unter dem Namen Capsella bursa-pastoris L. bekannt. Capsella heißt kleine Tasche, daher auch die abgewandelte Bezeichnung „Täschel‟, denn früher trugen Hirten ähnlich geformte Taschenbeutel. Die ursprünglichen Verbreitungsgebiete des Hirtentäschels sind Europa, Westasien und der Mittelmeerraum. Allerdings gelangten die kleinen Samen mit den Menschen in alle Erdteile, sodass wir sie heute weltweit finden. Die Pflanze ist ein krautiges, ein- bis zweijähriges Gewächs, welches bis zu 50 Zentimeter hoch wird. Ihr seht hier ein abgeblühtes Exemplar mit den kleinen dreieckigen, fast herzförmigen Früchten, die langgestielt und traubenförmig am Stängel stehen. Die stengelumfassenden, größeren Grundblätter bilden eine Rosette. Hier gut zu sehen. Die Blätter sind drei bis zehn Zentimeter lang und sie sind mehr oder weniger gefiedert oder unregelmäßig gelappt. Blätter, die am Stengel sitzen, sind von pfeilförmiger Gestalt und ihre Stellung ist wechselständig. Nach oben hin werden sie immer kleiner, bis sie ganz fehlen. Die endständige Blütentraube besteht aus kleinen, weißen Blüten. Hier erscheint der Blütenstand sehr grazil, also feingliederig und er ist hellgrün. An den Blütenständen, die ich hier zeige, sieht man beispielsweise, dass die Pflanze sehr vielgestaltig in Farbe und Form in der Natur auftritt. Am lichtreichem, satten Standort bildet sie deutlich erkennbare Blüten und der Stengel mit den Früchten ist bräunlich und farblich der Umgebung angepasst. Diesen Blütenstand fand ich Anfang Dezember bei schon spärlichem Licht. Er ist vielfach vergrößert, sonst könnte man ja die kleinen Kelchblätter, Blütenblätter und die etwa vier Millimeter langen, noch wachsenden Schötchen, nicht sehen. Die Blütenblätter wurden aufgrund der niedrigen Temperaturen nur etwa halb so groß, wie sie es sonst sind. Dahinter luken Staubbeutel mit gelben Pollen hervor, welche man gerade so erkennen kann. Das ist ein reifes Schötchen mit ein Millimeter langen Samen. Die Samen werden fast schlagartig ausgestreut, denn die Kapselhälften reißen unten am Stielchen ab und springen regelrecht weg. Stiel und Trennwand bleiben zurück. Die Schötchen werden in der warmen Jahreszeit nach der Insektenbestäubung gebildet. Hier entstanden sie durch Selbstbestäubung, denn in der kühlen Jahreszeit sind so gut wie keine Bestäuber unterwegs. Schötchen sind die Früchte von Kreuzblütengewächsen. Sie sind nie mehr als zweimal so lang wie breit oder dick. Sehen wir einmal in die unreife, zweiklappige Kapsel hinein. Wir können die angelegten Samen, die an einer Trennwand, dem Schot, sitzen, betrachten. Ich konnte auf jeder Seite bis zu zwölf Samen zählen. Es wird geschätzt, dass eine Pflanze maximal um die 50000 Samen bilden kann. Je nachdem, welche Entwicklungsbedingungen sie findet. Die Untersuchung der Blüte bestätige ebenfalls, dass wir es mit einem Kreuzblüter zu tun haben. Die Blüte besteht aus fünf Blattkreisen, die ich gestrichelt andeute. Sie ließ sich in vier Kelchblätter, vier Blütenblätter und zwei kürzere und vier lange Staubblätter zerlegen. Kelch- und Blütenblätter stehen sich kreuzweise gegenüber, worauf der Pflanzenfamilienname zurückzuführen ist. Mittig sitzt der oberständige Stempel, der von zwei miteinander verwachsenen Fruchtblättern gebildet wird. Die jeweils bis zu zwölf Samenanlagen haben können. Im Ergebnis meiner Erläuterung seht ihr jetzt ein allgemeines Legebild, das dem des Hirtentäschels entspricht. Dieses lässt sich als Blütengrundriss so darstellen. Kommen wir jetzt zur Blütenformel, wie man sie bis zur zehnten Klasse schreiben kann. Sie müsste einfach so lauten: K4 Kr4 St4+2 F(2). Oder botanisch, also fachlich konkreter hieße sie: K4 C4 A4+2 G(2) unterstrichen. Demnach finden wir bei den Kreuzblütengewächsen diese Blüten und Erkennungsmerkmale. K4 bedeutet vier Kelchblätter, C4 heißt vier Kronblätter. A4+2 bedeutet, dass in zwei Staubblätterkreisen insgesamt sechs Staubblätter vorhanden sind, vier längere und zwei kürzere. Und G steht für den Stempel und die Zwei bedeutet, dass zwei Fruchtblätter verwachsen sind. Der Strich unter zwei sagt uns aus, dass der Stempel, also die verwachsenen Fruchtblätter, oberständig sind. Das Hirtentäschel hat in der Pflanzenheilkunde Bedeutung. Die Extrakte des Krautes enthalten blutstillende Peptide, Saponin, Gerbstoffe und Kalium. Das Hirtentäschelkraut wird als Tee und Tinktur innerlich und äußerlich angewendet. Die Inhaltsstoffe wirken blutstillend, gefäßverengend und sie steigern die Uteruskontraktion. Deswegen wird Hirtentäschelkraut homöopathisch bei jeglichen Blutungen und Wunden eingesetzt, wie zum Beispiel Nasenbluten und Menstruationsstörungen und oberflächlichen Hautverletzungen. Ich will meine Ausführungen mit den letzten Bildern des Hirtentäschels im Jahreslauf, sie entstanden im Dezember, beenden. Wir können uns gewiss sein, im nächsten Frühjahr finden wir es wieder und zwar recht häufig. Es ist wieder Zeit für eine Zusammenfassung: Wir konnten heute verstehen, dass das Hirtentäschel ein Kosmopolit geworden ist. Darunter verstehen wir Pflanzen mit weltweiter Verbreitung. Wir haben kennengelernt, dass die Blütezeit der Pflanze sich von März bis Dezember erstreckt. Das Kraut ist ein- bis zweijährig. Und wir haben erfahren, dass das Hirtentäschel zur Familie der Kreuzblütengewächse gehört, denn es weist die typischen Blüten-, Frucht- und weitere Merkmale der Familie auf. Und zu guter Letzt erfuhren wir, dass das Hirtentäschel vor allem homöopathisch in der Pflanzenkunde Anwendung als blutstillendes Mittel findet. Ich glaube, du konntest heute dein Pflanzenwissen erweitern und sage wie immer: Tschüss, euer Octavus.

1 Kommentar
  1. Danke jetzt bringt Bio spass ! :)

    Von H Jannis, vor fast 4 Jahren