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Die Periode des Mittelhochdeutschen 06:51 min

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Transkript Die Periode des Mittelhochdeutschen

Halen, wie geht es dir? „ Halen” - Was soll das denn bedeuten? Das Thema dieses Films lautet „ Die Periode des Mittelhochdeutschen". „Halen“ steht im Mittelhochdeutschen für rufen oder holen. Sprachgeschichtlich vermutet man, dass das mittelhochdeutsche Wort „ halen" der Ursprung für unser heutiges „ Hallo" sein könnte. Aber was ist Mittelhochdeutsch eigentlich? Wann und wo hat man es gesprochen? Und wie hat es sich entwickelt? All diese Fragen werde ich dir in diesem Video beantworten. Beginnen wir mit der Frage: Was ist Mittelhochdeutsch? Übrigens, abgekürzt ist Mittelhochdeutsch „ Mhd”. Mittelhochdeutsch bezeichnet eine ältere Sprachstufe der deutschen Sprache, nämlich sämtlicher hochdeutscher, dies wird nochmal unterteilt in mittel- und oberdeutscher, Mundarten und Dialekte der deutschen Sprache. In der Periode des Mitteldeutschen wurde unterteilt in niederdeutsche, mitteldeutsche und oberdeutsche Sprachregionen. Als Hochdeutsch bezeichnete man damals die mittel- und oberdeutschen Mundarten. Kommen wir zur nächsten Frage: Wann hat man Mittelhochdeutsch gesprochen? Das Mittelhochdeutsch wurde in der Zeit zwischen dem Althochdeutschen und dem Frühneuhochdeutschen gesprochen. Mittelhochdeutsch wurde ungefähr in der Zeit von 1050 bis 1350 nach Christus gesprochen. Das Mittelhochdeutsche wird sprachlich in drei Abschnitte gegliedert: in das Frühmittelhochdeutsche, das war etwa 1050 bis 1170, in das klassische Mittelhochdeutsch von 1170 bis 1250 nach Christus, dies war auch die Blütezeit des Mittelhochdeutschen und das Spätmittelhochdeutsch von 1250 bis 1350 nach Christus. Wie schon erwähnt gab es vor dem Mittelhochdeutschen das Althochdeutsche. Kommen wir daher zu Punkt drei: Wie hat sich das Mittelhochdeutsche entwickelt? Die Veränderung zwischen Althochdeutsch und Mittelhochdeutsch war nicht abrupt, sondern die beiden Sprachen gingen ineinander über. Die Periode des Mittelhochdeutschen ist die Zeit des Minnesangs, die Zeit von Dichtern wie Hartmann von Aue oder Walther von der Vogelweide. Auch sehr bekannt aus dieser Zeit ist das Nibelungenlied, dessen Autor jedoch unbekannt ist. Zu der Zeit etablierte sich die deutsche Sprache mehr und mehr. In der althochdeutschen Zeit hatten vor allem die Geistlichen Deutsch geschrieben. Jetzt vergrößerte sich der Kreis der Schreibenden, indem auch Dichter vermehrt Deutsch anstelle von Latein schrieben. Zu dieser Zeit regierten die Stauffer, ein schwäbisches Adelsgeschlecht im 12., 13. Jahrhundert. Die höfischen Dichter bemühten sich zu der Zeit um eine Einheitssprache und entwickelten eine überregionale Schreibsprache und damit entwickelte sich auch das Mittelhochdeutsche. Als wahrscheinlich wichtigste Erzählungen dieser Zeit dürften diejenigen betrachtet werden, die sich mit König Artus und den Rittern der Tafelrunde auseinandersetzten. Das Mittelhochdeutsche unterschied sich zum Althochdeutschen im lautlichen Bereich vornehmlich dadurch, dass in unbetonter Stellung die vollen Vokale meist zu e abgeschwächt oder unterdrückt wurden, z.B. althochdeutsch das Wort „ taga" wurde zu mittelhochdeutsch „ Tage". Oder das althochdeutsche „ leffila" wurde zum mittelhochdeutschen „ leffel". Seit dem 13. Jahrhundert war auch eine Tilgung des e zu beobachten, wie beispielsweise das althochdeutsche Wort „ herre" wurde zum mittelhochdeutschen Wort „ Herr". In Punkt vier zeige ich dir, wo man Mittelhochdeutsch gesprochen hat. Das Mittelhochdeutsch umfasst nur die hochdeutschen Sprachregionen. Wie vorhin schon erklärt, wurde zu dieser Zeit zwischen Hochdeutsch und Niederdeutsch unterschieden. Das Hochdeutsche wird noch einmal untergliedert in Mitteldeutsch und Oberdeutsch. Als Hochdeutsch werden zu jener Zeit all die Dialekte benannt, die die zweite oder deutsche Lautverschiebung ganz oder teilweise durchgeführt haben. Unter einer Lautverschiebung wird ein regelhafter Lautwandel verstanden, der die hochdeutschen Dialekte entstehen ließ. Somit wurde das Mittelhochdeutsch nur im Mitteldeutschen und Oberdeutsche, also im Süden gesprochen. Zum Schluss werde ich dir noch ein paar Beispiele zeigen: Zum Beispiel das mittelhochdeutsche Wort „ mîn" bedeutet „ mein". Oder „ hûs" ist gleich „ Haus". Oder „ liep" bedeutet „ lieb". Das mittelhochdeutsche Wort „ bruoder" bedeutet „ Bruder". Und ganz zum Schluss noch das Wort „ bein" „ Bein". Nun sind wir auch schon am Ende. Also dann, bis bald. Tschüss!

Die Periode des Mittelhochdeutschen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Die Periode des Mittelhochdeutschen kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib wieder, was Mittelhochdeutsch ist.

    Tipps

    ahd. ist die Abkürzung für Althochdeutsch.

    Die niederdeutschen Sprachregionen fallen nicht unter den Begriff Mitteldeutsch.

    Lösung

    Mittelhochdeutsch, abgekürzt mhd., bezeichnet eine ältere Sprachform der deutschen Sprache. Diese Sprachform umfasst dabei die hochdeutschen, also die mittel- und ober-deutschen Dialekte und Mundarten.

    Neben dem Mittelhochdeutschen gibt es noch weitere Sprachstufen. Im Deutschen unterscheidet man:

    • Indogermanisch (5000-1500)
    • Germanisch (1500-500)
    • Althochdeutsch (500-1050)
    • Mittelhochdeutsch (1050-1350)
    • Frühneuhochdeutsch (1350-1650)
    • Neuhochdeutsch (seit ca. 1650)

  • Nenne wichtige Autoren und Werke des Mittelhochdeutschen.

    Tipps

    Der Minnesang ist eine höfische Liebeslyrik, bei der meist eine höher gestellte Frau verehrt wurde.

    Das Nibelungenlied ist ein Heldenepos, der vom Geschlecht der Nibelungen handelt. Der Epos wurde in der mittelhochdeutschen Periode verschriftlicht, ist allerdings vermutlich älter.

    Lösung

    Autoren, die zur Periode des Mittelhochdeutschen Texte verfassten , sind:

    • Walther von der Vogelweide (1170-1230),
    • Hartmann von Aue (1165-1210)
    aber auch
    • Wolfram von Eschenbach (1170-1220) und
    • Gottfried von Straßburg (1180-1210)
    Das Nibelungenlied ist ein mittelalterlicher Heldenepos, der allerdings einen unbekannten Verfasser hat. In der Zeit der mittelhochdeutschen Sprachperiode war vor allem der Minnesang, die höfische Liebeslyrik, populär.

  • Gib an, wann das Mittelhochdeutsche gesprochen wurde.

    Tipps

    Das Althochdeutsche ist die Sprachstufe vor dem Frühmittelhochdeutschen.

    Alle aufgeführten Sprachstufen existierten erst nach Christus.

    Lösung

    Das Hochdeutsche umfasst drei Sprachstufen

    • das Althochdeutsche,
    • das Mittelhochdeutsche sowie
    • das Neuhochdeutsche.
    Das Mittelhochdeutsche teilt sich in folgende Perioden:
    • das Frühmittelhochdeutsche (1050-1170 n. Chr.)
    • das klassische Hochmitteldeutsche (1170-1250 n. Chr.) sowie
    • das Spätmittelhochdeutsche (1250-1350 n. Chr.).
    Das klassische Hochmitteldeutsche gilt als die Blütezeit dieser Sprachstufe. In dieser Zeit entstanden beispielsweise viele Texte des Minnesang.

  • Bestimme, welche Veränderungen die folgenden Wörter gemacht haben.

    Tipps

    Ein Diphthong ist ein Doppelvokal, wie „ei“, „au“ und „eu“.

    Ein Monophthong ist ein einfacher Vokal, wie beispielsweise „u“.

    Lösung

    In der Entwicklung von der Sprache verändern sich die Laute oder Lautgruppen. In der Entwicklung vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen gab es beispielsweise unter anderem folgende Veränderungen:

    • Nhd Diphthongierung: Die mhd. langen Vokale î, û und iu werden im Nhd. zu ei, au und eu/äu. Beispielsweise mhd. hiute → nhd. heute.
    • Nhd. Monophthongierung: Die mhd. Diphthonge ie, uo und üe werden zu nhd. i, u und Ü monophthongiert. Beispielsweise mhd. guote → nhd. gute.
    • Synkope: Wegfall von unbetontem /e/ im Wortinneren (zw. zwei Konsonanten). Beispielsweise mhd. er saget → nhd. er sagt.
    • Apokope: Wegfall von unbetontem /e/ am Wortende. Beispielsweise mhd. an deme tage → nhd. an dem Tag.
  • Bestimme die Sprachstufe der jeweiligen Wörter.

    Tipps

    Vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen fand eine Abschwächung der Vokale statt.

    Vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen ist eine Tilgung des -e zu beobachten.

    Lösung

    Einige Veränderungen vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen sind folgende:

    Abschwächung bzw. Unterdrückung der althochdeutschen Vokale, beispielsweise:

    • ahd.: leffila; mhd.: leffel; nhd.: Löffel
    • ahd.: hiar; mhd.: hier; nhd.: hier
    • ahd.: biotan; mhd.: bieten; nhd.: bieten
    Tilgung des -e:
    • ahd.: herre; mhd.: herr; nhd.: Herr

  • Bestimme die Bedeutung der mittelhochdeutschen Wörter.

    Tipps

    Diphthonge sind Doppelvokale und Monophthonge sind einzelne Vokale.

    niuwes unterliegt der Diphthongierung.

    helle unterliegt der Rundung.

    Lösung

    Veränderungen von Lauten oder Lautgruppen kennzeichnen den Wandel von einer Sprachstufe zur nächsten. Vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen haben beispielsweise folgende Veränderungen stattgefunden:

    Nhd. Diphthongierung:

    • zît wird zu Zeit
    • dîn wird zu dein
    • niuwes wird zu neues
    Nhd. Monophthongierung:
    • müeder wird zu müder
    Rundung (Labialisierung):
    • helle wird zu Hölle
    • âne wird zu ohne
    Quelle: Mittelhochdeutsche Kurzgrammatik. URL: https://www.uni-frankfurt.de/47053276/Kurzgrammatik-HA_09_2009.pdf [7.7.17]