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Telefon – Damals und Heute 05:08 min

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Transkript Telefon – Damals und Heute

Im Laufe der Jahrhunderte arbeiteten verschiedene Entwickler an der Erfindung des Telefons. Philipp Reis stellte 1863 den ersten serienmäßigen Prototypen eines Telefons vor. Von diesem Prototyp wurden 58 Geräte gebaut. Die Konstruktion dieses Apparates ermöglichte zwar die Übertragung von Musik, die Übertragung von Sprache funktionierte jedoch nur eingeschränkt. 1876 meldete der Amerikaner Alexander Graham Bell ein Telefonpatent an. Bells Gerät bestand aus einem Wandler, der abwechselnd als Mikrofon und als Fernhörer benutzt wurde. Er besaß eine biegsame Metallmembran, einen Stabmagneten und eine den Magneten umschließende Drahtspule. Die beim Sprechen erzeugten unterschiedlich starken Schallwellen versetzten die Membran in Schwingung. Durch den geänderten Magnetfluss wurden in der Spule elektrische Spannungen induziert. Die auf diese Weise in elektrische Signale umgewandelten Schallwellen wurden über eine Drahtverbindung zum Empfängertelefon weitergeleitet. In dessen Wandler fand nun der umgekehrte Prozess statt. Der ankommende, modellierte Strom erzeugte ein veränderliches Magnetfeld, das die Membran in Schwingungen versetzte, wodurch wieder Schallwellen entstanden. Das Telefon setzte zum Siegeszug an. 1877 wurde das Telefon dann als Fernsprecher in Deutschland eingeführt. Damals konnte der gewünschte Gesprächsteilnehmer noch nicht direkt angewählt werden. Mitarbeiter in einem Fernsprechamt stellten die gewünschte Verbindung durch Umstöpseln von Telefonleitungen her. In Deutschland wurden anfänglich die Verbindungen vom freundlichen Fräulein vom Amt durchgeführt. Das Wort Telefon löste übrigens erst 1980 offiziell den Fernsprecher in Deutschland ab. In den kommenden Jahrzehnten nahm das Telefon immer mehr an Bedeutung zu und wurde stetig weiterentwickelt. 1908 wurde es in Deutschland möglich, den Gesprächspartner direkt anzuwählen. In Hildesheim verband das erste Selbstanschlussamt 1200 Teilnehmer. 1923 konnten dann in der Region Weilheim erstmals Teilnehmer aus verschiedenen Ortsnetzen in Deutschland automatisch miteinander verbunden werden. Was uns auch heute noch sehr modern und zukunftsweisend vorkommt, war schon früh möglich. 1936 wurde das weltweit erste Bildtelefonat geführt. Die Deutsche Reichspost installierte eine entsprechende Verbindung zwischen Leipzig und Berlin. Mit dieser Verbindung war es möglich, dass sich entweder die Gesprächspartner sahen oder aber ein Dokument von beiden Teilnehmern gleichzeitig betrachtet werden konnte. Was heute beinahe Standard ist, wurde vor 61 Jahren wegen der hohen Kosten abgebrochen. Der Nutzen rechtfertigte damals die Investitionen nicht. Dass sich am technischen Prinzip der Festnetztelefonie über all die Jahre nicht viel änderte, kann man auch daran ablesen, dass die Zeiträume zwischen den technischen Neuerungen immer länger wurden. Erst 1989 trat mit ISDN wieder eine erwähnenswerte Innovation auf. Mit ISDN werden die Sprachimpulse als digitale Daten durch das Telefonnetz transportiert. Der Kunde erhält zwei Telefonleitungen und mehrere Rufnummern, zusätzlich sind verschiedene Serviceleistungen wie Rufnummernanzeige und Dreierkonferenz möglich. Heute werden Daten immer mehr über das Internet geschickt. Dies ist bereits mit Fax und Sprache Alltag. Das Internet ist nicht an Telefonleitungen gebunden. Das traditionelle Festnetz hat in den letzten Jahren also Konkurrenz bekommen. Telefonieren über Fernsehkabel oder die Stromleitung ist ebenfalls möglich. Die größte Umwälzung bringt jedoch die Möglichkeit des mobilen Datentransfers. Über UMTS oder andere Technologien werden kabellos Daten verschickt und kommuniziert. Dadurch verliert die traditionelle Festnetztelefonie immer mehr an Bedeutung.