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Die verschiedenen Alphabete 06:00 min

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Transkript Die verschiedenen Alphabete

Hey Leute, ich bins, Tim! Wie viele dieser Buchstaben kennst du? Bei welchen weißt du, aus welchem Alphabet sie stammen? Schreiben zu lernen ist mühsam, und zum Glück hat fast jede Sprache ein Alphabet, das man sich gut merken kann. Das Alphabet ist eine festgelegte Reihenfolge der Schriftzeichen einer Sprache. Der Name kommt von den beiden Anfangsbuchstaben des griechischen Alphabets, nämlich Alpha und Beta. Man hat sich auf eine Ordnung geeinigt, damit sich ein möglichst großer Teil der Bevölkerung die Schrift besser merken kann und keine Verwechslungen entstehen. Die Alphabete haben in ihrer Geschichte dazu beigetragen, ihre jeweilige Schrift über weite Räume zu verbreiten, um eine überregionale Verständigung zu fördern.

Das erste uns bekannte phonetische oder Laut-Alphabet ist das Silbenalphabet der Phönizier. Es entstand ca. 1200 vor Christus im MIttelmeerraum, denn die Phönizier waren ein Händlervolk, das mit vielen Völkern in Kontakt stand, z.B. mit den Ägyptern und Sumerern. Von dort erhielten sie Anregung zur Bildung eines eigenen Alphabets durch die deren Hieroglyphen- und Keilschriften, die aus Piktogrammen und Ideogrammen bestanden, also vereinfachten Bildern und Zeichen für ein Wort, wie bei uns das mathematische Zeichen für das Wort “plus”. Das bedeutende an der phönizischen Schrift ist nun, dass sie verschiedene Zeichen einführte, um die Laute ihrer Sprache nachzubilden. Das so etwas nicht von heute auf morgen passiert, ist klar. Es dauerte lange Zeit, bis sich die 22 Zeichen durchgesetzt hatten, die noch dazu nur Konsonanten darstellten. Vokale wurden nur gesprochen, nicht geschrieben.

Von dort ließ sich das griechische Alphabet beeinflussen, in dem unsere älteste aufgezeichnete Sprache in Europa geschrieben ist. Texte wie die Ilias oder die Odyssee von Homer gelten somit als die älteste europäische Literatur. Zuerst schrieb man das Griechische noch von rechts nach links und man führte Zeichen für Vokale ein, die es bis dahin noch nicht gab, um das für uns erste vollständige Alphabet zu bilden. Durch die Vormachtstellung der Griechen vom 5. bis zum 3. Jahrhundert vor Christus im mediterranen Raum verbreitete sich die griechische Schrift in alle Richtungen, was z.B. zur Entwicklung der lateinischen und der kyrillischen Schrift führte. Durch den Kontakt der Griechen mit den Etruskern und Römern in Süditalien entstand das lateinische Alphabet, das sich mit dem Christentum über ganz West- und Nordeuropa ausbreitete. Die Ähnlichkeiten zum Griechischen waren zuerst noch groß. Nach einiger Zeit bildeten sich aber Abwandlungen und eigene Zeichen heraus, die die Römer für ihre Aussprache benötigten. Somit entstand das Alphabet, das wir mit eigenen nationalen Zeichenerweiterungen noch heute in Deutschland verwenden, und das sich durch den Imperialismus der Römer in den damaligen Kolonien festsetzte. In Osteuropa und Russland schreibt man heutzutage größtenteils im kyrillischen Alphabet. Auch diese Form geht auf das griechische Alphabet zurück. Kyrill und Methodius waren zwei christliche Missionare, die versuchten, das Christentum nach Osteuropa zu bringen. Dabei entwickelten sie in Anlehnung an das griechische das kyrillische Alphabet, das heute von den Russen, Bulgaren, Weißrussen, Ukrainern, Serben, Mazedoniern und in Teilen Zentralasiens verwendet wird und vor allem auch in der orthodoxen Kirche eine große Rolle spielt.

Um fremde Alphabete, z.B. das Arabische, in das eigene zu übertragen, gibt es heute zwei Möglichkeiten: 1. Die Transkription, das ist die ungefähre lautliche Übertragung, indem man die phonetischen Namen in den eigenen Lautzeichen nachahmt. Das funktioniert so, wie wenn ich das englische Wort “university” im Deutschen “juniwörsiti” schreibe. Oder 2. die Transliteration, die man verwendet, wenn man für z.B. das Griechische eigens festgelegte lateinische Buchstaben oder auch Hilfszeichen gebraucht. Dabei gibt es für jeden Ton in der anderen Sprache eine eindeutige Entsprechung, und man könnte diesen Vorgang wieder eindeutig umdrehen, um das Wort in der Originalsprache korrekt schreiben zu können. Ελληνική Δημοκρατία korrekt transliteriert würde so aussehen, wobei die Striche und Akzente Hilfszeichen sind, die eingeführt wurden, um griechische Laute eindeutig zu übersetzen.

Schauen wir uns das alles nochmal an: -> Das Alphabet ist eine festgelegte Reihenfolge der Schriftzeichen einer Sprache -> Die Phönizier waren die ersten, die ein Alphabet mit Lauten einführten -> Darauf baute das Griechische auf, das Zeichen für Vokale einführte und sich in Europa verbreitete -> Aus dem griechischen entwickelten sich das lateinische und das kyrillische Alphabet, die sich durch die Römer und das Christentum in Europa ausbreiteten -> Um ein Alphabet in ein anderes zu übersetzen, kann man entweder die lautlich in etwa entsprechende Transkription oder die präzise festgelegte Transliteration verwenden

Okidoki, das wars mit dem Alphabet. Bis zum nächsten Mal und cya!