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Versmaß und Versfuß 06:09 min

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Transkript Versmaß und Versfuß

Hallo, mein Name ist Iris, heue geht es um folgende Fragen: Wie misst man einen Vers? Was misst man in einem Vers? Was sind die kleinsten Einheiten? Und was haben Füße damit zu tun? Das Thema heute ist die Lehre vom Vers, die Metrik. Ein Vers ist in der Regel eine Zeile. Er ist aus Worten zusammengesetzt, die aus Silben bestehen. Diese Silben können entweder betont oder unbetont sein. Man misst einen Vers durch die Zählung dieser Silben. Diese Anordnung der einzelnen Wörter bildet meist ein gleichbleibendes Schema, nach dem sich die betonten und unbetonten Silben abwechseln. Diese Anordnung ergeben das Versmaß. Es wird auch als Metrum bezeichnet. Das kleinste Bauelement eines Metrums bezeichnet man als Takt oder meistens als Versfuß. Die wichtigsten Versfüße im deutschen sind der Jambus, der Trochäus und etwas weniger häufig der Anapäst und der Daktylus. Vielleicht kannst du es dir durch die zwei Begriffe merken Jatro, Anadak. Der Jambus besteht aus der Silbenkomination unbetont, betont. Er wird deshalb auch Steiger genannt. Beispielworte sind: geleert, verwohnt, betrug, seither, System, Symbol, Ballon, Jawohl. Ein Merksatz für den Jambus wäre: Jawohl mit Ballon und Symbol. Ich lese Dir jetzt ein Gedicht aus jambischen Versfüßen vor und werde es dabei etwas stärker betonen, als üblich: Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen, am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget, der weiße Nebel wunderbar. Der nächste Versfuß ist der Trochäus. Er besteht aus der Folge betont, unbetont und wird daher auch Faller genannt. Beispiele sind Leben, Rose, Liebe, Blume, Träume, Ärger. Der Merkspruch ist: Träumen Ochsen Ärger und Sorgen. Ein Beispielgedicht für den Trochäus, wieder etwas stärker betont: Ach aus dieses Tales Gründen, die der kalte Nebel drückt, könnt ich doch den Ausgang finden, ach wie fühlt ich mich beglückt. Jambus und Trochäus sind die wichtigsten Versfüße. Etwas seltener sind ihre Erweiterungen. Bei ihnen gibt es zwei unbetonte Silben und eine unbetonte. Zuerst unbetont, unbetont, betont, der Doppelsteiger, Anapäst. Er ist erst seit der Romantik häufiger. Beispiele sind Paradies, Malerei, Nebenbei, Anabell, Tollerei. Du kannst Dir den Anapäst merken durch: Anabels, Paradies, Tollerei. Schenke groß oder klein, aber immer gediegen. Der letzte Versfuß ist der Doppelfaller, der Daktylus. Betont, unbetont, unbetont. Beispiele sind Königin, Heilige, Neulinge, Singende, Wanderer, Liebende. Ein Merkvers für den Daktylus: Drollige alternde Königin typische lustige Singende. Ein Beispiel für den Daktylus: Himmlisches Leben im blauen Gewande. So, das war alles für heute. Fassen wir zusammen, was du gelernt hast. Der Vers besteht aus der Zeile. Die Verslehre ist die Metrik. Das Versmaß ist das Metrum. Gemessen wird die Abfolge der betonten und unbetonten Silben im Vers. Zwei oder drei Silben ergeben einen Versfuß, die kleinste Einheit im Metrum. Die beiden häufigsten sind der Jambus und der Trochäus. Etwas seltener sind der Anapäst und der Daktylus. Ich hoffe, du fandest es heute interessant, bis zum nächsten Mal, eure Iris.

36 Kommentare
  1. Hallo Vjm14738,
    die Lösung kann man sich anzeigen lassen, sobald man die einzelnen Aufgaben gelöst hat. Entweder geschieht das automatisch (über die Desktopversion) oder man klickt in der App auf 'Lösung anzeigen lassen', dann erhält man auch einen ausführlichen Lösungsweg.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 9 Tagen
  2. Wo kann mein Sohn seine Ergebnisse überprüfen (Lösungen)?

    Von Vjm14738, vor 10 Tagen
  3. Hallo Hessemartin5,
    vielen Dank für den Hinweis und das aufmerksame Lösen unserer Aufgaben. Der Fehler im Lösungsweg wurde direkt behoben.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor etwa 2 Monaten
  4. In der Lösung ist ein Fehler. Da steht, dass der Jambus aus einer unbetonten und unbetonten Silbe besteht.

    Von Hessemartin5, vor 2 Monaten
  5. ni hao

    Von Singha328, vor 2 Monaten
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Versmaß und Versfuß Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Versmaß und Versfuß kannst du es wiederholen und üben.

  • Definiere die Fachbegriffe rund um die Metrik.

    Tipps

    Beachte den Unterschied in den Begriffen Zeile und Vers. Während man in der Prosa (der erzählenden Literatur) von Zeilen spricht, beschränkt sich der Begriff des Verses auf Gedichte.

    Ein anderes Wort für Metrum ist das Versmaß.

    Wenn du die Bezeichnungen der Versfüße laut aussprichst, kannst du die Anordnung der betonten und unbetonten Silben heraushören.

    Lösung

    Zur Analyse eines Gedichts solltest du die Fachbegriffe der Metrik, also der Verslehre unbedingt beherrschen. Da insbesondere im Gedicht dem Rhythmus, das heißt der Abfolge von betonten und unbetonten Silben, eine besondere Bedeutung zukommt, versucht das Metrum diese Abfolge genauer zu bestimmen. Dabei unterscheidet man vier Versfüße:

    • Der Jambus besteht aus einer unbetonten und betonten Silbe.
    • Der Trochäus besteht aus einer unbetonten und betonten Silbe.
    • Der Daktylus besteht aus einer betonten und zwei unbetonten Silben.
    • Der Anapäst besteht aus zwei unbetonten und einer betonten Silbe.
  • Gib an, um welchen Versfuß es sich handelt.

    Tipps

    Der Bogen kennzeichnet eine unbetonte Silbe.

    Der Anapäst wird auch als Doppelsteiger bezeichnet.

    Ein Beispiel für einen Trochäus ist das Wort Hilfe.

    Lösung

    Den Versfuß kann man bestimmen, indem man die betonten und unbetonten Silben in einem Vers kennzeichnet. Es gibt unterschiedliche Varianten, wie man das tun kann. Eine Möglichkeit ist es, die unbetonten Silben mit einem Bogen und die betonten Silben mit einem Strich zu kennzeichnen. Folgende vier Versfüße werden unterschieden.

    • Der Jambus trägt aufgrund seiner Silbenkombination unbetont-betont den Beinamen Steiger.
    • Der Trochäus trägt aufgrund seiner Silbenkombination betont-unbetont den Beinamen Faller.
    • Der Anapäst trägt aufgrund seiner Silbenkombination unbetont-unbetont-betont den Beinamen Doppelsteiger.
    • Der Daktylus trägt aufgrund seiner Silbenkombination betont-unbetont-unbetont den Beinamen Doppelfaller.
  • Bestimme, um welchen Versfuß es sich bei den Wörtern handelt.

    Tipps

    Beim Jambus handelt es sich um die Silbenkombination unbetont-betont, wie zum Beispiel in: Symbol.

    Beim Trochäus handelt es sich um die Silbenkombination betont-unbetont, wie zum Beispiel in: Diebe.

    Beim Anapäst handelt es sich um die Silbenkombination unbetont-unbetont-betont, wie zum Beispiel in: Paradies.

    Beim Daktylus handelt es sich um die Silbenkombination betont-unbetont-unbetont, wie zum Beispiel in: Königin.

    Lösung

    Folgende vier Versfüße kannst du bei den Wörtern nachweisen:

    • Den steigenden Jambus mit einer unbetonten und betonten Silben, wie in: Jawohl oder Ballon.
    • Den fallenden Trochäus mit einer betonten und unbetonten Silben, wie in: Blume oder Sorgen.
    • Den doppelt steigenden Anapäst mit zwei unbetonten und einer betonten Silben, wie in: Malerei oder nebenbei.
    • Den doppelt fallenden Daktylus mit einer betonten und zwei unbetonten Silben, wie in: Liebende oder typische.
    Den Versfuß kannst du ganz leicht bestimmen, wenn du die Wörter laut aussprichst. Die betonten und unbetonten Silben hört man dabei ganz schnell heraus.

  • Bestimme den Versfuß.

    Tipps

    Um den Versfuß zu bestimmen, empfiehlt es sich zunächst für jede Silbe ein x zu schreiben.

    Lies den Vers so vor, dass die Sprachmelodie leiert, also jede betonte Silbe besonders hervorgehoben wird. Markiere die betonte Silbe dann mit einem Strich über dem x $\longrightarrow$ 'x.

    Beachte, dass der Versfuß in einem Gedicht auch wechseln kann!

    Lösung

    Im ersten Vers von Goethes: Rastlose Liebe handelt es sich um einen Jambus:

    • Dem Schnee, dem Regen: unbetonte und betonte Silben wechseln sich hier ab.
    Im zweiten Vers desselbigen Gedichtes handelt es sich hingegen um einen Trochäus:
    • Ohne Rast und Ruh: betonte und unbetonte Silben wechseln sich hier ab, wobei auffallend ist, dass die unbetonte Silbe in Ruh fehlt.
    Im ersten Vers von G. Benns: Astern handelt es sich um zwei Trochäen (betonte - unbetonte Silbenfolge) zu Beginn und am Ende, die einen Daktylus umschließen(eine betonte und zwei unbetonte Silben):
    • Astern - schwälende Tage
    Im zweiten Vers desselbigen Gedichts handelt es sich um einen Jambus (unbetont - betonte Silbenfolge) und zwei Anapäste (zwei unbetonte - betonte Silbenfolge):
    • Noch einmal die goldenen Herden

  • Fasse die Aussagen zum Versmaß und zum Versfuß zusammen.

    Tipps

    Unter Metrik versteht man die Verslehre.

    Ein Versfuß ist das kleinste Bauelement eines Metrums. Er besteht entweder aus zwei oder drei Silben.

    Ein Jambus ist beispielsweise das Wort Gespenst.

    Lösung

    Innerhalb der Metrik, also der Verslehre, wird das Versmaß durch die Zählung der betonten und unbetonten Silben bestimmt. Das Versmaß wird auch als Metrum bezeichnet.

    Generell unterscheidet man vier Versfüße: den Jambus, den Trochäus sowie den Anapäst und den Daktylus. Der Jambus und der Trochäus sind die häufigsten Versfüße, die man in Gedichten finden kann.

  • Bestimme die Kadenz der Gedichte.

    Tipps

    In einem Gedicht kommen beide Kadenzen vor, aber eine überwiegt, trage diese ein.

    Um die Kadenz zu bestimmen, musst du herausfinden, welches Metrum vorliegt. Wenn du die Verse laut vorliest, hörst du die Betonung der Silben heraus.

    Zweisilbige Wörter enden meist betont.

    Lösung

    Das Gedicht „Septembermorgen“ von Eduard Mörike weist zwei Besonderheiten auf: Zum einen handelt es sich um einen vierfüßigen Jambus, doch der vierte Takt verfügt nicht über zwei Silben, sondern nur über eine (Welt). Anstelle der zweiten Silbe entsteht hier also eine Pause. Zum anderen kann man feststellen, dass der Vers mit einer Silbe vor dem ersten Takt, einem sogenannten Auftakt beginnt.

    Auch hinsichtlich der Kadenz lässt sich beobachten, dass Mörike durchweg eine männliche Kadenz benutzt, die Verse enden also auf einer betonten Silbe. Lediglich in der letzten Silbe findet das bislang unbeantwortete Reimwort Wiesen durch fließen in einer weiblichen Kadenz seine Beantwortung. Mörike bedient sich dabei überwiegend der männlichen Kadenz, um das Kräftige im Herbst zu verdeutlichen. In Gegenüberstellung mit der weiblichen Kadenz zeigt er zudem die herbstliche Spannung.

    Brechts Gedicht „Gegen Verführung“ wird durch einen zügigen und eingängigen Rhythmus bestimmt. Die nachklingende weibliche Kadenz stellt dabei sicher, dass Pausen eingehalten werden.

    Goethes Gedicht „Auf dem See“ stammt aus seiner Sturm- und Drang-Zeit und unterstreicht durch den drei- und vierfüßigen Jambus die stürmische Hinwendung zur Natur.