30 Tage kostenlos testen:
Mehr Spaß am Lernen.

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

Sonnensystem 07:31 min

Textversion des Videos

Transkript Sonnensystem

Damals entstand der Eindruck, das Sonnensystem sei eine Präzisionsmaschine. Mit Newtons Gleichungen ließen sich der Sonnenauf- und untergang und die Mondphasen vorausberechnen. Dieselben Gleichungen ermöglichen es, die Flugbahn einer Raumsonde zu kalkulieren. Früher konnte man mit einem Teleskop nur von der Erdoberfläche aus zum Himmel blicken. Heute können wir Sonden in den Weltraum schicken und andere Planeten aus der Nähe betrachten. Merkur ist so nah an der Sonne, dass man ihn mit freiem Auge kaum jemals sieht. 1975 sandte die Mariner-Sonde Daten zur Erde. Sie zeigten, dass der Merkur ein kleiner toter Planet ist. Und so langsam um seine eigene Achse rotiert, dass ein Merkurtag länger ist als ein Merkurjahr. Am Tag erreicht seine Oberflächentemperatur 350 Grad Celsius. Nachts fällt sie auf minus 170 Grad Celsius. Der nächste Planet von der Sonne aus gesehen ist die Venus. Der Abend- oder Morgenstern. Die Venus leuchtet so hell, weil sie in reflektierende Wolken gehüllt ist. Die Magellan-Sonde blickte mithilfe ihres Radarsystems durch die Venuswolken und offenbarte eine Gluthölle. Der Treibhauseffekt der Wolken sorgt für eine Temperatur von 450 Grad Celsius. Heißer als Merkur und heiß genug, um Blei zu schmelzen. Und dann der dritte Planet. Die Erde. Unsere Heimat. Aus dieser Entfernung erkennt man, Erde und Mond als Doppelplaneten. Unser Trabant war einst Teil der Erde und trennte sich von ihr nach einer kosmischen Kollision. Der nächste Planet von der Sonne nach außen gehend, ist der Schauplatz von Science Fiction Filmen. Der Mars. Die Mariner-Daten ergaben allerdings, dass es dort weder Marsmenschen noch flüssiges Wasser und nur eine dünne Atmosphäre gibt. Aber die Landschaft ist spektakulär. Gewaltige tausende Kilometer lange Schluchten klaffen in der Oberfläche des Mars. Die Größte davon würde von der Ost- bis zur Westküste der USA reichen. Die Vermutung, sie könnten durch fließendes Wasser entstanden sein, wurde im August 2008 von der auf dem Mars gelandeten Sonde Phoenix, bestätigt. Die rote Farbe seiner Oberfläche resultiert aus dem eisenoxid haltigen Sand. Der Mars rostet. Außerdem ragen hier Reste gewaltiger Vulkane auf. Darunter der größte Vulkankegel des Sonnensystems. Er ist dreimal so hoch wie der Mount Everest. Am bekanntesten sind wohl die Voyager-Sonden, die 1977 in Richtung Jupiter, des riesigen Gasplaneten, starteten. Der Jupiter ist so gewaltig, dass in ihm alle übrigen Planeten des Sonnensystems leicht Platz hätten. Er ist eine wirbelnde, siedende Sphäre aus Wasserstoff und Helium. Mit etwas Methan und Ammoniak. Über seine Oberfläche toben Wirbelstürme, die an Gewalt jeden irdischen Hurrikan übertreffen. Die Voyager-Sonde ließ den Jupiter hinter sich und flog weiter in Richtung Saturn. Des geheimnisvollen Ringplaneten. Die Ringe bestehen aus Eis und Gesteinsteilchen und sind möglicherweise Reste eines zertrümmerten Mondes oder Kometen. Jenseits des Saturns befindet sich Uranus. Ein Gigant aus Eis. Uranus bewegt sich anders als die übrigen Planeten. Er rollt, gleichsam liegend, um die Sonne. Seine Monde umkreisen ihn wie ein Riesenrad. Neptun, siebzehn Mal größer als die Erde, ist von der Sonne so weit entfernt, dass diese nur noch ein kleiner Lichtpunkt ist. Eine einzige Umrundung der Sonne auf seiner riesigen Umlaufbahn, dauert 165 Erdenjahre. Zwei Menschenleben. Wie Uranus, ist auch Neptun von Eis bedeckt. Und das ist so gut wie alles, was wir über ihn wissen. Newtons Berechnungen ergaben, dass sich zwischen den sehr weit voneinander entfernten Bahnen des Mars und des Jupiters ein weiterer Planet befinden sollte. Doch hier kreist kein Planet um die Sonne, sondern kosmischer Schutt. Das ist der Asteroidengürtel. Im Jahr 2001 gelang es sogar, eine Sonde auf dem Asteroiden Eros zu landen. Wir wissen nicht, wie viele Asteroiden es gibt. Ihre Größe reicht von der eines Mauerziegels bis zu der eines kleinen Mondes. Auf dieser Ebene beginnt die Uhrwerkmathematik zu versagen. Und es zeigt sich wieder, das Chaos. Newtons Berechnungen der Planetenbewegungen sind letztlich nur Annäherungen. Selbst die Beziehungen zwischen nur drei Planeten ähnlicher Größe sind so kompliziert, dass sie sich mit konventioneller Mathematik nicht mehr berechnen lassen. Was den Asteroidengürtel betrifft, ist jede Voraussage von vorneherein ausgeschlossen. Erst in jüngster Zeit wird uns erst allmählich klar, wie viele Asteroiden es gibt. Und wie nah manche der Erde kommen. Die bestehenden Grenzen der Wahrnehmung zu überschreiten, ist nicht immer beruhigend. Das sind Meteoriten. Steine aus dem All. Bruchstücke von anderen Welten. Sie waren Millionen, vielleicht sogar Milliarden Jahre durch das Sonnensystem geschwirrt. Und manche stammen womöglich von fremden Welten, außerhalb des Sonnensystems.