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Die Periode des Neuhochdeutschen 06:15 min

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Transkript Die Periode des Neuhochdeutschen

Hallo, wie geht es dir? Die Geschichte der deutschen Sprache reicht bis ins frühe Mittelalter zurück, die Epoche, in der sie sich von den anderen germanischen Sprachen gelöst hat. Wenn man ihre Urgeschichte, d.h. ihre indogermanischen Wurzeln, berücksichtigen würde, ist die deutsche Sprache natürlich schon viel älter. Die Prozesse, die zur Entstehung der heute gesprochenen deutschen Sprache geführt haben, haben nach heutigem Stand jedoch erst ab dem 6. Jahrhundert begonnen. Die einzelnen Sprachstufen, die zur Entwicklung der deutschen Sprache führten, sind das Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch und das Neuhochdeutsch. Die Sprachstufe, die wir heute besprechen, ist das Neuhochdeutsche, das ist die Periode der deutschen Sprache, die bis heute andauert und über die ich dir in diesem Film etwas erklären werde. Du kennst wahrscheinlich den Ausdruck Hochdeutsch. Hochdeutsch ist die Standardsprache beziehungsweise die Nicht-Dialektsprache. Übrigens, die Abkürzung für Neuhochdeutsch ist „Nhd”. Aber was ist Neuhochdeutsch? Und seit wann wird es gesprochen? Und wie hat es sich entwickelt? All diese Fragen werde ich dir in diesem Film beantworten. Kommen wir zum ersten Punkt: Was ist Neuhochdeutsch? Neuhochdeutsch bezeichnet die heutige Stufe bzw. Periode der deutschen Sprache. Neuhochdeutsch ist der sprachhistorische Begriff für die heutige Standardsprache im deutschsprachigen Raum. Hier auf der Karte kannst du den heutigen deutschsprachigen Raum sehen. Der nächste Punkt lautet: Seit wann wird Neuhochdeutsch gesprochen? Die Entwicklung der heutigen modernen deutschen Sprache wird auf etwa 1650 nach Christus angesetzt und reicht bis in die Gegenwart. In Punkt drei erläutere ich dir, wie sich das Neuhochdeutsche entwickelt hat. Die Sprachstufe vor dem Neuhochdeutschen ist das Frühneuhochdeutsche. Es kam zu einem Wandel der Sprachen durch kontinuierliche Änderungen im politischen und gesellschaftlichen Leben und vor allem durch den enormen Fortschritt der Wissenschaft und Technik. Zu Beginn der neuhochdeutschen Periode, 17./18. Jahrhundert, kam es endlich zur Entstehung der einheitlichen deutschen Literatursprache mit überlandschaftlichem Charakter. Aber dennoch gab es zu dieser Zeit noch keine standardisierte, landesweit bindende Aussprache. Die Aufklärung, 18. Jahrhundert, war das Zeitalter der Anfänge der modernen Wissenschaft. Es gab einen großen Einfluss auf den Wortschatz der deutschen Sprache. Es wurden neue Wörter geprägt, wie zum Beispiel Sauerstoff aus dem Französischen oder aus der Philosophie Bewusstsein oder das Wort Schwerpunkt aus der Mathematik. Zu dieser Zeit vertiefte sich auch das wissenschaftliche Interesse für die deutsche Sprache, es wurden zum Beispiel Wörterbücher verlegt. Zu dieser Zeit wurde die deutsche Sprache auch durch Fremdsprachen beeinflusst, zum Beispiel die Wörter „Onkel”, „Tante”, „Cousin”, „Cousine”, welche aus dem Französischen kommen. Im 19. Jahrhundert, das Zeitalter der industriellen Revolution, kam es zur Entwicklung des Fachwortschatzes. Es gab neue Erfindungen und Entdeckungen und dadurch auch neue Wörter, wie zum Beispiel „elektrisch” oder „Elektrizität” aus dem Lateinischen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die deutsche Rechtschreibung nicht normiert, das heißt, es gab keine Regeln. Erst 1880 versuchte Konrad Duden die Frage der deutschen Rechtschreibung zu regeln. Er gab das erste vollständig orthografische Wörterbuch der deutschen Sprache heraus. Ein paar Jahre später, 1898 kam es dann auch zur Normierung der deutschen Aussprache mit dem Buch „Die deutsche Bühnenaussprache" von Theodor Siebs. Das sind allgemeingültige Werke bis heute. Und so entwickelt bzw. verändert sich die deutsche Sprache auch heute noch durch verschiedene Einflüsse aus Wissenschaft, Technik oder durch Fremdsprachen. Zum Schluss noch ein Textbeispiel des Vaterunsers, um noch einmal die sprachgeschichtliche Änderung zu verdeutlichen. Die obere Version ist von Reinmar von Zweter um circa 1230, das heißt aus der Zeit der Mittelhochdeutschen und die untere Version ist die aktuelle ökumenische Ausgabe von 1908, die Zeit des Neuhochdeutschen. Der abschließende Satz „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit." war in der Mittelhochdeutschen Fassung noch nicht vertreten und wurde dem Gebet erst zu späterer Zeit hinzugefügt. Nun sind wir auch schon wieder am Ende, also dann, bis bald. Tschüss!

2 Kommentare
  1. Echt super 👍🏼 Video 🎥 nur wegen den fehlenden Übungen gibt es ein Stern weniger ⭐️ übrigens funktioniert die eine Übung auch nicht mehr, auch bei anderen Videos nicht

    Von Julia7, vor 7 Monaten
  2. Hallo :-(

    Von Martin W., vor 11 Monaten