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Europäische Gemeinschaft

Bei der Europäischen Gemeinschaft oder auch Europäischen Union handelt es sich um einen internationalen Verbund mit 28 Mitgliedstaaten. Durch gemeinsame Gremien und Behörden werden Handel und Politik innerhalb dieser Union reguliert.

Was ist die Europäische Gemeinschaft?

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, was so unterschiedliche Länder wie Italien, Griechenland, Dänemark und Deutschland miteinander verbindet? Jedes dieser Länder hat zwar seine einzigartigen Eigenschaften, aber dennoch sind sie alle ein Teil der Europäischen Union. Und das sind noch längst nicht alle Mitglieder: Insgesamt handelt es sich bei der EU um einen Verbund von derzeit 28 Mitgliedstaaten (Stand 2019) und 512,6 Millionen Einwohnern. Auf einer Fläche von 4.381.324 km² werden 24 Amtssprachen gesprochen. Du kannst dir also vorstellen, dass es sich aufgrund des gemeinschaftlichen Austauschs und Handels bei der Europäischen Union um den größten gemeinsamen Wirtschaftsraum der Erde handelt.

Europa

Was ist eigentlich Europa?

Namensgebend hinter der Europäischen Union steht der Kontinent Europa. Der Name selbst geht auf die griechische Mythologie und eine phönizische Prinzessin dieses Namens zurück. Der Sage nach wurde die Prinzessin vom Göttervater Zeus, der sich in Europa verliebt hatte, in Gestalt eines Stieres entführt und auf einen bis dahin unbekannten Erdteil gebracht – der Raum, den wir heute als Europa kennen.

Entführung Europas

Aus geografischer Sicht wird dieser Bereich durch das Uralgebirge von Asien, durch das Mittelmeer von Afrika und den Atlantik sowie die Nordsee von Amerika getrennt. Für einige Forscher stellt Europa allerdings keinen eigenen Kontinent dar, da die Grenzen, besonders zu Asien hin, nicht klar definiert sind. Diese Forscher sprechen daher auch vom gemeinsamen Kontinent Eurasien. Blicken wir auf den geografischen Raum Europa, ist zu erkennen, dass sich im Lauf einer Jahrtausende andauernden gemeinsamen Geschichte der Kulturraum Europa gebildet hat. Hierdurch entwickelten sich im Laufe der Zeit trotz kultureller Unterschiede auch viele gemeinsame Werte und Traditionen, die das Leben in Europa bis heute beeinflussen. Hierzu gehören beispielsweise Architektur, Philosophie, Kunst, Religion oder die Esskultur.

Von der Montanunion zur Europäischen Union

Der Geschichte der EU ging eines der leidvollsten Kapitel der europäischen Geschichte und der Weltgeschichte voraus: Der 2. Weltkrieg ließ den Großteil Europas in Trümmern zurück. Ein Wiederaufbau war dringend notwendig. 1951 kam es zur Gründung der sogenannten Montanunion. Die Montanindustrie, also der Abbau von Kohle und Stahl, wurde unter eine gemeinsame Kontrolle gebracht. Hieran beteiligt waren zunächst die Bundesrepublik Deutschland, Belgien, die Niederlande, Frankreich, Italien und Luxemburg. Diese sechs Länder unterzeichneten in Paris den Vertrag zur Gründung der EGKS - Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Die Staaten der EGKS unterzeichneten auch im Jahr 1957 in Rom die Verträge zur Gründung der EWG - Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und der Euratom. Mit der Euratom wurde die gemeinsame friedliche Nutzung der Atomkraft sichergestellt, die EWG hingegen beschloss eine gemeinsame Zusammenarbeit in allen Wirtschaftszweigen. Auch wenn es bis zur Gründung der EU noch einige Jahrzehnte dauern sollte, gelten diese Vertragsabschlüsse heute als Geburtsstunde der Europäischen Union. In den Jahren 1973 und 1986 wuchs die Anzahl der Mitgliedstaaten in der EWG um Länder wie Großbritannien und Irland auf 12 an. Vielleicht kommt dir diese Anzahl bekannt vor: Auf der Europa-Flagge findest du 12 Sterne, die sich symbolisch auf genau diese 12 Staaten beziehen. 1986 beschlossen die Mitgliedsstaaten übrigens die Schaffung eines Binnenmarkts. Darunter kannst du dir vorstellen, dass ein gemeinsamer Wirtschaftsraum geöffnet wurde, also die Grenzen für den gegenseitigen Handel aufgehoben wurden.

Besonders entscheidend war für die Gründung der EU vor allem der Maastrichter Vertrag. 1992 wurde in der niederländischen Stadt von den Mitgliedsstaaten der Vertrag über die Europäische Union unterzeichnet und der Name trat erstmals in Kraft. Um dieses Bündnis weiter zu bestärken, wurde 1999 der Euro als neue Währung eingeführt, der die frühere Währung in den meisten Mitgliedsstaaten ersetzte. Bis zum Jahr 2009 stieg die Anzahl der Mitgliedstaaten auf 27 an, 2013 trat Kroatien als bisher letzter Staat der Union bei.

Organe der EU

Politik und Handel in der Europäischen Union

Natürlich funktioniert in einem solchen Geflecht der Staaten nichts ohne feste Regelungen und Gesetze. Um Richtlinien für den gemeinsamen Umgang in der Europäischen Union festzuhalten, existieren hauptsächlich 5 Gremien und Behörden, auch Organe der EU genannt. Ihren Sitz haben diese 5 Organe, die du dir tatsächlich wie „Körperteile“ dieses Bündnisses vorstellen kannst, in Brüssel, Luxemburg und Straßburg. Der Rat der Europäischen Union stellt das oberste Gremium dar, wo alle Entscheidungen getroffen werden. Das Europäische Parlament wird von den Bürgern der EU direkt gewählt und beinhaltet somit die Repräsentanten der verschiedenen Länder. Unter dem Europäischen Gerichtshof ist die oberste rechtsprechende Instanz der EU zu verstehen. Die Europäische Kommission hingegen setzt als Regierung der EU alles um, was von Parlament und Rat beschlossen wird. Die Aufgabe des Europäischen Rechnungshofs ist es darauf zu achten, wie die Gelder der EU verwendet werden.

Europaflagge