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Färben mit Farbstoffen 06:52 min

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Transkript Färben mit Farbstoffen

Guten Tag und herzlich Willkommen. Dieser Film heißt: Färben mit Farbstoffen (Grundkurs). Der Film gehört zur Reihe Farbstoffe. Also Vorkenntnisse solltet Ihr die Chemie bis zum elften Schuljahr kennen. Mein Ziel ist es: Dir in diesem Video eine kurze Übersicht über die unterschiedlichen Farbstoffe und Färbeverfahren zu vermitteln. Den Film habe ich in acht Abschnitte unterteilt. Erstens: Anforderungen an einen Farbstoff. Zweitens: Substantive Farbstoffe. Drittens: Küpenfarbstoffe. Viertens: Entwicklungsfarbstoffe. Fünftens: Reaktivfarbstoffe. Sechstens: Säurefarbstoffe. Siebtens: Dispersionsfarbstoffe. Und Achtens: Zusammenfassung. Erstens: Anforderungen an einen Farbstoff. Ein Farbstoff muss einige Bedingungen erfüllen, um ein technisches Färbemittel zu sein. Für einen Farbstoff ist es vor allem wichtig, dass er waschecht ist. Außerdem sollte ein Farbstoff lichtecht sein. Der Färbevorgang auf der Textilie sollte gleichmäßig erfolgen. Die Bedingung lautet: Gleichmäßiges Aufziehen. Als Viertes sollte der Farbstoff gegenüber Säuren und Basen unempfindlich sein. Und als Fünftes und Letztes schließlich ist eine Wasserlöslichkeit wünschenswert. Zweitens: Substantive Farbstoffe. Substantive Farbstoffe werden auch direkt siedende Farbstoffe genannt. Der Färbevorgang verläuft hier am einfachsten. Der Farbstoff wird vollständig in Wasser gelöst und anschließend langsam von der Textilie aufgenommen. Im Idealfall ist die Textilie durchgefärbt und die Lösung klar. So geschieht es zum Beispiel mit Kongorot auf Baumwolle. Die Naturfaser enthält Hydroxil-Gruppen, die mit den Farbstoffmolekülen schwache Bindungen eingehen. Baumwolle enthält Cellulose. Die Bindungen mit den Farbstoffmolekülen sind Wasserstoffbrückenbindungen. Die Vorteile des Verfahrens sind, dass es einfach und relativ kostengünstig ist. Der Hauptnachteil ist die nicht waschechte Färbung. Im konkreten Fall steht Kongorot im Verdacht gesundheitsschädigend zu sein. Drittens: Küpenfarbstoffe. Der schöne Naturfarbstoff Indigo ist nicht wasserlöslich und damit haben wir ein Problem. Mit einem geeigneten Reduktionsmittel kann man das Indigomolekül in die sogenannte Leukoform überführen. Nun ist der Stoff farblos, aber wasserlöslich. Nun kann die Textilie gefärbt werden. An der Luft kommt es zur Oxidation und Indigo erhält seine ursprüngliche Farbe. Die Textilie wird gefärbt. Küpe bedeutet übrigens Tonne, weil man früher in Tonnen färbte und dies teilweise noch heute tut. Viertens: Entwicklungsfarbstoffe. Entwicklungsfarbstoffe werden erst im letzten Moment auf der Faser hergestellt. Die eine Komponente ist ein Diazonium-Salz. Die andere Komponente ist eine aromatische Verbindung. Bei einer chemischen Reaktion zwischen beiden kommt es zur Azokupplung. Es entsteht ein Azofarbstoff. Bei Entwicklungsfarbstoffen erfolgt die Kupplungsreaktion direkt auf der Faser. Fünftens: Reaktivfarbstoffe. Das ist das Traizin-Molekül. Farbstoffe, die dieses Molekül enthalten, haben eine interessante Eigenschaft. Das hier ist der Ausschnitt aus einem Farbstoffmolekül. Das reaktive Chloratom kann mit der Hydroxil-Gruppe, der Cellulose von Textilien reagieren. Es kommt zu einer richtigen Elektronenpaarbindung. Der Farbstoff ist nun auf der Textilie. Er wird durch kovalente Bindung mit der Faser verbunden. Sechstens: Säurefarbstoffe. Wolle besteht aus Proteinen. Das Proteingerüst enthält positive wie negativ geladene Ionen. Die ersten können mit Säureresten in Wechselwirkung treten. Die negativen Ionen können mit den Resten von Basen, Kationen, reagieren. Die Säurereste bei den Säurefarbstoffen sind in den meisten Fällen Sulfonsäurereste. Siebtens: Dispersionsfarbstoffe. Nichtlösliche Farbstoffe können gemahlen und dispergiert als Suspension eingesetzt werden. Auf diese Weise kann die Färbung erfolgen. Dispersionsfarbstoffe sind vor allem für Textilkunststoffe, Polyamid, Polyester und Polyacrylnitirl geeignet. Achtens: Zusammenfassung. Bei substantiven Farbstoffen werden Wasserstoffbrückenbindungen mit der Textilfaser gebildet. Bei den Küpenfarbstoffen wird der Farbstoff zunächst reduziert und oxidiert dann an der Luft auf der Faser. Entwicklungsfarbstoffe sind Azoverbindungen und werden erst auf der Faser synthetisiert. Reaktivfarbstoffe bilden eine chemische Bindung mit der Faser aus. Säurefarbstoffe nutzen die Anziehung von unterschiedlich geladenen Ionen aus. Dispersionsfarbstoffe bilden mit der Textilie feste Lösungen. Ich danke für die Aufmerksamkeit. Alles Gute. Auf Wiedersehen!