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Decarboxylierung 05:15 min

Textversion des Videos

Transkript Decarboxylierung

Guten Tag und herzlich willkommen. Dieser Film heißt "Decarboxylierung". Welche Vorkenntnisse solltet ihr mitbringen? Ihr solltet schon gute Kenntnisse über Aminosäuren besitzen, wissen, was ein Amin ist und genauso klare Vorstellungen über eine Carbonsäure besitzen. Ihr kennt sehr gut die Aminogruppe und die Carboxyl-Gruppe. Ziel des Videos ist es, euch Verständnis über die Decarboxylierung von Aminosäuren zu vermitteln. Wir werden einige biogene Amine kennenlernen. Den Wirkmechanismus eines dieser Amine werden wir näher untersuchen. Das Video ist in 4 Abschnitte gegliedert.  1. Amine aus Aminosäuren 2. Wichtige biogene Amine 3. Histamin und 4. Zusammenfassung 1. Amine aus Aminosäuren. Eine natürliche α-Aminosäure besitzt einen organischen Rest R, eine Aminogruppe NH2 und eine Carboxylgruppe COOH. Durch enzymatische Wirkung verliert dieses Molekül ein Molekül Kohlenstoffdioxid. Im Ergebnis entsteht das Molekül eines primären Amins. Die Reaktion der Abspaltung eines Moleküls Kohlenstoffdioxid aus einem Molekül einer Carbonsäure bezeichnet man als Decarboxylierung. 2. Wichtige biogene Amine. Als Erstes wollen wir uns die Herstellung des Histamins aus der entsprechenden Aminosäure anschauen. Nach erfolgter Decarboxylierung bildet sich Histamin. Die Aminosäure trägt den Namen Histidin. Nun schauen wie uns die Herstellung von Cysteamin an. Nach erfolgter Decarboxylierung entsteht aus der entsprechenden Aminosäure das Cysteamin. Eine relativ einfache Struktur besitzt Ethanolamin. Man gewinnt es durch Decarboxylierung eines entsprechenden Amins. Das Amin heißt Serin. γ-Aminobuttersäure, abgekürzt auch GABA. Der letzte Buchstabe A bezieht sich auf das englische Wort Acid. Eine α-Aminosäure, die zusätzlich eine Carboxylsäure in Omegastellung besitzt, verliert durch Decarboxylierung ein Molekül Kohlenstoffdioxid. Kohlenstoffdioxid wird von der Carboxylgruppe abgespalten, die neben der Aminogruppe steht. Die Aminosäure heißt Glutaminsäure. 3. Histamin. Histamin ist abgeleitet vom Histidin und besitzt einen zyklischen, aromatischen Rest. Histamin wird in den Mastzellen, in Haut, Lunge und Darm gespeichert. Außerdem trifft man Histamin in basophilen Granulozyten, in Blut- und Knochenmark. Histamin wird meist im Zusammenhang mit allergischen Reaktionen genannt. Nehmen wir an, ein Allergen trifft auf den menschlichen Körper. Es wird eine durch Immunglubulin vermittelte Empfindlichkeitsreaktion ausgelöst. Das führt zu einer Freisetzung von Histamin. Freies Histamin stimuliert Histaminrezeptoren, dadurch werden verschiedene Stoffwechselreaktionen ausgelöst. Dazu zählen Blutdruckabfall, Erhöhung der Herzfrequenz, Kontraktion der glatten Muskulatur und Juckreiz. Die Auswirkungen können bis zum anaphylaktischen Schock führen, der lebensbedrohlich sein kann.  Auslösende Allergene können unter anderem sein: Penicillin, Bienengift, Pollen oder Erdbeeren. Diesem wird entgegengewirkt durch entsprechende Medikamente, sogenannte Antihistaminika. Die Antihistaminika verdrängen das Histamin kompetitiv von seinen Rezeptoren. Somit wird klar, dass es sich bei Histamin keineswegs um ein Allergen handelt. Histamin ist ein Mediator. 4. Zusammenfassung. Natürlich α-Aminosäuren können durch Decarboxylierung in entsprechende Amine überführt werden. Diese Reaktion bezeichnet man als Decarboxylierung. Auf diesem Wege entstehen die biogenen Amine Histamin, Cisteamin, Ethanolamin und GABA. Wenn ein Allergon auf den menschlichen Körper einwirkt, führt das zu einer Freisetzung des Amins Histamin. Dieses dockt an entsprechende Histaminrezeptoren an. Dadurch werden verschiedene Stoffwechselreaktionen ausgelöst. Den negativen Nebenwirkungen wird durch entsprechende Medikamente, die sogenannten Antihistaminika, begegnet. Diese verdrängen Histamin kompetitiv von seinen Rezeptoren. Folglich ist Histamin selbst kein Allergon, sondern ein Mediator, ein Vermittler des Prozesses. Ich danke für die Aufmerksamkeit, alles Gute. Auf Wiedersehen.

1 Kommentar
  1. sehr hilfreich,danke!

    Von Dina Chouli, vor etwa 4 Jahren

Decarboxylierung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Decarboxylierung kannst du es wiederholen und üben.

  • Erkläre den Begriff Decarboxylierung.

    Tipps

    Überlege, welche chemische Gruppe bei der Carboxylierung zum Einsatz kommt.

    Wird diese Gruppe dem System zugeführt oder abgeführt?

    Lösung

    Bei einer Decarboxylierung handelt es sich um eine chemische Reaktion, bei der Kohlenstoffdioxid abgespalten wird. Eine Decarboxylierung kann leicht an Carbonsäuren oder Aminosäuren erfolgen, wenn erhitzt oder ein Katalysator eingesetzt wird.

    Aus einer Aminosäuren wird dann nach Abspaltung von $CO_2$ ein Amin. Das Gegenstück zur Decarboxylierung ist die Carboxylierung. Die Carboxylierung ist eine chemische Reaktion, bei der eine Carboxygruppe in eine organische Verbindung eingeführt wird und eine Carbonsäure entsteht.

  • Bestimme die Amine, die aus folgenden Aminosäuren entstehen.

    Tipps

    Zähle die Kohlenstoffatome in einer Verbindung.

    Achte auf die funktionellen Gruppen.

    Lösung

    Cysteamin, Histamin, Ethanolamin und GABA gehören zu den wichtigen Vertretern der Amine. Das Cysteamin wird durch Decarboxylierung von Cystein gebildet. Das Amin wird z.B. für die Strahlenbehandlung genutzt und wird als Mittel gegen Stoffwechselerkrankungen eingesetzt.

    Histamin ist ein Naturstoff, der im Organismus als Neurotransmitter wirkt. Es wird durch Decarboxylierung von Histidin gebildet.

    Ethanolamin ist ein Grundstoff in der chemischen Industrie. Weiterhin ist es das biogene Amin der Aminosäure Serin.

    GABA ist das biogene Amin der Glutaminsäure und es ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter im Zentralnervensystem.

  • Erkläre, wie Aminosäuren mit Ninhydrin nachgewiesen werden können.

    Tipps

    Überlege, worin der Unterschied zwischen primären und sekundären Aminogruppen besteht.

    Schaue dir das Nebenprodukt aus der oberen Gleichung an und bestimme die funktionelle Gruppe.

    Lösung

    Aminosäuren können mit einer Ninhydrinlösung nachgewiesen werden. Auch in unserem Schweiß befinden sich Aminosäuren. Drückt man also seinen Finger auf ein Blatt Papier, dann lagern sich kleine Schweißpartikel auf dem Papier an und somit auch Aminosäuren.

    Das Ninhydrin reagiert mit den primären Aminosäuren unter Dimerisierung, d.h., dass die zwei Monomereinheiten eine Einheit bilden. Dabei wird die Aminosäure decarboxyliert und die Aminogruppe wird auf das Ninhydrin übertragen. Die Aminosäure reagiert zu einem Aldehyd (R-CHO). Mit dem zweiten Ninhydrinmolekül wird dann die violette Färbung erzeugt, welche als Ruhemanns Purpur bezeichnet wird.

  • Erläutere die Wirkung von Histamin im Körper.

    Tipps

    Histamin wird in Zellen gespeichert, die für die körpereigene Abwehr verantwortlich sind.

    Werden die Stoffwechselreaktionen nicht gestoppt, dann kann es zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen.

    Histamin ist ein Vermittler.

    Lösung

    Histamin wird in den Mastzellen, im Blut und im Knochenmark eines Organismus gespeichert. Es dient als Botenstoff vor allem für Entzündungs- und Empfindlichkeitsreaktionen. Trifft ein Allergen auf den menschlichen Körper, dann wird eine Empfindlichkeitsreaktion ausgelöst. Dafür ist das Immunglubulin verantwortlich. Dies führt zur Freisetzung des Histamins, welches die Histaminrezeptoren stimuliert. Es folgen verschiedene Stoffwechselreaktion wie Blutdruckabfall oder Juckreiz. Ärzte sprechen von einem anaphylaktischen Schock. Dieser kann z.B. durch Antihistaminika gestoppt werden.

  • Entscheide, welche Aminosäure zu dem entsprechenden Amin führen kann.

    Tipps

    Beachte die funktionellen Gruppen.

    Zähle die Kohlenstoffatome.

    Lösung

    Bei dem Amin handelt es sich um Tyramin. Dieses Amin wird durch Decarboxylierung von Tyrosin dargestellt. Tyrosin und Tyramin enthalten einen Benzolring mit einer Hydroxygruppe. Um Tyramin aus Tyrosin zu gewinnen, muss mithilfe eines Enzyms decarboxyliert werden.

    Kohlenstoffdioxid wird von der Aminosäure abgespalten und wir erhalten das Amin. Tyramin entsteht z.B. bei der Zersetzung von Eiweißen und befindet sich in verschiedenen Käsesorten, Rotweinen und Schokolade.

  • Untersuche, wie man Kohlenstoffdioxid nachweisen kann.

    Tipps

    Welches Formelzeichen hat Calcium und in welcher Hauptgruppe steht das Element?

    Überlege, worüber das hydro in einem Stoffnamen Auskunft geben könnte.

    Das Calciumion ist immer zweifach positiv geladen.

    Lösung

    Bei der Decarboxylierung wird Kohlenstoffdioxid frei. Dieses kann z.B. mit Kalkwasser nachgewiesen werden. Kalkwasser ist eine gesättigte Calciumhydroxid-Lösung $(Ca(OH)_2)$. Wenn das Kohlenstoffdioxid in das Calciumhydroxid eingeleitet wird, dann entsteht eine weiße Trübung durch die Bildung des schwer wasserlöslichen Calciumcarbonats ($CaCO_3$). Dieses fällt als weißer Niederschlag aus.

    $Ca(OH)_2 + CO_2 \to CaCO_3 + H_2O$

    Wird unbegrenzt Kohlenstoffdioxid in das Kalkwasser eingeleitet, dann verschwindet die weiße Trübung wieder. Das liegt daran, dass das Kohlenstoffdioxid mit dem entstandenen Calciumcarbonat und Wasser zum leicht löslichen Calciumhydrogencarbonat ($CaHCO_3)_2$) reagieren.

    $CaCO_3 + CO_2 + H_2O \to Ca(HCO_3)_2*aq$