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Die Wespe – Bau und Lebensweise 08:56 min

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Transkript Die Wespe – Bau und Lebensweise

Hallo, seid gegrüßt. Heute ist wieder ein sonniger Tag und der Sommer neigt sich dem Ende zu. Man sieht es an den Sommerastern, denn sie beginnen zu blühen. Ich will euch heute eine gelbschwarz gezeichnete Insektenart vorstellen, die im August und September vermehrt auftreten kann. Mit Beginn der Blüte der Herbstastern sind fast alle verschwunden, weil ihre Lebenszeit abgelaufen ist. Ihr habt es schon geahnt, es sind die Wespen, über die ich berichte. Wir sehen uns heute ihren Körper und die Lebensweise genauer an. Normalerweise besuchen Wespen nur Blüten, um an süßen, energiereichen Nektar zu gelangen oder sie jagen schädliche Insekten wie zum Beispiel Blattläuse. Größere Beutetiere überwältigen sie mit Hilfe ihres Giftes. Sie können ihren Stachel einsetzen, ohne ihn zu verlieren, denn dieser hat fast keine Widerhaken. Der Hinterleib zeigt auch nach dem Abtrennen vom Körper noch Stechreflexe. Ich will hier einige in Deutschland vorkommende Wespenarten aufführen, weltweit gibt es über 60. Es sind die Norwegische Wespe, Sächsische Wespe, Mittlere Wespe, die Waldwespe, die Rote Wespe, die Hornisse sowie die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Besonders zwei der Arten stehen auf unsere Speisen und Getränke. Es sind die Deutsche Wespe, Vespula germanica und die Gemeine Wespe, Vespula vulgaris. Wenn sie sich zu uns gesellen, ist es am besten, wenn man Ruhe bewahrt und ihnen die Nahrungsquelle entzieht. Doch wie kann man sie unterscheiden? Bei der Deutschen Wespe ist es recht einfach, sie hat auf ihrem Kopfschild ein bis drei schwarze Punkte. Die Gemeine Wespe hat einen nach unten verbreiterten schwarzen Strich. Hier kannst du die Verbreitung von Vespula germanica, der Deutschen Wespe, ersehen. Sie ist über ganz Europa und Teile Asiens verbreitet. In die rot gekennzeichneten Gebiete wurde die Deutsche Wespe durch Handelstätigkeit des Menschen eingeschleppt. Wespenköniginnen verstecken sich im Frachtgut von Containern und sonst wo, so wurden sie verbreitet. Sehen wir uns den Körper der Wespen genauer an. Wespen haben einen gegliederten Körper, gegliederte Beine und sie gehören daher zum Stamm der Gliederfüßer. Zu den Gliederfüßern gehören auch die Ordnungen der Schmetterlinge, der Zweiflügler, der Käfer und der Hautflügler, um einige zu nennen. Zu den Hautflüglern zählt man die Bienen, die Hummeln, Hornissen und Schlupfwespen, um wiederum nur einige davon zu nennen. Natürlich ist der Körper, wie bei der Biene, in Kopf, Brust und Hinterleib gegliedert. Das Bruststück ist Teil des Außenskelettes aus Chitin. Es trägt die drei Beinpaare. Der gesamte Körper der gemeinen Wespe ist leicht mit Chitinhärchen besetzt und er hat Poren, die dem Atmen dienen. Man sieht sie hier als schwarze Punkte. Wespen kommen als Bestäuberinsekten nur selten in Frage, denn es kann nur wenig Pollen am lockeren Haarkleid anhaften, was wir ebenfalls hier sehen können. Sie fliegen zwar bestimmte Blüten an, jedoch sind ihre beißenden Mundwerkzeuge, hier siehst du die beiden Oberkiefer, zum Saugen von tiefsitzendem Nektar nicht so recht geeignet - eher zum Beißen und Zerkleinern. Die ersten Wespen, die man im Frühjahr beobachten kann, sind Königinnen. Sie sind etwa 20 Millimeter groß. Sie bauen ein einfaches, kugelförmiges Nest. Dazu nagen sie an trockenen Grashalmen oder Holz, beide enthalten Fasern. Diese verknetet sie mit ihrem Speichel, sodass ein pergamentartiges Nest gebaut werden kann. Sie beginnt mit einem Lampenschirm, unter den sie sechseckige Waben waagerecht setzt. In jede Wabenzelle legt die Königin ein frisch befruchtetes Ei, denn erst jetzt öffnete sich ihre Samentasche, in der sie einen Spermienvorrat aus dem letzten Herbst trug. Sie hat enorm viel zu tun, Nestbau und Brutpflege. Die Larven werden mit zerkautem Insektenbrei gefüttert. Nach dem Füttern geben die Wespenlarven einen zuckerhaltigen Flüssigkeitstropfen ab, den die Königin als Nahrung aufnimmt. So bleibt es im Nest trocken und sauber, erst kurz vor der Verpuppung wird Kot ausgeschieden. Natürlich gibt die Königin auch Stoffe weiter, sogenannte Pheromone, es sind Botenstoffe. Sie bewirken, dass nur kleinere, unfruchtbare Weibchen, die Arbeiterin, und später die männlichen Drohnen, entstehen. Die Arbeiterinnen übernehmen nun die Nahrungsbeschaffung und den Nestbau. Im Zusammenwirken der Wespen entsteht ein großes Wespennest. Die Brutwaben werden in mehreren Schichten angelegt. Die daraus 3000 bis 4000 schlüpfenden Wespen erweisen sich als Schädlingsvertilger. Wenn wir es ihnen nicht zu leicht machen und ihnen mit Speisen Futter bieten. Die Königin legt nur noch Eier und gibt Pheromone ab. Im Wespenstaat gibt es also die Königin, die Arbeiterinnen und die Drohnen, die sich die Aufgaben teilen. Die Aufgabe der Drohnen ist die Begattung der neuen Königinnen. Das geschieht etwa zum Herbstbeginn im Nest oder in Nähe des Nestes. Arbeiterinnen und Drohnen sterben vor dem Winter. Wollen wir hoffen, dass wenigstens von zehn Königinnen eine über den Winter kommt, versteckt unter Holzstapeln, Dächern oder der Baumrinde. Es ist wieder Zeit für eine Zusammenfassung: Wir konnten heute lernen, dass die Deutsche und Gemeine Wespe sich sehr ähneln, beide tragen eine Warntracht, die darauf hinweist, dass das Insekt wehrhaft ist. Wespen sind staatenbildende Insekten, es überwintert nur die Königin - bei Bienen ist es ein ganzes Volk. Wespen sind nützlich, sie gehören in die Natur. Übertriebene Vorsicht und Verfolgung führten dazu, dass immer mehr Wespenarten auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten erscheinen. Und hinzufügen möchte ich noch, dass das Töten und Beseitigen von Wespen laut Bundesnaturschutzgesetz verboten ist. Ich hoffe, es hat euch gefallen und wir sehen uns bald wieder, Tschüss!