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Lebende Fossilien 05:33 min

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Transkript Lebende Fossilien

Fossilien kennst du als Überreste und Spuren von Pflanzen und Tieren aus längst vergangener Zeit? Richtig! Aber gibt es auch lebende Fossilien? Die gibt es und zwar auch noch heute! Allerdings hat das nichts mit den Versteinerungen und Überresten zu tun, an die du als erstes denkst, wenn du den Begriff Fossilien hörst.

Was lebende Fossilien sind und wo sie vorkommen zeige ich dir jetzt anhand vieler interessanter Beispiele aus der Welt der Tiere und Pflanzen.

Begriffserklärung "lebendes Fossil"

Die Bezeichnung “lebendes Fossil” ist eigentlich ein Widerspruch in sich, denn ein Fossil kann gar nicht leben. Allerdings werden als lebende Fossilien Tiere und Pflanzen bezeichnet, die sich gestaltlich in einem sehr langen Zeitraum kaum verändert, also weiterentwickelt, haben. Sie werden deshalb auch als Dauerformen bezeichnet.

In ihrem Körperbau unterscheiden sie sich also kaum von ihren Vorfahren. Die Merkmale von lebenden Fossilien spiegeln also die Merkmale aus lange zurückliegenden Evolutionsstadien wider und wurden sozusagen konserviert. So kann man mithilfe dieser lebenden Fossilien auch Rückschlüsse auf das Aussehen, die Lebensweise und den Lebensraum der bereits ausgestorbenen Vorläufer ziehen.

Lebende Fossilien kannst du in isolierten Lebensräumen finden, in denen sich die Umweltbedingungen über viele Millionen Jahre kaum verändert haben. So waren bestimmte Anpassungen im Körperbau und in der Lebensweise damals wie auch heute sinnvoll und blieben erhalten. Solche isolierten Lebensräume sind Inseln, die tropischen Regenwälder oder auch die Tiefsee.

Tierische lebende Fossilien

Nun will ich dir aber endlich Beispiele für lebende Fossilien zeigen. Kennst du dieses Tier?

Das ist ein Quastenflosser und er ist ein lebendes Fossil. Quastenflosser haben sich seit 100 Mio. Jahren kaum verändert. Man findet sie heute in den Gewässern Indonesiens.

Die Vorfahren der Brückenechse lebten vor 140 Mio Jahren. Die Brückenechse kommt heute noch auf einigen Inseln vor der Küste Neuseelands vor und sie sieht wirklich so aus, als käme sie aus einer längst vergangenen Zeit, oder?

Ebenso der Pfleilschwanz-Krebs, der seit über 200 Mio. Jahren auf der Erde lebt. Heute lebt er nur noch in Gewässern Amerikas und Südostasiens. Auch Schildkröten und Krokodile zählt man zu den lebenden Fossilien, da auch sie sich kaum im Vergleich zu ihren Vorfahren vor Millionen Jahren unterscheiden.

Pflanzliche lebende Fossilien

Es gibt auch bei den Pflanzen lebende Fossilien. Wusstest du das?

Beispielsweise gibt es den Ginkgo-Baum seit 170 Mio. Jahren. In der Natur kommt er heute nur noch im Südwesten Chinas vor. Wenn du dir die Blätter dieses Baumes ansiehst, sehen diese auf den ersten Blick auch anders als die Blätter anderer typischer Laubbäume aus, oder?

Obwohl sie flächig wie Laubblätter ausgebildet sind, tragen sie Merkmale von den Nadelblättern der Nadelbäume. Auch dies verdeutlicht die Ursprünglichkeit dieser Pflanze.

Auch die Mammutbäume, die du in Nordamerika aber ab und zu auch bei uns in Parks findest, sind lebende Fossilien. Sie sind perfekt an ihre Umwelt angepasst. Waldbrände können sie nicht nur überleben, sie brauchen diese sogar. Ihre Zapfen öffnen sich nähmlich erst nach großer Hitzeeinwirkung, z.B. durch ein Feuer. Erst dann werden die Samen freigegeben.

Zusammenfassung

Jetzt weißt du, dass es neben den Überreste und Spuren von ausgestorbenen Lebewesen auch noch “lebende Fossilien” gibt. Lebende Fossilien sind urtümliche Lebewesen, die es noch heute auf der Erde gibt. Sie haben sich kaum verändert und sind mit ihren sehr ursprüngliche Merkmalen auch heute noch perfekt an ihren Lebensraum angepasst.

Sie sind lebende Relikte vergangener Zeiten. Als Beispiele für lebende Fossilien hast du den Quastenflosser, die Brückenechse, den Pfeilschwanzkrebs, den Ginko- und den Mammutbaum kennengelernt. Und wenn du das nächste Mal ein Krokodil oder eine Schildkröte betrachtest, fällt dir sicher ein, dass auch sie zu den lebenden Fossilien gezählt werden. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

Lebende Fossilien Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Lebende Fossilien kannst du es wiederholen und üben.

  • Vergleiche Fossilien mit lebenden Fossilien.

    Tipps

    Auf dem Bild siehst du ein Fossil. Hier handelt es sich um einen fossilierten Abdruck eines Fisches. Fossilien sind in der Regel versteinerte Spuren oder Abdrücke oder irgendwie anders konservierte Überreste von gestorbenen Tieren oder Pflanzen.

    Lebende Fossilien konnten nur so lange überlegen, weil sie perfekt an ihren Lebensraum angepasst sind. Deswegen mussten sie sich kaum verändern.

    Lösung

    Auch wenn die Namen eine ähnliche Bedeutung vermuten lassen, unterscheiden sich Fossilien und lebende Fossilien sehr stark voneinander.

    Bei Fossilien handelt es sich um Abdrücke, Spuren oder Überreste längst ausgestorbener Tier- oder Pflanzenarten. Es sind somit Zeugnisse vergangener Erdzeitalter, die uns viel über die Vergangenheit unseres Planeten verraten können.

    Lebende Fossilien hingegen existieren auch heute noch. Es handelt sich um Tiere oder Pflanzen, die auch heute noch leben, aber sich während des letzten Erdzeitalters kaum verändert haben. Sie ähneln ihren ausgestorbenen, teils fossilisierten Vorfahren noch sehr stark. Allerdings hat sich im Laufe der Zeit ihr Verbreitungsgebiet verkleinert, sodass sie heutzutage nur noch an sehr wenigen Orten vorkommen. Beispiele, die du kennen gelernt hast, sind der Quastenflosser, die Brückenechse, der Pfeilschwanzkrebs, der Ginkgo und der Mammutbaum.

  • Definiere den Begriff lebende Fossilien.

    Tipps

    Bei lebenden Fossilien kann es sich um Tiere oder Pflanzen handeln.

    Lösung

    „Lebende Fossilien? Das ist ein Widerspruch in sich!“
    Mit diesem Einspruch hast du nicht ganz Unrecht. Schließlich hast du ja gelernt, dass es sich bei Fossilien um Überbleibsel von Pflanzen oder Tieren handelt, die meist vor langer Zeit ausgestorben sind. Lebendig sind die bestimmt nicht mehr.
    Was hat es also mit lebenden Fossilien auf sich? Hierbei handelt es sich um Pflanzen und Tiere, deren Bauplan sich über eine sehr lange Zeit nicht verändert hat. Unter Bauplan ist hier das Skelett bzw. der Pflanzenaufbau zu verstehen. Sie sehen quasi noch genauso aus wie vor Tausenden von Jahren. Diese Organismen erscheinen uns heute oft etwas merkwürdig oder ungewohnt, da sie sich so lange nicht verändert haben. Viele andere Tierarten haben sich im Laufe der Evolution weiterentwickelt und ihre Gestalt verändert.

  • Untersuche, ob es sich um ursprüngliche oder erworbende Merkmale handelt.

    Tipps

    heterodont von griechisch hetero = verschieden und dont = Zahn
    Ein heterodontes Gebiss besteht aus verschiedenen Zahntypen, dem gegenüber steht die Homodontie.

    Lösung

    Wir schauen uns zuerst die ursprünglichen Merkmale an.

    • Vierfüßigkeit ist ein ursprüngliches Merkmal, da es bei allen Gruppen der Landwirbeltiere zu finden ist. Es ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass ursprüngliche Merkmale im Laufe der Evolution verloren gehen können. Denn es gibt in jeder Gruppe der Landwirbeltiere Arten, die nicht vierfüßig sind: Amphibien - Schleichenlurche, Reptilien - Schlangen, alle Vögel, Säugetiere - Mensch.
    • Lunge: Auch hierbei handelt es sich um ein ursprüngliches Merkmal. Selbst im Wasser lebende Landwirbeltiere haben die Lunge behalten. Ausnahme sind nur die Larven der Amphibien, die im Wasser geboren werden, während ihrer Entwicklung die Kiemen zurückbilden und eine Lunge entwickeln.
    • Wirbelsäule: Die Wirbelsäule ist ebenfalls ein ursprüngliches Merkmal, das die Landwirbeltiere mit allen Wirbeltieren gemeinsam haben.
    Nun zu den abgeleiteten Merkmalen:
    • Fell: Fell bzw. Haare treten erstmals bei den Ursäugetieren auf und stellen damit ein abgeleitetes Merkmal dar. Auch dieses Merkmal ist im Laufe der Evolution bei einigen Arten wieder verloren gegangen. Wir selbst sind auch ein Beispiel dafür: Besitzen wir zwar noch eine Kopf- und auch eine leichte Körperbehaarung, kann man bei weitem nicht mehr von Fell sprechen.
    • heterodontes Gebiss: Der Begriff Heterodontie beschreibt die Zusammensetzung des Gebisses. Säugetiere haben ein Gebiss, das auch verschiedenen Zahntypen besteht: Schneidezähnen, Eckzähnen und Backenzähnen. Typisch für Säugetiere ist auch ein Zahnwechsel. Er ist aber nicht bei allen Arten zu finden.
    • Zwerchfell: Auch das Zwerchfell ist ein abgeleitetes Merkmal. Es handelt sich hierbei um eine Muskel-Sehnen-Platte, die Bauch- und Brustraum voneinander trennt. Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel.
    • Säugen: Hierbei handelt es sich um die namensgebende Fähigkeit der Säugetiere und somit klar um ein abgeleitetes Merkmal. Ein weiteres Merkmal der Säugetiere ist die Viviparie (von lat. viviparus = lebendgebärend). Allerdings trifft dieses Merkmal nur auf die Beuteltiere und die Plazentatiere zu. Die ebenfalls zu den Säugetieren gehörenden Kloakentiere legen noch Eier (erinnere dich an das Schnabeltier).
    • Gaumen: Erst bei den Säugetieren bildet sich der Gaumen aus. Er steht in enger Verbindung zum Säugen der Jungen. Erst durch den Gaumen ist es möglich, gleichzeitig zu trinken und zu atmen, da die Nasenhöhle von der Mundhöhle getrennt wird. Menschen verlieren diese Fähigkeit im Laufe ihrer Kindheit, da sie nur während des Säuglingsalters nötig ist.

  • Gib an, wo lebende Fossilien in der Regel vorkommen.

    Tipps

    Weit unter der Erdoberfläche ist kein Leben mehr möglich. Nur die oberste Erdschicht ist bewohnbar.

    Lösung

    Damit bestimmte Arten über eine ungewöhnlich lange Zeit unverändert überleben können, muss ihr Lebensraum bestimmte Anforderungen erfüllen:

    • Der Lebensraum darf sich im Laufe der Zeit kaum verändert haben. Ansonsten wäre die Art ausgestorben oder hätte sich den veränderten Lebensbedingungen angepasst und auch verändert.
    • Auch fehlende Konkurrenz oder Fressfeinde führen dazu, dass eine Art unverändert langfristig überleben kann.
    • Ein von der Umgebung isolierter Lebensraum verstärkt diese Faktoren nochmals.
    Konkurrenz, ein unsteter Lebensraum und vielfältige Interaktionen mit anderen Arten sind Faktoren, die die Veränderung von Arten fordern und beschleunigen. In einem isolierten Lebensraum sind diese Faktoren stark minimiert bis nicht vorhanden. Nur dann können Arten über einen so langen Zeitraum unverändert bestehen, dass man sie heute als lebende Fossilien beschreibt.

  • Beschreibe Beispiele für lebende Fossilien.

    Tipps

    rezent von lateinisch recens = kürzlich, soeben
    Als rezente Arten werden in der Biologie all diejenigen beschrieben, die noch leben oder vor kurzem ausgestorben sind. Unter kürzlich ausgestorben fallen alle, die erst während der geologischen Gegenwart, dem Holozän, ausgestorben sind. Es begann vor etwa 12 000 Jahren.

    Lösung

    Lebende Fossilien erkennt man oft an ihrem Äußeren: sie sehen für uns altertümlich und oft etwas merkwürdig aus.
    Der Quastenflosser ist ein gutes Beispiel dafür. Seine mit pinselförmigen Ausbildungen versehenen Flossen und der für Fische untypische Körperbau sind ungewohnt für uns. Die Art und Weise, wie der Quastenflosser seine Flossen bewegt, ist so etwas wie eine Frühform des Gehens. Der rezente Quastenflosser bewegt sich zwar nur im Wasser, aber es kann durchaus fossile Arten gegeben haben, die teilweise auch an Land gelebt haben.

    Die Brückenechse unterscheidet sich nicht nur durch ihren Schädelbau von den restlichen Reptilien. Die meisten Reptilien verringern ihre Aktivität bei kühleren Temperaturen. Die Brückenechse ist da wesentlich toleranter. Ihre Wohlfühltemperatur liegt bei 10 bis 12 °C, und nicht zwischen 25 bis 40 °C wie bei den meisten Reptilien.

    Der Pfeilschwanzkrebs sieht niemandem so richtig ähnlich. Auch ein gutes Zeichen dafür, dass es sich um ein lebendes Fossil handelt. Die Tiergruppe, die den Pfeilschwanzkrebsen am nächsten steht, sind die Spinnentiere. Die rezenten Vertreter der Pfeilschwanzkrebse leben ausschließlich im Wasser.

    Der Ginkgo und der Mammutbaum sind lebende Fossilien aus dem Pflanzenreich. Auch sie sind nicht wirklich mit anderen Pflanzen bzw. Bäumen zu vergleichen. Der Ginkgo ist sehr gut an seinen außergewöhnlichen Blättern zu erkennen, während der Mammutbaum enorme Höhen und Stammdurchmesser erreichen kann.

  • Prüfe, ob es sich um ein lebendes Fossil handelt.

    Tipps

    Die Farne werden als Schwestergruppe der heute vorherrschenden Samenpflanzen betrachtet. Man geht davon aus, dass sie älter sind als die ersten Samenpflanzen. Viele damalige Vertreter der Farne sind heute ausgestorben.

    Die dicken Blätter der Aloe Vera dienen der Wasserspeicherung. Diese Strategie ist in tropischen Regionen sehr häufig.

    Die Mondfische sind eine vergleichsweise junge Fischart. Erste fossile Nachweise sind nur ca. 50 Millionen Jahre alt.

    Lösung

    Na, hast du es herausgefunden? Tatsächlich handelt es sich beim Schnabeltier und beim Schachtelhalm um lebende Fossilien.

    Das Schnabeltier gehört zu den sogenannten Kloakentieren. Das ist eine ursprüngliche Gruppe innerhalb der Säugetiere, die ihre Jungen zwar schon säugt, aber noch Eier legt, so wie alle Wirbeltiere, die sich vor den Säugetieren entwickelt haben (Amphibien, Reptilien, Vögel). Das Eierlegen ist also ein ursprüngliches Merkmal, das bei den Kloakentieren erhalten blieb. Alle anderen Säugetiere haben sich im Laufe der Evolution verändert und gehören zu den Lebendgebärenden.
    Der Schachtelhalm gehört zu den Farnen. Die Gruppe der Farne entstand vermutlich vor den heute vorherrschenden Samenpflanzen. Es gibt fossile Belege, die zeigen, dass es bereits vor etwa 375 Millionen Jahre Pflanzen gab, die dem heutigen Schachtelhalm stark ähneln. Die Schachtelhalme haben sich also seit sehr langer Zeit kaum verändert.

    Der Mondfisch mag etwas seltsam aussehen, aber tatsächlich handelt es sich um eine vergleichsweise junge Fischart. Die ältesten fossilen Nachweise dieser Fische sind etwa 50 Millionen Jahre alt. Trotzdem sind Mondfische faszinierende Produkte der Evolution.
    Die Aloe vera ist ebenfalls kein lebendes Fossil. Vielleicht ist sie dir aus deinem Alltag bekannt. Sie ist ein beliebtes Produkt der Kosmetikindustrie. Das Aussehen der Aloe hat nichts Altertümliches. Die dickfleischigen Blätter sind typisch für Pflanzen in tropischen oder subtropischen Gebieten. Sie dienen zur Wasserspeicherung.