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„Wilhelm Tell“ – Inhaltsangabe (Schiller)

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„Wilhelm Tell“ – Inhaltsangabe (Schiller)
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„Wilhelm Tell“ – Inhaltsangabe (Schiller) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Wilhelm Tell“ – Inhaltsangabe (Schiller) kannst du es wiederholen und üben.
  • Beschreibe die zwei Szenen, die als Beispiele für die Unterwerfung der Schweizer angeführt werden.

    Tipps

    Die zwei Ereignisse werden zu Anfang des Dramas im ersten Aufzug erzählt. Opfer der Misshandlungen sind beide Male Bauern und deren Familien.

    Lösung

    Um die Unterwerfung des Schweizer Volkes durch den österreichischen König zu illustrieren, werden zu Beginn des Dramas zwei Ereignisse aus dem einfachen Volk erzählt. Der österreichische König hält sich nicht mehr an das alte Freiheitsabkommen mit den Schweizern. Dadurch wird den österreichischen Vögten der Gegenden freie Hand zur Herrschaft gelassen. Diese nutzen ihre neue Macht voll aus.

    Baumgarten, ein Bauer, erschlägt einen der Vögte, Wolfenschießen, weil dieser seine Frau vergewaltigen wollte. Vor der Rache der folgenden Handlanger muss er fliehen und kommt so zum Vierwaldstättersee. Da hier ein Sturm heraufzieht, will ihn keiner mit dem Boot übersetzen. Nur der kühne Wilhelm Tell fasst sich ein Herz und rettet sein Leben.

    In der zweiten Szene wollen die Leute eines anderen Vogts dem Bauern Melchthal dessen Ochsenkarren wegnehmen. Bei der Rangelei bricht Melchthal einem Soldaten den Finger. Hierauf muss auch er fliehen. Er versteckt sich bei einem Bekannten. Hier erfährt er, dass die Häscher seinen Vater aufgesucht hatten. Nachdem er ihnen das Versteck seines Sohnes nicht preisgab, stachen sie ihm die Augen aus und nahmen ihm seinen Besitz. Hierauf schwört Melchthal Rache.

  • Schildere die Apfelschuss-Szene.

    Tipps

    Wie kommt es zu der Szene? Geht Tell absichtlich und aus Protest am Hut vorüber ohne zu grüßen? Was hat er mit dem zweiten Pfeil vor, den er sich einsteckt?

    Lösung

    Die bekannteste Szene des Dramas, das symbolträchtigste Bild, spielt sich in der Mitte, zum Höhepunkt des Dramas, ab. Wilhelm Tell geht mit seinem Sohn trotz der Warnung seiner Frau nach Altdorf. Dort hatte der Vogt Gessler einen Hut aufgestellt, als Symbol seiner Herrschaft und um die Leute zu unterwerfen. Sie mussten diesen Hut wie ihn grüßen.

    Tell, der davon nichts wusste, geht ohne zu grüßen an dem Hut vorbei. Er wird sofort von den zwei wachhabenden Soldaten festgehalten. Der Vogt kommt zufällig vorbei. Er erkennt Tell und weiß um dessen zielgenaue Schussfähigkeiten. Gessler gibt Tell einen Befehl: Er solle vom Kopf seines Sohnes einen Apfel herunterschießen. Schießt er vorbei, wird er mit dem Tod bestraft.

    Wie erwartet trifft Tell. Doch der Vogt gibt ihn nicht frei: Er hatte gesehen, wie Tell sich heimlich einen zweiten Pfeil genommen hatte, der für Gessler bestimmt gewesen wäre, hätte er nicht getroffen. Der Vogt lässt ihn daraufhin fesseln und abführen, um ihn auf einem Boot wegzuschaffen.

  • Ordne den einzelnen Akten den passenden Inhalt zu.

    Tipps

    Die fünf Akte stimmen mit dem dramatischen Dreieck, bestehend aus der Exposition, der Steigerung, dem Höhepunkt, dem retardierenden Moment und der Lösung, überein. Was ist der eindeutige Höhepunkt der Handlung?

    Lösung

    Die Dramen der Weimarer Klassik folgen meist einem durch sie bekannt gewordenen Handlungsschema und Spannungsaufbau. Die Dramen bestehen aus fünf Akten. Sie beginnen mit einer Exposition, also Einleitung und Einführung in den Stoff. Es folgt die Steigerung der Spannung des Geschehens im zweiten Akt bin hin zum Höhepunkt im dritten Akt. Ab dort soll der Dramenbogen wieder abfallen, allerdings nicht plötzlich und geradlinig vom Höhepunkt zur Lösung und zum Schluss, sondern über das sogenannte retardierende Moment: Ein Moment, in dem das Scheitern oder das Gelingen der Mission doch noch möglich scheint.

    Auch „Wilhelm Tell“ ist derart aufgebaut: Im ersten Aufzug wird die Unterdrückung exponiert; die Spannung wird im zweiten Aufzug gesteigert, als es die unterschiedlichen Parteinahmen der Fürsten und den Bündnisschwur der Eidgenossen zu sehen gibt; der Höhepunkt nimmt den dritten Akt ein, in dem Tell seinen Sohn gefährden muss und festgenommen wird; im vierten Akt scheint alles zu misslingen: Tell auf dem Boot, ein Sturm kündigt den Untergang an. Doch Tell entkommt und bringt den Vogt Gessler um. Schließlich wird im fünften Aufzug das Problem der Schweizer mit der Schleifung der Zwingburg gelöst.

  • Ermittle die Fehler in der Nacherzählung der Handlung.

    Tipps

    Achte auf Details der Erzählung: Stimmen die Namen, Orte und Zeiten? Stimmt der Ablauf der Ereignisse?

    Lösung

    In der obigen Nacherzählung der Handlung haben sich ein paar Fehler eingeschlichen:

    1. Wir erfahren, dass Stauffacher sich um sein Haus sorgt. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass es den Reichen und Adligen auch unter Besatzung besser ging.
    2. Die Männer treffen sich auf der Rütli-Wiese, nicht der Hütli-Wiese.
    3. Ob das Boot Schiffbruch erleidet, erfahren wir nicht. Tell springt zuvor an Land und kann fliehen, das Boot treibt zurück in den Sturm.
    4. Vom Tod des Königs erfahren sie erst danach.
  • Fasse zusammen, wie die reichen und adligen Schweizer anfangs zur Besatzung der Österreicher stehen.

    Tipps

    Im Laufe der Handlung solidarisieren sich alle Gruppen; sie schließen sich einheitlich gegen die Besatzung zusammen, wo zuvor einige Gruppen noch die Österreicher unterstützten.

    Lösung

    Das arme Volk bekommt die Unterwerfungen am härtesten zu spüren. Es scheint daher natürlich, dass sie gegen die Besatzung sind. Doch auch einige Reiche und Adlige haben darunter zu leiden oder sympathisieren mit dem Volk.

    • Der reiche Bauer Werner Stauffacher ist anfangs noch unentschlossen, aber nur sehr kurz: Seine Frau überredet ihn, für die Sache der Schweizer zu kämpfen, auch um seinen Besitz zu schützen, den ein Vogt ihm abnehmen will.
    • Auch der Freiherr von Attinghausen steht auf der Seite der nach Unabhängigkeit und Freiheit strebenden Schweizer. Er will auch seinen Neffen Rudenz zur Parteinahme überreden.
    • Dieser jedoch ist eigentlich der einzige Schweizer, der am Anfang noch gegen die Schweizer und für die Österreicher ist. Er denkt, der Kampf gegen den österreichischen König sei nicht zu gewinnen. Außerdem will er das Herz der Berta von Bruneck erobern, von der er glaubt, sie stehe auf Seiten der Österreicher. Die reiche Frau hat allerdings Angst um ihren Besitz, verschreibt sich der Sache der Schweizer und gewinnt schließlich auch Rudenz für sein Volk und dessen Kampf.

  • Gliedere die Abschnitte des Dramas.

    Tipps

    Überlege, wer zu wem spricht; überlege dann, in welchem Akt das Gesprochene jeweils aufgeführt wird. Nimm den dramatischen Spannungsaufbau zuhilfe.

    Lösung

    Die oben gezeigten Ausschnitte stellen Schlüsselszenen des Dramas dar.

    1. Im ersten Ausschnitt erzählt der Bauer Baumgarten, wie seine Frau nur knapp der Vergewaltigung entging.
    2. Im zweiten Ausschnitt wird der Hut, Symbol der Unterdrückung, vom Vogt Gessler augestellt.
    3. Im dritten Ausschnitt wird das Treffen auf der Rütli-Wiese vereinbart.
    4. Im vierten Ausschnitt findet der Höhepunkt des Dramas statt: Tell schießt den Apfel vom Kopf seines Sohnes.
    5. Im fünften Ausschnitt lauert Tell dem Vogt Gessler in der Hohlen Gasse auf.
    6. Im sechsten Ausschnitt wird erzählt, wie Rudenz die Zwingburg, das Sarner Schloss, einnahm.
    Quelle: Schiller, Friedrich (1804): Wilhelm Tell.

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