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Krebstiere – Lebensweise und Verhalten 06:22 min

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Transkript Krebstiere – Lebensweise und Verhalten

Was haben Hummer, Flusskrebs, Hüpferling, Garnele und Assel gemeinsam? Diese Tiere gehören zu den Krebstieren. Und obwohl diese Tiere sehr unterschiedlich aussehen und teilweise auch ganz verschiedene Lebensräume bewohnen, gibt es viele Gemeinsamkeiten. In diesem Video möchte ich auf die Lebensweise von Krebstieren eingehen und dir etwas zu Ernährung und Fortpflanzung von Krebstieren erzählen.

Segmentierung

Krebstiere sind wirbellose Tiere. Sie stellen einen Unterstamm der Gliederfüßer dar, zu denen auch die Insekten oder Spinnentiere gehören. Der Körper der Krebstiere besteht wie bei allen Gliederfüßern aus Segmenten und lässt sich in Kopfbruststück und Hinterleib gliedern. Alle Krebstiere besitzen zwei Antennenpaare. Jedes Körpersegment kann Extremitäten aufweisen.

Ein Flusskrebs hat beispielsweise zwei Segmente mit Antennen, 6 Segmente mit Mundwerkzeugen und 5 Segmente mit Beinen. Das erste Beinpaar ist zum Hauptscherenpaar umgewandelt. Der Flusskrebs besitzt damit nur 4 Fortbewegungsextremitäten, die Schreitbeine genannt werden. Darauf folgen 5 Segmente mit Schwimmfüßen und ein Segment, an dem die Schwimmfüße zu Flossen umgewandelt sind.

Außenskelett der Krebstiere

Krebstiere haben zudem ein Außenskelett, das aus Chitin und Kalk besteht und die inneren Organe schützt. Da dieses nicht mit dem Tier mitwächst, muss in regelmäßigen Abständen eine Häutung stattfinden. In der Regel findet eine solche Häutung ein- bis zweimal jährlich statt.

Hierbei reißt der Chitinpanzer an bestimmten Stellen auf und das Tier kann aus der alten Schale klettern. Da der neue Panzer zunächst noch weich ist und erst aushärten muss, sind die Tiere in der Zeit nach der Häutung besonders gefährdet und wehrlos. Der Flusskrebs zieht sich in dieser Zeit an einen sicheren Ort unter Steinen und Wurzeln zurück. Einige Krebse sind immer ungepanzert.

Atmung der Krebstiere

Krebstiere atmen über Kiemen, die sich in Atemhöhlen befinden. Daraus kann man auf den Lebensraum der Krebstiere schließen. Die Mehrzahl der Krebstiere lebt im Wasser. Sowohl Meer- als auch Süßwasser sind von Krebstieren bewohnt.

Das einzige an Land lebende Krebstier kennst du bestimmt auch: die Kellerassel. Sie benötigt feuchte Lebensräume und lebt unter Steinen oder in Kellern. Sie ist unabhängig vom Wasser und einige Asselarten atmen wie die Insekten über tracheenähnliche Organe. Kiemen sind dann aber trotzdem noch vorhanden.

Nervensystem und Sinnesorgane der Krebstiere

Krebstiere besitzen wie andere Gliederfüßer auch ein segmentiertes Nervensystem. Das bedeutet in jedem Segment befindet sich eine paarige Verdickung das Ganglion genannt wird. Das Zentrum des Nervensystems bildet das Oberschlundganglion. Auch das Unterschlundganglion hebt sich von den Segmentganglien in seiner Größe ab. Krebstiere besitzen also ein Strickleiternervensystem.

Krebse haben hoch entwickelte Sinnesorgane: Sie verfügen über an den Antennen befindliche Tasthaare, über Geruchs- und Geschmackssinneszellen und über Komplexaugen. Diese Augen sind ein zusammenschluss mehrerer Einzelaugen, wie du es bei der Fliege kennst.

Ernährung der Krebstiere

Die Ernährung von Krebstieren ist sehr vielfältig, da sie Allesfresser sind. Sie fressen sowohl kleine Meerestiere und tote Tiere, aber auch Pflanzenteile. Bei der Nahrungsaufnahme und bei der Zerkleinerung helfen die Mundgliedmaßen. Eine weitere Zerkleinerung findet dann im Kaumagen statt. Verschiedene Kleinkrebse filtern auch Schwebstoffe, Einzeller und Bakterien aus dem Wasser.

Fortpflanzung und Entwicklung der Krebstiere

Krebse sind meist getrenntgeschlechtlich. Nach der Paarung klebt das Weibchen beim Flusskrebs die befruchteten Eier an den Körper und trägt sie mit sich herum. Auch nach dem Schlüpfen halten sich die kleinen Krebs noch bis zum nächsten Frühling am Körper der Mutter fest. Das bietet eine sehr ausgeprägte Brutpflege, die die Jungtiere in ihrem ersten Lebensabschnitt vor z.B. Fraßfeinden schützt.

Bis sich aus dem Ei ein erwachsener Krebs entwickelt hat, müssen mehrere Larvenstadien durchlaufen werden. Das erste Larvenstadium hat übrigens nur drei Beinpaare, ist für fast alle Krebstiere charakteristisch und wird als Naupliuslarve bezeichnet.

Zusammenfassung

Obwohl Hummer, Flusskrebs, Hüpferling, Garnele und Assel sehr unterschiedlich aussehen, gehören sie zu den Krebstieren und haben gemeinsame Merkmale. Fast allen ist das Wasser als Lebensraum gemeinsam und sie atmen meist über Kiemen. Ihr Außenskelett aus Chitin und Kalk schützt die inneren Organe.

Ihr Körper ist segmentiert und jedes Segment kann verschiedene Extremitäten wie Antennen, Mundwerkzeuge oder Schreitbeine besitzen. Das Nervensystem der Krebstiere ist ein Strickleiternervensystem. Beim Flusskrebs findet man eine ausgeprägte Brutpflege, indem zunächst die befruchteten Eier und später die Larven am Körper der Mutter befestigt werden und so vor Fraßfeinden geschützt sind. Tschüss!

Krebstiere – Lebensweise und Verhalten Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Krebstiere – Lebensweise und Verhalten kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe die Sinnesorgane der Krebstiere.

    Tipps

    Krebstiere verfügen über ein Strickleiternervensystem.

    Krebstiere und Insekten besitzen Komplexaugen, die auch als Facettenaugen bezeichnet werden. Sie bestehen aus mehreren Einzelaugen, den Ommatidien.

    Lösung

    Krebstiere verfügen über ein Strickleiternervensystem und über hochentwickelte Sinnesorgane. Mit ihren Komplexaugen können die Krebstiere, ähnlich wie Fliegen, einen sehr großen Bereich überblicken. Die Krebstiere besitzen an ihren Antennen Tasthaare, mit denen sie kleinste Berührungen wahrnehmen können. Außerdem besitzen sie zahlreiche Sinneszellen für den Geruchs- und Geschmackssinn. In jedem Segment des Krebstieres befindet sich ein Ganglion. Das Oberschlund- und das Unterschlundganglion sind größer als die übrigen Ganglien.

  • Bestimme die Nahrung der Krebse.

    Tipps

    Krebstiere sind Allesfresser.

    Sie sind in allen Meeren und Süßgewässern verbreitet. Einige leben auch auf dem Land. Welche Nahrung könnte in ihrem Lebensraum zugänglich sein?

    Lösung

    Krebstiere sind Allesfresser und sind in allen Meeren und Süßgewässern. Die Assel lebt sogar auf dem Land. Als Wasserbewohner ernähren sie sich von sowohl kleineren Meerestieren als auch von toten Tieren und Pflanzenteilen. Einige Krebstiere können auch Schwebstoffe und Bakterien aus dem Wasser filtern. Der Flusskrebs verlässt z.B. nachts sein Versteck und geht auf Nahrungssuche. Zu seiner Beute zählen vor allem Schnecken, Würmer, kleine Fische, aber auch Pflanzen.

  • Benenne verschiedene Krebstiere.

    Tipps

    Die Assel ist der einzige Krebs, der an Land lebt.

    Garnelen gelten als Delikatesse und werden daher stark befischt und gezüchtet.

    Lösung

    Die Klasse der Krebstiere gehört zum Stamm der Gliederfüßer. In dieser Klasse finden sich zahlreiche Vertreter. Hier hast du den Hummer, den Flusskrebs, die Garnele und den Hüpferling kennengelernt. Außerdem siehst du hier eine Assel, den einzigen Vertreter der Krebstiere, der an Land lebt. Krebstiere haben eine große Bedeutung als Nahrung für den Menschen. Hummer, Garnelen und auch Krabben werden in hohen Mengen verzehrt. Sie sind aber auch ein wichtiges Glied in der Nahrungskette der Fische und Wale.

  • Erkläre, wie die Atmung über Kiemen funktioniert.

    Tipps

    Auch über die Kiemenatmung wird Sauerstoff aufgenommen und Kohlenstoffdioxid abgegeben.

    Die Kiemen liegen geschützt unter den Kiemendeckeln.

    Lösung

    Kiemen sind, so wie auch unsere Lunge, ein Organ, das verschiedenen Tieren ermöglicht, Sauerstoff aufzunehmen und Kohlenstoffdioxid abzugeben. Fische und Krebstiere sind an das Leben im Wasser durch Kiemenatmung angepasst.

    Bei der Kiemenatmung nimmt das Tier das sauerstoffreiche Wasser durch die Mundhöhle auf. Es strömt in die Kiemen, der Sauerstoff wird dort aus dem Wasser herausgelöst. In den Kiemenblättchen findet der Austausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid statt. Sobald sich der Kiemendeckel geschlossen hat, wird das Wasser zusammen mit dem Abfallprodukt Kohlenstoffdioxid aus dem Körper gepresst.

  • Erkläre, was man unter einem Butterkrebs versteht.

    Tipps

    Etwas, das aus Butter besteht, kann sehr weich sein.

    Krebstiere häuten sich. Als Häutung wird das Abwerfen der nicht mitwachsenden Körperbedeckung bezeichnet.

    Lösung

    Krebstiere besitzen ein hartes Außenskelett. Dieses wächst nicht mit, daher müssen sich Krebstiere häuten. Die Häutung ist die Bezeichnung für das Abwerfen der nicht mitwachsenden Körperbedeckung. Sie erfolgt unter Mitwirkung von Hormonen und ermöglicht dem Tier das Wachsen.

    Bei der Häutung streift z.B. der Krebs seine äußere Hülle ab und bleibt dann als Butterkrebs zurück. Sein Außenskelett benötigt zwei bis drei Tage, bis es wieder ausgehärtet ist. Der Häutungsprozess kann sich dadurch ankündigen, dass der Krebs ruhiger wird und weniger frisst oder auch seine Farbe ändert.

  • Bestimme die Systematik des europäischen Hummers.

    Tipps

    Dass die Krebse zum Stamm der Gliederfüßer gehören, hast du bereits gelernt.

    In der hierarchischen Taxonomie nach Linné wird die Art immer näher beschrieben.

    Häufig hat der Name der Familie den Anhang -ähnliche oder -artige.

    Alle Zehnfußkrebse sind höhere Krebse, aber nicht alle höheren Krebse sind Zehnfußkrebse.

    Lösung

    Der Europäische Hummer gehört zum Stamm der Gliederfüßer. Die Klasse, der er zugehörig ist, heißt Höhere Krebse. Er gehört zur Ordnung der Zehnfußkrebse und zur Familie der Hummerartigen. Die Gattung heißt nur Hummer und der Artname beschreibt ganz genau, um welches Tier es sich handelt, nämlich um den Europäischen Hummer.

    Du kannst dich bei der Taxonomie von Lebewesen immer daran orientieren, dass sie hierarchisch ist und das Lebewesen Rang für Rang genauer beschreibt.