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Leben im Römischen Reich

Als „Imperium ohne Grenzen“ wurde das Römische Reich einst bezeichnet. Doch nicht nur seine Größe war erstaunlich, auch die Lebensqualität seiner Bewohner sollte über Jahrhunderte in Europa nicht mehr erreicht werden.

Wechselhaftes Leben im Römischen Reich

Wenn vom Römischen Reich gesprochen wird, kannst du dir hierunter ein Weltreich vorstellen, das ungefähr zwischen dem 8. Jahrhundert vor und dem 7. Jahrhundert nach Christus bestand und sich über mehrere Kontinente erstreckte. Das größte Reich in der Geschichte mag zwar das Hunnenreich gewesen sein, doch aufgrund der vielen unterschiedlichen Sprachen, Völker und Religionen, die das Römische Reich beinhaltete, wurde es auch als imperium sine fine, also „Imperium ohne Grenzen“, bezeichnet.

Eine genaue Abgrenzung zum vorrömischen Reich oder dem Byzantinischen Reich, das aus dem Römischen Reich hervorging, ist allerdings nur schwer möglich, da diese Epochen mehr oder weniger nahtlos ineinander übergingen. Grob kannst du die Geschichte Roms in vier Epochen gliedern: die Königszeit von 753 bis 509 v. Chr., die Republik von 509 bis 27 v. Chr., das Prinzipat bzw. die Kaiserzeit von 27 v. Chr. bis 284/285 n. Chr. und die Spätantike ab 284/285 bis ins 6./7. Jahrhundert nach Christus, in welcher Zeit ein fließender Übergang zum Frühmittelalter stattfand. Besonders im Zeitraum vor und nach Jesu Christi Geburt fanden einige Ereignisse statt, die großen Einfluss auf das Leben im Reich hatten.

Der Spartakusaufstand

Gladiatorenkämpfe hatten im alten Rom Tradition. Sie waren bei Herrschern und dem gewöhnlichen Volk gleichermaßen beliebt und stellten Sportveranstaltungen dar, die in ihrer Popularität wahrscheinlich mit Fußball im heutigen Europa oder Basketball in den USA zu vergleichen sind – mit dem bedeutsamen Unterschied, dass es blutige Kämpfe um Leben und Tod waren. Außerdem waren die Teilnehmer hier in der Regel keine Freiwilligen, sondern Sklaven. Ein solcher Sklave war auch der Gladiator Spartakus.

Gladiator

Viel ist über ihn bis heute nicht bekannt, dafür allerdings eine bedeutsame Tatsache: Er war der Anführer des größten Sklavenaufstands in der Geschichte Roms. Dieser ereignete sich im Jahr 73 v. Chr., wobei die Sklaven unter Spartakus’ Führung aus ihrem Gefängnis, der Sklavenschule, ausbrachen und die Waffenkammer plünderten. Nach dem Aufstand in Rom zogen sich die Gladiatoren in den Schutz der Berge zurück, wo sich ihnen zehntausende Sklaven anschlossen. In dieser Gemeinschaft, die sich ein Leben in Freiheit wünschte, setzte Spartakus die Regel fest, dass alle Eigentümer gleichmäßig geteilt werden sollten und niemand Gold oder Silber besitzen durfte. Zwar konnten Spartakus und seine Anhänger in den folgenden Kriegen auch zahlreiche militärische Erfolge gegen die römischen Legionen vorweisen, doch wurde der Aufstand letzten Endes niedergeschlagen und Spartakus durch einen Speer tödlich verwundet. 6.000 Rebellen wurden auf dem Weg von Rom nach Appia gekreuzigt.

Konstantinopel als neue Reichshauptstadt

Ein gänzlich anderes Ereignis, das massive Auswirkungen auf das Leben im Römischen Reich hatte, war die Benennung Konstantinopels zur neuen Residenzstadt am 11. Mai 330 unter Kaiser Konstantin. Dieser änderte zuvor den Umgang im Römischen Reich mit dem Christentum und beendete die dreihundertjährige Verfolgung von Christen. Der Legende nach soll Konstantin am Vorabend einer entscheidenden Schlacht das Zeichen Christi am Himmel gesehen haben und ließ dieses auf die Schilde seiner Soldaten malen. Nach erfolgreichem Kampf erklärte Konstantin später das Christentum zur römischen Staatsreligion und bewirkte somit einen gravierenden Wandel im Leben der Römer.

Darüber hinaus begründete er eine gänzlich neue Hauptresidenz, Konstantinopel, die später zur Hauptstadt des Oströmischen Reiches wurde. Die Namensgebung erfolgte allerdings erst nach seinem Tod. Zuvor war der Name der Stadt Byzantion, was dir auch den Namen des Byzantinischen Reiches erklärt. Durch die Völkerwanderung kamen dann neue, christliche Volksstämme ins Land. Obwohl diese als Barbaren wahrgenommen wurden, ließ Konstantin sie aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit ins Reich einziehen. Dabei unterschätzte der Kaiser jedoch die Anzahl der Einwanderer und die Germanen erkämpften sich ihr Siedlungsrecht zwischen dem alten Rom und dem neuen Konstantinopel, was eine Teilung des Römischen Reiches bewirkte.

Die Osmanen erobern Konstantinopel

Heute kennst du Konstantinopel vielleicht unter einem anderen Namen: Istanbul. Dies geht darauf zurück, dass sich Konstantinopel nicht langfristig als christliche Hauptstadt des Oströmischen Reiches hielt, sondern 1453 von den muslimischen Osmanen erobert wurde. Konstantinopel wurde als kulturelle Hauptstadt Europas wahrgenommen, lange bevor Metropolen wie London oder Paris diese Rolle übernahmen.

Vom Christentum zum Islam in Konstantinopel

Daher war die Stadt auch für Eroberer von großem Interesse. Besonders Sultan Memet, ein Nachfolger des Sultans Osman, hatte ein Auge auf Konstantinopel, auch als goldener Apfel bezeichnet, geworfen. Mit Kanonen gelang es seinem Heer, die Mauern zu durchdringen und die Stadt einzunehmen. Die Kirche Hagia Sophia, die bereits knapp tausend Jahre vor dem Petersdom in Rom bestand, wurde zur Moschee umfunktioniert.