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biodynamisches Bepflanzen 04:11 min

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Transkript biodynamisches Bepflanzen

So einzigartig unsere Erde auch ist, sie ist ein Teil des gesamten Universums und damit kosmischen Einflüssen ausgesetzt. Das wissen die Naturvölker schon seit Jahrtausenden und berücksichtigen es beim Pflanzen und bei der Ernte. Auch im Bauernkalender gibt es dazu einige Tipps. Nach dem Mondkalender, den viele Demeter-Bauern benutzen, ist heute ein günstiger Pflanztag für Blattgemüse. Überschaubare Flächen werden mit regionalen und robusten Sorten bepflanzt, völlig ohne Gentechnik. Die kräftigen Pflänzchen auf dem Nachbarfeld hatten gute Startbedingungen. Statt große Monokulturen mit Massenertrag anzulegen, geht man schonend mit dem Boden um und achtet auf vielseitige Fruchtfolge über Jahre hinweg. Hier darf sich die Erde eine Saison lang erholen. Diese Auszeit ist für den Bauern natürlich ein Verlustgeschäft, denn er baut nichts an, erntet nicht und verdient auch nichts. Im darauffolgenden Jahr beginnt der Zyklus einer ausgewogenen Bodennutzung. Bei der sogenannten Fruchtfolge berücksichtigt der Landwirt in seinem Plan einen gut abgestimmten Wechsel, zwischen bodenverbessernden Pflanzen und anspruchsvollen, nährstoff- verbrauchenden Feldfrüchten. Zunächst werden Ackerbohnen angebaut, statt chemischen Dünger zu verwenden. Wie auch Erbsen gehören sie zu den Leguminosen und die sind wahre Zauberkünstler, denn sie beherrschen einen Trick. An ihren Wurzeln befinden sich verdickte Stellen in denen winzige Knöllchenbakterien leben. Diese nehmen aus der Luft im Boden Stickstoff auf und geben ihn an die Pflanze ab. Stickstoff ist ein echter Powerstoff für Pflanzen, ohne den auch in der Demeter-Landwirtschaft nichts geht. Die Ackerbohnen sind nun regelrecht vollgepumpt mit diesem natürlich produzierten Wachstumsstoff. Nach der Ernte der Bohnen werden die Pflanzen komplett in den Boden gepflügt. Mit dieser grünen Düngung erhält der Boden Nährstoffe, die Voraussetzung für eine anspruchsvolle Folgesaat sind. Artischocken sind es zum Beispiel hier auf Sizilien. Weniger nährstoffhungrig sind Kartoffeln. Als Hackfrüchte machen sie ihrem Namen alle Ehre, sie müssen fleißig gehackt werden, um Beikräuter zu entfernen. Nur so kann man auf chemische Unkrautvernichter verzichten. Das Hacken durchlüftet den Boden, der nun besser atmen kann. Schweißtreibende, mühsame Handarbeit ist das schon, andererseits sichert diese Art der Bodenbearbeitung mehrere Arbeitsplätze. Verständlich, dass die Endpreise für derart aufwändig bearbeitete Bodenfrüchte einfach höher sein müssen. Am Ende seiner Tour will Francesco unbedingt noch im Zitronengarten bei seinen Lieblingsfrüchten vorbeischauen. Zitronen sind etwas ganz Besonderes. Ohne Pause, das ganze Jahr über, blühen die Bäume und tragen Früchte. Am selben Baum reifen viermal im Jahr unterschiedliche Zitronen. Je nach Jahreszeit sind sie hell oder kräftig gelb oder sogar grün selbst wenn sie reif sind. Und so gesund sind sie und und und.