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Indirekte Rede

Mit der indirekten Rede kannst du wiedergeben, was jemand gesagt hat. Sie besteht aus einem Haupt- und einem Nebensatz.

Direkte und indirekte Rede im Spanischen

Ana dice: «Quiero aprender el estilo indirecto.» (Ana sagt: „Ich möchte die indirekte Rede lernen.“) Ana dice que quiere aprender el estilo indirecto. (Ana sagt, dass sie die indirekte Rede lernen möchte.) Erkennst du einen Unterschied zwischen den beiden Sätzen? Während sie inhaltlich die gleiche Aussage haben, unterscheiden sie sich grammatikalisch: Der erste Satz steht in beiden Sprachen in der direkten Rede (discurso directo oder estilo directo) und der zweite Satz steht in der indirekten Rede (discurso indirecto oder estilo indirecto). Bestimmt kennst du schon die deutsche indirekte Rede und die englische reported speech. Hier lernst du sie auch im Spanischen kennen.

Bildung der indirekten Rede ohne Zeitenverschiebung

Die indirekte Rede ermöglicht die Wiedergabe einer Aussage durch eine dritte Person. Der Hauptsatz enthält dabei stets ein Verb des Sagens oder Fragens, während der Nebensatz die eigentliche Information transportiert (nämlich das, was jemand gesagt hat). Der Nebensatz wird mit que (dass) eingeleitet.

  • direkte Rede: Juan dice: «Estoy en Sevilla.» (Juan sagt: „Ich bin in Sevilla.“)
  • indirekte Rede: Juan dice que está en Sevilla. (Juan sagt, dass er in Sevilla ist / sei.)

Vergleichen wir mal die spanische direkte Rede mit der indirekten Rede:

Direkte Rede:

  • Die Aussage der direkten Rede steht in Anführungszeichen.
  • Das Verb im Satz der direkten Rede richtet sich in der Konjugation nach dem Sprecher und steht hier in der ersten Person Singular.

Indirekte Rede:

  • Aus den zwei Sätzen der direkten Rede wird ein Satz.
  • Juan spricht nun nicht mehr selbst, sondern es wird über ihn gesprochen. Das Verb im Hauptsatz richtet sich daher in der Konjugation nach demjenigen, der die Äußerung wiedergibt, und steht hier in der dritten Person Singular.

Rede

Auch Fragen können in der indirekten Rede wiedergegeben werden. Bei Entscheidungsfragen, also Fragen ohne Fragewort, steht in der indirekten Rede die Konjunktion si (ob):

  • direkte Frage: Juan pregunta: «María, ¿estás en Sevilla?» (Juan fragt: „María, bist du in Sevilla?“)
  • indirekte Frage: Juan le pregunta a María si está en Sevilla. (Juan fragt María, ob sie in Sevilla ist / sei.)

Bei Fragen mit Fragewort bleibt dieses in der indirekten Rede unverändert bestehen:

  • direkte Frage: Juan pregunta: «María, ¿dónde vives?» (Juan fragt María: „Wo wohnst du?“)
  • indirekte Frage: Juan le pregunta a María dónde vive. (Juan fragt María, wo sie wohnt / wohne.)

Häuser.jpg

Neben dem Verb, das in seiner Konjugation angepasst werden muss, verändern sich beim Überführen eines Satzes in die indirekte Rede auch noch andere Satzteile:

  • Personalpronomen und Possessivpronomen / -begleiter: María dice: «Yo vivo en Barcelona con mis padres.» (María sagt: „Ich lebe in Barcelona mit meinen Eltern.“) → María dice que ella vive en Barcelona con sus padres. (María sagt, dass sie in Barcelona mit ihren Eltern lebt / lebe.)
  • Ortsangaben: María cuenta: «Aquí tengo muchos amigos.» (María erzählt: „Hier habe ich viele Freunde.“) → María cuenta que allí tiene muchos amigos. (María erzählt, dass sie dort viele Freunde hat / habe.)
  • Zeitangaben: María cuenta: «Nos mudamos a Barcelona el año pasado (María erzählt: „Wir sind letztes Jahr nach Barcelona gezogen.“) → María cuenta que se mudaron a Barcelona el año anterior. (María erzählt, dass sie im Vorjahr nach Barcelona gezogen sind / seien.)
  • Demonstrativpronomen / -begleiter: María opina: «En esta ciudad hay mucha gente loca.» (María findet: „In dieser Stadt gibt es viele verrückte Leute.“) → María opina que hay mucha gente loca en aquella ciudad. (María findet, dass es in jener Stadt viele verrückte Leute gibt / gäbe.)
  • Objekt- und Reflexivpronomen: María añade: «Por eso, me gusta Barcelona.» (María fügt hinzu: „Deshalb gefällt mir Barcelona.“) → María añade que por eso, le gusta Barcelona. (María fügt hinzu, dass Barcelona ihr deshalb gefällt / gefalle.)

Wie du siehst, können also beim Bilden der indirekten Rede viele verschiedene Änderungen nötig werden. Hier noch ein kleiner Überblick über die veränderten Orts- und Zeitangaben in der indirekten Rede:

indirekte-Rede.jpg

Wir haben uns bis jetzt mit der indirekten Rede ohne Zeitenverschiebung beschäftigt. Was ist darunter zu verstehen? Wenn bei der indirekten Rede das Verb des Hauptsatzes, also das einleitende Verb (z.B. María dice...), in einer Zeitform der Gegenwartsgruppe steht (Präsens, Pretérito Perfecto oder Futur), bleibt das Tempus des Verbs im Nebensatz unverändert im Vergleich zum Verb in der direkten Rede. Kompliziert? Dazu ein paar Beispiele:

  • Einleitendes Verb im Präsens: María dice: «Vivo en Barcelona.» (María sagt: „Ich lebe in Barcelona.“) → María dice que vive en Barcelona. (María sagt, dass sie in Barcelona lebt / lebe.)
  • Einleitendes Verb im Perfecto Compuesto: María ha dicho: «Vivo en Barcelona.» (María hat gesagt: „Ich lebe in Barcelona.“) → María ha dicho que vive en Barcelona. (María hat gesagt, dass sie in Barcelona lebt / lebe.)
  • Einleitendes Verb im Futur: María dirá: «Vivo en Barcelona.» (María wird sagen: „Ich lebe in Barcelona.“) → María dirá que vive en Barcelona. (María wird sagen, dass sie in Barcelona lebt / lebe.)

Du siehst hier also, dass die Zeitform des Verbs im Nebensatz stets unverändert bleibt, in diesem Fall bleibt das Verb im Präsens. Im Folgenden schauen wir uns an, was mit den Verben im Nebensatz passiert, wenn das einleitende Verb in einem anderen Tempus steht.

Bildung der indirekten Rede mit Zeitenverschiebung im Indikativ

Auf den Aspekt der Zeitenverschiebung gilt es bei der indirekten Rede ein besonderes Augenmerk zu legen. Steht das Verb des Einleitungssatzes in einem Tempus der Vergangenheitsgruppe (Indefinido, Pretérito Perfecto, Imperfecto oder Pluscuamperfecto), kommt es zu einer Verschiebung der Zeitform des Verbs im Nebensatz. (Anmerkung: Das Pretérito Perfecto gehört sowohl der Gegenwartsgruppe als auch der Vergangenheitsgruppe an.)

Schauen wir uns anhand einiger Beispielsätze an, wie eine solche Zeitenverschiebung aussehen kann:

  • María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «Vivo en Barcelona.» (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt: „Ich lebe in Barcelona.“) → María dijo / ha dicho / decía / había dicho que vivía en Barcelona. (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt, dass sie in Barcelona lebte.)
  • María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «Viviré en Barcelona.» (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt: „Ich werde in Barcelona leben.“) → María dijo / ha dicho / decía / había dicho que viviría en Barcelona. (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt, dass sie in Barcelona leben würde.)
  • María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «Habré vivido en Barcelona.» (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt: „Ich werde in Barcelona gelebt haben.“) → María dijo / ha dicho / decía / había dicho que habría vivido en Barcelona. (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt, dass sie in Barcelona gelebt haben würde.)
  • María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «Viví en Barcelona.» (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt: „Ich habe in Barcelona gelebt.“) → María dijo / ha dicho / decía / había dicho que había vivido en Barcelona. (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt, dass sie in Barcelona gelebt hatte.)
  • María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «He vivido en Barcelona.» (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt: „Ich habe in Barcelona gelebt.“) → María dijo / ha dicho / decía / había dicho que había vivido en Barcelona. (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt, dass sie in Barcelona gelebt hatte.)

Du siehst also, dass sich die Tempora im Nebensatz folgendermaßen verschieben, wenn das einleitende Verb in einer Zeitform der Vergangenheit steht:

zeitenverschiebung-1.jpg

Anhand der Tabelle siehst du, dass sich die Zeitformen jeweils um eine Zeitform nach hinten verschieben. Es gibt auch ein paar Tempora und Modi, die bei der indirekten Rede einfach unverändert bestehen bleiben, auch wenn das einleitende Verb in einer Zeitform der Vergangenheit steht:

Zeitenverschiebung-2.jpg

Schauen wir uns auch hierzu wieder ein paar Beispiele an:

  • María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «Vivía en Barcelona.» (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt: „Ich lebte in Barcelona.“) → María dijo / ha dicho / decía / había dicho que vivía en Barcelona. (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt, dass sie in Barcelona lebte.)
  • María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «Había vivido en Barcelona.» (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt: „Ich hatte in Barcelona gelebt.“) → María dijo / ha dicho / decía / había dicho que había vivido en Barcelona. (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt, dass sie in Barcelona gelebt hatte.)
  • María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «Viviría en Barcelona.» (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt: „Ich würde in Barcelona leben.“) → María dijo / ha dicho / decía / había dicho que viviría en Barcelona. (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt, dass sie in Barcelona leben würde.)
  • María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «Habría vivido en Barcelona.» (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt: „Ich hätte in Barcelona gelebt.“) → María dijo / ha dicho / decía / había dicho que habría vivido en Barcelona. (María hat gesagt / sagte / hatte gesagt, dass sie in Barcelona gelebt hätte.)

Wenn du die indirekte Rede mit Zeitenverschiebung ein bisschen übst, wirst du sie bald komplett verstanden und verinnerlicht haben.

Bildung der indirekten Rede mit Zeitenverschiebung im Subjuntivo

Es wird dich nicht überraschen, dass auch beim Thema der indirekten Rede der spanische Modus Subjuntivo eine Rolle spielt. Du solltest also sowohl den Subjuntivo presente als auch die Vergangenheitsformen des Subjuntivo beherrschen, um dich mit diesem Aspekt zu beschäftigen. Die indirekte Rede mit Zeitenverschiebung im Subjuntivotritt vor allem dann auf, wenn du einen Satz im Imperativ in die indirekte Rede überführen willst:

  • María le pide a Juan: «¡Visítame en Barcelona!» (María bittet Juan: „Besuch mich in Barcelona!“) → María le pide a Juan que la visite en Barcelona. (María bitte Juan, sie in Barcelona zu besuchen.)

Du siehst hier, dass aus dem Imperativ der direkten Rede in der indirekten Rede ein Subjuntivo presente wird, wenn das einleitende Verb in einer Zeitform der Gegenwartsgruppe steht. Steht das einleitende Verb in einer Vergangenheitszeit, wird aus dem Subjuntivo der direkten Rede in der indirekten Rede ein Imperfecto de Subjuntivo, also ein Subjuntivo der Vergangenheit:

  • María le pidió / ha pedido / pedía / había pedido a Juan: «¡Visítame en Barcelona!» (María bat Juan / hat Juan gebeten / hatte Juan gebeten: „Besuch mich in Barcelona!“) → María le pidió / ha pedido / pedía / había pedido a Juan que la visitara / visitase en Barcelona. (María bat Juan / hat Juan gebeten / hatte Juan gebeten, sie in Barcelona zu besuchen.)

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Aber auch ohne einen Imperativ kann der Subjuntivo eine Rolle in der indirekten Rede spielen:

  • Präsens: María dice: «No creo que Juan venga.» (María sagt: „Ich glaube nicht, dass Juan kommt.“) → María no cree que Juan venga. (María glaubt nicht, dass Juan kommt.)
  • Vergangenheit: María dijo / ha dicho / decía / había dicho: «No creo que Juan venga.» (María sagte / hat gesagt / hatte gesagt: „Ich glaube nicht, dass Juan kommt.“) → María no creyó / ha creído / creía / había creído que Juan viniera / viniese. (María glaubte nicht / hat nicht geglaubt / hatte nicht geglaubt, dass Juan kommen würde.)

Keine Sorge, auch die indirekte Rede mit Zeitenverschiebung im Subjuntivo wirst du dir mit ein bisschen Übung bald merken und sie problemlos anwenden können. ¡Ánimo!