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Fortbewegung an Land: Wirbellose Tiere 06:43 min

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Transkript Fortbewegung an Land: Wirbellose Tiere

Landtiere müssen sich fortbewegen, um Nahrung und Fortpflanzungspartner zu finden. Und sie tun es auf verschiedenste Art und Weise. Eine Möglichkeit, an Land vorwärts zu kommen, ist das Kriechen, eine Fortbewegung ganz ohne Beine. Die wohl bekanntesten kriechenden Landtiere sind die Schnecken. Ihre Körperunterseite ist eine einzige große Fußsohle. Auf ihr gleiten sie, ohne dass der Fuß sich vom Untergrund abhebt. Durch die Glasscheibe kann man beobachten, dass dabei wellenartige Muskelbewegungen von hinten nach vorn über die Sohle wandern. Diese Wellen schieben den Körper vorwärts. Eine Schleimdrüse vorne am Fuß sorgt dabei für die nötige Schmierung und Haftung. Würmer kriechen auf völlig andere Weise. Der Regenwurm zum Beispiel. Die Längs- und Ringmuskulatur des Regenwurms bilden zusammen den sogenannten Hautmuskelschlauch. Durch abwechselndes Anspannen und Erschlaffen der Längs- und Ringmuskeln kann der Wurm sich strecken und zusammenziehen. Die winzigen Borsten auf seinem Körper verhaken sich im Untergrund. So kann er sich vorwärts schieben. An der Erdoberfläche kommt er nur schwer voran. Für das Graben in der Erde ist diese Art der Fortbewegung besser geeignet. Schnecken und Würmer beweisen, dass Tiere an Land auch ohne Beine vorankommen und unter bestimmten Bedingungen sogar Vorteile haben können. Schneller geht es an Land dann aber doch mit Hilfe von Beinen voran. Zum Beispiel bei den Stummelfüßern. Sie leben in den Tropen. Ihr Körper ist in viele Segmente unterteilt, wie bei den Würmern. Die ungegliederten, hohlen Beinchen erinnern eher an einen Tausendfüßer. Stummelfüßer sind zwar kein direktes Bindeglied zwischen Würmern und Insekten, sie gelten aber als lebende Fossilien und sind eine Zwischenform, die uns eine Vorstellung von der Evolution wirbelloser Tiere geben kann. Gliederfüßer haben im Gegensatz zu den Würmern ein starres Außenskelett und durch Gelenke gegliederte und dadurch bewegliche Beine. Daher auch der Name Gliederfüßer oder auf Griechisch Arthropoda. Sie bilden die mit Abstand artenreichste Tiergruppe. Die Anzahl der Beine ist bei den einzelnen Gruppen der Gliederfüßer jedoch verschieden. Wie sie sich fortbewegen, hängt entscheidend davon ab, wie viele Beine sie haben. Die meisten haben wohl die Tausendfüßer. Es sind allerdings nicht tausend, sondern "nur" mehrere hundert Beine. Schaut man sich ihre Beinbewegungen genau an, erkennt man, dass sie in mehreren Wellen von hinten nach vorne laufen und so den Körper vorwärts schieben. Die zahlreichen Beine der harmlosen Pflanzenfresser sorgen für eine gute Kraftübertragung auf den Untergrund und helfen den Tieren, sich durch Erde und Bodenstreu zu stemmen. Deutlich weniger Beine besitzen die räuberischen Hundertfüßer. Große tropische Hundertfüßerarten können mit ihren Giftzangen sogar kleine Wirbeltiere wie Mäuse oder Echsen erbeuten. Ihre Beine sind viel länger als die der Tausendfüßer und befinden sich nicht unter dem Körper, sondern an den Seiten. Durch die seitlichen Schlängelbewegungen wird die Beinbewegung unterstützt. Die flinken Räuber erreichen so erstaunlich hohe Geschwindigkeiten. In einer völlig anderen Umgebung leben diese Winkerkrabben. Die meisten, die man an Stränden und Küsten beobachten kann, gehören zur Ordnung der Zehnfußkrebse. Sie haben, wie der Name schon sagt, zehn Beine. Krabben haben eine ganz spezielle Fortbewegungsart: Sie gehen seitwärts. Die Beine sind nicht nur zum Laufen da, sondern auch zum Fressen. Oder um die nahrhafte, oberste Schlammschicht einzusammeln und in den Bau zu tragen. Diese Einsiedlerkrebse haben ebenfalls zehn Beine, aber sehen können wir nur sechs. Die vier hinteren Beine sind im Laufe der Evolution verkümmert und dienen dazu, das leere Schneckenhaus festzuhalten, mit dem die Einsiedlerkrebse ihren weichen Hinterleib schützen. Die vorderen sechs Beine reichen den Einsiedlerkrebsen offensichtlich vollkommen für die notwendige Mobilität. Auch Spinnen gehören zu den Gliederfüßern. Wenn sie laufen, sind von ihren acht Beinen normalerweise vier am Boden und vier in der Luft, das erste und dritte Bein einer Seite gleichzeitig mit dem zweiten und vierten Bein der anderen Seite. Diese Vogelspinne hat vorne am Kopf zwei große Taster, die wie kurze Beine aussehen. Sie werden hauptsächlich zum Festhalten der Beute genutzt. Spinnen können sich mit ihren acht Beinen auf jedem Untergrund sicher fortbewegen. Insekten bewegen ihre sechs Beine ähnlich wie die Spinnen, aber sie haben ein Beinpaar weniger. Wenn sich Insekten fortbewegen, sind immer drei Beine gleichzeitig am Boden und drei in der Luft, das erste und dritte Bein der einen Seite gleichzeitig mit dem mittleren der gegenüberliegenden Seite. Durch die drei Auflagepunkte können Insekten nie umfallen und ihr Gang ist sehr stabil.