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Naturgedichte 07:41 min

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Transkript Naturgedichte

Hallo, heute erzähle ich dir etwas über Naturgedichte. Schau dir einmal dieses Gedicht „Er ist‘s“ von Eduard Mörike an: „Er ist’s. Frühling lässt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist’s! Dich hab‘ ich vernommen!“ Du kannst dir beim Lesen dieses Gedichtes sehr gut eine Person vorstellen, die durch die Natur streift. Diese Person beschreibt das Wiedererwachen der Natur nach einem langen Winter. Dabei schildert sie ihre Eindrücke und Gefühle, wie die bekannten Düfte des Frühlings, die nun wiederkehren. Die Stimmung, die dabei entsteht, ist sehr hoffnungs- und erwartungsvoll. In diesem Video lernst du, was genau Naturgedichte sind und durch welche Merkmale sie sich auszeichnen. Außerdem lernst du, wie sich die Inhalte von Naturgedichten im Laufe der Zeit gewandelt haben. Ich werde dir einige Auszüge aus Naturgedichten zeigen und dir dabei ein paar bekannte Naturdichter vorstellen. Eduard Mörike hast du ja nun bereits kennen gelernt. Sicher hast du schon einige Gedichte gelesen und kennst dich ein bisschen damit aus. Mehr Vorkenntnisse brauchst du eigentlich nicht. Naturgedichte zeichnen sich durch bildhafte Sprache aus. Das heißt, in ihnen werden Inhalte anschaulich dargestellt. Weitere Gedichtformen mit bildhafter Sprache sind Erlebnisgedichte, Liebesgedichte, Alltagsgedichte und politische Gedichte. Das wichtigste, was du dir zu Naturgedichten merken kannst, steckt eigentlich schon im Namen. In Naturgedichten ist die Natur der zentrale Gegenstand der Dichter. Es geht entweder um die Natur selbst, oder um den Menschen in seinem Verhältnis zur Natur. Ende des 18. und Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren Naturgedichte besonders beliebt. Diese Zeit nennt man „Sturm und Drang“ von etwa 1765 bis 1790 und „Romantik“ von etwa 1798 bis 1835. Diese beiden Begriffe solltest du dir einprägen als wichtige literarische Epochen für Naturgedichte. Aus dieser Zeit stammen also viele typische Naturgedichte, in denen Naturerscheinungen und Naturerleben, bzw. Naturerfahrung als Lebenserfahrung thematisiert wurden. Oft wandelt dabei eine Person allein durch die Natur und beschreibt ihre Eindrücke. Ich gebe dir zwei Beispiele. Beispiel Eins: „Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküsst, dass sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müsst.“ Beim Lesen dieser ersten Strophe aus dem Gedicht „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff kannst du dir eine sternenklare Nacht mit Vollmond vorstellen. Die Grenze zwischen Himmel und Erde scheint zu verschwimmen. Um diese Naturerscheinung zu verbildlichen, werden Dinge in der Natur zu Personen. Das nennt man Personifizierung. Der Himmel küsste die Erde. Die Erde träumt vom Himmel. Es scheint, als hätte die Erde Sehnsucht nach dem Himmel. Dies und das Wort Blütenschimmer schaffen eine idyllische und romantische Atmosphäre. Als Leser fühlt man sich in diese Situation hineinversetzt. Beispiel 2: „Am Waldsaum lieg ich im Stillen, rings tiefe Mittagsruh, nur Lerchen hör ich und Grillen und summende Käfer dazu.“ In dieser Strophe aus dem Gedicht „Mittagsstille“ von Martin Greif befindet sich eine Person allein in der Natur. Sie beschreibt ihre Eindrücke, nämlich die Geräusche der Tiere im Wald, die man hört, wenn man sich ganz ruhig verhält. Man kann sich einen Sommertag zur Mittagszeit vorstellen. Die Person hat sich in den Wald zurückgezogen, um die Idylle der Natur zu genießen. Aus den beiden Beispielen geht deutlich hervor, dass in den klassischen Naturgedichten die Themen Sehnsucht, Romantik, Idylle und Natur als Rückzugsort wichtig sind. Naturdichter suchten ihre Wirklichkeit in der Natur. Die gegenwärtige Welt war ihnen fremd. Sie wurde als mangelhaft und unvollkommen empfunden. Die Natur hingegen als perfekt und erstrebenswert. Ein weiteres, sehr offensichtliches Merkmal, an dem du Naturgedichte erkennst, ist die Verwendung zahlreicher Begriffe, die im engeren oder weiteren Sinne mit Natur zu tun haben. Dazu gehören Jahreszeiten und Tageszeiten. Zum Beispiel Winternacht, Vorfrühling, Septembermorgen. Pflanzen und Tiere, z.B. Baumkronen, blaue Veilchen, singende Vögel, summende Käfer. Orte, zum Beispiel Felder und Berge. Aber auch von Menschen erbautes, zum Beispiel Städte und Brücken. Interessant ist, dass sich vor allem in jüngerer Zeit die Themen der Naturgedichte geändert haben. In modernen Naturgedichten geht es zum Beispiel um die Zerstörung der Natur, Angst vor Naturkatastrophen, Klima- und Umweltschutz oder Atomkraft und die Gefahren für den Menschen, die sich dadurch ergeben. Wiederholen wir noch einmal die wichtigsten Punkte, die du in diesem Video zu Naturgedichten gelernt hast: Naturgedichte sind durch bildhafte Sprache gekennzeichnet. In Naturgedichten wird die Natur selbst, oder der Mensch in seinem Verhältnis zur Natur behandelt. In den klassischen Naturgedichten sind die wichtigsten Themen: Romantik und Sehnsucht nach der Natur, Natur als Idylle und Rückzugsort, Erleben der Natur. Ein wichtiges Merkmal von Naturgedichten, ist das häufige Auftreten von Begriffen aus der Natur, wie zum Beispiel Jahreszeiten, Pflanzen und Tiere, aber auch von Menschen erbautes. Moderne Naturgedichte haben neue Themen, wie die Zerstörung der Natur, Angst vor Naturkatastrophen, Klima- und Umweltschutz oder Atomkraft. Naturdichter, die du in diesem Video kennen gelernt hast, sind Eduard Mörike, Joseph von Eichendorff und Martin Greif. Natürlich gibt es noch eine Vielzahl anderer Naturdichter. Mit den Dingen, die du in diesem Video gelernt hast, bist du nun gut ausgerüstet, um die Vielfalt der Naturgedichte zu entdecken. Vielleicht hast du ja sogar selbst Lust bekommen, deine Eindrücke zum Frühling, zur Vollmondnacht, oder zum Sonnenaufgang in Worte zu fassen. Versuch es doch einmal. Viel Spaß dabei und bis zum nächsten Mal

3 Kommentare
  1. Rene redaktion

    Lieber Marian, man könnte das Gedicht sicherlich noch anders vortragen. Prinzipiell überlassen wir es aber den Tutorinnen, wie sie Gedichte und andere Texte vortragen wollen.

    Beste Grüße
    Deine Redaktion

    Von René Perfölz, vor mehr als 2 Jahren
  2. So4

    verbesserung:nicht

    Von Margisy, vor mehr als 2 Jahren
  3. So4

    Warum betont sie das Gedicht nicht richtig?
    (nict böse gemeint)

    Margisy

    Von Margisy, vor mehr als 2 Jahren