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1986 - Der Super-GAU von Tschernobyl

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Team Zeitreise
1986 - Der Super-GAU von Tschernobyl
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Grundlagen zum Thema 1986 - Der Super-GAU von Tschernobyl

Ein Alptraum wird Wirklichkeit: Am 26. April 1986 explodiert der Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl. Die austretende Strahlung hat die 200fache Dosis der Hiroshima-Bombe. Innerhalb der verseuchten ”Todeszone” leben 135.000 Menschen. Weitere sechs Millionen werden von radioaktiven Niederschlägen belastet. In Westeuropa ertönt der Ruf immer lautstarker: ”Atomkraft, nein danke.”

Transkript 1986 - Der Super-GAU von Tschernobyl

Tschernobyl: Das Atomkraftwerk am Vorabend der Katastrophe. In der Nacht steht in Block Vier ein Sicherheitstest auf dem Programm. Die Mannschaft probt den Notfall. Sie soll prüfen, ob genügend Strom vorhanden ist, um den Reaktor ausreichend zu kühlen. „Die Leistung des Reaktors sank ab wie in jeder Nacht. Von einem Sicherheitstest wusste ich nichts. Ich habe in jener Nacht meine Arbeit wie immer gemacht. Alles schien normal.” Doch das Team macht einen entscheidenden Fehler. Die Leistung des Reaktors fällt zu schnell und zu tief. Trotzdem wird der Test nicht abgebrochen. Streng nach Plan. „Das entsprach damals unserer Mentalität. Eine Aufgabe musste unbedingt erfüllt werden. Anstatt das Experiment zu beenden, machten sie weiter. Doch der Test gerät außer Kontrolle. Als die Mannschaft den Versuch abbrechen will, beginnt die Katastrophe. Der Reaktor heizt sich immer mehr auf. „01:23:04 Uhr: Das Experiment beginnt. 01:23:40 Uhr: Die Entscheidung fällt: Abbrechen. Reaktor sofort stoppen. Als der Befehl zum Drücken des Abschaltknopfes kommt, dauert es bis zur Explosion noch ganze drei Sekunden.” „Ich habe nicht begriffen, was passiert war. Ich war in so einem Zustand. Ich dachte, ich wäre in einer anderen Welt. Das alles passiert nicht mit mir. Ich habe mich zusammengerissen, mir gesagt: „Ich lebe. Mit mir ist alles in Ordnung." Dann hörte ich die Schreie meines Kollegen.” Die Wucht der Explosion sprengt die 1.000 Tonnen schwere Decke von Block 4 ab. Der Reaktor speit strahlende Trümmer. „Das war wie ein Menetekel. Eine Botschaft aus dem nächsten Jahrhundert. Eine Warnung, dass wir unser Verhältnis zur Technik ändern müssen.” Die radioaktive Wolke zieht über die Nachbarstadt Prypjat. Amateuraufnahmen vom Tag der Explosion. Die Strahlung verursacht Blitze auf dem Filmmaterial. Nur die Ordnungskräfte sind informiert und geschützt. Die Bevölkerung ist ahnungslos der Katastrophe ausgesetzt. Die tödliche Gefahr ist nicht zu sehen, nicht zu spüren. „An diesem Samstag sind wir alle ganz normal auf den Straßen spazieren gegangen. Wir hatten einen kleinen Fluss, dort kann man Boot fahren. Fast den ganzen Tag waren wir dort draußen. Wir Frauen mit unseren Kindern. Das Wetter war so schön.” Zunächst ist auch der Westen ahnungslos. Dann wird in einem schwedischen Atomkraftwerk stark erhöhte Radioaktivität registriert. Messungen zeigen schnell: Der eigene Reaktor ist dicht. Die Strahlen kommen aus dem Osten. Moskau aber schweigt. „Die Sowjetunion ist auch heute nicht der Aufforderung westlicher Regierungen nachgekommen, ihnen genaue Informationen über das Reaktorunglück zu geben.” Erst nach drei Tagen werden rund um den Reaktor fieberhaft Maßnahmen ergriffen. Die Behörden evakuieren Prypjat. Zurück bleibt eine Geisterstadt. „Was kann man schon mitnehmen in einem Koffer? Ein kleiner Koffer und drei Kinder. Ich habe Sachen für die Kinder hineingetan. Ich selbst bin in Kittel und Schlappen gegangen, so, wie ich war.” In Tschernobyl beginnt der aussichtslose Kampf der Katastrophentrupps. Per Hubschrauber versuchen sie verzweifelt, den Reaktortorso zu schließen. Soldaten sollen Strahlungen abwaschen von Autos und Häusern. Gefährlichster Ort ist das Dach des Reaktors. Selbst Aufräumroboter versagen ihren Dienst. Die Strahlung ist zu hoch. Stattdessen werden Menschen eingesetzt. „Niemand von uns war scharf darauf, das zu tun. Aber es war unser Beruf. Und wir wussten, uns bleibt nichts anderes übrig. Mir sind über viele Jahre diese Männer im Traum erschienen, die ich in Todesgefahr geschickt habe. 5.000 habe ich dorthin geschickt.” Jeder von ihnen darf höchstens 45 Sekunden in die Strahlenhölle. Eine Kamera lässt sie während des Einsatzes nicht aus den Augen. Doch schützen kann sie die Männer nicht. „Stellen Sie sich vor: Die Jungs fangen an zu graben und plötzlich stoßen sie auf die Reste von Brennelementen. Natürlich bekommen sie sofort eine mächtige Dosis ab. Aber das war eben keine Nudelfabrik. Das kam leider vor. Anders ging es nicht.” Der Bau des Sarkophags beginnt. Ein gigantischer Mantel aus Stahl und Beton soll den strahlenden Block 4 begraben. In der Moskauer Spezialklinik Nummer Sechs sterben die Opfer. Hier werden die Schwerstverstrahlten aus der Unglücksschicht eingeliefert. Nur wenige überleben, wie Oleg Genrich. „Nach etwa neun Tagen begann die Haut an Körper, an Armen, und Beinen rot zu werden. Die Haare fielen aus. Bis dahin konnten wir noch aufstehen und rumlaufen. Dann war das auch vorbei und wir wurden sogar gefüttert. Das Schlimmste war diese Hilflosigkeit. Und diese Schmerzen, furchtbare Schmerzen.” Die Welt verlangt von der Sowjetunion Aufklärung über die Katastrophe. Am Kurchatov Institut in Moskau wird ein Bericht verfasst, doch die Wahrheit sagt er nicht. „Der Abschlussbericht beschuldigte bestimmte Arbeiter aus jener Unglücksschicht. Mit der Technik war angeblich alles in bester Ordnung.” Um das zu demonstrieren, lässt die Sowjetführung die unbeschädigten Reaktorblöcke in Tschernobyl wieder ans Netz. Die gefährlichen Konstruktionsfehler werden erst vier Jahre später eingestanden. „Das Sicherheitssystem des Reaktors war leider so konstruiert, dass in jener Nacht die sogenannten Bremsen reagieren konnten wie ein Gaspedal. Als man den Reaktor eigentlich hätte abschalten müssen, drückte man auf die vermeintliche Bremse und gab in Wahrheit nochmal Gas. So ging der Reaktor in die Luft.” Im November 1986 ist der Sarkophag fast geschlossen. Makabere Siegesgeste: Freiwillige hissen auf dem verstrahlten Turm die rote Fahne. Doch die Folgen lassen sich nicht verbergen. „Tschernobyl demonstrierte zum ersten Mal, dass die ständige Geheimhaltung in der Sowjetunion nicht mehr funktionierte. Das war der eigentliche Beginn von Glasnost mit all ihren Folgen. Bis zum Fall der Berliner Mauer.” Die Kinder von Tschernobyl, sie leben und sie sterben mit den Folgen.

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