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Aufbruch in die Neuzeit

Zu seinen Hochzeiten umfasste das Osmanische Reich weite Teile Arabiens und Nordafrikas, die heutige Türkei, den Balkan sowie den Südosten Europas. Weiter als bis nach Wien konnte es sich jedoch nie ausbreiten.

Aufstieg und Fall des Osmanischen Reiches

Osman I. Gazi lebte von 1258 bis 1326 und war der Begründer der Osmanischen Dynastie. Ursprünglich kamen die frühen Türken aus Teilen Asiens, doch zog es sie etwa seit dem 11. Jahrhundert mehr und mehr in Richtung Anatolien und Bosporus, also der heutigen Türkei. Osman und seine Nachfolger waren dabei wenig zimperlich. Sie eroberten mit ihrer fortschrittlichen Armee immer größere Gebiete und ihr Reich umschloss bald weite Teile von Arabien, Nordafrika, dem Balkan und dem Südosten Europas bis zur Krim. Das Osmanische Reich wurde zur einer asiatisch-europäischen Großmacht!

Da ihre Herrscher und Fürsten sich Sultane nannten, wurden die Reiche der Osmanen als Sultanate bezeichnet. 1453 dann eroberten sie Konstantinopel, das heutige Istanbul. Das einst mächtige Christenreich wurde zu einer exotischen Welt. Doch eben, weil es eine der bedeutendsten Städte des orthodoxen Christentums gewesen war, stellte ihre Eroberung eine Zäsur dar. Osman der I. setze sich noch für den Schutz der Christen in seinen eroberten Gebieten ein, doch von nun an wurde das Osmanische Reich zusehend als Bedrohung für das christliche Europa gesehen.

Das Osmanische Reich

Fall des Osmanischen Reiches

Die Eroberungszüge hielten an: Im 16. und 17. Jahrhundert wurden weitere Teile Europas eingenommen, wie etwa Griechenland, die Balkanländer oder große Teile von Rumänien und Ungarn. Noch heute findest du in einigen dieser Länder Menschen, die türkisch sprechen oder dem Islam angehören, da die Besatzer natürlich auch ihre Sprache und Religion in die eroberten Gebiete mitbrachten. Militärisch schien den Osmanen lange nicht beizukommen, dennoch kamen sie nie weiter als bis nach Wien, wo sie zweimal erfolglos versuchten, die Stadt einzunehmen; einmal im Jahre 1529 und ein zweites Mal 1683. Die zweite Schlacht um Wien war so etwas wie ein Wendepunkt in der Geschichte, denn von nun an sollte das Osmanische Reich stetig kleiner werden.

Atatürk – Vater der Türken

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts hatte das Reich bereits viel an Einfluss verloren und nach der Niederlage im 1. Weltkrieg wurde es letztendlich aufgeteilt. In der Türkei wollte man die Niederlage nutzen und die alten Strukturen der Sultanate zerschlagen. Besonders hervorgetan hat sich dabei die Partei CHP um seinen Vorsitzenden Mustafa Kemal Pascha, der die Modernisierung seines Landes nach westlichem Vorbild vorantreiben wollte. 1923 wurde er zum ersten Präsidenten der Türkei und sorgte neben der Abschaffung des Sultanats auch für das Ende des Kalifats in der Türkei, also die Trennung von Kirche und Staat. Aufgrund seiner Verehrung, bekam er bald den Beinamen Atatürk verliehen, was so viel bedeutet wie „Vater der Türken“.

türkische Flagge

Die Osmanische Armee

Die Osmanische Armee war über Jahrhunderte eine der schlagkräftigsten der Welt. Die ursprünglichen Heere der Osmanen waren reine Reiterheere mit wenig nennenswerter Infanterie. Die Kavallerie nannte sich Kapikuli. Ihre tragende Säule war über lange Zeit die Sipahis. Die Artillerie, die sogenannte Topçu, war erst ab 1420 mit Hilfe italienischer, ungarischer und deutscher Kanonengießer von Bedeutung. Wirkliche Infanterie, die Serratkuli, wurde ebenfalls erst später organisiert, wobei jedoch mittels der Janitscharen gleich spezielle Sondereinheiten gebildet wurden. Diese rekrutierten in der sogenannten „Knabenlese“ Soldaten aus christlichen Familien in den eroberten Gebieten, vornehmlich dem Balkan. Organisierter Kindesraub, wenn man so will, doch diese Einheiten wurden zum essentiellen Bestandteil der Armee.

Die Osmanische Armee - Kampf mit Pfeil und Bogen

Die waffenstärkste Einheit waren die berittenen Bogenschützen. Die Osmanen schworen sogar noch auf ihre Pfeile und Bögen, lange nachdem die ersten Feuerwaffen erfunden wurden. Ein weiterer Vorteil der Osmanischen Armee war zudem, dass die europäische Kriegskunst lange auf den Einsatz schwerfälliger, gepanzerten Kavallerie setzte. Das kam ihren beweglichen Spezialeinheiten und berittenen Bogenschützen nur entgegen.