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„Der Schimmelreiter“ – Inhaltsangabe (Storm) 06:00 min

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Transkript „Der Schimmelreiter“ – Inhaltsangabe (Storm)

Flaches Küstenland, lange Deiche und das Wattenmeer – das ist die Kulisse von Theodor Storms Novelle „Der Schimmelreiter“. Dazu kommen Nacht und Nebel, Sturmwind und eine bedrohliche Flut. Und als wäre das nicht genug, treibt sich auch noch ein gespenstisches Pferd herum.

Ganz am Anfang steht ein Erzähler. Er hat als Kind bei seiner Urgroßmutter eine Geschichte gelesen, die er nie mehr vergessen hat. In dieser Geschichte taucht ein zweiter Erzähler auf. Dieser reitet in der Dunkelheit und bei Sturmwetter einen Deich entlang. Dabei begegnet er einem Reiter auf einem weißen Pferd, der allerdings keine Geräusche macht beim Vorbeigaloppieren. Der Erzähler, ein Reisender, sucht Zuflucht in einer Gaststätte. Dort trifft er auf einen alten Schulmeister und berichtet von seinem geisterhaften Erlebnis. Jener erzählt ihm daraufhin die eigentliche Geschichte: Sie handelt von Hauke Haien, dem späteren Deichgrafen. Der Junge wächst bei seinem Vater, einem Bauern und Landvermesser, auf. Schon früh interessiert sich Hauke für die Arbeit des Vaters und für Geometrie. Während die anderen Kinder miteinander spielen, sitzt Hauke allein am Deich und beobachtet die Wellen. Er berechnet, dass der Deich flacher sein müsste, um das Dorf optimal zu schützen.

Als Jugendlicher wird Hauke Knecht beim Deichgrafen Tede Volkerts. Er unterstützt ihn in rechnerischen Aufgaben und weist ihn auf Mängel am Deich hin. Mit der Deichgrafentochter Elke versteht er sich auf Anhieb und die beiden verlieben sich ineinander. Der Großknecht Ole Peters hingegen kann Hauke nicht ausstehen. Später stirbt der alte Deichgraf. Der Oberdeichgraf und die Deichverantwortlichen beratschlagen über einen Nachfolger. Sie denken an Hauke Haien, da der bereits zuvor einen großen Anteil der Deichgrafenarbeit geleistet hat. Doch Hauke ist nicht reich genug. Elke erzählt ihnen, dass Hauke und sie heiraten wollen. Dadurch hätte Hauke dann genug Geld. So wird Hauke Deichgraf und Elke seine Frau. Die beiden sehen sich kaum, da Hauke so viel arbeitet. Er ist ein strenger und ehrgeiziger Deichgraf. Hauke hört, dass sein alter Widersacher Ole Peters sich über ihn lustig macht. Er sei nur wegen seiner Frau Deichgraf geworden. Hauke will das Gegenteil beweisen. Er reißt ein großes Bauprojekt an: Ein neuer Deich soll gebaut werden.

Die Dorfbewohner sind skeptisch. Der neue Deich bedeutet viel Arbeit und sie sehen nicht, was er bringen soll. Außerdem vermuten sie, dass Hauke vor allem sich selbst bereichern will. Dennoch setzt Hauke seine Pläne in die Tat um. Der Oberdeichgraf steht hinter ihm und so müssen sich auch die Dorfbewohner fügen. Nach zwei Jahren Bau ist der neue Deich fast fertig. Hauke wird Zeuge, wie ein kleiner Hund in die letzte Lücke geworfen wird. Er soll im Deich lebendig begraben werden. Ein Aberglaube der Dörfler besagt, dass der Deich dann länger halte. Doch wieder setzt sich Hauke gegen die Mehrheit durch. Er rettet den kleinen Hund. Inzwischen hat Haukes Frau Elke endlich ein Kind geboren. Die kleine Wienke ist geistig behindert. Der gerettete Hund wird ihr Spielkamerad. Noch ein Tier ist Teil des Deichgrafenhaushalts: ein alt aussehender Schimmel. Hauke päppelt ihn auf und reitet mit dem feurigen Pferd täglich über den neuen Deich. Unter seinen Angestellten munkelt man, das Pferd sei teuflisch. Es sieht aus wie der Schimmel, der nachts auf der Insel herumgeistert. Hauke stellt einen Mangel an der Stelle fest, wo der alte und der neue Deich zusammentreffen. Er will den alten Deich renovieren. Doch dieses eine Mal hört er auf Ole Peters. Der ist dafür, die Stelle nur notdürftig zu flicken.

Ein paar Jahre später sucht eine Jahrhundertflut das Küstendorf heim. Hauke reitet in der Nacht zum Deich hinaus. Er sieht, dass mehrere Leute den neuen Deich durchstechen wollen, um den alten Deich zu retten. Ole Peters hat ihnen die Anweisung gegeben. Hauke hält sie davon ab. Haukes Frau Elke und sein Kind kommen, um ihn zu suchen. Der alte Deich bricht an der schlecht geflickten Stelle und die Wassermassen überfluten das Dorf. Hauke sieht, wie seine Liebsten in der Flut ertrinken. Er stürzt sich mit seinem Schimmel ebenfalls ins Wasser.

Über hundert Jahre später steht Haukes Deich noch immer. Der Reisende reitet am nächsten Tag über ihn in die Stadt. Nacht, Flut und Sturm sind verschwunden. Ob der Schimmelreiter aber wirklich herumgeistert oder ob er nur eine Erfindung der abergläubischen Dorfbewohner ist?

1 Kommentar
  1. Default

    Cool.

    Von Wichmann Behrendt, vor mehr als 3 Jahren