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Liebesgedichte

Liebesgedichte fassen die große Gefühlswelt der Liebe in lyrischer Form zusammen. Die Texte behandeln vielfältige Emotionen wie Sehnsucht, Glück und Trennung. Erfahre mehr über Merkmale von Liebesgedichten, ihre Entwicklung in verschiedenen Epochen und berühmte Autoren. Interessiert? All das und vieles mehr findest du im folgenden Text!

Alle Inhalte sind von Lehrkräften & Lernexperten erstellt
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Die Autor*innen
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Anne-Christin Z.
Liebesgedichte
lernst du in der 7. Klasse - 8. Klasse

Liebesgedichte Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Liebesgedichte kannst du es wiederholen und üben.
  • Fasse das Thema „Liebesgedichte“ zusammen.

    Tipps
    • Merkmal bedeutet: Woran erkenne ich ein Liebesgedicht?
    • Motiv hingegen meint: Welche Liebe wird hier beschrieben?
    Lösung

    Was sich zum Thema „Liebesgedichte“ sagen lässt, kann wie in einem Lexikonartikel gegliedert werden. Du solltest am Ende wissen, mit welchen Fachbegriffen du ein Gedicht analysierst oder erörterst.

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    • Typische Motive und Inhalte fragen nach den Einzelbausteinen des Gedichts. Die Inhalte können von Strophe zu Strophe verschieden sein. Zu den typischen Motiven gehören: das Verhältnis der Liebenden, die unerwiderte Liebe, das Romeo-Julia-Motiv und die Sehnsucht nach Liebe.
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    • Merkmale von Liebesgedichten fragen danach, woran du das Gedicht als Liebesgedicht erkennst. Sein Schwerpunkt sollte natürlich die Liebe sein. Zu den hier genannten Merkmalen zählen: die besondere Form der Lyrik, die Vers- und Strophenform, ein vielschichtiger Gefühlsausdruck sowie die Nennung positiver und negativer Aspekte des Verliebtseins.
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    • Die Kategorie Liebeslyrik in der Literaturgeschichte ist von Bedeutung, wenn du wissen willst, ob sich ein neueres Gedicht auf ein älteres Gedicht bezieht oder inwiefern ein Gedicht exemplarisch für das Denken und Fühlen in einer bestimmten Epoche steht. Die passenden Stichpunkte lauten hier: in allen Zeiten relevant, spiegelt Zeitgeist der Epochen und Wechsel von Gefühlsbetonung zu distanzierter Reflektion.
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    • In modernen Liebesgedichten findest du eine Vielzahl an Themen und Motiven, die du aus deinem Alltag kennst. Sie zeichnen sich durch folgende Merkmale aus: keine Festlegungen, Mehrdeutigkeit, teilweise Verzicht auf Reime, Liebeslyrik in Songtexten sowie Liebesalltag.

    Wenn du dir die oberen Punkte gut einprägst, kannst du die Liebesgedichte leicht von anderen Gedichtformen abgrenzen. Diese sind zum Beispiel Naturgedichte, Erlebnisgedichte, Alltagsgedichte oder politische Gedichte. Sie haben einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt.

  • Beschreibe die typischen Motive und Inhalte von Liebesgedichten.

    Tipps

    Die meisten Motive und Inhalte sind zeitlos, sodass du sie aus deinem Umfeld ebenso kennst.

    Liebe kann einen guten oder schlechten Verlauf nehmen, manchmal wird sie auch von vornherein verhindert.

    Lösung

    Um Liebesgedichte von anderen Gedichtformen wie der Naturlyrik und der Großstadtlyrik abzugrenzen, muss der Schwerpunkt auf dem Thema der Liebe liegen. Bei den Motiven der Liebesgedichte geht es immer um Bestandteile der Liebe, d. h. welche Elemente der Liebe beschrieben werden. Das können in einem Gedicht sogar mehrere sein:

    • Es kann eine unglückliche Liebe geben, die von Schmerz und Erfüllung gleichzeitig geprägt ist, weil die Liebenden sich beispielsweise sehr selten sehen.
    • Unerfüllte Liebe und unerwiderte Liebe sind qualvoll, weil der/die Liebende selbst keine Liebe erfährt. Minnesang war im Mittelalter eine Form gesungener Liebesgedichte. Sein Inhalt war zumeist die Reflexion der unerfüllten Liebe.
    • Das Romeo-Julia-Motiv leitet sich aus William Shakespeares berühmter Tragödie „Romeo und Julia“ (1597) ab, das die Literaturwelt stark beeinflusst hat. Eine moderne Filmrezeption ist zum Beispiel „William Shakespeares Romeo und Julia“ (1996), eine andere literarische Variante ist Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ (Novelle, 1875).
    • Auch die Entfremdung und die Trennung zweier Liebenden gehört zu den typischen Motiven von Liebesgedichten.

  • Entscheide, welche Metaphern eher eine glückliche oder unglückliche Liebe ausdrücken.

    Tipps

    Ist die Metapher eher düster und traurig oder beschwingt und sehnsuchtsvoll?

    Überlege, für welche Situationen du den jeweiligen Ausdruck wählen würdest.

    Die erfüllte Liebe und das Verliebtsein werden eher mit Feuer, Frühling und Abhängigkeit von der Zuneigung verbunden.

    Lösung

    In Liebesgedichten kannst du oftmals bildliche Darstellungen finden, die die beschriebenen Gefühle poetisieren und verstärken. Ein Beispiel für bildliche Darstellungen sind Metaphern. Mit ihnen wird ein Ausdruck aus seinem gewohnten Bedeutungszusammenhang in einen fremden übertragen, sodass eine neue Bedeutung entsteht. Ein typisches Beispiel ist: der Fuß des Berges.

    Exemplarisch erkläre ich dir eine Metapher der Aufgabe: das Herz zerfloß in Glut.

    • Das Herz ist ein häufig verwendetes Bild in Liebesgedichten, weil wir spüren, wie unser Herz schneller schlägt, wenn wir aufgeregt sind. Es steht symbolisch für die Liebe.
    • Dieses Herz „zerfloß“, d. h. es wird weich und emotional vor lauter Liebesgefühlen.
    • Es „zerfloß in Glut“. Glut entsteht normalerweise, wenn Kohlen gebrannt haben und nun ohne Flamme weiterbrennen. Es drückt die innere Hitze, Aufregung und Leidenschaft einer verliebten Person aus.

  • Vergleiche die beiden letzten Strophen aus Goethes „Willkommen und Abschied“.

    Tipps

    Der „Sturm und Drang“ entwickelte sich als Gegenbewegung zu rein rationalen Strömungen in der Aufklärung. In Abgrenzung zur bloßen Verstandestätigkeit sollte das Gefühl in den Vordergrund treten.

    Metaphern erschaffen sprachliche Bilder aus Wörtern, die in einem neuen Bedeutungszusammenhang erscheinen: zum Beispiel Herzensfeuer als inbrünstige Liebe.

    Die erste Strophe thematisiert die Begegnung, die zweite den Abschied der Liebenden. Wie werden sie beschrieben?

    Lösung

    Wenn du zwei Strophen oder Gedichte vergleichst, solltest du dir zunächst notieren, worum es in beiden Texten geht.

    • In der ersten Strophe geht es um die Begegnung der beiden Liebenden und ihre zärtliche Liebe („rosenfarbes Frühlingswetter“, „lieblichen Gesicht“).
    • In der zweiten Strophe geht es um deren schmerzvollen Abschied („wie trübe“, „nassem Blick“).
    Die Inhalte unterscheiden sich sehr. Du solltest nun vergleichend überprüfen, welche Bilder, welche Wortwahl und welche Beschreibungen des lyrischen Ichs hier vorliegen:
    • Die Gefühle der Entzückung beim lch schlagen um in Gefühle der Trauer und des Schmerzes. Diese Gefühlsbetonung ist typisch für die Literatur des Sturm und Drang, aber auch die Empfindsamkeit, wie z. B. in Goethes „Leiden des jungen Werther“.
    • Oft findest du dieselben Begriffe in unterschiedlicher Verwendung wieder. Hier kannst du die Herz-Metaphern und die Art des Blicks gut vergleichen. Sie hängen oftmals zusammen, weil man dachte, dass die Liebe durch den Blick ins Herz gelangt. Sein Herz ist an ihrer Seite und ihr Herz (ihre Liebe) spricht aus ihren Blicken. Damit wird die Gegenseitigkeit der Liebe ausgedrückt. Ihr „süße[r]“ Blick und sein „nasse[r]“ Blick verdeutlichen den emotionalen Kontrast der beiden Strophen, aber auch die Verbundenheit von Liebe und Sehnsucht.
    • Erst im ersten Vers der zweiten Strophe kommt es zum starken Umschwung der Gefühle. Am Ende der ersten Strophe bedeutet der Ausruf „ich verdient' es nicht“ keinesfalls, dass der Mann die Liebe aufgeben möchte, sondern dass er sich ihrer über alle Maßen glücklich schätzt. Dieses Gefühl der Dankbarkeit trägt sich bis in die letzten Verse fort und gibt dem Mann Trost: „Und doch, welch Glück! geliebt zu werden“.

  • Nenne das zentrale Motiv des Liebesgedichts „Ein Jüngling liebt ein Mädchen“ von Heinrich Heine.

    Tipps

    Wodurch werden die Gefühle des Jünglings beschrieben?

    Wird der Charakter oder das Aussehen des Mädchens näher beschrieben?

    Ein Vergleich wird in der Regel mit wie eingeleitet.

    Lösung

    Heinrich Heines Gedicht „Ein Jüngling liebt ein Mädchen“ von 1827 aus dem „Buch der Lieder“ ist ein besonderes Liebesgedicht, weil es die Banalität der zerbrochenen Liebe darstellt.

    • Aus der Distanz werden zunächst unbetroffen die eigentlich schmerzhaften Ereignisse aneinandergereiht: „Die hat einen andern erwählt; / Der andre liebt eine andre“.
    • Das Gedicht überhöht die Liebe der Personen zueinander nicht und gibt keine Idealisierung der Geliebten wieder. Die Geliebten werden lediglich dadurch beschrieben, dass sie eine/-n andere/-n lieben.
    • Die geliebte Person wird somit auch nicht mit anderen schönen Dingen verglichen.
    • Auf die Gefühle und Gedanken des Jünglings wird nicht näher eingegangen. Seine Sehnsucht wird nicht näher beschrieben.
    • Zentral ist der Aspekt der Wiederholung („Es ist eine alte Geschichte, / Doch bleibt sie immer neu;“) des Liebesschmerz („Und wem sie just passieret, / Dem bricht das Herz entzwei.“).

  • Ordne die Verse aus verschiedenen Liebesgedichten nach ihrer Entstehungszeit.

    Tipps

    Schaue besonders auf die Sprache und die sprachlichen Mittel der Texte.

    In der Klassik (um 1800) gibt es eher reflektierte Darstellungen der Liebe, wohingegen sie in der Romantik (1795-1848) oft überhöht wird.

    Im Barock (1575-1770) fließen oftmals moralisch-sittliche Überlegungen in die Liebesdichtung mit ein.

    Lösung
    1. Minnesang: Dieses Gedicht ist in Mittelhochdeutsch verfasst und anonym veröffentlicht worden. Diese ältere Variante der gegenwärtigen deutschen Sprache wurde zur Zeit des Hochmittelalters (1050-1350) gesprochen.
    2. Barock: Dieses Gedicht aus dem Jahre 1640 ist von Paul Fleming und stellt im Paarreim eine Anleitung zum Küssen dar. Die Polarisierung zwischen Sinnlichkeit (küssen) und Sittlichkeit (sich angemessen zurücknehmen) ist typisch für die barocke Liebesdichtung. Oft wird Erotik oder Entsagung aus religiösen Gründen verarbeitet. Typische Autoren der Barockzeit sind: Martin Opitz, C. H. von Hoffmannswaldau und Andreas Gryphius.
    3. Romantik: Dieses Gedicht von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ist aus dem Jahre 1836 und schafft es mit der Aneinanderreihung der Vergleiche der Geliebten, dass sie überhöht und idealisiert wird. Der Liebesrausch des Ichs ist hier unverkennbar. Weitere Merkmale für romantische Liebesgedichte sind triebhafte Sinnlichkeit und religiöse Überhöhung.
    4. Neue Sachlichkeit: Erich Kästners berühmtes Gedicht von der Entfremdung zweier Liebenden (1928) ist eine nüchterne Darstellung, die typisch für die Sprache der Neuen Sachlichkeit ist. Ohne Pathos sollte die Realität wiedergegeben werden.
    5. Gegenwart: Nora Gomringers „Liebesrost“ (2005) über das Nachlassen der Liebe kommt ohne Satzzeichen aus, enthält verknappte Aussagen und ist voller Satzumbrüche. Das Bild des Liebesrosts erklärt wie die Liebe gealtert ist. Typisch für die modernen Gedichte ist hier die Alltagssprache.