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Zeigerpflanzen – Bedeutung für die Umwelt 05:15 min

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Transkript Zeigerpflanzen – Bedeutung für die Umwelt

Hallo, stelle dir vor, du seist auf Reisen. Jeder Urlaubsort ist gekennzeichnet durch bestimmte Eigenschaften. Es kann warm oder kalt sein. Es kann wenig oder viel regnen oder sogar schneien. Für jeden Ort packst du bestimmte Kleidung ein und passt dich somit diesen Eigenschaften an. Pflanzen können auf die Bedingungen an ihrem Standort nicht so flexibel reagieren wie andere Lebewesen. Sie sind mit ihren Wurzeln fest im Boden verankert und den Änderungen somit direkt ausgesetzt. Für das Wachsen und Gedeihen brauchen Pflanzen somit bestimmte Bedingungen. Welche, sind von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich. Manche sind dabei flexibler als andere, was die Gegebenheiten des Standortes betrifft. Heute lernst du eine Pflanzengruppe kennen, welche uns wichtige Informationen zu den verschiedenen Standorten erzählen kann. Es geht um die sogenannten Zeigerpflanzen. Doch was sind das genau, Zeigerpflanzen? Wenn du dir einen Garten oder eine Wiese bei einem Spaziergang genau anschaust, wirst du feststellen, dass verschiedene Pflanzen zusammen vorkommen. Dieses Zusammenleben kann Rückschlüsse auf den Lebensraum ermöglichen. Oftmals kann der Einfluss des Menschen den Standort beeinflussen und wieder anderen Pflanzen das Gedeihen ermöglichen oder verhindern. Faktoren wie Temperatur, Licht, Schatten, Wind und Feuchtigkeit sind natürlich wichtige Bedingungen für das Wachstum einer Pflanze. Aber eine entscheidende Rolle spielt der Untergrund, der Boden, auf dem die Pflanzen wachsen, da darüber Wasser und Nährstoffe aufgenommen werden. Unterschiedliche Böden ermöglichen oder verhindern wiederum das Gedeihen unterschiedlicher Pflanzenarten. Im Boden ruhen zahlreiche verschiedene Samen. Unter bestimmten Bedingungen, wie beispielsweise ausreichender Wasserversorgung, beginnt eine bestimmte Gruppe zu wachsen. Unter anderen Bedingungen würde diese nicht gedeihen können, sondern eventuell eine andere Pflanzengruppe. Auf einer viel bewachsenen Wiese ist natürlich nicht genug Platz für alle Pflanzen. Einige von ihnen können unter verschiedenen Bedingungen gedeihen und sich daher auch auf anderen Böden gut ausbreiten. Ein Beispiel hierfür ist der Kaktus. Er kann auch auf feuchten Böden wachsen. Aber gerade an Standorten, wo viele Pflanzen um wenig Wasser konkurrieren, können Kakteen durch verschiedene Anpassungen auch auf trockenen Böden überleben und sich dort gegenüber anderen Pflanzen besonders gut durchsetzen. Ein Beispiel aus dem heimischen Garten ist die große Brennnessel. Sie wird meist ungern gesehen, obwohl sie fast 150 Arten als wichtiger Lebensraum und Nahrungslieferant dient. Die große Brennnessel wächst fast überall wie beispielsweise Wegrändern oder Zäunen. Die Brennnessel ist ein typischer Stickstoffanzeiger. Stickstoff ist ein wichtiger Nährstoff und für das Wachstum der Pflanze entscheidend. Zu wenig Stickstoff vermindert das Wachstum, zu viel jedoch kann eine verzögerte Blütenbildung sowie schwammige Blätter bewirken. Die große Brennnessel kann Stickstoff besonders gut verarbeiten und nutzen. Sie kann somit im Gegensatz zu anderen Pflanzen auf solchem Boden auch gut gedeihen. Kommen sie gehäuft an einem Standort vor, kann man von einem stickstoffreichen Boden ausgehen. Die große Brennnessel ist somit eine Zeigerpflanze für Stickstoff im Boden. Zeigerpflanzen werden oft als Unkraut bezeichnet. Dabei ist dies für diese Pflanzen fast ein Schimpfwort. Oft handelt es sich um alteingesessene einheimische Pflanzen, welche unter anderem auch praktischen und gesundheitlichen Nutzen haben. Zudem sind sie deutliche Warnsignale der Natur. Das Vorkommen bestimmter Zeigerpflanzen kann bedeuten, dass das Gleichgewicht des Bodens gestört ist. Natürlich muss man dabei genau betrachten, wie häufig eine bestimmte Pflanze vorkommt und wie sich die gesamte Pflanzengesellschaft am Standort zusammensetzt. Es gibt auch Zeigerpflanzen, welche wirklich nur auf Böden mit bestimmten Eigenschaften gedeihen können. Die meisten jedoch können unter unterschiedlichen Bodenverhältnissen wachsen und nutzen diesen Vorteil gegenüber anderen Pflanzen. Du weißt nun, dass die Natur dir mehr erzählen kann, als du denkst. Ein wachsames Auge kann Störungen bemerken und rechtzeitig reagieren. Für heute war es das aber erstmal. Tschüss.

1 Kommentar
  1. Sehr gut erklärt! ich habe es sehr gut verstanden und, kann es jetzt mit eigenen Worten erklären!

    Von Pan Weis, vor mehr als 3 Jahren