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Spinnentiere – Netzbau und Lebensweise 12:05 min

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Transkript Spinnentiere – Netzbau und Lebensweise

Willkommen, unser Thema sind heute die Spinnen. Jeder kennt die Situation: Es ist September und man bewegt sich im Freien oder geht spazieren und muss sich dünnster Fäden erwehren, die man zuvor nicht sehen konnte. Es ist „Altweibersommer“. Nun, es ist aber damit kein Sommerwetter für alte Frauen gemeint. Der Begriff „Altweibersommer“ kommt wohl aus dem Altdeutschen, denn früher wurde mit dem „Weiben“ das Knüpfen von Spinnenfäden bezeichnet. Die Fähigkeit, dünne Fäden aus Spinnenseide zu erzeugen, hat einer Tierklasse den Namen gegeben, nämlich „Spinnentiere“. Mitte bis Ende September gibt es jährlich eine Schönwetterperiode. Mit morgendlichen Nebelfeldern und strahlendem Sonnenschein. In dieser Jahreszeit sind Millionen von Spinnen aktiv und gehen auf Reisen. Sie erklettern höhere Punkte und erzeugen durch die Luft schwebende Fäden. Wenn die Thermik groß genug ist, lassen sich die Jungspinnen und die erwachsenen Kleinspinnen mittels ihrer aufsteigenden Fäden ungesteuert davontragen. Naja, und irgendwann landen sie dann oder sie bleiben irgendwo hängen. Und letzten Endes bist du in die verdrifteten Fäden hineingelaufen. „Pfui Spinne! Immer diese hässlichen Fäden, wo die bloß herkommen!?“ Dazu sollten wir uns den zweigliedrigen Körperbau einer Webspinne ansehen. Kopf und Brust sind verwachsen, darin sitzen die vier Beinpaare, die Kiefertaster und die Kieferklauen. Der Hinterleib ist relativ groß und nimmt die meisten inneren Organe auf. Rot werden Herz und Blutgefäße, orange die Atmungsorgane mit Fächertracheen, gelb das bauchseits konzentrierte Nervensystem und grün das Verdauungssystem mit dem Saugmagen gekennzeichnet. Spinnen verfügen über kräftige Kieferklauen und eine Giftdrüse, womit verraten ist, dass alle Spinnen räuberisch leben. Das hier dargestellte Weibchen hat natürlich einen Eierstock, in ihren Spinndrüsen erzeugt es die Eiweiße für die Spinnenfäden, die in den Spinnwarzen entstehen und aus den Spinndrüsen austreten und sich sofort verfestigen. Zu den nahezu 100 verschiedenen Spinnenarten Deutschlands gehört die Garten-Kreuzspinne, die nach der auffälligen Körperzeichnung rückenseits benannt ist. Wir sehen hier ein Weibchen und ein Männchen, dass die Geschlechter unterschiedlich groß sind, kommt bei Spinnen häufig vor. Man spricht vom „Geschlechts-Dimorphismus“, wenn Weibchen und Männchen unterschiedliche Gestalt und Größe haben. Kreuzspinnen mögen die meisten Menschen nicht, so wie andere Spinnen auch. Das rührt wohl daher, dass Spinnen heimlich leben, dann uns aber völlig unerwartet begegnen können. Natürlich ist man dann erschrocken. Es kommt aber noch hinzu, dass wir Lebewesen, die eine von unserem Körper stark abweichende Gestalt haben als besonders fremd und abscheulich empfinden, wie zum Beispiel die beinlosen Schlangen oder die achtbeinigen, behaarten Spinnen. Bei manchen überempfindlich instinktiv reagierenden Menschen, meist sind es Frauen, steigert sich dieses fremdeln in eine Spinnenphobie, in eine Spinnenangst. Sie wird zum Teil auch von Kleinkindern erlernt, wenn die Mutter panisch reagiert. Spinnen wird man nie ganz aus menschlichen Behausungen vertreiben können, weil sie gerade dort hinreichend Nahrung und Schutz vor ihren Feinden, außer den Menschen, finden. Spinnenangst kann gut durch eine Konfrontationstherapie, das heißt man wird an ungefährliche Spinnen gewöhnt, behandelt werden. Spinnenangst ist bei den in den Deutschland lebenden Spinnen völlig unbegründet, denn sie können mit ihren Kiefern nie die menschliche Haut durchdringen. Doch zurück zur Kreuzspinne. Sie sitzt auf einem Zweig und spinnt einen Faden, der vom Wind weggeweht wird. Und an einem anderen Zweig hängenbleibt und so eine Seilbrücke bildet. Dann läuft sie zur Mitte und seilt sich bis zu einer geeigneten Stelle ab, von der aus sie die Speichenfäden ansetzt. Hat sie davon genug gezogen, beginnt sie eine Hilfsspirale von innen nach außen zu bauen. Außen angekommen, kehrt sie um und verzehrt die Hilfsspirale, die ihr als Wegweiser dient, und spinnt dafür die klebrige Fangspirale entgegen dem Uhrzeigersinn zur Mitte hin. Von dort aus spannt sie meistens mehrere Signalfäden von der Warte zum Schlupfwinkel und verharrt der Dinge. Sobald sich ein Insekt im Netz verfängt, nimmt sie die Erschütterungen wahr. Mit den Beinen ertastet sie anhand der Bewegungen der Fäden die Lage des Beutetieres. Sie läuft hin, spinnt es in ein Knäuel ein und versetzt den giftigen Lähmungsbiss, der die Beute tötet. Die Kieferklauen der Spinnen sind zum Zerkleinern der Beute nicht geeignet, deshalb sondern sie einen Verdauungssaft in die Beute ab, der das Innere des Beutetieres zu einem weichen Brei auflöst, den sie dann mit dem Saugmagen aufnehmen. Der größte Teil der Verdauung erfolgt somit außerhalb des Spinnenkörpers, wir sprechen daher von einer „Außenverdauung“. Somit bleibt von dem Beuteinsekt der Chitinpanzer übrig, der dann aus dem Netz gestoßen wird. Webspinnen können nach der Art der Netze die sie bauen eingeteilt werden. Die Kreuzspinne ist eine Radnetzspinne. Zu den Radnetzspinnen zählt auch die Prächtige Wespenspinne. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und hat sich aufgrund der Klimaerwärmung in Deutschland ausgebreitet. Spinnen, denen es nicht obliegt, runde Netze zu bauen, errichten ebene Teilnetze, sie sind „Sektornetzspinnen“ und sie ziehen nur einen Signalfaden. Sehr häufig, wie hier im Morgentau zu sehen, findet man Deckennetzspinnen. Sie bauen ein waagerecht über Kräuter und niedrige Sträucher gespanntes Gewebe, über das sich ein wildes Gewirr von Absturzfäden zieht. Ein Insekt, das an einem dieser Fäden strauchelt und auf die Netzdecke fällt, wird von der Spinne, die unterseits lauert, mit einem Biss gelähmt. Die Jagd-, Spring- und Wolfsspinnen bauen keine Netze, dennoch können sie Fäden erzeugen, sie nutzen diese um sich abzuseilen oder ihre Nachkommen in einen schützenden Kokon einzuspinnen. Den verstecken sie oder sie tragen ihn ständig bei sich. Andere Arten, hier eine Wolfsspinne, tragen die Jungen die erste Zeit auf dem Rücken, bis sie selbstständiger geworden sind. Die Weberknechte haben extrem lange Beine, sie können ihre Gliedmaßnahmen bei Lebensgefahr abwerfen, wodurch sie sich oft retten. Hier wollte ich nur das Gemeine Berufkraut im Bild festhalten. Erfreulicherweise konnte ich die Weiße Krabbenspinne beim genaueren Betrachten ausfindig machen. Einige Krabbenspinnen sind Meister der Tarnung. Die Jungspinnen, siehe Foto, ähneln bereits ihren Eltern. Sie haben keine Larvenstadien und nehmen eine direkte Entwicklung. Wenn die Nymphen, so nennt man sie, herangewachsen sind und ihr Chitinpanzer zu klein geworden ist, streifen sie diesen ab. Sie müssen sich vielfach häuten, bis sie fortpflanzungsreif geworden sind. Äußerst interessant sind die vierfältigen Verhaltensweisen der Spinnen, wenn sie sich paaren. Die Männchen der Wespenspinne sind kleiner als das Weibchen, sie passen von der Größe her in das Beuteschema des Weibchens. Zur Fortpflanzungszeit zupfen die Männchen so an den Netzfäden, dass sie als Geschlechtspartner erkannt werden und die Paarung vollzogen werden kann, das dauert meist nur fünf Sekunden. Erschöpft vom Akt, versäumen es die Männchen, das Weite zu suchen. Das ist ihr Todesurteil. Denn das Weibchen erkennt es nun als Beute und verzehrt es. Mag sein, dass wir den Kannibalismus als abstoßend ansehen, aber das Männchen lebt eh nur ein Jahr und hat seine Aufgabe erfüllt. Weiterhin dient es zusätzlich noch als Nahrung, damit das Weibchen viele entwicklungsfähige Eier erzeugen kann. Längst ist es Zeit für eine Zusammenfassung: Wir konnten heute erfahren, dass Spinnen Gliedertiere sind, die zur Gattung der Spinnentiere gehören. Sie ähneln im Körperbau den Insekten, abweichend haben sie ein verwachsenes Kopf-Brust-Stück, acht Beine und Spinnendrüsen sowie Kieferklauen. Alle Spinnen leben ausnahmslos räuberisch. Sie haben eine Außenverdauung. Spinnen können nach der Art der Fangnetze die sie bauen, in die Gruppen der Radnetzspinnen, Sektornetzspinnen und Deckennetzspinnen eingeteilt werden. Spinnen, die keine Netze bauen, sind die Jagd-, Spring- und Wolfsspinnen sowie die Weberknechte. Spinnen haben eine direkte Entwicklung, das heißt es gibt keine Larven, die Jungtiere sehen den erwachsenen Tieren bereits ähnlich. Bis sie fortpflanzungsreif geworden sind, müssen sie sich mehrfach häuten. Und letzten Endes erfuhren wir, dass Ängste vor heimischen Spinnen völlig unbegründet sind. So, das war es für heute. Ich hoffe es hat euch gefallen und wir sehen uns bald wieder. Tschüss, euer Octavus!

13 Kommentare
  1. Hallo Teker75 1,
    es freut uns, dass dir das Video gefallen hat! Danke für den Hinweis. Wir bestücken die Videos nach und nach mit interaktiven Übungen. Natürlich streben wir eine möglichst hohe Abdeckung an.
    Beste Grüße aus der Redaktion

    Von Tatjana Elbing, vor 7 Monaten
  2. das video ist sehr gut erklärt aber die übung genau so schlecht wie bei dem video der haie

    Von Teker75 1, vor 7 Monaten
  3. Die ÜBUNG IST NICHT SO GUT

    Von Land Tom, vor 7 Monaten
  4. ich Verstehe es nicht

    Von Land Tom, vor 7 Monaten
  5. Hallo Fthekla, prima und Dank für den ehrlichen Kommentar...es ging ja inhaltlich nicht nur um eine Spinne und den Radnetzbau....übrigens leben die meisten "Spinnentiere" im Verborgenen, wo wir sie gar nicht wahrnehmen. Ein Beispiel ist die Hausstaubmilbe.

    Von Roland Hesse, vor 9 Monaten
  1. Es ist sehr hilfreich eure Videos zu kucken!!!!!!!!
    Es war leicht ÜBERFLÜSSIG das ihr gesagt habt das meist Frauen angst vor Spinnen haben aber auch egal es stimmt ja auch irgendwie

    Von Fthekla, vor 9 Monaten
  2. Hallo Micaela, einst erhielt ich im Spätsommer den Auftrag ein Video allgemein über Spinnen zu erstellen. Prima, dass du das Video informativ findest. Ich muss aber entgegnen, dass meine Aussage lautet: "bei überempfindlich, instinktiv reagierenden Menschen, meist sind es Frauen, steigert sich..."usw.. Das ist eine reale, wahre Aussage( bitte Statistik sehen); vom Leiden, wie du es verstanden hast, ist nicht die Rede (Siehe 2. Kommentar). Da hast du etwas falsch aufgefasst. Auch drückt der letzte Satz aus, dass Ängste vor Spinnen völlig unbegründet, aber angeboren, sind. Also, wozu leiden? Die Kritik ist wohl ein Missverständnis. Mit freundlichem Gruß Octavus

    Von Roland Hesse, vor 10 Monaten
  3. Hallo Micaela,
    es freut uns, dass dir das Video gefallen hat. Da hast du natürlich recht. Dieser Zusatz ist in einem Video über den Netzaufbau und der Lebensweise von Spinnentieren völlig überflüssig.
    Beste Grüße aus der Redaktion

    Von Tatjana Elbing, vor 10 Monaten
  4. Ich finde die Bemerkung, dass es meist Frauen sind, die an Spinnenphobie leiden, völlig überflüssig. Ansonsten ein sehr informatives Video.

    Von Micaela Dueck, vor 10 Monaten
  5. gut

    Von Tarek Zayed, vor mehr als einem Jahr
  6. Ich hab angst vor spinnen und ich wusste nicht wiso jetzt verstehe ich sie schon fast! :-)

    Von Petra Kegler, vor mehr als 3 Jahren
  7. Vielen Dank!!!!

    Von Maria T., vor mehr als 4 Jahren
  8. sehr gut!

    Von Maria T., vor mehr als 4 Jahren
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