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Versmaß und Versfuß

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Iris Pfeffer

Versmaß und Versfuß

lernst du in der 8. Klasse - 9. Klasse

Beschreibung Versmaß und Versfuß

Versmaß – Definition

Ein Versmaß oder Metrum ist die regelmäßige Abfolge betonter und unbetonter Silben in einem Vers. Ein Vers ist dabei die Zeile eines Gedichts, Versdramas oder eines anderen Textes (z.B. Versepos). Die kleinste Einheit des Verses ist die Silbe.
Ein Metrum besteht aus mehreren Versfüßen. Die wichtigsten Versfüße im Deutschen sind:

  • Jambus
  • Trochäus
  • Anapäst
  • Daktylus

Das Versmaß steht in Verbindung zu Rhythmus, Struktur und Inhalt eines Textes. Es ist ein wichtiges Merkmal gebundener Sprache. Das Metrum kann die Stimmung oder Wirkung eines Textes beeinflussen. Die Beziehungen des Versmaßes zu anderen Textelementen müssen beschrieben und in ihrer Bedeutung erläutert (interpretiert) werden.

Metrum bestimmen – Vorgehen und Beispiele

Das Versmaß eines Verses wird ermittelt, indem die Abfolge betonter und unbetonter Silben bestimmt wird. Betonte Silben werden auch als Hebung, unbetonte Silben als Senkung bezeichnet.
Zunächst liest man einen Vers – am besten mehrfach und laut. Dabei sollten alle Wörter ganz natürlich betont werden. Die Silben, die man auch im Alltag betonen würde, werden auch im Vers betont und können markiert werden. Silben, die in der Alltagssprache niemals betont werden, werden auch in Versen nicht betont. Das gilt z.B. für Endungen (wie -ung, -en, -er). Häufig sind jetzt aber noch Silben übrig, von denen einige betont sein müssen, auch wenn sie im Alltagsgespräch nicht immer hervorgehoben werden. Dabei hilft es, die wichtigsten Versschemata zu kennen:

Jambus
Der Jambus besteht aus der Silbenkombination unbetont – betont (oder: Senkung – Hebung). Wörter, die eine jambische Silbenfolge aufweisen, sind z.B.:

  • ge-lehrt, Ver-bot, Be-trug, seit-her, Sys-tem, Sym-bol, Bal-lon, ja-wohl

Auch in den folgenden Versen des Gedichts „Abendlied“ von Matthias Claudius liegt ein Jambus vor. Die betonten Silben (Hebungen) sind fett hervorgehoben:

Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen

am Himmel hell und klar.

In diesem Beispiel gibt es pro Vers genau drei Hebungen. Deshalb spricht man auch von einem dreihebigen Jambus. Wie viele Hebungen sich in einem Vers befinden, kann aber von Vers zu Vers und von Text zu Text variieren. Es gibt also auch vier-, fünf- oder sechshebige Jamben.

Trochäus
Der Trochäus ist ein Versmaß mit der Silbenkombination: betont – unbetont (Hebung – Senkung). Wörter, die eine trochäische Silbenfolge aufweisen, sind z.B.:

  • träu-men, Och-se, Är-ger, Sor-gen, pas-sen, wach-sam

In den folgenden Versen des Gedichts „Sehnsucht“ von Friedrich Schiller liegt ein vierhebiger Trochäus vor:

Ach, aus dieses Tales Gründen,
Die der kalte Nebel drückt,
Könnt ich doch den Ausgang finden,
Ach, wie fühlt ich mich beglückt!

Anapäst
Der Anapäst ist ein Versmaß mit der Silbenkombination: unbetont – unbetont – betont (Senkung – Senkung – Hebung). Wörter, die eine anapästische Silbenfolge aufweisen, sind z.B.:

  • Pa-ra-dies, Ma-le-rei, ne-ben-bei, An-na-bel, Tol-le-rei

In den folgenden Versen des Gedichts „Schenken“ von Joachim Ringelnatz liegt ein Anapäst vor:

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.

Daktylus
Der Daktylus ist ein Versmaß mit der Silbenkombination: betont – unbetont – unbetont (Hebung – Senkung – Senkung). Wörter, die eine daktylische Silbenfolge aufweisen, sind z.B.:

  • -ni-gin, Hei-li-ge, Neu-lin-ge, Sin-gen-de, Wan-de-rer, Le-ben-de, ty-pi-sche, lus-ti-ge

Im folgenden Vers des Gedichts „Das Gedicht“ von Novalis liegt ein Daktylus vor:

Himmlisches Leben im blauen Gewande

Wechselnde Versmaße – Verwendung

Innerhalb eines Gedichtes können Versmaße auch wechseln. In Novalis’ Gedicht „Das Gedicht“ ist z.B. der erste Vers im Daktylus, der zweite Vers in einem dreihebigen Trochäus verfasst:

Himmlisches Leben im blauen Gewande
Stiller Wunsch in blassem Schein

Es muss also jeder Vers genau analysiert werden, wenn das Metrum bestimmt werden soll, da nicht immer auf das gesamte Gedicht geschlussfolge

Transkript Versmaß und Versfuß

Hallo, mein Name ist Iris, heue geht es um folgende Fragen: Wie misst man einen Vers? Was misst man in einem Vers? Was sind die kleinsten Einheiten? Und was haben Füße damit zu tun? Das Thema heute ist die Lehre vom Vers, die Metrik. Ein Vers ist in der Regel eine Zeile. Er ist aus Worten zusammengesetzt, die aus Silben bestehen. Diese Silben können entweder betont oder unbetont sein. Man misst einen Vers durch die Zählung dieser Silben. Diese Anordnung der einzelnen Wörter bildet meist ein gleichbleibendes Schema, nach dem sich die betonten und unbetonten Silben abwechseln. Diese Anordnung ergeben das Versmaß. Es wird auch als Metrum bezeichnet. Das kleinste Bauelement eines Metrums bezeichnet man als Takt oder meistens als Versfuß. Die wichtigsten Versfüße im deutschen sind der Jambus, der Trochäus und etwas weniger häufig der Anapäst und der Daktylus. Vielleicht kannst du es dir durch die zwei Begriffe merken Jatro, Anadak. Der Jambus besteht aus der Silbenkomination unbetont, betont. Er wird deshalb auch Steiger genannt. Beispielworte sind: geleert, verwohnt, betrug, seither, System, Symbol, Ballon, Jawohl. Ein Merksatz für den Jambus wäre: Jawohl mit Ballon und Symbol. Ich lese Dir jetzt ein Gedicht aus jambischen Versfüßen vor und werde es dabei etwas stärker betonen, als üblich: Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen, am Himmel hell und klar, der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget, der weiße Nebel wunderbar. Der nächste Versfuß ist der Trochäus. Er besteht aus der Folge betont, unbetont und wird daher auch Faller genannt. Beispiele sind Leben, Rose, Liebe, Blume, Träume, Ärger. Der Merkspruch ist: Träumen Ochsen Ärger und Sorgen. Ein Beispielgedicht für den Trochäus, wieder etwas stärker betont: Ach aus dieses Tales Gründen, die der kalte Nebel drückt, könnt ich doch den Ausgang finden, ach wie fühlt ich mich beglückt. Jambus und Trochäus sind die wichtigsten Versfüße. Etwas seltener sind ihre Erweiterungen. Bei ihnen gibt es zwei unbetonte Silben und eine unbetonte. Zuerst unbetont, unbetont, betont, der Doppelsteiger, Anapäst. Er ist erst seit der Romantik häufiger. Beispiele sind Paradies, Malerei, Nebenbei, Anabell, Tollerei. Du kannst Dir den Anapäst merken durch: Anabels, Paradies, Tollerei. Schenke groß oder klein, aber immer gediegen. Der letzte Versfuß ist der Doppelfaller, der Daktylus. Betont, unbetont, unbetont. Beispiele sind Königin, Heilige, Neulinge, Singende, Wanderer, Liebende. Ein Merkvers für den Daktylus: Drollige alternde Königin typische lustige Singende. Ein Beispiel für den Daktylus: Himmlisches Leben im blauen Gewande. So, das war alles für heute. Fassen wir zusammen, was du gelernt hast. Der Vers besteht aus der Zeile. Die Verslehre ist die Metrik. Das Versmaß ist das Metrum. Gemessen wird die Abfolge der betonten und unbetonten Silben im Vers. Zwei oder drei Silben ergeben einen Versfuß, die kleinste Einheit im Metrum. Die beiden häufigsten sind der Jambus und der Trochäus. Etwas seltener sind der Anapäst und der Daktylus. Ich hoffe, du fandest es heute interessant, bis zum nächsten Mal, eure Iris.

42 Kommentare

42 Kommentare
  1. Es war echt gut erklärt, nur der Ton war etwas schlecht.

    Von Schlemmer Pol, vor etwa einem Monat
  2. Ihre Videos helfen mir echt weiter ! Dankeschön

    Von Keily2018, vor 3 Monaten
  3. Hallo Erzsi95,
    danke für dein Feedback. Das stimmt, das Video ist schon etwas älter und der Ton nicht wirklich optimal. Wenn du dich ein wenig geduldest, dann wird es bald ein neues, schönes Video zu diesem Thema geben.
    Bis dahin wünschen wir weiterhin viel Spaß beim Schauen unserer Videos!
    Liebe Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 3 Monaten
  4. Es wäre besser wenn sie ein neues Mikrofon haben.

    Von Erzsi95, vor 3 Monaten
  5. Man konnte sie kaum verstehen wegen dem Mikrofon das sie hat.

    Von Woellenweber, vor 6 Monaten
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Versmaß und Versfuß Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Versmaß und Versfuß kannst du es wiederholen und üben.
  • Definiere die Fachbegriffe rund um die Metrik.

    Tipps

    Beachte den Unterschied in den Begriffen Zeile und Vers. Während man in der Prosa (der erzählenden Literatur) von Zeilen spricht, beschränkt sich der Begriff des Verses auf Gedichte.

    Ein anderes Wort für Metrum ist das Versmaß.

    Wenn du die Bezeichnungen der Versfüße laut aussprichst, kannst du die Anordnung der betonten und unbetonten Silben heraushören.

    Lösung

    Zur Analyse eines Gedichts solltest du die Fachbegriffe der Metrik, also der Verslehre unbedingt beherrschen. Da insbesondere im Gedicht dem Rhythmus, das heißt der Abfolge von betonten und unbetonten Silben, eine besondere Bedeutung zukommt, versucht das Metrum diese Abfolge genauer zu bestimmen. Dabei unterscheidet man vier Versfüße:

    • Der Jambus besteht aus einer unbetonten und betonten Silbe.
    • Der Trochäus besteht aus einer unbetonten und betonten Silbe.
    • Der Daktylus besteht aus einer betonten und zwei unbetonten Silben.
    • Der Anapäst besteht aus zwei unbetonten und einer betonten Silbe.
  • Gib an, um welchen Versfuß es sich handelt.

    Tipps

    Der Bogen kennzeichnet eine unbetonte Silbe.

    Der Anapäst wird auch als Doppelsteiger bezeichnet.

    Ein Beispiel für einen Trochäus ist das Wort Hilfe.

    Lösung

    Den Versfuß kann man bestimmen, indem man die betonten und unbetonten Silben in einem Vers kennzeichnet. Es gibt unterschiedliche Varianten, wie man das tun kann. Eine Möglichkeit ist es, die unbetonten Silben mit einem Bogen und die betonten Silben mit einem Strich zu kennzeichnen. Folgende vier Versfüße werden unterschieden.

    • Der Jambus trägt aufgrund seiner Silbenkombination unbetont-betont den Beinamen Steiger.
    • Der Trochäus trägt aufgrund seiner Silbenkombination betont-unbetont den Beinamen Faller.
    • Der Anapäst trägt aufgrund seiner Silbenkombination unbetont-unbetont-betont den Beinamen Doppelsteiger.
    • Der Daktylus trägt aufgrund seiner Silbenkombination betont-unbetont-unbetont den Beinamen Doppelfaller.
  • Bestimme, um welchen Versfuß es sich bei den Wörtern handelt.

    Tipps

    Beim Jambus handelt es sich um die Silbenkombination unbetont-betont, wie zum Beispiel in: Symbol.

    Beim Trochäus handelt es sich um die Silbenkombination betont-unbetont, wie zum Beispiel in: Diebe.

    Beim Anapäst handelt es sich um die Silbenkombination unbetont-unbetont-betont, wie zum Beispiel in: Paradies.

    Beim Daktylus handelt es sich um die Silbenkombination betont-unbetont-unbetont, wie zum Beispiel in: Königin.

    Lösung

    Folgende vier Versfüße kannst du bei den Wörtern nachweisen:

    • Den steigenden Jambus mit einer unbetonten und betonten Silben, wie in: Jawohl oder Ballon.
    • Den fallenden Trochäus mit einer betonten und unbetonten Silben, wie in: Blume oder Sorgen.
    • Den doppelt steigenden Anapäst mit zwei unbetonten und einer betonten Silben, wie in: Malerei oder nebenbei.
    • Den doppelt fallenden Daktylus mit einer betonten und zwei unbetonten Silben, wie in: Liebende oder typische.
    Den Versfuß kannst du ganz leicht bestimmen, wenn du die Wörter laut aussprichst. Die betonten und unbetonten Silben hört man dabei ganz schnell heraus.

  • Bestimme den Versfuß.

    Tipps

    Um den Versfuß zu bestimmen, empfiehlt es sich zunächst für jede Silbe ein x zu schreiben.

    Lies den Vers so vor, dass die Sprachmelodie leiert, also jede betonte Silbe besonders hervorgehoben wird. Markiere die betonte Silbe dann mit einem Strich über dem x $\longrightarrow$ 'x.

    Beachte, dass der Versfuß in einem Gedicht auch wechseln kann!

    Lösung

    Im ersten Vers von Goethes: Rastlose Liebe handelt es sich um einen Jambus:

    • Dem Schnee, dem Regen: unbetonte und betonte Silben wechseln sich hier ab.
    Im zweiten Vers desselbigen Gedichtes handelt es sich hingegen um einen Trochäus:
    • Ohne Rast und Ruh: betonte und unbetonte Silben wechseln sich hier ab, wobei auffallend ist, dass die unbetonte Silbe in Ruh fehlt.
    Im ersten Vers von G. Benns: Astern handelt es sich um zwei Trochäen (betonte - unbetonte Silbenfolge) zu Beginn und am Ende, die einen Daktylus umschließen(eine betonte und zwei unbetonte Silben):
    • Astern - schwälende Tage
    Im zweiten Vers desselbigen Gedichts handelt es sich um einen Jambus (unbetont - betonte Silbenfolge) und zwei Anapäste (zwei unbetonte - betonte Silbenfolge):
    • Noch einmal die goldenen Herden

  • Fasse die Aussagen zum Versmaß und zum Versfuß zusammen.

    Tipps

    Unter Metrik versteht man die Verslehre.

    Ein Versfuß ist das kleinste Bauelement eines Metrums. Er besteht entweder aus zwei oder drei Silben.

    Ein Jambus ist beispielsweise das Wort Gespenst.

    Lösung

    Innerhalb der Metrik, also der Verslehre, wird das Versmaß durch die Zählung der betonten und unbetonten Silben bestimmt. Das Versmaß wird auch als Metrum bezeichnet.

    Generell unterscheidet man vier Versfüße: den Jambus, den Trochäus sowie den Anapäst und den Daktylus. Der Jambus und der Trochäus sind die häufigsten Versfüße, die man in Gedichten finden kann.

  • Bestimme die Kadenz der Gedichte.

    Tipps

    In einem Gedicht kommen beide Kadenzen vor, aber eine überwiegt, trage diese ein.

    Um die Kadenz zu bestimmen, musst du herausfinden, welches Metrum vorliegt. Wenn du die Verse laut vorliest, hörst du die Betonung der Silben heraus.

    Zweisilbige Wörter enden meist betont.

    Lösung

    Das Gedicht „Septembermorgen“ von Eduard Mörike weist zwei Besonderheiten auf: Zum einen handelt es sich um einen vierfüßigen Jambus, doch der vierte Takt verfügt nicht über zwei Silben, sondern nur über eine (Welt). Anstelle der zweiten Silbe entsteht hier also eine Pause. Zum anderen kann man feststellen, dass der Vers mit einer Silbe vor dem ersten Takt, einem sogenannten Auftakt beginnt.

    Auch hinsichtlich der Kadenz lässt sich beobachten, dass Mörike durchweg eine männliche Kadenz benutzt, die Verse enden also auf einer betonten Silbe. Lediglich in der letzten Silbe findet das bislang unbeantwortete Reimwort Wiesen durch fließen in einer weiblichen Kadenz seine Beantwortung. Mörike bedient sich dabei überwiegend der männlichen Kadenz, um das Kräftige im Herbst zu verdeutlichen. In Gegenüberstellung mit der weiblichen Kadenz zeigt er zudem die herbstliche Spannung.

    Brechts Gedicht „Gegen Verführung“ wird durch einen zügigen und eingängigen Rhythmus bestimmt. Die nachklingende weibliche Kadenz stellt dabei sicher, dass Pausen eingehalten werden.

    Goethes Gedicht „Auf dem See“ stammt aus seiner Sturm- und Drang-Zeit und unterstreicht durch den drei- und vierfüßigen Jambus die stürmische Hinwendung zur Natur.

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